Verein "City 2000" Zerbst e.V. -Eine Chance für Zerbst-


Volksstimme vom 03.05.2004

Viele Besucher folgten Freitag der Einladung des Zerbster Vereins "City 2000"
Zum fünften Mal hängt Maikrone auf dem Markt




Umrahmt von Böllerschüssen der Zerbster Schützen zogen die Rolandbrüder die Maikrone auf

























Zerbst -Freitagabend, 19 Uhr. Langsam füllt sich der Zerbster Markt. Zur gleichen Zeit greifen die Musikerinnen und Musiker des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Lindau auf der Schloßfreiheit zu den Instrumenten und die Zerbster Rolandbrüder zur Maikrone.

Begleitet von heutigen und historischen Persönlichkeiten wie Wasserjette und Flämingkönigin Butterjungpfer und Zwiebelkönigin, von Grundschülern in Kostümen und vielen anderen Zerbstern, teils mit Fackeln und Lampions ausgestattet, macht sich der Umzug auf den Weg zum Markt.

Mit dem bunten Zug durch die Innenstadt beginnt das vom Zerbster Verein "City 2000" e. V. veranstaltete Maibaumsetzen. Zum fünften Mal fand das am Freitag auf dem von den anliegenden Gewerbetreibenden frühlingshaft und bunt geschmückten Markt statt. Anlass auch für eine kleine Bilanz des seit fünf Jahren für die Marktbelebung engagierten und aktiven Vereins.

Diana Hübner vom "City 2000"-Vorstand erinnerte vor nun doch ganz stattlicher Publikumskulisse rund um dem Maibaum an einiges aus Sicht des Vereins für den Markt Erreichte, zum Beispiel an die Beleuchtung des Rolands, die Unterstützung der Butterjungfer-Sanierung oder den Weihnachtsmarkt, der im vergangenen Jahr in Partnerschaft mit dem
Förderkreis ST. Nicolai in der Nicolaikirche ein besonderer Erfolg wurde


Inzwischen bewährte Partnerschaften, für die der Verein am Freitag dankte, geht "City 2000" auch für das Maibaumsetzen ein. Sie finden sich in Schulen und Vereinen, die den Umzug unterstützen, bei den Rolandbrüdern, die das Hissen der Maikrone übernehmen, bei der Zerbster Schützengilde, deren Böllerschüsse die Veranstaltung begleiteten. (Zu letzteren gab es am Freitag allerdings auch einige Stimmen, dass vor allem die kleinen Besucher des Maibaumsetzens mehrfach Probleme mit den lauten Schießgeräuschen bekommen hätten.)

Bürgermeister Helmut Behrendt war mit Ehefrau Heidelies im von Armin Rieseler vom Reit- und Fahrverein "St. Laurentius" gelenkten Zweispänner im Umzug auf den Markt gefahren, freute sich dort über die zahlreichen Gäste, würdigte die Aktivitäten von "City 2000" und gab das Signal für Schützen und Rolandbrüder zum Aufziehen der Maikrone.


Das angenehm frühlingshafte, wenn auch etwas windige Wetter, lud viele Besucher ein, auch danach noch auf dem Markt zu verweilen, Bekannte zu treffen, sich auszutauschen. "City 2000" hatten mit Versorgungsständen und Sitzgelegenheiten sowie mit Musik für den entsprechenden Rahmen gesorgt. Die Bitterfelder Band "Nightshift" unterhielt mit vielseitiger, angenehmer Musik zum Hören und - wer die Lust dazu verspürte - auch zum Tanzen.

Von Antje Rohm


Volksstimme vom 04.05.2004

Marktbelebung und -gestaltung - eine Zwischenbilanz
Den "Markt aus der Schublade holen" - aber noch steckt er viel zu tief drin




1997 bereits gab es einen städtebaulichen Wettbewerb zum Zerbster Markt. Aufgabenstellung war, den Markt wieder "als prägnante, für Zerbst unverwechselbare und identitätsstiftende Mitte erlebbar werden zu lassen". Der erste Preis ging an ein Stuttgarter Büro, dem ein realitätsnaher Gestaltungsentwurf für den Markt bescheinigt wurde. Zur Umsetzung kam er nicht. Frische Ideen brachten im vergangenen Jahr Studenten der Nürtinger Fachhochschule mit nach Zerbst. Die angehenden Stadtplaner haben ganz verschiedene Vorstellungen entwickelt, die zum Beispiel Platz und Nicolaikirche unter dem Thema "Natur und Kultur vereint in Visionen aus Licht und Glas gestaltet sahen oder wie bei Susan Kummer (Foto), bei der es unter anderem einen freien Blick auf die Kirche gibt.

































Zerbst -Sie wollten "den Markt aus der Schublade holen", hatten "von Negativschlagzeilen die Nase voll". Mit dieser Motivation meldeten sich im Frühjahr 1999 Gewerbetreibende des Zerbster Marktes zu Wort, gründeten eine Initiative, die später der Verein "City 2000" e. V. wurde. Eine Zwischenbilanz nach fünf Jahren.

Der Freitagabend war so ein Anlass, der den Zerbster Markt aus seiner Lethargie holt. Zum fünften Maibaumsetzen war der Platz in der Zerbster Mitte gut besucht, lebte auf mit der Veranstaltung. Bürgermeis-ter Helmut Behrendt würdigte den Verein "City 2000" für das Aufgreifen dieser alten Zerbster Tradition, dafür, "sie zu einem kleinen Volksfest auf dem Markt werden zu lassen".

Er sprach vom Mai, der alles neu mache, vom Monat der Erneuerung und Wiederbelebung. Von Erneuerung und Wiederbelebung für den Markt sprach er nicht.

"1994 hieß es schon einmal, der Markt habe oberste Priorität in Zerbst", blickt Rudolf Preuß vom "City 2000"-Vorstand zurück. "Dann ist nichts passiert und darum haben wir uns gegründet. Und jetzt sind wieder fünf Jahre um...


In den fünf Jahren hat der Verein versucht, seinen Satzungszielen gemäß, den Markt zu beleben, stärker wieder ins öffentliche Blickfeld zu rücken, aber auch ins Stadtleben zu integrieren und in die Stadtentwicklung.

Die Bilanz, die Rudolf Preuß und Vereinsvorsitzender Tom Hebäcker heute ziehen, fällt deutlich gemischt und unterm Strich wenig euphorisch aus.

Sehen lassen kann sich, was auf Initiative der Vereinsmitglieder erreicht wurde. Das fängt mit relativ kleinen Sachen an, wie dem Aufstellen von Bänken und Pflanzkübeln zur Marktverschönerung. Zum zweiten Maibaumsetzen erstrahlte der Roland im neuen Licht. Ab 2001 kann auf dem oberen Markt kostenfrei geparkt werden, wenn keine Markttage sind.

Die Neubelebung des Maibaumsetzens in Zerbst war eine der ersten Aktivitäten des jungen Vereins mit seinen ehrenamtlich aktiven Mitgliedern. Den Weihnachtsmarkt holte er auf den Markt zurück, veranstaltet ihn nach anfänglicher Partnerschaft mit der Stadt inzwischen längst in eigener Verantwortung. Die Idee des Weihnachtskalenders war und ist eine zusätzlich gelungene.


"Aber dann gibt es Spott und Kritik zum Weihnachtsmarkt, weil der in dem Ambiente des Marktes nicht wirkt", weiß Rudolf Preuß um eine gemachte Vereinserfahrung. Der in Partnerschaft mit dem
Förderkrei St. Nicolaiim vergangenen Jahr erstmals in der Nicolaikirche veranstaltete Weihnachtsmarkt fand nur Lob. Diese Partnerschaft will "City 2000" fortsetzen, auch wenn der Weihnachtsmarkt dem Markt damit wieder ein wenig entrückt und es gilt, Ideen zu finden, um einen Bogen zu schlagen.

Völlig ungelungen finden die "City 2000"-Vertreter den mit städtischen Geldern neu gestalteten Einmündungsbereich von der Brüderstraße auf den Markt. "Was wir wollten, war, dass die Leute, die über den Markt gehen, mehr geschützt sind. Das ist aber damit nicht gegeben. So ist es ein Schuss in den Ofen", kommen deutliche Worte.


Ohnehin sieht "City 2000" das zu Beginn der Vereinsarbeit deutlichere Interesse der Stadtverwaltung und auch der meisten Stadträte für den Markt wieder erstorben. "Hier wird noch die Parkuhr gepflegt. Aber fürs Umfeld wird nichts gemacht", bringt es Rudolf Preuß auf den Punkt.

Tatsächlich spielt der Markt in der Stadtentwicklung derzeit überhaupt keine Rolle. "Vorhaben gibt es im Moment keine", so Stadtplaner Erwin Wolter. "Der Markt ist wirklich ein Stiefkind geworden. Es tut einem Leid, wenn man das sieht", gesteht er ein.

Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt, mit öffentlichen Geldern etwas dagegen zu tun, sind derzeit auf dem Nullpunkt. "Vielleicht läuft privat etwas", verweist Erwin Wolter auf die geplanten Verkäufe von Markt 14 und Markt 23. Zur Lücke vom Markt 16 bleibt der Verwaltung nach wie vor nur das Anmahnen der Eigentümer.


"Vielleicht gibt es durch das geplante Einkaufscenter an der Alten Brücke eine Belebung für den Markt", hofft auch Erwin Wolter.

"Die Breite und die Alte Brücke sind wunderbar. Es muss eine Verbindung hergestellt, weitergemacht werden", mahnt Tom Hebäcker an. Für die Vertreter von "City 2000" ist die B 184 dabei ein wichtiger Punkt. Die trennende Funktion müsse überwunden werden. Wenn schon ein Rückbau nicht ohne weiteres geht, sollten doch einfache Lösungen angestrebt werden. Verkehrsinseln wären zum Beispiel so ein Vorschlag, zur Beruhigung der Straße und als gewisse Brückenfunktion.

"City 2000" verfolgt seine Anliegen für den Markt weiter, auch wenn das manchmal einem Kampf gegen Windmühlenflügel gleicht. "Wenn es keine Resonanz gibt oder stets nur negative, dann fällt eine Motivation schwer. Es hat deshalb auch schon Austritte gegeben", erzählt Rudolf Preuß.


Wer den Verein unterstützen oder mit ihm ins Gespräch kommen möchte, der kann das anjedem ersten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr in
Hebäckers Gaststube tun.

Von Antje Rohm


 

Volksstimme vom 04.05.2004

BWZ - Geschätsführer Dr. Wolfgang Stark zur Situation auf dem Zerbster Markt

BWZ-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Stark:
Nur Sanierung löst Problem nicht

Neu gebaute Wohnblöcke mit so genannten Geschäftsunterlagerungen haben in den 80er Jahren zu einem neuen Marktgesicht geführt. Im Bestand der BWZ sind diese Plattenbauten heute Sorgenkinder mit hohem Sanierungsstau. Und viele der Geschäftsräume stehen leer. Antje Rohm sprach mit BWZ-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Stark.

AZN: Wie sehen Sie die Situation auf dem Markt?

Dr. Stark: Was uns betrifft, ist sie von Defiziten im gesamten Infrastrukturumfeld in diesem Bereich beeinflusst. Dies betrifft sowohl kommunale Strukturen wie auch die anderer Großvermieter. Mit der etwaigen Sanierung der BWZ-Bestände ist dieses infrastrukturelle Problem nicht zu lösen. Hierzu bedürfte es konzertierter Aktionen. Diese sind heute nicht in Sicht.



AZN: Es gibt die Anregung, durch eventuell günstigere Mieten eine Belebung der leer stehenden Geschäfte zu erreichen.

Dr. Stark: Die Mieten allein sind nicht der Grund. Wir haben die Vermarktung versucht, aber es gibt einfach keine Resonanz auf das Gewerberäume-Angebot in dieser Lage. Die Besucher- und Käuferströme führen in andere Bereiche der Stadt, die attraktiver sind.




AZN: Können Sie Aussagen zur Wohnbebauung am Markt machen?

Dr. Stark: Wir wissen, sie ist stark sanierungsbedürftig, aber direkt für die Bausubstanz am Markt gibt es derzeit keine kurzfristige Modernisierungsplanung. Mangels ausreichender Attraktivität, und hier beziehe ich mich auf meine Eingangsbemerkungen, würde derzeit großflächiger Sanierungsaufwand keine ausreichenden wirtschaftlichen Ergebnisse bringen. Der Stadtumbau geht aus jetziger Sicht hinter dem Markt los.



AZN: Was heißt das konkret?

Dr. Stark: Zerbst-Nord wird für uns ein Schwerpunkt sein. Aber die BWZ wird absehbar in den marktnahen Bereichen auch Signale zur Quartiersaufwertung setzen, zum Beispiel in der Brüderstraße mit der Vollsanierung von Wohnblöcken.

 


e-Mail vom 04.05.2004 an Tom Hebäcker -Vorsitzender Verein City 2000-

 

Betreff:  City 2000 (fwd)
Von:  tom.hebaecker@t-online.de (tom) ins Adressbuch 
An:  
 
Datum:
 05.05.04 11:20:48 erweiterten Header anzeigen - kompakt anzeigen


---Ursprüngliche Nachricht---
From: "Patrice"
To:
Subject: City 2000

Hi Tom,

wusste gar nicht, dass du Vorsitzender des Vereines "City 2000" bist. Hab
mal wieder in der Volkstimme-online und das Fazit der vergangen Jahre
gelesen. Ich finde die Initiative total Klasse und will Euch sagen, dass ihr
unbedingt weitermachen sollt. Unser Zippel-Zerbst braucht Belebung und die
kann nur von innen kommen. Auch wenn wenig, wahrscheinlich, keine Gelder zur
Verfuegung stehen, gibt es doch Initiativen, die verwirklicht werden

koennen. Siehe Weihnachtsmarkt, der ein grosser Erfolg gewesen ist. Ich
konnte ihn leider nicht persoenlich miterleben, da ich momentan in Melbourne
wohne, fand die Idee aber super, als ich nur davon hoerte.

Vielleicht fallen mir ja auch ein paar Ideen ein, die ihr an Euren
Dienstagen besprechen koenntet. Denke da so an oeffentliche Schulfestage in
der Stadt, an der alle Schulen Auffuehrungen fuer die Einwohner gemeinsam
organisieren koennten. Allerdings braeuchte man da die Unterstuetzung der
einzelnen Direktoren und natuerlich der Stadt, die man aber vielleicht
bekommt.


Ich finde saemltiche Vereine, egal ob Sport oder Kultur, koennten solche
gemeinsamen Ereignisse organisieren, um zu beweisen, dass etwas in der Stadt
passiert und die Menschen lebendig sind.

Sicherlich ist das alles einfach zu sagen, aber die Umsetzung schwer zu
realisieren. Ich denke aber, dass man Ideen gemeinsam evaluieren und einfach
mal drueber reden koennte.

Wie du merkst bin ich ziemlich an der Sache interessiert und wuerde gern
selber aktiv werden. Allerdings kann ich von hier aus, leider nur mit Ideen
weiterhelfen.


Wuerde mich freuen, in dieser Beziehung weiter mit dir in Kontakt zu
bleiben.

Also, macht weiter so und viel Erfolg. Glueck kann man gebrauchen, aber man
kann sich nicht darauf verlassen, deswegen denke ich, dass Erfolg Euch
weiterbringt

Aus dem kalt-werdenden Melbourne

Patrice

 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: tom [mailto:tom.hebaecker@t-online.de]
Gesendet: Mittwoch, 5. Mai 2004 10:38
An: Patrice
Betreff: Das finde ich ja richtig klasse...


Hey Patrice,
erstmal muß ich Dir sagen,das wenn alle Zerbster so ein Interesse an der
Stadt hätten wie Du oder unsere Vereinsmitglieder,dann würde Zerbst
richtig gut da stehen.Gestern war ja nun wieder unsere sitzung,wobei es
um die Auswertung des Maibaumsetzen´s ging und anschließend schon mit
den ersten
Ideen und aufgabenverteilungen für den diesjährigen weihnachtsmarkt. Da
der letzte ein voller Erfolg gewesen ist,haben wir für dieses Jahr
auch schon die ersten 7 Bewerbungen zu liegen.Dazu muß ich sagen,das
natürlich die händler die uns in den letzten Jahren die Treue gehalten
haben und das Risiko eingegangen sind,heute an erster Stelle stehen und
wir sagen
können,das bereits 10 Buden in der Kirche wieder vermietet sind. Wir
haben noch weitere 5 die wir aber erst noch aufarbeiten und renovieren
müssen. Wobei sich immer wieder die Frage stellt,ob und wie wir einzelne
firmen
überzeugen könnten uns matriell oder finanziel zu unterstützen. wir
rechnen pro Bude so in etwa mit 250-300 ?.Die Summe setzt sich aus
Matrial und Lohnkosten für die Helfer zusamen.Wir würden das ja auch
alles selber machen, aber da alle vereinsmitglieder selbstständig
sind,haben sie nicht unbedingt die Zeit dafür. Und um ehrlich zu
seien,sind viele Frauen dabei,denen man das nicht zumuten kann. Manche
Männer wie die Aphoteker,Optiker und Zahntechniker haben auch nicht
unbedingt
die Ahnung wie manch ein freiwilliger.
Im letzten jahr haben wir erstmal alle neu gestrichen und von
Nägeln,Reiszwecken und Klammern befreit und für dieses Jahr ist unser
Ziel die Dächer neu zu machen. Vielleicht fällt Dir ja die ein oder
andere Lösung dazu ein.

Wie geht es Dir denn sonst so weit weg von der Heimat???
Was genau machst Du da eigentlich???
Wie lange bleibst Du???
Und,und,und????



Hoffe bis bald und liebe Grüße aus der Heimat Tom


 

 


---Ursprüngliche Nachricht---
From: "Patrice"
To: <520089960891-0001@T-Online.de>
Subject: AW: Das finde ich ja richtig klasse...

Hi Tom,

Dieses Mal etwas ausführlicher. Erstmal möchte ich hervorheben, dass es
ein tolles Sportwochenende war. Werder Bremen ist Deutscher Meister!!
Die Zerbster Fußballer haben Seehausen 2:0 vom Platz gefegt und haben
die Tabellenspitze übernommen. Schumi steht auf Pole und es sieht wieder
gut für ihn aus. (Hab mir übrigens das erste Rennen hier in Melbourne
angeschaut. Die Strecke ist ja nur 15 min von mir weg). In der
Australischen Football League haben meine St. Kilda Saints wieder
gewonnen und stehen als einziges Team, ungeschlagen an der
Tabellenspitze. So viel dazu und jetzt komme ich mal zum Punkt.

Hab mir schon ewig Gedanken gemacht, wie man Zerbst auf die Sprünge
helfen könnte. Da ich mich aber nur rumgetrieben habe, ist es nur bei
Ideen geblieben. Grundsätzlich muss ich sagen, dass finanzielle
Unterstützung zwar arg wichtig ist, bei unseren knappen Kassen
allerdings nicht aufgebracht werden kann. Daher bin ich der Meinung,
dass wir in unsere Geschichte zurückblicken sollen. Zu den guten alten
Zeiten unseres Erichs hatten wir auch beschränkte Mittel und haben uns
irgendwie durchgewurschelt. Ich bin der Meinung, dass diese Einstellung
wieder zurück in unsere Köpfe muss und wir den Karren selber aus dem
Dreck ziehen müssen. Im Dreck steckt Zerbst natürlich nicht, aber es
könnte ein wenig an Politur gebrauchen. Wenn ich so an die Initiativen,
wie Subotnik, Altstoffsammlungen und das Bauen der AWG-Blöcke, denke an
denen wir alle zusammen gearbeiteten haben, um die Lebensqualität in der
Stadt zu verbessern. Ich finde diese Aktionen sollten wieder belebt
werden. In einer Stadt wie Zerbst, mit 16.000 Einwohnern sollten sich
doch hunderte an einem Wochenende bereit erklären können, mal hier und
da einen Handschlag zu machen. Ich erinnere mich da z.B. auch an die
Hochwasseraktionen, als wir alle zusammen angefasst haben, um die Deiche
zu schützen. Ich war ja damals auch aus Reutlingen gekommen und hab
nachts in Dessau-Kühnau am Deichbau geholfen. Da haben wir alle
angefasst und zusammen was geleistet. Genauso sollte das auch in Zerbst
möglich sein.

Natürlich kann man diese Einstellung nicht von heute auf morgen von den
Leuten verlangen, da die Unsicherheit doch ziemlich groß ist. Ich bin
aber fester Überzeugung, dass sich viele noch an die gute alte DDR
erinnern, in der die Leute sich mit persönlichem Fleiß ein besseres
Leben verschafft haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr als City
2000 die Unterstützung vom Bürgermeister und der Volksstimme habt und
eine Serie von Slogans veröffentlichen könntet, um die Leute zum
Mithelfen zu animieren. Lohnkosten sollten daher nicht anfallen, wenn
genug fleißige Helfer zusammenkommen und gemeinsam anpacken. Wie in
meiner ersten Mail denke ich, dass jeder Verein und jede Institution
oder Firma auf seine Weise beitragen kann. Gerade die Feuerwehrleute,
Krankenfahrer, Berufsschulklassen sind handwerklich bewandert und
sollten so eine Dachreparatur in kürzester Zeit geregelt kriegen.
Vielleicht könnt ihr ja mit denen reden und einen großen öffentlichen
Aktionstag organisieren. Wir Zerbster müssen wissen, was hinter den
Kulissen, oder besser gesagt, das etwas hinter den Kulissen passiert,
gerade wenn es sich um solch eine Organisation handelt. Ein pro-aktives
"Gemeinsam packen wir es an" ist viel motivierender als ein
nachträgliches "Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung der
folgenden Sponsoren".

Die Slogan müssten etwas nostalgisches haben oder ehemalige Sprüche aus
dem Westen kritisieren.
"Jetzt bepflanzen wir die blühenden Landschaften selbst", "Wie damals
packen wir zusammen an", "Das Warten hat ein Ende. Jetzt helfen wir uns
selbst"
Ich glaube, der Drang sich selbst zu helfen, ist nach der Wende ein
wenig verloren gegangen und viele sind nur noch am Abwarten, das etwas
passiert. Kennst du die Szene im Film "Superstau" als die Ossis mit dem
Trabbi die Leitplanken abgeschraubt haben, um so dem Stau zu entkommen.
Genauso müssten wir wieder denken und uns einfach nicht auf andere und
vor allem Finanzhilfen verlassen. Deshalb finde ich es super, dass ihr
Euch gegründet habt und etwas bewegen wollt. Aber es geht halt alles
nicht von heute auf morgen und meine Kommentare sind sicher schon ein
wenig weitreichender.

Ich könnte mich mit den Fußballern kurzschließen, um eine gemeinsame
Aktion zu organisieren. Mario Nowack und Gero wären sicherlich dabei,
etwas gemeinsames auf die Beine zu stellen. Soll ich sie mal wegen den
Dächern anhauen? Wäre kein Problem. Die Jungs sind sicher bereit, nach
dem Ende der Saison einen Tag auszuhelfen. Ok, so viel dazu.

Patrice

 


 

 

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