Chronik zum Wegfall Klingender Herbstparaden

 

Chronik des Zerfalls Klingender Herbstparaden in Rendsburg

Anfang 2003
Der Förderkreis Rendsburg gibt als Veranstalter des Rendsburger Herbstes den Startschuss zu den üblichen Bedingungen - Vorschusszahlungen zur Deckung der meisten Kosten sowie Zahlung einer Aufwandsentschädigung nach gelungener Veranstaltung und Abrechnung - hochgeschätzte Gesamtsumme für sechzehn teilnehmende Vereine ca. 3.200 € - nach der Veranstaltung mit Belegen abzurechnen.

Frühjahr 2003
Der Förderkreis Rendsburg verschmilzt mit dem sich neugründendem RD Marketing

Sommer 2003
Das Musikkorps Rendsburg stellt den Antrag auf eine kostenfreie Mitgliedschaft im RD Marketing, weist auf die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit hin und die Tatsache, dass es sich beim MKRD um einen kleinen, finanzschwachen Jugenmusikverein handelt. Bei der Antragstellung bezieht der Verein sich auf § 7 "Beiträge" Abs. 3 der RD Marketing Satzung, die folgendes aussagt:

 Der Beitrag kann bei einer wirtschaftlichen Notlage eines Mitgliedes oder, wenn es steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt worden ist, auf Antrag vorübergehend reduziert oder für immer ganz erlassen werden.

 Dieser Satzungstext konnte auch am 13. Februar 2005 noch im Internet nachgelesen werden. 

August 2003
Der zweite Vorschuss wird nicht bezahlt, das Musikkorps Rendsburg kommt in finanzielle Bedrängnis, hat Probleme die Finanzierung des Veranstaltungszubehörs vorzustrecken. Bewältigt es aber und kann auf eine gelungene 4. Klingende Herbstparade zurückschauen, da andere als Highlight angekündigte Programmpunkte gar nicht zur Geltung kommen, weil das Wetter nicht mitspielt - wie der Inlinelauf und die Heißluftballons.  Beim Inlinelauf finden sich lt. Presse neun Läufer an und die Ballone werden aufgrund der Wetterlage gar nicht erst eingesetzt. Paradox ist, dass sie heute auf der Homepage des Rendsburger Herbstes prangen, obwohl sie nie gestartet sind.
Die Musikzüge standen dagegen ihren Mann und zogen das Programm auf dem Schiffbrückenplatz auch während der Sturzregengüsse durch, weil das Publikum mit Regenschirm gewappnet ebenfalls stehenblieb. 

Anfang September 2003
Das RD Marketing reagiert nicht auf Schreiben, das Musikkorps kassiert Mahnungen von Lieferanten, die Aufwandsentschädigung geht nicht ein, man ist nicht bereit mit Belegen abrechnen zu lassen.

Ende September 2003
Der seit 1-2 Monaten überfällige Vorschuss geht ein, die Rechnungen können bezahlt werden; aber die vereinbarte Aufwandsentschädigung für das Musikkorps Rendsburg fehlt (1000 €, mit denen Sitzungs- und Helferkosten sowie allerlei Kleinkram zur - und Einbußen durch die Veranstaltung finanziert wurden)

Der Antrag auf beitragsfreie Mitgliedschaft im RD Marketing wird abgelehnt. Die von Gunnar Knabe angegebene Begründung lautet, dass eine beitragsfreie Mitgliedschaft ausschließlich für in Not geratene Mitglieder vorgesehen ist. Im MKRD hält man die Begründung nicht für o. k.; denn in der RD Marketing Satzung steht nicht, dass eine beitragsfreie Mitgliedschaft ausschließlich den in Not geratenen Mitgliedern vorbehalten ist. Dort steht  "oder, wenn es steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt worden ist" Aber was soll´s, es steht in diesem Gummiparagraphen auch"kann" und "Mitgliedes". Und da das MKRD mangels Zahlungsfähigkeit kein Mitglied ist - geschweige denn werden kann, kann man auch die beitragsfreie Mitgliedschaft ablehnen, oder?

Oktober 2003
Auf Nachlesen  präsentieren sich zum ersten Mal der 1. Sprecher des Marketings, Gunnar Knabe (BMW-Händler und Ratsherr der Stadt) sowie Herr Feuser (Volkshochschulleiter), Arbeitskreis Kultur. Letzterer spricht vor Vereinssvertretern u. a. davon, dass sich die „höhere Kultur“ künftig aus dem Hohen Arsenal ins Stadtseegelände ausweiten könne, wobei es durchaus gewollt sei die „niedere Kultur“ - nämlich Vereine und Verbände – helfend einzubinden.

Auf der Nachlese des Arbeitskreis Rendsburger Herbst hagelt es Rücktritte und der Arbeitskreis beginnt sich aufzulösen. Aufgrund einer hitzigen Diskussion mit Herrn Knabe erklärten C. und H.-J. Klink auf dieser Sitzung, dass die Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.000 € kein Gewinn ist, sondern dass daraus einiges bezahlt und aufgefangen werden muss, was unmittelbar zur Klingenden Herbstparade gehört. Dazu gehören u. a. auch Raummieten für Sitzungen, Kaffe, Kekse und Sprudel für Organisations- und Helfersitzungen über fast ein ganzes Jahr sowie eine Verpflegung des Ganztagspersonals und Handykosten der Hauptleistungsträger während der Veranstaltung. Außerdem müsse der Verein wenigstens einen Teil seiner Einbußen auffangen, da er für die Veranstaltung seinen Verkauf im Stadtseegelände tiefgehend reduzieren muss und überdies auf Gagen für Laternenumzüge verzichten müsse um genug Helfer zu haben.

Mangels Bereitschaft mit dem Musikkorps Rendsburg abzurechnen, liegen beim MKRD noch über 600 € aus den Vorschüssen für die Klingende Herbstparade 2003 auf dem Konto herum. Im RD Marketing tut man sich schwer die neue Kontoverbindung mitzuteilen, an die dieser Überschuss wie in den Vorjahren zurückzuüberweisen ist. Ein Vorgehen, welches in der Zusammenarbeit mit dem Förderkreis RD üblich war, nämlich

Vorschusszahlungen für die Organisation und Durchführung
Durchführung der Veranstaltung durch das Musikkorps Rendsburg
Abrechnung der Ausgaben anhand von Belegen im Förderkreisbüro
Rücküberweisung etwaiger Überschüsse aus Vorschüssen
Überweisung der Aufwandsentschädigung an das Musikkorps Rendsburg

Die bisherige Arbeitsweise und die Kosten, die man ersetzt haben will, stoßen beim ersten Sprecher des Marketings auf völliges Unverständnis. Er spricht davon, dass der Verein sich auf diese Weise sein Vereinsleben finanzieren lässt. Der Kostenvoranschlag für die Klingende Herbstparade - geschätzte Höchstkosten 3.200 € incl. der fixen Aufwandsentschädigung - wird vom RD Marketing bzw. mit von Herrn Knabe unterzeichnetem Schriftstück mit der Begründung abgelehnt, dass man nicht für die Bewirtung von Helfern aufkommen könne. Blanker Hohn, diese Kosten schlagen mit etwa 2-300 € zu Buche und werden nicht direkt in Rechnung gestellt sondern aus der Aufwandsentschädigung für das Musikkorps Rendsburg bezahlt.

November 2003
Der Projektleiter RD Herbst, Alv Gundlach, lädt zu einem Gespräch ein, will die Herbstparaden erhalten.
Er teilt mit, dass man im RD-Marketing einen Engagementvertrag verlangt - solche Verträge sehen Konventionalstrafen vor. Das Musikkorps Rendsburg lehnt ab, lässt sich aber darauf ein einen Auftrag zu entwerfen, zumal in diesem Gespräch auch die Bezahlung der weit überfälligen Aufwandsentschädigung für 2003 in Aussicht gestellt wird.

Kurz darauf streicht das RD Marketing die Konzerte des Musikkorps Rendsburg auf dem Weihnachtsmarkt (je zwei Stunden an Adventssamstagen und eine Stunde am Heiligabend für 750 €)

Das Musikkorps übersendet den "erzwungenen" Auftragsentwurf, erweitert darin die bisher veranschlagten Kosten um Auftrittsgagen, die dem Verein verloren gehen, wenn er Helfer aus anderen Einrichtungen dazuholen muss (zu beziffern mit 200 € pro helfende Einrichtung). Ansonsten ist man zu Verhandlungen und Änderungen bereit, das Musikkorps setzt bei Übersendung eine Frist.

Es gibt keine Antwort und so beschließt die Mitgliederversammlung des MKRD die Zusammenarbeit zu beenden und durch eine Pressemitteilung wenigstens die Zahlung der überfälligen Aufwandsentschädigung mit Druck der Öffentlichkeit zu erzwingen.

Das RD Marketing reagiert mit einer Pressekonferenz, die Verantwortlichen verleumden das MKRD als geldgierige Musikkapelle, welche sich auf Kosten des Marketings das Vereinsleben und Reisen ins Ausland finanzieren lassen will. Die Verantwortlichen unterstellten dabei wegen des geforderten Auftrittsgeldes Auslandsreisen, obwohl es sich z. B. um einen Laternenumzug in Rendsburg handelt, sofern die dänische Minderheit dänische Teilnehmer an Klingenden Herbstparaden betreut. Argument des MKRD ist, dass es bei Nichtmitwirken der dänischen Minderheit Bares für den Laternenumzug bekommt. Die Streichung der Weihnachtskonzerte ist obendrein eine Einbuße von 750 €. Und man könne mangels Zusammenarbeit nicht mehr erwarten, dass das MKRD weiter freiwillig auf eine Deckung aller Einbußen verzichtet, die unmittelbar mit der Klingenden Herbstparade zusammenhängen. Der Verein würde damit seine gemeinnützige Jugendarbeit gefährden.
 
Als weiteres Argument führte das RD Marketing vor den Journalisten eine im Vorjahr falsch ausgestellte und auf telefonische Beanstandung hin sofort zurückgezogene Rechnung an, wobei behauptet wurde, dass Weihnachtskonzerte gestrichen wurden, weil das MKRD sich bereichern wolle. Eine faustdicke Lüge; denn nachweisbar bekam der Verein im Vorjahr weniger Geld, weil der Förderkreis bei der Euroumstellung ohne Rücksprachen von 1.500 DM auf 750 € abrundete. Dies wurde weder vom MKRD beanstandet noch stellte der Verein andere Forderungen für die Zukunft.

In der Pressekonferenz stellte Gunnar Knabe dann ganz deutlich fest: „Das RD Marketing setzt sich nicht mehr mit diesem Verein an einen Tisch.“

Dezember 2003
Anfang Dezember bringt Bürgermeister Breitner die Kontrahenten doch wieder an einen Tisch in seinem Büro. Ergebnis: Man einigt sich, dass die 5. Klingende Herbstparade stattfinden soll . In einem weiteren Gespräch mit Gunnar Knabe werden neue Vereinbarungen getroffen und für die oben genannten Auftrittseinbußen legt man auf die 3.200 € noch 600 drauf. Den Auftrag will das RD Marketing entwerfen und dem Verein zwecks Prüfung vor Weihnachten zukommen lassen. Alles weitere soll auf einer Sitzung des RD-Marketing-Vorstandes in der ersten Januarwoche geklärt werden.

Dezember 2003/Januar 2004
Vergeblich wartet man im Musikkorps Rendsburg auf den Auftrag und die abgesprochene Vorschusszahlung, die nach der Vorstandssitzung in der ersten Januarwoche zugesagt wurde. Anrufe beim ersten Sprecher bleiben ergebnislos, also entwirft man anhand der getätigten Absprachen nochmal einen Auftragsentwurf im MKRD um die Organisation der 5. Klingenden Herbstparade anzukurbeln.

Eine Einladung des RD Marketings zur Arbeitskreissitzung Rendsburger Herbst geht ein.

Etwa in der gleichen Zeit bekommen die Vereine und Verbände die erste Einladung zu einer Sitzung für den 30. Rendsburger Herbst. Das MKRD übersendet ein paar Tage vor der Arbeitskreissitzung den zweiten Auftragsentwurf, teilt dabei den Vorstandsmitgliedern im RD Marketing mit, dass kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit besteht, wenn der Auftrag nicht bis zur Arbeitskreissitzung vorliegt.

Februar 2004
Der erste Sprecher ruft an, es gibt ein hitziges Gespräch, weil man im MKRD dem Wort von Gunnar Knabe nicht vertraut und sich nun selbst weigert die Organisation zu beginnen, bevor nichts Schriftliches vorliegt. Die Zusammenarbeit wird erneut beiderseits beendet. Auf Anraten vom Projektleiter Alv Gundlach ruft der erste Sprecher ein paar Minuten später wieder an und der zugesandte Auftragsentwurf vom Musikkorps Rendsburg wird auf der Stelle in einer Konferenzschaltung mit Herrn Gundlach bearbeitet und fertiggestellt. Zwei Tage später geht er beim MKRD ein, so dass man im Musikkorps Rendsburg entscheidet mit der Arbeit zu beginnen, sobald der Vorschuss auf dem Konto eingeht.

Der Organisationsvorschuss geht zwei Wochen später ein. Das MKRD beginnt mit der Arbeit.

Nach der Unterzeichnung des Auftrags erhält das Musikkorps Rendsburg keine Einladungen mehr zu Arbeitskreissitzungen und auch nicht zur VIP-Veranstaltung beim RD-Herbst. Damit wird der Verein zu einer vertragsgebundenen, professionellen Kapelle degradiert, ohne dass es für seine Leistungen Gage erhält.

Die erste Versammlung für Vereine und Verbände im Stadtseegelände kann vom Andrang her als Erfolg gesehen werden. Der Saal in der Heimvolkshochschule füllt sich zum Bersten mit schätzungsweise über 100 Menschen, nachdem in der Einladung neue Planungen und eine bessere Integrierung der Vereine für den 30. Rendsburger Herbst angekündigt wurden. Doch Herr Knabe, Herr Feuser und die übrigen Vertreter des RD Marketings entschuldigen sich mit Zeitnot und der Tatsache,  dass sie nur ehrenamtlich tätig seien und nicht alles allein ableisten können: „Wir sind noch nicht soweit gekommen,“ heißt es.

Um nicht mit leeren Händen dazustehen wiederholt Herr Feuser auf dieser Versammlung die Nachlese für 2003, während Gunnar Knabe die Gelegenheit nutzt bei den Vereinen für ein „Mitkochen in der Küche“ des RD Marketings zu werben. Die Vereine werden gebeten erst mal so weiterzuarbeiten wie bisher und weitere Vereine für den Rendsburger Herbst zu gewinnen, und man verspricht nach dem Rendsburger Herbst weitergekommen zu sein und Neuerungen für das Jahr 2005 umzusetzen. (Heute wissen wir ja, wie die Neuerungen aussehen)

April 2004
Die Vereine folgen einer weiteren Einladung zu einer Sitzung ins Hotel Hansen. Nun sitzen fast nur noch die über Jahre am Rendsburger Herbst beteiligten Vereinsvertreter auf dem Saal; aber es erscheint kein Verantwortlicher vom RD Marketing. Ein zurückgetretener Platzwart übernimmt notgedrungen die Leitung der Sitzung, verstärkt von der Bürokraft aus dem RD Herbst Büro, welche ebenfalls nicht darauf vorbereitet ist allein dazustehen. Die Vereine reagieren verärgert, rufen nach der Presse und verlassen z. T. den Saal, wobei sie ihren Anmeldezettel für den Rendsburger Herbst gleich liegen lassen.

Während der Diskussionen in dieser Sitzung erfährt man, dass irgendwo ein Kulturkreis tagt für die Veranstaltung RD ist Kult. Allerdings weiß mit einer Ausnahme der Kirche bzw. der Kirchenmeile im Stadtseegelände kein Verein davon - vielleicht weil sie lt. Feuser, Arbeitskreis Kultur im RD Marketing, nur „niedere“ Kultur sind?

Juli 2004
Das MKRD atmet auf - wenn auch etwas zu spät – auch der zweite Vorschuss geht ein, Werbung und der Einkauf für die Klingende Herbstparade können sorgenlos in Angriff genommen werden.

August 2004
Das MKRD kommt kurz vor dem Rendsburger Herbst in Druck, weil Busfahrerunterkünfte, Bühne und Beschallung für die Klingende Herbstparade erst in letzter Minute organisiert werden müssen.

Der Projektleiter Rendsburger Herbst Alv Gundlach kündigt vor dem RD Herbst seinen Rücktritt an.

Langjährig am Rendsburger Herbst im Stadtseegelände mitwirkende Vereine werden erst beim Aufbau im Stadtseegelände verschoben, danken z. T. auf der Stelle deswegen ab.  Unzählige herumirrende Vereinsangehörige rennen während der Festtage unser Infozelt im Stadtseegelände ein, weil sie dort vergeblich nach ihrem Verein suchen.

Die Marschroute der Klingenden Herbstparade muss kurz vor dem Abmarsch geändert werden. Die Polizei erscheint nicht zur Parade, obgleich auf öffentlichen Straßen marschiert werden muss und Polizeibegleitung beantragt wurde. Mitarbeiter vom MKRD müssen auf die Schnelle zusammengetrommelt werden um den Schiffbrückenplatz von Bierbuden, Beschallungszelt und Festzeltgarnituren zu befreien, damit die Paradeteilnehmer, die sich in dieser Zeit zum Abmarsch sammeln, überhaupt zur Eröffnung einmarschieren und sich dort präsentieren können. 

Die Klingende Herbstparade gelingt trotz aller Hürden mit Bravour und rund 500 Teilnehmern. Da das RD Marketing keine Abrechnungen vornehmen will, ist das Musikkorps Rendsburg gezwungen sich tatsächlich an der 5. Klingenden Herbstparade zu bereichern; denn zusätzlich zur Aufwandsentschädigung bleiben runde 900 € übrig - 

wohlgemerkt nicht verlangt sondern per Vertrag aufgezwungen.

September 2004
Das MKRD atmet auf – auch die Aufwandsentschädigung geht ein. Sonst tut sich nichts

Oktober 2004
Das MKRD vermisst eine Einladung zur üblichen Nachlesesitzung, wird nervös und ruft sich beim RD Marketing ins Gedächtnis. Zur gleichen Zeit berichtet die Presse, dass es nun eine 8-10 köpfige Steuerungsgruppe für den Rendsburger Herbst gibt, geleitet von VHS-Leiter Feuser und Museumsleiter Westphal. Das von der Gruppe erarbeitete neue Konzept sagt aus, dass die Stadtfestflächen an Co-Veranstalter vergeben werden, die mit eigenem Programm und Buden aufwarten sollen. Für drei Euro kann sich jeder bewerben, der diesbezüglich etwas vorweisen kann.

November 2004
Das MKRD wird ins RD Marketing Büro eingeladen. Die „angebliche Armut“ des RD Marketings wird beim Reinkommen deutlich, die Jacken müssen über den Stuhl oder an ein paar schwarze Nägel auf weißer Tapete gehängt werden. Doch wenigstens den Kaffe bekommt man umsonst.

Aha, so werden also Unterschiede gemacht: „Wie war das noch mit Kaffee, Keksen und Sprudel auf Sitzungen? Auch das MKRD lädt seine Helfer zu Gesprächen ein um Fakten zu klären.“

Im Verlauf des Gesprächs teilt uns Kassenwart Wolfgang Frank des RD Marketings das neue Konzept mit und die Tatsache, dass für Programmpunkte wie Klingende Herbstparaden kein Geld mehr gegeben wird. Großzügig bietet er an, das das Musikkorps Rendsburg sich verkleinern solle um auf eigene Rechnung mit Musikzügen aus der Nähe in der Stadt herummarschieren bzw. im Stadtseegelände für Programm sorgen zu können. Eine Anregung von Stadtmanagerin Frau Adams, die Veranstaltung außerhalb des Rendsburger Herbstes in den veranstaltungslosen Juni zu legen, wird von ihm ignoriert.

Etwas später gibt es noch eine Nachlese für die Vereine. Von den lt. A. Gundlach sonst bei Nachlesen üblichen rund fünfzig Vereinsvertretern sitzen nur noch Dreizehn im Saal, welche aus sieben Einrichtungen einschließlich Sanitäter und Polizei kommen. Das sind deutliche Fakten für die Vernichtung ehrenamtlichen Engagements. Wenn dies die künftige Zahl der Vereine im Stadtseegelände ist, dann sieht der Rendsburger Herbst arm aus.

Bei dieser Versammlung wird noch mal das neue Konzept vorgestellt, wobei es heißt, dass sich Vereine künftig kostenfrei im Stadtseegelände tummeln dürfen. Doch Genaues erfährt man nicht, Herr Feuser von der VHS wird als künftiger Ansprechpartner für die Vereine und Verbände genannt, ist aber selbst nicht vor Ort („niedere“ Kultur?). Das Musikkorps Rendsburg kündigt auf dieser Sitzung seinen kompletten Rückzug aus dem Rendsburger Herbst an. Hans-Jürgen Klink begründet es u. a. damit, dass man sich mit der Vermarktung der Flächen nicht identifizieren könne und nicht bereit ist dafür seine Kräfte zu opfern bzw. die Kinder und Jugendlichen für kommerzielle Zwecke zu missbrauchen. Unter anderem teilt er aber auch mit, dass es Sache des RD Marketings sei die Lobby endlich dafür zu nutzen, dass die Stadt Rendsburg ihre Auflagen mildert, wobei er als Beispiel die Kosten für gehisste Fahnen oder Pflanzen anbringt, die pro Stück bezahlt werden müssen.

Der ehemalige Rendsburger-Herbst-Organisator Alv Gundlach, der die Nachlese als seine letzte Tätigkeit für den Rendsburger Herbst bezeichnete, legt seinen Vorstandskollegen am Ende der Sitzung nahe, dass Programmpunkte wie die Klingende Herbstparade berücksichtigt werden sollten, was seiner Meinung nach auch leicht in das neue Konzept integriert werden könne.

Wir teilen der Presse unseren Rückzug aus dem Rendsburger Herbst mit. Die Landeszeitung bringt den Bericht nicht (Anm.: Sie ist Mitglied im RD Marketing).

Dezember 2004
Das MKRD entscheidet sich dazu die Bevölkerung auf anderem Wege zu informieren, Es wird dieser Midiclip mit Impressionen der Klingenden Herbstparade gebastelt und ins Internet hochgeladen. Die Musik dazu wird von Teilnehmern an der Klingenden Herbstparade, dem Spielmannszug Graz aus der Steiermark/Österreich und dem Fanfarenzug Salzgitter/Niedersachsen zur Verfügung gestellt.
Kurz darauf fällt die Entscheidung die Seiten der Klingenden Herbstparade als Mahnmal für die Vernichtung ehrenamtlichen Engagements im Internet zu belassen und mit kritischen und aufklärenden Berichten entsprechend zu verändern.

Januar 2005
Der Rendsburger Herbst geht durch die Presse, scheint zu kippen. Die neue Steuerungsgruppe kommt mit ihrer Vermarktung scheinbar nicht voran. Der Museumsleiter Westphal tritt zurück, begründet das der Presse gegenüber u. a. damit, dass unter der derzeitigen personellen Besetzung im Arbeitskreis eine Rückgewinnung von Vereinen und Verbänden nicht möglich sei bzw. dass er keinen kommerzfreien Raum für Vereine und Verbände schaffen könne. Im selben Artikel wird mitgeteilt, dass der ehemalige RD-Herbst-Organisator nun wieder zu Rate gezogen wird und beratend mitwirkt.

Etwas fadenscheinig kommen den Mitarbeitern im MKRD im Pressebericht die Argumente vor, dass der Schiffbrückenplatz wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung steht. Ausgerechnet für diesen Platz soll nämlich angeblich ein attraktives Konzept vorliegen. Die Tatsache, dass der erste Sprecher des Marketings als Ratsherr der Stadt Rendsburg im Bau- und Umweltausschuss sitzt, lässt ohne Frage doch darauf schließen, dass er genau weiß, wann und wo in Rendsburg gebaut wird. Die meisten Bürger wissen es doch auch. Somit ist es ein Hohn diesbezüglich der Stadt den Schwarzen Peter zuzuschieben.

Etwas später erfährt das Musikkorps Rendsburg aus der Presse, dass Herr Krüger ebenfalls aus der Steuerungsgruppe ausgeschieden ist, weil der ehemalige Organisator Alv Gundlach wieder dazukam. Nach einem Eklat soll Herr Krüger den Raum verlassen haben – so stand es in der Zeitung. Ein weiterer Artikel der Landeszeitung im Januar sagt aus, dass Vereine und Verbände sich im Jahr 2005 tatsächlich kostenfrei am Rendsburger Herbst beteiligen können; aber der Artikel sagt - etwas umformuliert (man schreibt dort von Aufbesserung der Vereinskasse) auch aus ...

dass Vereine ihr Zubehör für Infostände und die Vereinswerbung nicht mehr durch Verkauf refinanzieren können (das ist unsere Version). Jedenfalls will man lt. Presse die Vereine nunmehr mit Standgebühren belangen, die bisher nur gewerbliche Budenbeschicker bezahlen mussten, sobald sie z. B. mit Glücksraddrehen ein paar Euro einnehmen.

Eine unglaubliche Geschicht; denn nicht jeder Verein kann Starkstromkabel, Pavillone, Zeltmieten, Wasserschläuche etc. aus der Vereinskasse finanzieren, so dass sich die Anzahl der Vereine sowieso schon massiv reduziert hat. Sie mit gewerblichen Anbietern gleichzustellen ist eine Frechheit ohnegleichen. Denn gewerbliche Anbieter haben so etwas parat und können obendrein ihre übrig gebliebenen Waren nach dem Stadtfest noch anderenorts verkaufen. Wenn das Wetter nicht mitspielt und weniger Besucher zum Stadtfest lockt, dann bleiben die Vereine zum Teil auf ihren Waren sitzen und können sie allenfalls noch an ihre Helfer verschenken, es sei denn, es findet sich ein Abnehmer, der wenigstens den Einkaufspreis noch bezahlt. 

Februar 2005
Wir nehmen im Straßenkarneval mit einem Transparent teil, das kurz und bündig auf die Streichung Klingender Herbstparaden hinweist. 
 

    

 
Das Interesse und der Zuspruch der Bevölkerung ist groß. Neben einigen direkten Rückmeldungen und Anerkennungen zählt das Musikkorps Rendsburg in den beiden Tagen darauf fast 700 Besucher auf der Homepage. Auch der 1. Sprecher des RD Marketing scheint die Seiten besucht zu haben und ruft an, weil sein Name erwähnt und das RD Marketing Logo verwendet wird.

Nun muss man im MKRD damit rechnen, dass man es rechtlich belangt in Sachen Datenmissbrauch und Missbrauch des Copyright in Bezug auf das Logo. Doch warum eigentlich? Das Musikkorps Rendsburg hat sämtliche Informationen zu Vorstandsmitgliedern öffentlich im Internet oder in der örtlichen Presse gefunden und die Verwendung des Logos wurde im Zusammenhang mit Klingenden Herbstparaden gestattet, so dass es auf allen Programmblättern, Plakaten und Internetseiten prangte und das RD Marketing europaweit als Veranstalter dieses tollen Highlights auswies. Das Musikkorps Rendsburg war nur ehrenamtlich ausführende Kraft - sonst nichts.

Natürlich kann es nicht gefallen, dass aus dem internationalen „Ruhm" nun Negativwerbung wird. Doch ebenso wenig gefällt es dem MKRD, dass man es dazu bringt in dieser Form vorzugehen, weil man es zur Untätigkeit verdammte bzw. handlungsunfähig macht beim Stadtfest .

Der Wunsch der Mitglieder ist nach wie vor eine Zusammenarbeit nach einem für beide Seite zufriedenstellenden und in jedem Fall auch kostengünstigsten Konzept: Eine Hand wäscht die andere, man bespricht evtl. anfallende Kosten. Der Verein leistet die Arbeit, der Veranstalter die Finanzierung. Es ist doch zu schade, dass man dem Musikkorps Rendsburg im Herbst 2004 lieber 900 € schenkte, statt damit den Startschuss für die 6. Klingende Herbstparade 2005 zu geben. Wenn man von den tatsächlichen Kosten im Jahr 2004 ausgeht, dann wären ja nur noch 2.000 € draufzulegen. Und selbst, wenn man die geschätzten Höchstkosten (3.800 €) zu Grunde legt, dann wäre immerhin schon fast ein Viertel bezahlt, ohne dass das RD Marketing im Moment in die Tasche greifen muss.  

Für etwa 15 teilnehmende Musikzüge ist die Summe nicht zu hoch angesetzt, zumal das MKRD bereit ist abzurechnen und Überschüsse zurückzugeben. Immerhin erfüllen hunderte von jungen Musikanten aus dem In- und Ausland die Innenstadt mit Musik und alles, was dazugehört leisten 50 bis über 100 Helfer aus drei Vereinen und Bundeswehr z. T. ganztags und sogar in den Nächten ab, weil es notwendig ist, damit alles gelingt. Zwanzig bis Vierzig Mitglieder vom Musikkorps Rendsburg engagierten sich in der Vergangenheit fast durchgehend von Mittwoch oder Donnerstag Abend bis Sonntag oder Montag Abend, damit Rendsburg tagsüber Musik hat und damit sich die Gäste wohlfühlen.

Zur Erinnerung daran, was geleistet wird:
Mittwoch und Donnerstag – Aufbau und Schmücken des Infozeltes
Freitag Nachmittag – Herrichten der Schulunterkünfte – Besetzen des Infozeltes
Freitag Abend – Empfang der Gäste
Freitag Nacht – Nachtwachen in der Schule
Samstag – Betreuung und Begleitung der Gäste in Unterkünften und unterwegs – Besetzen des Infozeltes -Absperren des Schiffbrückenplatzes – Parade – Durchführung der Veranstaltung – eigenes Konzert
Samstag Abend und Nacht – Betreuung der Gäste
Sonntag bis zur Mittagszeit – Betreuung der Gäste – kostenfreie Konzerte von Gästen in Stadtfestbereich
Sonntag Nachmittag – Räumung und Säuberung der Unterkünfte – eigenes Konzert
Sonntag Abend – Abbau im Stadtseegelände

Das Musikkorps Rendsburg zu verurteilen, weil es Helfern, die den ganzen Tag und z. T. über Nacht für Klingende Herbstparaden auf den Beinen sind, ein paar Sprudel zum Einkaufspreis oder eine Mahlzeit für 1-2 € oder ähnliche Kleinigkeiten zukommen lässt, ist beim besten Willen nicht zu verstehen. Viele Helfer – und besonders die Kinder ab etwa 10 Jahren - kommen an diesem Wochenende nicht einmal nach Hause und es geht über Gebühr zu erwarten, dass sich z. T. ganze Familien bei den Stadtfestpreisen ein Wochenende lang auf  eigene Rechnung versorgen, während sie eine Großveranstaltung für eben dieses Stadtfest durchführen. Ebenso geht es über das ehrenamtliche Engagement hinaus, wenn Hauptleistungsträger z. B. 40 € an Handygebühren tragen sollen, weil sie am Schiffbrückenplatz, im Stadtseegelände, in Schulunterkünften oder anderswo Probleme lösen müssen, die es bei solchen Großveranstaltungen nunmal gibt. Und da solche Kosten von der fixen Aufwandsentschädigung - 1.000 € - finanziert werden, hat das RD Marketing keinen Grund zum klagen. Fallen die Kosten mal höher aus, dann trägt sie ja das Musikkorps Rendsburg, weil sie nicht als Einzelposten im Kostenvoranschlag enthalten sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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