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Islam

  

Gibt es irgendeinen Liebenden in dieser Welt,

O Muselmanen, das bin ich.

Gibt es irgendeinen Gläubigen oder christlichen Einsiedler, das bin ich.

Der Bodensatz des Weines, Mundschenk und Sänger.

Harfe und Musik,

Der Geliebte und die Kerze, der Trunk und auch des

Trunkenen Freude, das bin ich

 

(Rumi)

 

 

Als Muhammad, der Gesandte Gottes, im 6.nachchristlichen Jahrhundert eine neue Religion ins Leben rief, wandte er sich an ein Volk von Nomaden, an umherschweifende Stämme, die viele Götter kannten und verehrten. Jenen lokalen Gottheiten von über hundert Stämmen stellte der Prophet mit Bestimmtheit einen einzigen Gott gegenüber. Einen Gott, der niemals menschliche Gestalt annimmt, seine Funktion nie aufteilt und der ewige Gott der gesamten Menschheit ist: Allah, ein reines Geistwesen, das einzig durch den Stein der Kaaba in Mekka symbolisiert wurde. Vom Judentum übernahm der Islam die Vorstellung eines streng patriarchalischen Schöpfergottes, der über die Menschen richtet, vom Christentum die Ethik der Nächstenliebe.

Der Islam leugnet die Gottessohnschaft Jesus, wie er auch Muhammad niemals als göttliches Wesen betrachtete, da eine Inkarnation Gottes in Menschengestalt in der Vorstellung des Islams nicht möglich ist.

 

 

Sonne und Schleier – Rumis Sicht von Gott und der Welt

 

Maulana Dschelaleddins Werk kann als ständiger Versuch aufgefasst werden, sich Gott zu nähern, Ihn, der dem Menschen näher als seine Hauptschlagader ist (Sura 50/16) mit immer neuen Metaphern zu umschreiben, Seine Größe und Herrlichkeit in farbigen Bildern wiederzuspiegeln. Im Zentrum seiner wie aller mystischen Theologie, steht das Glaubensbekenntnis „Es gibt keine Gottheit außer Gott“, eine Formel die die Absage an alles Außergöttliche, einschließlich den Menschen selbst, in sich schließt und oftmals ausgedeutet wurde als Es gibt nichts Existierendes als Ihn.

Für Rumi ist Gott, so wie er sich im Koran offenbart hat, Schöpfer und Richter; Er ist der Allbarmherzige und der Herr der Majestät. Aber Er hatte Sein Wesen auch enthüllt in einem außerkoranischen Wort, das zu seinem Lieblingsthema gehört:

 

„Ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden, deshalb erschuf ich die Welt.“



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