Irgendwann muss es ja mal sein und warum nicht gleich am Anfang auf dem Weg zum Naturgarten: kein Umgraben der Beete mehr, weg mit dem Spaten in die Ecke. Vorausgesetzt natürlich, dass der Garten bereits ein Garten ist und nicht erst noch eine Wiese urbar gemacht werden muss. Bei schwer bearbeitbaren Lehm- oder Tonböden kann auch der Naturgärtner nicht auf den zupackenden Spaten verzichten.
Sobald aber der Garten über eine Humusschicht verfügt, gilt: Bitte nicht stören! Regenwürmer und andere Mikroorganismen haben in der Mutterbodenschicht ein wertvolles Bodengefüge geschaffen. Dabei liegen oben die Krümel lockerer als unten, so dass der Boden hier besser belüftet ist. Und wer nun im Herbst aus alter Gewohnheit umgräbt, reißt alles ein und stellt es auf den Kopf. Ein Massaker unter den hoch spezialisierten Bodenlebewesen ist die Folge und die ganze Bodenbildung muss im nächsten Jahr von vorne starten.
Luft in den Boden bekommt man auch ohne totales Umgraben, nämlich mit Grabgabel und Sauzahn. Die Grabgabel ist vielseitig einsetzbar und sollte in keinem Garten fehlen. Man kann mit ihr ausgezeichnet lüften und die Erde lockern. Man sticht sie in den Boden, bewegt sie einmal vor und zurück und wiederholt dies im Abstand von wenigen Zentimetern hintereinander. Die Grabgabel sollte aus geschmiedetem Stahl sein, mit vier flachen, starken Zinken und einem T-Stiel aus Eschenholz.
Der Bio-Bodenlockerer schlechthin ist der Sauzahn. Er besteht aus einem sichelförmig gebogenen Zinken, der in eine platte Spitze ausläuft. Der Stiel sollte leicht gebogen sein, mit der Krümmung nach unten. Der Sauzahn lockert die Erde mit wenig Kraftaufwand bis auf 20 Zentimeter Tiefe, ohne die natürliche Bodenschichtung durcheinander zu werfen. Außerdem kann man so Kompost und Zwischendüngung einbringen."
Legt Euch einen Komposthaufen, Kasten oder Behälter zu um wertvolle eigene gute Erde herstellen zu können. Denn gemischt mit Sand ergibt Humus z.B. die beste Blumenerde. Außerdem wird es zunehmend wichtig die alten Hochmoore und Torfgebiete zu schützen. Wie die Waldbrände in Russland bei Moskau wieder einmal gezeigt haben. Pflanzenerde mit Torf sollte es im Baumarkt nicht mehr geben. Viel besser ist Erde mit Rosshaaren und Hornspänen. Eine sehr gute Ergänzung sind zudem "Pferdeäpfel" direkt von einem der Pferdehöfe aus der Gegend. Fragt da doch einfach mal nach ob Ihr etwas von dem wertvollen Dünger mitnehmen könnt und Ihr braucht keine teuren und naturzerstörerischen Produkte mehr aus dem Supermarkt, Discounter oder Baumarkt kaufen. Macht das Leben besser. Werdet selbstständig aktiv, für Euch und Eure Umwelt.
Und hier noch ein nettes Video zur Anlage eines kleinen AnfängerInnenwurmkompostes für Zuhause:
Hinweis: Beim Arbeiten mit Säuren und Laugen, die reizend sind, sowie bei Mitteln die (wenn auch nur schwach für Menschen) giftig sind wird immer das Arbeiten mit Latex-Handschuhen (am besten natürlich aus Bio-Naturkautschuk) angeraten.
Hier empfehlen wir sog. "Hausmittel" oder leicht selbst herstellbare weitestgehend unbedenkliche Mittel gegen und für
Blattläuse
1. Wahl: Marienkäfer, Ohrenpitscher, usw., fördern die die Blattläuse mit Vorliebe vertilgen.
"Ohrenpitscher Wohnungen" aus alten Tontöpfen oder Weinflaschen gefüllt mit trockenem Stroh auf kleinen Stöcken überall zwischen den Beeten aufstellen und in die Bäume hängen. (Das fördert u.U. auch andere Nützlinge wie Schlupf-Wespen.)
Brennesseljauche verdünnt regelmäßig von Anfang an an die Pflanzen gießen und in stärkerer Mischung sprühen, hilft so gut wie immer.
Und wenn das alles nichts hilft wird hier dagegen noch eine Lösung aus (neutraler) Schmierseife, Neutralseife oder auch Kernseife genannt (ohne Parfüm!) und Tabaksud empfohlen. Wir empfehlen dazu nur unbehandelten (unparfümierten) Natur-Tabak, wie er heute schon von einigen Marken angeboten wird zu nehmen.
Ton oder Porzellan oder Glasscherben im Boden rund um und unter die Pflanze vor dem Einpflanzen legen. Oder vor dem Pflanzen in ein extra leicht vergrößertes Pflanzloch ein (nicht zu großzügiges) Drahtgeflecht legen und die Pflanze auch von oben gegen das Eindringen in die Erde mit Kaninchendraht und "Heringen" (wie beim Zelten) schützen.
Kaiserkrone rund um und über den ganzen Garten verteilt, vor allem an den Rändern und zwischen die Beete, Pflanzen
Da hilft fast nur ein guter Verbißschutz aus engem Maschendraht oder Bambusgeflecht oder noch besser einem selbstgemachten Weidengeflecht mit dazwischengewebten Pflanzenteilen die stark riechen und die die Schädlinge nicht mögen, der aber auch nicht zu eng an der Pflanze anliegen darf um ihr nicht zu schaden
oder stark riechende Pflanzenauszüge regelmäßig um die Pflanzen gegossen und draufgestrichen (mühsamer)
Marie-Luise Kreuter: Pflanzenschutz im Biogarten. Der Garten-Klassiker für die naturgemäße Abwehr von Krankheiten und Schädlingen. BLV Verlag, 2003.Gebunden, 249 Seiten. Euro 19,95.
Ein ähnliches Buch:
http://www.biothemen.de/Buch/gartenbuch_gartenpflanzen/pflanzenschutz_garten.html
Hier präsentieren wir Euch noch die Tipps zur natürlichen Gestaltung und Bedeutung von Wildblumen und Wildwiesen die wir freundlicherweise vom BUND Malente bekommen haben: