Meine Geschichte

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Nur kurz vorab:

Ich bin heute 39 Jahre,  verheiratet und habe 3 Kinder.

Mein Erinnerungsvermögen fängt allerdings erst ab dem 6. Lebensjahr an. Alles was vorher geschah kann ich mich nicht mehr dran erinnern.

Ich hatte in den ganzen Jahren eigentlich ein sehr gutes Verhältniss zu meinen Eltern bis auf dem Abend wo es geschah . Ich lag in meinem Bett und war am schlafen. Ich wurde kurz wach als mein Vater mein Kinderzimmer betrat und ich sah im Schatten des defusen Lichtes, was aus dem Wohnzimmer herüberscheinte, das mein Vater nur einen Bademantel trug. Ich sagte nichts, schloss meine Augen und tat so als ob ich schlief. Er machte seinen Bademantel auf, nahm meine Hand und ich hatte was ganz komisches in der Hand. Ich bekam unglaublich Angst , denn ich wußte ja gar nicht was das war. Ich traute mich auch nicht meinen Vater daraufhin anzusprechen. Er ging aus meinem Zimmer. Die nächsten Tage, Wochen und Monate war es immer wieder das Gleiche.

Jetzt hatte er sich was anderes einfallen lassen. Er rief mich unter einen Vorwand in den Keller. Ich sollte ihm irgendetwas helfen.

Bitte entschuldigt aber es ist schon 33Jahre her wo das passierte deshalb kann ich mich nicht mehr an alles so genau erinnern. Aber ich versuche alles nach bestem Wissen zu beschreiben.

Er drehte  mir den Rücken zu und ich sollte, so wie er sagte, seinen Schraubstock anfassen. Ich machte es aber mir war nicht wohl zu mute. Ich hatte einfach nicht die Traute ihm zu sagen "Nein, das mach ich nicht." Mein Vater war sehr dominant und duldete keinen Widerspruch. Also tat ich was er wollte. Meine Mutter dagegen hatte von dem alles überhaupt nichts mitbekommen. So dachte ich. Die Zeit verging und die Großtante von mir wurde immer älter. Meine Mutter sah sich Ihr verpflichtet.  Sie fuhr 14 tägig zu ihr um ihr zu helfen. Ich fand das ganze nicht so toll. Denn jedesmal als sie fuhr ging das Martyrium wieder von vorne los. Er bestrafte mich wenn ich ihm nicht zur Verfügung stehen wollte, mit Fernsehverbot , Stubenarrest oder mit der Drohung meiner Mutter zu sagen das ich nicht lieb war. Das wollte ich natürlich nicht. Doch irgentwann nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und sagte es Ihr. Sie meinte nur das sie mit meinem Vater sprechen würde. Das tat sie wohl auch  aber geändert hatte sich nichts. Ganz im Gegenteil. Ich bat meine Mutter mich zur Tante mitzunehmen, ja habe sie schon fast angefleht. Nichts zu machen. Sie blieb hart. Es ging Jahr um Jahr. Es wurde nicht besser. Mit meiner Periode wurde dann alles noch schlimmer. Er meinte er müsse mich jetzt für das Leben vorbereiten. Ich hatte schon Angst davor. Aber er ließ nicht von mir ab. Es war so schlimm das ich dachte schwanger zu sein. Er besorgte mir einen Schwangerschaftstest der sich aber Gott sei Dank (oder leider)  als negativ herrausstellte. Denn dann wäre nachgeforscht worden und mein Vater wäre damals schon wegen inzest vor Gericht gekommen. Mit 14 Jahren hörte es dann plötzlich auf.

So, ....... und mit den Jahren verdrängt man alles so gut es geht. Ich heiratete mit 22 Jahren und bekam auch recht schnell einen Sohn heute 17 Jahre. Mich wunderte immer das mein Sohn mit 4 jahren nicht mehr zu Oma und Opa gehen wollte um dort zu Übernachten. Heute weiß ich warum mein Sohn hat es mir vor ein paar Tagen offenbart. Ich bekam dann im Dez 98 und im April 2000 noch 2 prächtige Mädchen.

Auslöser war dann Weihnachten 2000 als mir meine kleine Tochter sagte wortwörtlich " Opa da (zeigte mit ihrem Fingerchen auf ihr Genitalbereich) nur Spass, nur Spass!". Mir war klar sie auch... für mich brach eine Welt zusammen . Und es war Zeit meinem Mann alles aber auch alles zu berichten was mir damals wiederfahren ist. Er war geschockt. Er bat mich meinen Vater anzuzeigen. Ich meinen Vater anzeigen .... nie. 2 Jahre hat es gedauert bis ich den Mut hatte es Urkundlich zu machen. 

Circa 3 Wochen nach meiner Anzeige ging ich mit meinem Sohn in unseren Kiosk , den wir damals führten, um dort noch etwas zu holen. Es war dunkel. Dabei sagte mir mein Sohn das jemand wohl auf unseren Anrufbeantworter gesprochen hatte. Mein Sohn machte das Licht an und ich ging zu unserem Telefon um es abzuhören. Darauf war eine Stimme zu hören die mir recht bekannt vorkam. Denn Sie war von meinem Vater. Er bedrohte uns mit den Worten :" Ich schlitz Euch alle auf ihr kommt alle dran auch Eure Kinder. Auch mein Sohn erkannte die Stimme sofort. Ich rief meinen Mann zu Hause an, dass er sofort ins Kiosk kommen sollte. Innerhalb weniger Minuten war er da und ich spielte ihm die Aufnahme vor. Auch er erkannte die Stimme meines Vaters sofort wieder. Mit wackeligen Knien gingen wir mit samt der Cassette am nächsten Tag zur Polizei um dort eine Strafanzeige zu stellen, nachmittags dann zum Amtsgericht um dort eine einstweilige Verfügung gegen meinen Vater zu erwirken. Somit war es gerichtlich festgelegt das er sich uns nicht mehr wie 10m nähern durfte und auch sonst keinen Kontkt aufnehmen durfte.Denn langsam bekamen wir Angst um unsere Kinder. Dagegen hat mein Vater Einspruch erhoben und wir hatten am 5. 11.2002 eine Güteverhandlung. Faktum ist ... es blieb so  wie wir es beantragt hatten. Gott sei Dank !!! Aber die Blicke meines Vaters spüre ich heute noch... sie waren so durchdringlich ...so Angsteinflössend. Aber meine ganze Familie blieb stark. Auch ich ... wenns auch schwer fiel. Mein Vater dagegen stritt nach wie vor alles ab, er schwitze in dem Raum, so sehr das  ihm die Schweißperlen auf dem Kopf standen.obwohl der Raum leicht kühl war. Dabei erfuhr ich das es meiner Mutter nicht so gut ging ( Sie war nicht anwesend bei Gericht ) und dass sie bereits ihren 2. Schlaganfall hinter sich hatte. Dies machte mich trotzalledem sehr traurig. " Ich muß stark sein" sagte ich mir immer wieder. " Ich darf nicht weinen ...er hat es verdient und meine Mutter auch ...sie hat geschwiegen, obwohl sie mit Sicherheit über alles genauestens bescheid wußte. Im August 03 bekamen wir vom unserem Rechtsanwalt die Anklageschrift zugeschickt. Wir haben die Nebenklage beantragt.

Vor 2 Monaten hatten wir einen Termin mit einer vom Gericht beauftragten Psychologin die für das Amtsgericht ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit meines Sohnes erstellen sollte. Dies geschah am 16.10.2003. Auch hier wurde alles was in all den Jahren geschehen war wieder an die Oberfläche geholt. Und wie schon so oft in den vergangenen 2 Jahren war für uns das erlebte Grauen zum greifen nahe. Dieses Gefühl der Ohnmacht und des abgrundtiefen Hasses nagt unheimlich an den Nerven der ganzen Familie. Es wird dererlei Situationen für uns alle noch öfter geben. Es gehört schon sehr viel Willenskraft, Familienzusammenhalt und Liebe dazu dies alles halbwegs unbeschadet überstehen zu können wobei wir hier sogar damit rechnen müssen das es trotzaller unumstößlichen Tatsachen dennoch nur ein Urteil auf Bewährung gegen meinen Vater geben kann. Das würde für uns heißen das er immer noch als freier Mann unter Gottes Sonne herumlaufen kann.

19.04.04

Das erste Ergebniss habe ich bereits erhalten. Die Morddrohung ist  eingestellt worden. Nach 1 1/2 Jahren. Einen genauen Termin für die Verhandlung habe ich immer noch nicht. Ich werde warten....

Ich befinde mich zur Zeit in Psychotherapeutischer Behandlung um das ganze jetzt richtig verarbeiten zu können. Es tut mir sehr gut. Ich merke selbst das ich jetzt eine andere Denkweise bekomme und ganz anders an die Sache rangehen kann. Ich bin meinem Psychotherapeuten sehr sehr dankbar das er mir hilft über die Sache zu reden. Ich möchte Ihn lobend erwähnen. * Herr Becht ich bin Ihnen sehr dankbar für die Stunden die Sie mit mir geredet haben, mir Mut gemacht und mich weinen haben lassen .Es sind einige Tränen geflossen aber im inneren merke ich das ich mir den Schmerz aus meinen Körper geweint habe und es mir heute wesentlich besser geht als ich zu Ihnen kam.

Ich habe zwar noch einige Stunden aber ich merke es wird von mal zu mal besser. DANKE !!!!

12.04.05                        Meine ganz persönlichen Gedanken

Seit einigen Monaten weiß ich bereits das das Verfahren eingestellt worden ist. Zuerst war ich unheimlich wütend...traurig. Ich fragte mich ob dies der Dank ist, für all die Jahre die ich leiden musste. Ich fühlte mich ausgenutzt und leer. Nur mein Partner versuchte mich zu trösten zumindest ist er registriert bzw. Aktenkundig sagte er. Irgentwie hilft mir das nicht wirklich... Die Vergeltung nach Bestrafung war bei mir die ganze Zeit  immer noch vorhanden bis ich vor ein paar Tagen erfuhr das meine Mutter bereits den 3. Schlaganfall hinter sich hat und im Rollstuhl sitzt ohne wirklich zu wissen was noch Leben heisst.

NEIN !!!! DAS WOLLTE ICH NICHT !!!!...nicht meine Mutter. Obwohl Sie Schuld und geschwiegen hat. Aber nicht SIE....Ich zweifel an mir selbst...meine Gedanken sind wieder dabei mir selbst die Schuld zuweisen. Es ist schwer dann einen klaren Gedanken zu fassen und die neu erlernte Denkweise anzuwenden.

Ich fühle mich zwiespältig...Auf der einen Seite bin ich sehr sehr traurig auf der anderen Seite , hat Sie sich für die verkehrte Seite entschieden..nämlich meinem Vater. Das Schweigen hat sie zu dem gemacht was sie heute ist. Eine arme kranke Frau.

Vielleicht können Betroffene oder nicht Betroffene  mir da etwas nachfühlen, man sieht die eigenen Kinder heute  ...man sieht sich als Kind damals. Man zieht Vergleiche und kommt letztendlich zu dem Entschluss...das Kinder unseren Elterlichen Schutz brauchen, ja, sogar fordern dürfen. Darum bleibt es mir absolut unverständlich wenn eine Mutter Ihre eigenen Kinder nicht beschützt und es dem Monster zum frase vorwirft.

Ich kann trotzdem nur jedem Raten, auch wenn es noch so schwer ist... zeigt diesen Menschen an und bleibt nicht der Gefangene eures Mißbrauchers, Peiniger, Zerstörer (Vater´s) bzw. Mutter. Sie werden sonst Euer ganzes Leben beeinflussen und bestimmen.

Versucht Euch auf jeden Fall von euren Fesseln zu befreien. Erst dann beginnt Ihr wirklich zu leben.

 

 



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