im Rahmen des Rendsburger Herbstes
Das arrangierende Musikkorps Rendsburg, ein gemeinnütziger Jugendhilfeträger, marschiert nach 18-maliger Teilnahme am "Rendsburger Herbst" nicht mehr im Stadtfest und es wird keine 2. int. offene norddeutsche Meisterschaft im Jahr 2006 geben. Der Stadtfestveranstalter strich das Programmhighlight. Zur Diashow von der Veranstaltung mit Musik von Teilnehmern - 3,5 MB wmv Datei Mit dieser Webseite bezwecken wir jetzt eine öffentliche Aufklärung; denn anhand unserer Erlebnisse und Erfahrungen über bis zu 34 Jahre ehrenamtlicher Kinder- und Jugendarbeit kann auch der Rückgang von bürgerschaftlichem Engagement nachvollziehbar gemacht werden. Die Klingende Herbstparade ist eigentlich nur eine Folge von politischen Entscheidungen, die den Vereinen bereits vor vielen Jahren das Leben erschwerten, wobei insbesondere auch Nutzungsgebühren für öffentliche Gebäude zählen; aber auch die Tatsache, dass Behörden sich aus allen Veranstaltungen zurückzogen und den Vereinen sämtliches Risiko für alles aufdrückten. Die Erfahrungen und Rückmeldungen aus anderen Vereinen sagen klar aus, dass vielerorts eine nicht mehr abzuleistende Überforderung engagierter Menschen eingetreten ist, die auf Bürokratie zurückzuführen ist bzw. der Tatsache, dass Vereine im Grunde auch nur noch eine zu verwaltende und abzurechnende Sache geworden sind. Mangelhafte Anerkennung und Förderung sowie bürokratische und ökonomische Überforderungen sind sicher eine der Hauptursachen für Rücktritte "aus privaten Gründen". Denn neben diesen Belastungen hat jeder Vorstand auch mal interne Probleme. Die Anforderungen im Berufsleben wachsen stetig, die Freizeit wird knapper und der Erholungsbedarf größer. Mütter arbeiten oftmals bis in den Abend, sind dadurch mit der Kindererziehung überfordert. Kinder sind auf sich allein gestellt, müssen sich durchschlagen und entwickeln sich entsprechend, was sich nicht nur zu Hause sondern auch in Schule und Verein widerspiegelt und alles schwieriger macht. Und natürlich gehen Mütter somit auch als ehrenamtliche Kräfte verloren; aber auch Väter, die um ihren Arbeitsplatz bangen müssen und sich aus diesem Grunde beruflich überfordern lassen. Mit wachsendem Berufsstress erhöht sich schließlich auch der persönliche Erholungsbedarf nach Feierabend. Der übrigbleibende Rest Idealisten plagt sich nun mit einem immer höher werdenden Berg an bürokratischen Auflagen und Gebühren ab, die man kaum noch nach Feierabend ableisten kann. Also müssen in vielen Fällen Verwaltungskräfte eingestellt werden. Übungsleiter ohne Bezahlung hat heute fast kein Verein mehr (das Musikkorps Rendsburg hat sie noch). Um das zu finanzieren, werden die Mitgliedsbeiträge erhöht; doch je höher der Mitgliedsbeitrag ausfällt, desto weniger Mitglieder engagieren sich - man bezahlt doch. Der Anreiz "kostengünstig" entfällt. Also müssen die restlichen Idealisten dafür sorgen, dass Geld in die Kasse kommt um die Mitgliedsbeiträge gering zu halten. Damit ist das Vereinsleben abhängig von der Wirtschaft. Wer keinen Sponsor hat, fällt hinten raus. Unabhängig davon, ob gemeinnützig gearbeitet oder Jugendhilfe betrieben wird, belasten kommunale Behörden die Vereine mit Auflagen und Kosten für Räumlichkeiten, die den Verein gefährden können. Dadurch werden besonders kleinere Vereine mangels Mittel oftmals zur Untätigkeit verdammt. Dadurch verlieren engagierte Menschen den Spaß an der Arbeit, weil die Mühe zu keinem Ergebnis führt, mit dem man zufrieden sein könnte. Die Verbände schlafen leider auch oder überblicken nicht das Ganze. Bitten Vereine um Hilfe z. B. wenn existenzbedrohende finanzielle Probleme durch Nutzungsgebühren eintreten o. ä., gibt es pauschale Regelantworten: "So ist das überall, damit müsst ihr euch abfinden." oder "Wer keine Sponsoren hat, fällt hinten raus!" Seitdem die Behörden die Mittelvergabe an Verbände abschieben, kommt es auch hier zur ungerechten Verteilung. Der KSV verlangt ab 2005 die Vorlage von Ü-Leiterlizenzen (für z. B. Turner), wenn sie aus dem Topf des Kreises etwas für ihre Musikausbilder bekommen sollen. Zuschüsse für Sportgerät (Instrumente) bekommen die Turnermusiker vom LSV auch nur noch, wenn am Ende des Jahres etwas übrig bleibt. Doch mit Umlagen für Baumaßnahmen an Sportanlagen des Landesverbandes werden auch Musikvereine belastet, obgleich sie solche Anlagen wohl kaum nutzen werden. Wer wundert sich also über den Rückgang bürgerschaftlichen Engagements? Unser Eindruck ist: Ohne Rücksicht auf Verluste wird das Ob, Wann, Wo und Wie bestimmt und es wird z. T. verlangt, dass man noch dafür bezahlt, wenn man ehrenamtlich für die Menschen arbeitet. Anerkennung in Form von Worten gibt es bei größeren Anlässen; doch eine vernünftige Förderung und eine regelmäßige Anerkennung bleibt aus. Vereine sind heute fast nur noch eine Sache, die verwaltet werden und berechnet werden muss, es sei denn, man hat Befürworter an der richtigen Stelle. Bevor Sie sich nachfolgend mit dem Werdegang des RD-Herbstes und Klingende Herbstparaden befassen, informieren wir darüber, dass die Berichte sich auf die Zeit bis Januar 2005 beziehen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass negative Fakten, welche sich auf die Stadt Rendsburg beziehen, nicht mehr relevant sind und bitten darum, dies in allen Fällen zu berücksichtigen. Seit Januar 2005 hat sich Bürgermeister Andreas Breitner, gefolgt von seinem Stellvertreter Stadtrat Jochen von Allwörden, der auch als Fachbereichsleiter Bürgerdienste zuständig ist, für die Belange der Jugend- und Kulturarbeit stark gemacht. Der Verein fühlt sich dadurch gestützt und aufs Neue motiviert. Die Stadtvertreter trugen dafür Sorge, dass sich das Musikkorps Rendsburg weiterhin gastfreundlich zeigen kann. Die Organisation für Besuche von Orchestern aus Aalborg und Odense wird personell durch die Ansprechpartner Herr Schauer und Frau John der Stadt gestützt. Darüber hinaus wird das Musikkorps Rendsburg nunmehr erstmalig seit Gründung in die Kulturarbeit der Stadt Rendsburg involviert, so dass das Ehepaar Klink ab dem Frühjahr 2005 in zwei Kulturarbeitskreisen der Stadt mitwirkt. Beides macht nicht reich; aber der Verein möchte - über die übliche finanzielle Förderung hinaus - nur gemeinnützig für Kinder und Jugendliche arbeiten können, ohne dass man ihn ärmer macht. Da dies künftig wohl gegeben ist, gibt es derzeit keinen Grund zur Klage. Das Gegenteil ist der Fall: "Das Musikkorps Rendsburg bedankt sich für die Aufnahme von Kritiken und Umsetzung einer Wende." Unabhängig davon soll die Webseite zur Aufklärung erhalten bleiben. Das Musikkorps Rendsburg ist/war nicht der einzige Verein, der unter solchen oder ähnlichen Problemen leidet/litt. Und es möchte die Öffentlichkeit aufrütteln, damit nicht weitere Vereinsvertreter "aus privaten Gründen" zurücktreten und damit klar wird, dass solche professionellen Marketings, die sich gegen ein so groß angelegtes Engagement stellen, nicht die Lösung aller Probleme sind. Es mag sein, dass sie vielerorts das ehrenamtliche Engagement zu würdigen wissen. Doch wenn wie in Rendsburg geschehen engagierte Vereine ausgebootet werden, obwohl sie ein großes internationales Highlight zum Selbstkostenpreis lieferten und unzählige Besucher in die Stadt zogen, dann sind verkehrte Menschen am Werk.

Hier wurde auf europäischer Ebene erfolgreich für ein Programm-Highligt eines "von Bürgern für Bürger" organisierten Stadfestes bzw. für ein traditionelles Musikfestival mit hunderten von Musikern geworben.
Das ist vorbei!

Wird diese Arbeit nicht freiwillig geleistet? Sollten nicht alle dankbar dafür sein und sie fördern?
Ist der Staat nicht verpflichtet, den Platz dafür kostenfrei zur Verfügung zu stellen?
|
Erinnerungen an schöne Tage
|
Entstehen und Zerstörung Von 2000 - 2004 zeigte sich das Musikkorps Rendsburg verantwortlich für die Organisation und Durchführung. Das RD Marketing als neuer Stadtfestveranstalter ab 2003 machte dem kleinen Jugendmusikverein aus Rendsburg von Anfang an das Leben bei der Organisation und Durchführung schwer und strich das Highlight ab 2005 wegen 3 - 4.000 €. Als Hauptverantwortliche für dieses Vorgehen sind wohl der erste Sprecher des Marketings, Gunnar Knabe (BMW-Händler und Ratsherr der Stadt Rendsburg) sowie der für den kulturellen Bereich verantwortliche Peter Feuser (VHS-Leiter) zu nennen. Die Begründung lautet: "Kein Geld!" Doch das halten wir für eine faustdicke Lüge. Es dürfte nur eine Interessenverschiebung sein um Kosten für andere Veranstaltungen zu sparen, die mehr einbringen. |
ursprüngliche Werbeseiten
|