Allgemeines:

Maennliche und weibliche Meerschweinchen werden bereits ab der 5. Lebenswoche geschlechtsreif. Maennliche Meerschweinchen sind das ganze Jahr ueber zur Paarung bereit, weibliche Meerschweinchen werden nur alle 14-18 Tage bruenstig. Die Weibchen sollten erst im Alter von ca. 6 Monaten, und nur bis zu einem Alter von 1 Jahr Junge bekommen. Fuer Tiere im Wachstum oder Aeltere ist das gesundheitliche Risiko fuer die Mutter und die Ungeborenen zu gross. Bei aelteren Meerschweinchen sind die Beckenknochen bei der Geburt nicht mehr so dehnbar, und dass koennte dazu fuehren, dass die Mutter und die Jungtiere an einer Schwergeburt sterben! Ausserdem treten bei zunehmenden Alter Stoerungen in der Meiose, der Keimzellbildung auf, die zu Missbildungen bei Jungtieren fuehren bzw. zu nicht lebensfaehigen Jungtieren.

Jungtiere untereinander oder Jungtiere mit ihren Eltern zu paaren ist zu vermeiden! Inzucht ist mit grossen gesundheitlichen Risiken verbunden. Inzucht ist nicht im Interesse der Tiere, es stehen einzig und allein menschliche Interessen (also falsche) im Vordergrund!

Tragezeiten:                                    

Wenn das Weibchen gedeckt wurde und die Eizellen befruchtet sind und sich in der Gebaermutter festgesetzt haben, dauert es zirka 10 Wochen (65 Tage) bis die Jungen geboren werden. Ob ein Meerschweinchen schwanger ist, merkt man meistens erst in den letzten beiden Wochen der Traechtigkeit. Das Tier legt an Gewicht zu, und der Umfang des Hinterteils wird groesser. In den letzten beiden Schwangerschaftswochen kann man besonders deutlich die Bewegungen der Kleinen im Bauch der Mutter sehen und fuehlen, und sogar das Aneinanderreiben der Zaehne ist zu hoeren. Nach der zehnwoechigen Tragzeit, werden im Durchschnitt 2-5 junge Tiere geboren. Wenn es noch ein Tier mehr ist, kommen diese dann ein paar Tage frueher auf die Welt, denn der Platz im Bauch der Mutter reicht dann nicht mehr aus. Diese Tiere sind trotz ihrer Fruehgeburt voll lebensfaehig und entwickelt. Ist die Mutter noch jung, ist nur ein Neugeborenes nichts ungewoehnliches. Das Geburtsgewicht schwankt zwischen 40 und 100g (je nach Anzahl der Jungen).

Ein traechtiges Meerschweinchen richtig pflegen:

Das ein Meerschweinchen traechtig ist bemerkt man oft erst in den letzten beiden Wochen vor der Geburt. Mit einem traechtigen Meerschweinchen ist spaetestens von da an noch behutsamerer Umgang angebracht.
Man sollte folgendes bei einem traechtigen Tier beachten:

  • mit der werdenden Mutter vorsichtig umgehen
  • der Mutter muss mindestens ein eigener Kaefig von der Groesse 100x60x50cm zur Verfuegung stehen, damit sie mitsamt ihrem Nachwuchs darin Platz findet
  • das Schlafhaeuschen muss entsprechend gross sein, denn die Jungen werden auch bei der Mutter schlafen und somit brauchen sie Platz im Haeuschen (60x25 cm !)
  • das traechtige Meerschweinchen nur herausnehmen wenn wirklich noetig, z.B. beim Saeubern des Kaefigs, oder zum kurzzeitigen Auslauf (diesen auch weiterhin gewaehren, jedoch zeitlich nicht zu lang und die Mutter keinesfalls hetzen und ueberanstrengen), besser ist es, man laesst dass traechtige Meerschweinchen in einen Karton laufen, und hebt es mitsamt dem Karton vorsichtig aus dem Kaefig - nie zwingen!
  • nicht druecken, und nur im Kaefig vorsichtig streicheln
  • nicht unnoetig herumtragen, die Mutter koennte abstuerzen, sich schwer verletzen, und eine Fehlgeburt ausloesen
  • jeden Stress von der Mutter fernhalten (nicht den Kaefig umstellen,...)
  • vor allem Kindern muss man diese Stichpunkte klar machen!

Wichtig ist eine vitaminreiche gesunde Ernaehrung mit frischem Obst und Gemuese (Moehren, Apfelstuecke, Petersilie, Fenchelknolle, Moehrenkraut, Kiwi, Paprika, im Sommer Gras und Loewenzahn,...alles Saftfutter vor dem Fuettern kalt abwaschen, danach mit Papierkuechentuechern abtrocknen, bzw. abschaelen - sie duerfen es nie nass fressen!). Der Mutter (aber auch jeden anderen Meerschweinchen) muss viel Heu zum Fressen zur Verfuegung stehen, und Knabberzeug (harte Broetchen- und Brotstuecke, Zwieback und Koernerfutter). Ein Salz und Kalkleckstein darf nicht fehlen, und dem Tier muss taeglich frisches Trinkwasser in einem Trinknapf zur Verfuegung stehen.

Der Tag der Geburt:

Bei einem Meerschweinchen merkt man kaum etwas ueber die anstehende Geburt. Sie bauen kein Nest wie es z.B. die Kaninchen tun, denn Meerschweinchenjunge kommen voll entwickelt zur Welt. Sie sind Nestfluechter. Die Geburt laeuft in den meisten Faellen unproblematisch ab. Haeufig findet die Geburt in der Nacht statt. Ist man zufaellig dabei, ist es aeusserst wichtig das die Mutter ihre Ruhe hat. Es ist falsch direkt neben den Kaefig zu sitzen, denn die Mutter kann sich durch das Beobachten gestoert fuehlen, und sogar die Jungen zurueckhalten. Beobachten kann man ja auch aus einiger Entfernung im Zimmer. Wie wir schon geschrieben haben, laeuft die Geburt meist unproblematisch ab. Sollte man aber bemerken, dass die Mutter Schwierigkeiten hat, unbedingt erst mal telefonisch mit einem Tierarzt Ruecksprache halten. Es ist deshalb (nur als Vorsichtsmassnahme) angebracht, sich die Telefonnummern der Tieraerzte (vor allem die Bereitschaft am Wochenende) in der Umgebung aufzuschreiben, und den Zettel parat zu legen. Im Notfall geht so keine wichtige Zeit beim Suchen nach Telefonnummern verloren.
Meerschweinchen bekommen ihre Jungen im Sitzen. Das Muttertier reisst mit den Zaehnen die Eihaut auf und leckt sie trocken. Wenn sie mit dem "Trockenlecken" fertig ist, kommt schon das naechste. Wenn alle Tiere geboren sind, isst die Mutter die Nachgeburt auf. Eine Geburt dauert zwischen zehn Minuten und einer halben Stunde.

Herausnehmen des Maennchens oder nicht?

Ist das Weibchen zusammen mit einem Maennchen im Kaefig, muss man dass nicht kastrierte Maennchen ca. 1 Woche vor der Geburt aus dem Kaefig nehmen, und in einem separaten Kaefig direkt neben das Weibchen unterbringen. Das hat folgende Gruende: Wenn das Maennchen noch nicht kastriert ist, kann es sonst die Mutter am Tag der Geburt erneut decken, und man hat 10 Wochen spaeter erneut Nachwuchs, was gesundheitliche Probleme fuer das Weibchen bedeutet, die sich gerade von den Strapezen der Traechtigkeit, Geburt und Aufzucht erholt.

Das Maennchen muss von einem erfahrenen Tierarzt kastriert werden, wenn Sie das Maennchen spaeter zurueck zum Weibchen setzen wollen. Maennchen koennen uebrigens noch bis zu drei Wochen nach dem Kastrations-Eingriff zeugungsfaehig sein. Ein anderer Grund waere, dass Maennchen auf die Jungen eifersuechtig sind, und diese im Extremfall sogar tot beissen. Uns sind Faelle bekannt. Auch bei einem zweiten Weibchen kann eine gewisse Eifersucht auftreten, und auch ein zweites Weibchen sollte man separat in einem Kaefig direkt neben dem traechtigen Tier vor der Geburt unterbringen. So ist das Tier nicht alleine.

Nach der Geburt:

Meerschweinchen kommen voll entwickelt zur Welt. D.h. sie haben Fell, haben schon feste Zaehne, koennen riechen, hoeren, fast sofort laufen, und koennen sehen. Uebrigens: Meerschweinchen oeffnen ihre Augen schon ca 2 Wochen bevor sie geboren werden! Die Tiere sind Nestfluechter, d.h. sie koennen laufen und suchen sich ihre Nahrung schon selbst. Allerdings bleiben sie immer bei ihrer sie beschuetzenden Mutter. Die Jungen werden ca. vier Wochen lang gesaeugt. Die Jungtiere brauchen kein spezielles Futter. Sie fressen alles was die Mutter auch frisst. Sie knabbern bereits am Zwieback, an harten Broetchen bzw. Brotstuecken, und fressen auch gleich Heu (was wichtig ist fuer die Verdauung). Sie fressen auch gleich das Saftfutter wie Moehren, knabbern an Apfelstueckchen, fressen Petersilie, Fenchelknolle, sowie auch Moehrenkraut. Im Sommer werden sie auch Gras und Loewenzahn fressen. Gurkenstueckchen duerfen weder Jungtiere noch Erwachsene Meeris bekommen. Es ruft haeufig Verdauungsbeschwerden hervor. Gurke gehoert NICHT in den Futterplan fuer Meerschweinchen, denn Gurken sind auch wie Kopfsalat zu sehr mit Nitrat belastet und wie bereits gesagt: der Hauptausloeser fuer Blaehungen!
Da die Jungtiere kaum an die Nippeltraenke gehen werden, sollte man lieber ein flaches Schaelchen mit Trinkwasser zusaetzlich in den Kaefig stellen. Die hauptsaechliche Feuchtigkeit bekommen die Jungen aber ueber die Muttermilch. Man muss immer beobachten ob die Jungen von der Mutter gesaeugt werden!
Der Kaefig sollte nach der Geburt ca. 3-4 Tage so belassen werden wie er ist. Das Saeubern wuerde die junge Familie in den ersten Tagen zu sehr stoeren und belasten. Ueber die Kloaken kann man ja auch mal etwas Saegespaene-Einstreu streuen. Wenn das Saeubern des Kaefigs notwendig ist, bringt man solange die Mutter mit ihren Jungen in einer mit Decke ausgelegten sauberen Einkaufsklappbox unter. Die Tiere solange nicht trennen. Jungtiere werden sofort nach ihrer Mutter pfeifen.

Wenn die Mutter bei der Geburt stirbt, sollte man die Jungtiere zu einer anderen Meerschweinchenmutter geben oder die Meerschweinchen mit Saeugling PRE-Nahrung selbst grossziehen. Naehere Hinweise:

Waisen-Meerschweinchen-Aufzucht

Die Entwicklung der Jungen:

Die Jungen wiegen, wie oben gesagt, bei der Geburt 40-100g (je nach Anzahl). Sie nehmen bis zu einem Alter von ca. 6 Wochen taeglich ca 4g zu. Die Tiere sollte man regelmaessig wiegen, denn Gewichtsverlust kann auf eine Krankheit hindeuten. Fuer die Entwicklung der Jungen ist es besonders wichtig, dass sie keinesfalls vor 5 Wochen von der Mutter getrennt werden. Eine fruehere Trennung von Mutter und Geschwistern kann spaeter gesundheitliche Probleme hervorrufen, denn sie werden ja mindestens 4 Wochen von der Meerschweinchenmutter gesaeugt und ein Mangel daran in den ersten Lebenswochen kann spaeter gesundheitliche Probleme hervorrufen.

Auf Auslauf der Jungtiere muss man verzichten. Sie sind zu empfindlich und zu schwach, und zu sehr anfaellig fuer Erkaeltungskrankheiten. Auslauf ist bei einer Kaefiggroesse von 100x60x50 cm anfangs auch nicht notwendig.

Das Verhalten der jungen Tiere:

Junge Meerschweinchen sind schoen zu beobachten. Das macht mehr Freude als die Tiere zu streicheln. Das Streicheln kann sie veraengstigen. Nach ein paar Stunden fangen sie an sich selbst zu putzen. Selbst Nahrung suchen sie sich schon selbst und fressen sie. Luftspruenge sind ein Ausdruck fuer Wohlbefinden. Ihr Bewegungsdrang scheint ungebaendigt zu sein, sie liefern sich Verfolgungsjagden, jagen ueber Hindernisse hinweg u.v.m. Deshalb sollte sich auch keine Futterraufe im Kaefig befinden, und schon gar kein Laufrad!!!
Dieser Spieltrieb haelt bis zum Erreichen der Geschlechtsreife an. Gerade wegen des Bewegungsdranges, muss eine grosse Behausung zur Verfuegung stehen. Je groesser desto besser!
Wichtiger Hinweis:
Die kleinen Tiere fressen haeufig den Blinddarmkot der Mutter. Dies ist fuer die kleinen Nager sehr wichtig, denn in dem Kot der Mutter ist Vitamin B enthalten. Dieses Vitamin brauchen die kleinen Nager unbedingt, denn sie selbst koennen offensichtlich noch keinen Blinddarmkot bilden.

Wie Eltern und Kinder zusammenleben:

Eltern und Kinder leben in der Regel friedlich zusammen. Die Kleinen suchen stets den Schutz ihrer Mutter und die Mutter beschuetzt ihre Jungen auch. Wenn ein Kleines seine Mutter nicht mehr sieht pfeift es laut, und die Mutter kommt mit glucksenden Lauten an um es zu beruhigen. Deswegen ist es wichtig, dass die Mutter nicht von ihren Jungtieren getrennt wird (deshalb die Mutter nicht zum laengeren laengeren Streicheln herausnehmen). Wie gesagt, die Kleinen werden nach der Mutter pfeifen, und auch die Mutter kann so aggressives Verhalten zeigen. Uns sind Faelle bekannt, wo sich die Mutter beim Herausnehmen mit Zwicken in die Finger zur Wehr gesetzt hat.

Die Kleinen erreichen die Geschlechtsreife:

Mit dem Erreichen der sechsten Lebenswoche werden die Meerschweinchen geschlechtsreif. Dann sollte man einen Fachmann zu Rate ziehen, der sich sehr gut mit der Geschlechterbestimmung bei Meerschweinchen auskennt. Einem Laien faellt es schwer zu erkennen, was Weibchen ( Y-Form ) oder Maennchen (i-Form) ist. Am besten waere ein Fachmann fuer Meerschweinchen, der zu Hause mal vorbeischauen koennte, denn so kann man den Jungtieren einen Transport zum Tierarzt, Zuechter oder zum Kontrollieren auch ins Tierheim ersparen.. Wenn das Kontrollieren zu Hause nicht moeglich sein sollte, vorher anrufen, in wieweit sich ein Tierarzt, ein Zuechter oder jemand im Tierheim mit der Geschlechterbestimmung bei Meerschweinchen auskennt.
Stehen die Geschlechter fest (aber auch ein Fachmann kann sich in diesem Alter mal irren, deswegen ist spaetere Nachkontrolle immer von Vorteil, um "unangenehmen" Ueberraschungen vorzubeugen...), weiss man schon eher, wie man weiter mit den Meerschweinchen verfahren sollte. Weibliche Tiere koennen durchaus bei der Mutter verbleiben, wenn ein grosser Kaefig zur Verfuegung steht. Maennliche Tiere bringt man separat in einem grossen Kaefig daneben unter. Zwei Maennchen in einem gemeinsamen Kaefig (der mindestens 100*60 cm gross sein muss) muss man gut beobachten, wie sie sich vertragen. Brechen frueher oder spaeter Rangkaempfe aus, wobei sich die Tiere ernsthafte Verletzungen zufuegen koennen, muss man die Meerschweinchen getrennt halten.
Uebrigens: Das Vorurteil das Maennchen stinken ist falsch, stinken tun nur unsaubere Kaefige!

Wohin mit dem Nachwuchs, wenn man sie selbst nicht behalten kann?

Eine Moeglichkeit waere sie ueber ein Tierheim vermitteln zu lassen. In guten Tierheimen wird kontrolliert wo die Tiere unterkommen, und maennliche Meerschweinchen werden nur kastriert abgegeben.
Gute Bekannte kommen ebenfalls in Frage, wenn man weiss wie sie sich um die Tiere kuemmern werden.
Unangebracht ist sie in Zoofachgeschaefte zu bringen, oder ueber eine Anzeige an einer Pin-Wand vermitteln zu lassen, wohl moeglich noch gratis. Dann sind die ersten die kommen irgendwelche Schlangenbesitzer die sich gratis Futter holen werden.
Moechten sie dennoch ihre Tiere ueber eine Kleinanzeige vermitteln lassen und sie in guten Haenden wissen, dann vereinbaren sie mit den Interessenten einen Termin, ob sie sich einige Wochen nach der Abgabe einmal nach ihren Jungtieren umsehen koennen. Wird dies abgelehnt, dann ist mit Sicherheit etwas faul, und sie sollten sich nach geeigneteren Personen umsehen. Wer nichts zu verstecken oder zu verheimlichen hat, hat auch nichts dagegen wenn sie sich nach ihren Jungtieren spaeter mal umsehen koennen. Wenn sie solche Menschen suchen, dann koennen sie dies in unserem Kleinanzeigen-Forum tun und auch selbst eine Anzeige schreiben.

Bitte: Geben sie ihre Tiere nicht kostenlos oder zum moeglichst guenstigsten Preis ab. Sie tragen nur dazu bei, dass Tiere wie Wegwerfartikel behandelt werden, denn die moeglichen Tierarztkosten ueberschreiten den Anschaffungspreis dann deutlich. Wenn man sich Haustiere anschafft, dann muss man bereit sein Tierarztkosten zu uebernehmen, auch wenn diese hoeher ausfallen. Ist man nicht bereit oder die finanziellen Mittel lassen dies nicht zu, dann raten wir von der Anschaffung der Haustiere ab. Die Tiere duerfen nicht darunter leiden!

WAISEN-MEERSCHWEINCHEN-AUFZUCHT

Was eignet sich als Muttermilchersatz?

Fuers Zufuettern bzw. als Muttermilchersatz eignet sich am besten Saeugling-Anfangsnahrung, sog. "PRE-Nahrung" (z.B. von Nestle, Milumil, Hipp, Alete...). Zum Eingeben eignen sich 2 ml Spritzen (natuerlich OHNE Nadel), mit dessen man die Fluessigkeit ganz langsam und vorsichtig ins Maeulchen troepfelt. Kleine Nuckelflaeschchen (z.B. Liebesperlenflaschen) eignen sich zum Zufuettern ebenfalls. Ungeeignet sind Glas-Pipetten, denn die Jungtiere beissen beim Zufuettern darauf herum, und es ist schnell passiert, dass das Glas bricht und Kleinteile verschluckt werden - schwere Verletzungen die Folge!

Wann, wie und wieviel muss man zufuettern?

Alle 3-4 Stunden sollten die Jungtiere ca. 2 ml zu sich nehmen. Das gilt auch nachts! Die Saeuglingsanfangsnahrung muss vor jeder Fuetterung neu zubereitet werden, denn Milch wird schnell sauer und fuehrt sonst zu Verdauungsproblemen. Bitte auch keine Reste im Kuehlschrank aufbewahren und wieder aufwaermen. Bitte geben Sie kein Wasser ein, nur die Milch. Spritze und Flaeschen immer sofort nach dem Fuettern mit heissem Wasser reinigen, keine Spuelmittel verwenden!

Die Milch darf keinesfalls zu warm und auch nicht zu kalt eingegeben werden! Das fuehrt sonst zu Verdauungsproblemen! Sie muss "Koerpertemperatur" haben, zum Ueberpruefen auf Handruecken traeufeln.

Saeuglingsanfangsnahrung ist unserer Meinung nach viel besser geeignet als Katzenaufzuchtsmilch und Welpenmilch!

Nach jeder Fuetterung ist es sehr wichtig die Jungtiere zu waermen, d.h. am besten am Koerper, und dabei die Bauchflanken und Ruecken mittels Daumen und Zeigefinger massieren. Das regt die Verdauung an, und ohne dessen koennen die Jungtiere Verdauungsprobleme bekommen.

Nach Moeglichkeit sollte die Fuetterung der Milch nur von ein und derselben Person vorgenommen werden. Diese Person wird schnell als Bezugsperson angesehen, und es kommt schnell eine Art "Bindung" zustande, aehnlich zu der Meerschweinchen-Mutter.

Mindestens vier Wochen lang muessen sie die Jungtiere mit Saeuglingsanfangsnahrung zufuettern, aber bitte auch nicht ploetzlich aufhoeren, sondern nur die Fuetterungen langsam reduzieren. Das ist besser.

Bitte setzen Sie verwaiste Jungtiere niemals zu Meerschweinchen, die bisher keine Jungen hatten, oder dies schon zeitlich sehr lange zurueckliegt. Das wuerde nicht funktionieren! Sie koennen hoechstens versuchen, verwaiste Jungtiere zu einer gerade saeugenden Mutter zu setzen. Das funktioniert aber auch nur dann, wenn die Ersatzmutter selbst nur wenig Jungtiere hat, da sonst die Muttermilch nicht ausreicht. Ein Mangel an Muttermilch hat u.a. Haarausfall der Jungtiere zur Folge.

Sichtkontakt zu anderen Meerschweinchen wirkt sich aber positiv auf deren Entwicklung aus!

Allgemeine Hinweise

Der Kaefig zur Aufzucht sollte am besten ein rund herum geschlossener Plastikkaefig sein - oben ein Gitter, damit die Jungtiere vor Zugluft bestmoeglich geschuetzt sind. Eine dicke Schicht Holzspaene-Einstreu mit viel Heu darueber zum Waermen ist sehr wichtig. Des weiteren sollte der Kaefig in einem Zimmer mit normaler Zimmertemperatur (20 Grad) stehen, allerdings nie direkt an einer Waermequelle! Fuer die Jungtiere ist ein Schlafhaeuschen sehr wichtig, damit sie dort Schutz finden koennen. Da Jungtiere bereits am ersten Tag versuchen Nahrung zu knabbern, sollte sich folgendes im Kaefig befinden: Heu, Stroh, Moehrenstueckchen, Apfelstueckchen, Knabbersachen wie Knaeckebrot, Zwieback, harte, getrocknete Broetchenstuecke, sowie kernige Haferflocken und ein paar trockene Zweige (z.B. Buche). Ein flacher Wassernapf mit taeglich frischem Trinkwasser sollte ebenfalls drin stehen, auch wenn die Jungtiere kaum trinken werden, aufgrund der Milchgabe.

Das Saeubern der Behausung ist vor 1 ½ Wochen nicht notwendig, eher ist es fuer die Jungtiere sehr viel Stress.

Die Meerschweinchen-Jungtiere brauchen aber taeglich ebenfalls viel frisches Heu, etwas Saftfutter (noch kein Gruenzeug, erst nach vier Wochen), und Knabbersachen, sowie klein gemahlenes Koernerfutter. Gruenzeug wie Loewenzahn, Petersilie, Moehrenkraut sollten die Jungtiere erst ab einem Alter von 4 Wochen bekommen, vorher sind Moehrenstuecke, Apfelstuecke sowie etwas Fenchelknolle bekoemmlicher. KEINESFALLS Meerschweinchen Gurke und Salat fuettern!

Zweige mit ein paar Blaettern, z.B. von Buche, Haselnuss, Ahorn, ungespritzten Obstbaeumen werden auch gerne geknabbert. Bitte nur trocken anbieten, nicht nass vom Regen und auch nicht vom Tau benetzt!

KEINENESFALL Auslauf im Zimmer fuer Jungtiere, es ist nicht erforderlich, der Bewegungsspielraum im Kaefig genuegt! Man darf sie nicht ueberfordern, und koennte sie zusaetzlich schwaechen und natuerlich voellig veraengstigen

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