Konflikt RD-Marketing 2003

Werdegang der Eskalationen um die letzte Klingende Herbstparade
Schriftstücke, Presseberichte, Gästebucheinträge u. m. 

Rendsburg, den 18. November 2003
So stand es auf unseren Internetseiten
(leicht geändert, die Namen wurden entfernt)

Liebe Besucher,

die Zusammenarbeit zwischen dem RD-Marketing und dem Musikkorps Rendsburg ist geplatzt. Durch eine Verschmelzung des Förderkreis Rendsburg e. V. in das RD-Marketing wurde die Klingende Herbstparade zu einem knallharten Geschäft, welches für uns als ehrenamtlich und gemeinnützig tätigen Jugendverein nicht tragbar war.

Die Klingende Herbstparade wurde komplett von uns organisiert und durchgeführt gegen eine Kostendeckungsübernahme und und eine Aufwandsentschädigung. Bei der Veranstaltung 2003 wurden wir durch einen nicht geleisteten Kostendeckungsvorschuss vor der Veranstaltung in finanzielle Bedrängnis gebracht. Um die Klingende Herbstparade durchführen zu können, mussten wir Lieferanten um Zahlungsaufschub bitten und  einiges von Mitarbeitern vorfinanzieren lassen. Die Rechnung für Gastgeschenke und Trageschilder wurde fast um einen Monat zu spät bezahlt, unsere Aufwandsentschädigung, 1.000 € für ein ganzes Jahr ehrenamtliche Arbeit, aus der wir auch die Bezahlung von Raummieten sowie Kaffee-, Sprudel- und Kekse für Helferversammlungen, Handygebühren der aktiven Helfer während des RD-Herbstes finanzerten u. ä. wurde ohne Begründung nicht bezahlt.

Trotzdem forderten wir im September/Oktober  mehrfach dazu auf uns mitzuteilen, ob weitere Klingende Herbstparaden stattfinden sollen und wann der nächste Rendsburger Herbst ist.  Für die komplette Veranstaltung sollte das RD-Marketing 3.500 € bereitstellen (Bedingung: 500 € sofort, der Rest vor der Veranstaltung im Sommer, Aufwandsentschädigungen nach gelungener Veranstaltung) und garantieren, dass man pünktlich bezahlt um uns nicht zu gefährden.  Das RD-Marketing antwortete nicht und ließ kostbare Zeit verstreichen, obgleich man dort wusste, dass Einladungen Mitte Oktober versandt werden müssen. Mit Schreiben vom 30.10.2003 wurde der Kostenvoranschlag abgelehnt, weil eine "Bewirtung bei Sitzungen nicht übernommen werden kann" (Kaffee, Sprudel und Kekse für Helfer und Fremdhelfer, die wir aus unserer Aufwandsentschädigung selbst bezahlten). Von der Aufwandsentschädigung für die letzte Veranstaltung hörten wir nichts mehr und bezahlt wurde sich auch nicht.

Im gleichen Atemzug wurde derselbe Kostenvoranschlag in einem ersten Gespräch am 3. November 2003 wieder bewilligt. Nun wurde auch damit gewinkt, endlich die Aufwandsentschädiung für 2003 zu bezahlen. Bedingung für die Leistungen war aber, dass wir einen Engagementvertrag mit dem RD-Marketing eingehen, also einen Vertrag, wie man ihn mit professionellen Bands u. ä. zum Rendsburger Herbst abschließt, und in denen Konventionalstrafen u. ä. drohen, wenn etwas nicht eingehalten werden kann. Wir konnten ein solches Risiko nicht auf uns nehmen und lehnten ab.

Ehrenamtlich ohne Vertrag arbeiten oder gar nicht, dachten wir uns.

Bei einer telefonischen Absage am 7. November 2003 setzte man uns telefonisch nochmal unter Druck etwas zu Papier zu bringen, sonst würde die Klingende Herbstparade abgesagt werden. Selbst war das RD-Marketing nicht bereit einen Auftrag anzufertigen. Und weil immer noch keine Aufwandsentschädigung für 2003 da war, versuchten wir dummerweise einen Auftrag zu entwerfen, boten aber bei der Übersendung noch Gespräche und Verhandlungen an, baten auch um Änderungsvorschläge, wobei wir die letzte Frist auf den 14. November 2003 setzten. Aber Goliath hatte es nicht nötig und die Aufwandsentschädigung für 2003 ging immer noch nicht bei uns ein.

Also beschloss unsere Mitglieder- und Elternversammlung am 15.11.2003 die Arbeit einzustellen und eine Pressemitteilung rauszugeben um wenigstens die schon längst verdiente Aufwandsentschädigung zu bekommen. Schließlich hatten wir alles vorstrecken müssen und hatten somit ein Minus zu verzeichnen Das RD-Marketing reagierte mit einer Pressekonferenz und schlug mehr als nur massiv zurück: Zu Grunde gelegt wurde dabei ausgerechnet unser Auftragsentwurf, zu dem man uns quasi erpresst hatte. Das Musikkorps Rendsburg sei eine geldgierige und erpresserische Musikkapelle, die sich die Vereinsarbeit finanzieren lassen wolle, lasen wir in mehreren Zeitungen. Und es wurde uns sogar unterstellt, dass wir Reisen nach Dänemark und Holland finanzieren wollten - Ursache: Wir verlangten, dass das RD-Marketing uns die Auftritte bezahlt, die wir für andere Einrichtungen jeweils nach den Veranstaltungen gratis absolvieren mussten, weil sie uns Helfer zur Verfügung stellten - also 200 € pro nachweisbar absolvierten Auftritt. Da es sich u. a. um die dänische und holländische Minderheit handelte, mutmaßten die Verantwortliche Reisen ins Ausland. Dabei handelte es sich um Gruppen aus Rendsburg und logischerweise kann das Musikkorps Rendsburg nicht für 200 € nach Dänemark oder Holland reisen.

Der Entwurf und ein dazugehöriges Anschreiben war bei kritischem Hinsehen mangels Erfahrungen auf unserer Seite wirklich etwas unglücklich verfasst und die Presse ging darauf ein ohne zu beachten, dass wir im Schreiben Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft zeigten. Am Schlimmsten war, dass wir die gerade genannten Auftrittsgeld-Einbußen hinzugefügt hatten. Beim Förderkreis Rendsburg hatten wir zuvor immer darauf verzichtet sie in Rechnung zu stellen, weil man uns unterstützte und für zusätzliche Konzerte zum Weihnachtsmarkt und anderen Festlichkeiten in der Stadt für das Programm einbuchte. Da das RD-Marketing solche Konzerte zwischenzeitlich gestrichen hatte, war ein Verzicht nicht mehr zu vertreten. Viele verstehen es nicht; aber was spricht dagegen Einbußen dort in Rechnung zu stellen, wo sie verursacht werden. Es geht dabei ja nicht um Gewinne sondern um Kostendeckung. Denn ohne personelle Hilfe bei der Klingenden Herbstparade werden solche Einsätze von z. B. SSF regelmäßig bezahlt. Und Außerdem kamen wir nicht selten in den Genuss bezahlte Auftritte ablehnen zu müssen, weil wir die Helferrechnung der Klingenden Herbstparade mit einem kostenfreien Marsch bezahlen mussten.

Frecherweise behauptete man in der Pressemitteilung auch noch, dass die Weihnachtskonzerte gestrichen wurden, weil das Musikkorps sich entgegen der Vereinbarungen bereichert hätte. Dabei wurden diese Konzerte nachweislich nicht nur zum vereinbarten Preis durchgeführt, sondern wir nahmen noch hin, dass man ihn eigenmächtig um ca. 15 € abgerundete, weil die Euroumstellung eine krumme Summe mit sich brachte.  Neun Stunden Weihnachtsmusik, verteilt auf alle Adventssamstage für 750 € war bei weitem nicht zuviel verlangt. Mehr hatte der Verein nicht bekommen und auch für 2003 nicht verlangt.

Das RD-Marketing wollte unsere ehrenamtliche Arbeit ausnutzen ohne eigenes Risiko. Hätte der Rendsburger Herbst Veranstalter die Kostenübernahme und das Risiko mit der Garantie pünktlicher Bezahlung übernommen, gäbe es keinen Auftragsentwurf oder sonstiges, was Anlass zur Kritik gibt. Dann wären wir längst bei der Arbeit und hätten die ersten Anmeldungen in der Tasche. Wir arbeiteten zum Selbstkostenpreis und legten dem Veranstalter alle Ausgabenbelege vor, bevor wir unsere Aufwandsentschädigung forderten, mit der wir das eine oder andere Zubehörteil bezahlten. Was war daran verkehrt? Warum wollte man uns zu Engagementverträgen zwingen? 

Ein rechtsbindender Vertrag dieser Art hätte steigende Preise auf uns abgewälzt. Wir hätten selbst die Gastgeschenke bezahlen müssen, wenn zuviele Musikzüge zusagen und man hätte uns wohlmöglich regresspflichtig machen, wenn weniger Musikzüge kommen oder wenn fehlendes Personal die Veranstaltung scheitern lässt. Das RD-Marketing hatte uns außerdem deutlich gezeigt, dass man uns bei Problemen allein ließ ohne zu antworten. Daran scheiterte die Klingende Herbstparade. Wir hätten gerne weiter gearbeitet; aber das Risiko war uns zu hoch. Wir können es nicht verantworten die Jugendarbeit für ein Musikfest auf dem Stadtfest zu gefährden. Und heute müssen wir den Musikzügen recht geben, die für das Spielen auf einer solchen Veranstaltung Geld verlangen. Vielleicht ist ihnen ja ähnliches wiederfahren.  

ENDE KAPITEL 1

Die Geschichte ging weiter und die 5. Klingende Herbstparade 2004 konnte nach langem hin und her doch in Angriff genommen werden. Das kam so:

Wir reagierten auf den gemeinen Presseartikel mit Leser- und Infobriefen an maßgebliche Stellen, worunter sich auch ein Infobrief an unsere Schirmherren 2002 und 2003, Ministerpräsidentin Heide Simonis und Bürgermeister Breitner befanden. Das Kultusministerium meldete sich daraufhin telefonisch bei uns, ließ sich die Sache erklären und die Presseartikel faxen. Zunächst tat sich nichts; aber unsere Mitglieder waren natürlich äußerst verärgert und einige begannen sich im Gästebuch der Stadt Rendsburg öffentlich aufzuregen und den Bürgermeister um Unterstützung zu bitten, der nebenbei ein natürliches Mitglied im RD-Marketing ist. Dieser brachte die Kontrahenten Anfang Dezember 2003 noch einmal an einen Tisch, lud den ersten Sprecher des RD-Marketings und die Vereinsleitung vom Musikkorps Rendsburg ins Bürgermeisterbüro ein. Dort kam man sich soweit entgegen, dass die Durchführung Klingender Herbstparaden gewünscht ist, dass aber auch ein Auftrag dazu gehört.
Die Einzelheiten sollten zwischen RD-Marketing und Musikkorps Rendsburg allein besprochen werden.

Etwa eine Woche später traf man sich dann noch einmal alleine in den Firmenräumlichkeiten des ersten Sprecher des Marketings. Dort wurden die Einzelheiten besprochen. Herr K. wollte einen entsprechenden Auftragsentwurf fertigstellen und in der ersten Januarwoche sollte die Sache bei einer Vorstandssitzung im RD-Marketing besiegelt werden. Doch im Musikkorps Rendsburg wartete man vergeblich auf den Auftrag, einen Vorschuss oder sonstiges - es tat sich nichts und die Zeit lief davon. Beim Versuch mit Herrn K. zu telefonieren, musste Hans-Jürgen Klink feststellen, dass dieser nie im Betrieb war; aber auch nicht zurückrief. Irgendwann erreichte man ihn über das Handy und bei diesem Gespräch zeigte sich Herr K. verblüfft darüber, dass man noch nicht losgelegt hatte; denn schließlich habe er sein Wort gegeben und darauf könne man sich verlassen. Er hätte nur die Zeit noch nicht dazu gefunden, sagte dann aber zu den Auftrag in ein paar Tagen fertigzustellen."

Natürlich verließen wir uns nicht auf sein Wort und warteten weiter - vergeblich. Ende Januar erhielt das Ehepaar Klink eine Einladung zur Arbeitskreissitzung RD Herbst. Da der Auftrag noch immer nicht vorlag, entwarf man selbst noch einmal einen und versuchte es nun richtig zu machen. Das Musikkorps Rendsburg wollte die Klingende Herbstparade ja erhalten. Der neue Auftrag wurde den Verantwortlichen zugefaxt mit der Bitte ihn nun endlich fertigzustellen und zurückzusenden. Dabei stellte man vorsorglich fest, dass man zur Arbeitskreis RD-Herbst Sitzung nicht mehr erscheinen würde, wenn sich die Zusammenarbeit mangels Klingende Herbstparade erübrige.

Darauf gab es keine Antwort, und nun platzte den Mitarbeitern im Musikkorps Rendsburg der Kragen. Mit einer Informations-Email an alle Vorstandsmitglieder des RD-Marketings wurden die Missstände an den Tag gebracht und die Beendigung Klingender Herbstparaden angekündigt. Es muss daraufhin etwas Wirbel gegeben haben; denn Herr K. rief nun an und schimpfte über dieses Vorgehen. Über den Inhalt des Gespräches möchten wir uns nicht weiter auslassen; aber das Telefonat machte die Fronten auf beiden Seiten deutlich und es endete wiederum mit dem endgültigen Einstellen der Zusammenarbeit. Doch dann griff der ehemalige Projektleiter des Rendsburger Herbstes spontan ins Geschehen ein, so dass Herr K. wenige Minuten später nochmal anrief um in einer Konferenzschaltung mit dem Projektleiter den vom Musikkorps Rendsburg entworfenen Vertrag Punkt für Punkt durchzugehen. Es waren nicht viele Änderungen notwendig und so fiel endlich der Startschuss. Allerdings wartete man im Musikkorps Rendsburg immer noch auf den ersten Vorschuss für die Organisation. Dieser wurde wiederum um ein paar Tage zu spät überwiesen. Die 5. Klingende Herbstparade konnte stattfinden und wurde ein schöne Veranstaltung; aber auch die letzte. 

ENDE KAPITEL 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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