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Klingende Herbstparade Im Juni 2000 ging beim Musikkorps Rendsburg abends das Telefon. Am Apparat war der Projektleiter „Rendsburger Herbst“ vom Förderkreis Rendsburg e. V., der sich gerade in einer Arbeitskreissitzung für das Stadtfest befand. Auf Anraten eines Mitarbeiters, welcher das Musikkorps Rendsburg gut kannte, bat er darum die traditionellen Musikfestivale zum Rendsburger Herbst weiterzuführen, nachdem ein Spielmannszug sich verabschiedet hatte. Hans-Jürgen Klink trommelte kurzfristig seine Mitarbeiter zusammen um darüber abzustimmen und spontan sagte man zu. Die einzigen Bedingungen waren die Kostenübernahme durch den Veranstalter, ein anderer Name für die Vorausläufer „Kreismusikvereinstreffen“ und „internationales Tattoo“ und leichte Änderungen des Programms durch das Musikkorps Rendsburg. Dem wurde zugestimmt und so sammelte man in einer weiteren Vorstandssitzung des Musikkorps Rendsburg Namensvorschläge. Schriftführer Norbert Buchholz kam mit der zündenden Idee und der Arbeitskreis RD Herbst begeisterte sich sehr dafür, weil sie gut zum Stadtfestnamen passte. Also erhielt das Musikfestival, welches seit Ende der 80er Jahre auf dem Rendsburger Herbst durchgeführt wurde, den Namen „Klingende Herbstparade“ Es war nicht einfach die Veranstaltung so kurzfristig auf die Beine zu stellen. Es fehlten Erfahrungen, der Juli stand vor der Tür und am letzten Augustwochenende musste alles perfekt sein. Außerdem waren Sommerferien. Die Mitarbeiter im Musikkorps Rendsburg strichen ihren Sommerurlaub, hauten in die Tasten um Einladungen etc. zu entwerfen, telefonierten herum, damit genügend Musikvereine teilnahmen, hielten Sitzungen ab um genügend Personal zu gewinnen, entwarfen Plakate und Programmfaltblätter. Nebenbei war auch noch der Infostand im Stadtseegelände zu organisieren, den man nicht aufgegeben wollte, weil man dort seit 1988 Nachwuchswerbung betrieb und mit Verkauf von Broten, Waffeln, Wein, Losen und alkoholfreien Getränken etwas Geld für die gemeinnützige Jugendarbeit und Instrumente erwirtschaften konnte. Allein dort wurden ja rund 10 Helfer gebraucht. Nun musste man noch rund 50 Helfer für Klingende Herbstparaden finden. Man musste ja neben Tages- und Nachtpersonal am Infostand auch noch Tages- und Nachtpersonal für Unterkünfte finden, Musikzugbetreuer, kräftige Männer, die den Schiffbrückenplatz auf die Schnelle (zwischen Wochenmarkt und Eintreffen der Parade) herrichten mussten u. v. a. m.. Doch trotz der Kurzfristigkeit und Sommerferien schaffte man es tatsächlich genug Musikzüge aus Schleswig, Eckernförde, Wesselburen, Rathenow, Elmshorn, Kiel, Bad Segeberg und Büdelsdorf zu gewinnen. Und nicht nur der Vorstand des Musikkorps Rendsburg sondern auch die Mitglieder und Eltern trommelten genügend Helfer zusammen. Es kostete zwar einige Telefonate; aber umso stolzer war man am Ende auf das Ergebnis nach nur 2 Monaten Vorbereitungszeit. Nach der ersten Veranstaltung fing man dann gleich mit der Organisation der nächsten an. Es ergab sich zu diesem Zeitpunkt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Rendsburg. In der Regel einmal monatlich nahm die Vereinsleitung an Sitzungen des Arbeitskreis RD-Herbst teil um alles Notwendige zu besprechen. Man arbeitete Hand in Hand auf Vertrauen - ganz ohne Vertrag - und das bewährte sich für beide Seiten. Als kleine Gegenleistung für die Mühen und den Erfolg fragte der Förderkreis Rendsburg im Herbst 2000 an, ob es für den Verein auch möglich sei gegen eine günstige Pauschale Konzerte auf dem Weihnachtsmarkt zu geben. Gesagt, getan! Man vereinbarte 2-stündige Konzerte in der Innenstadt an allen Adventssamstagen sowie ein 1-stündiges Konzert am Heiligabend und dafür sollten 1.500 DM (statt Normalpreis 1.800) bezahlt werden. Dadurch konnte das Musikkorps Rendsburg sorgenfreier ins Jahr 2001 blicken; denn zur gleichen Zeit war man dort nämlich in Sorge, weil die Stadt Rendsburg dem Verein fast 1/3 des Beitragsaufkommens für die Nutzung von Schulklassen aus der Tasche zog, welche der Verein für die Weiterführung seiner gemeinnützig durchzuführenden musikalischen Kinder- und Jugendbildungsarbeit dringend benötigte. Im Musikkorps Rendsburg wurden nun auf die Schnelle Noten für Weihnachtslieder organisiert und einstudiert. Es war nicht einfach; denn in der Laternenzeit hat der Verein viel zu tun, so dass Proben teilweise ausfallen. Aber die Mitglieder wussten, wofür sie sich einsetzten und so konnten sich die Kinder mit 30 schön gespielten Weihnachtsliedern in der Innenstadt sehen lassen. Es war zwar lausig kalt; aber alle waren motiviert bei der Sache und die Mitarbeiter sorgten für ein warm gehaltenes Auto am Rande des Platzes, in dem heißer O-Saft und Kakao zum Aufwärmen zur Verfügung stand. Zur gleichen Zeit liefen die Vorbereitungen für die 2. Klingende Herbstparade. Im Arbeitskreis hatte der Projektleiter dazu angespornt auf 50 Musikzüge aufzustocken; doch hier passte das Musikkorps Rendsburg noch mangels ausreichender Erfahrungen. Allerdings war man bereit einen Kompromiss zu schließen und erklärte sich bereit die Anzahl Teilnehmer im Folgejahr wenigstens zu verdoppeln. Zusätzlich wurde das Musikkorps Rendsburg gebeten am Donnerstag des Rendsburger Herbstes für Musik von Spielleuten zu sorgen, die durch die Stadt marschieren und Konzerte geben auf dem neu ins Leben gerufenen Schnupperabend. Es gab also viel zu tun und so entschied man sich im Musikkorps Rendsburg einen eigenen Arbeitskreis zu bilden, der ebenfalls einmal monatlich - zusätzlich zu den Vorstandssitzungen - zusammentraf um alles Notwendige zu ordnen. Außerdem wurden aufs Jahr mehrere Helferversammlungen einberufen um passive Mitglieder und Fremdpersonal zu gewinnen, zu informieren und einzuteilen. Es war äußerst schwierig den Wünschen des Förderkreis Rendsburg nachzukommen; denn zum Rendsburger Herbst waren auch im Folgejahr noch Sommerferien, und viele Vereine arbeiten in dieser Zeit nicht. Besonders der Schnupperabend bereitete ziemliche Probleme. Aber unzählige Telefonate trugen dafür Sorge, dass die Ziele weitestgehend erreicht wurden. Die Arbeitszeit der Verantwortlichen im Musikkorps Rendsburg lässt sich gar nicht zählen. Aber es lohnte sich: Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Der Schnupperabend sorgte für gute Stimmung am Donnerstag; denn mit Minutengenauen Plänen sorgte das MKRD dafür, dass zu jeder Zeit auf allen Plätzen Musik war und gleichzeitig mindestens ein Verein durch die Fußgängerzone marschierte. An der 2. Klingenden Herbstparade nahmen trotz Ferien immerhin dreizehn Musikvereine aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Schleswig-Holstein teil, und darunter waren Blas- und Schalmeienorchester, Majorettenkorps, eine Showformation sowie Spielmanns- und Fanfarenzüge - also nur drei weniger als geplant. Der Förderkreis Rendsburg belohnte die Leistung des Musikkorps Rendsburg wiederum auf seine Art. Zum einen engagierte er den Verein erneut für Konzerte auf dem Weihnachtsmarkt und zum anderen bot er eine Spende aus dem Erlös der Weihnachtslotterie an, sofern die Vereinsmitglieder bereit wären Lose zu verkaufen und damit den Umsatz zu steigern. Vier Jugendeinrichtungen wurden für diese Zwecke eingespannt, die jeweils in einer Adventswoche Lose an den Mann bringen sollten. Das Musikkorps Rendsburg bewährte sich auch in diesem Fall hervorragend. Während die anderen Jugendeinrichtungen nur relativ wenig Lose in ihrer Woche verkauften, brachten es die Kinder des kleinen Vereins auf über 5000 verkaufte Lose; denn auch hier hatte die Vereinsleitung einen genauen Zeitplan erstellt, so dass zwischen 10 und 20 Uhr jeweils 5er -10er Gruppen durch die Stadt liefen, jeweils von einem verantwortungstragenden Mitarbeiter begleitet. Zur selben Zeit war auch die Organisation der 3. Klingenden Herbstparade in vollem Gange, und der Arbeitskreis Rendsburger Herbst hatte das Musikkorps tatsächlich dazu angespornt das Musikfestival noch weiter zu vergrößern um damit einen großen Teil des Nachmittagsprogramms im Stadtfest zu decken. Da sich durch die kontinuierlich durchgeführten Sitzungen für das Musikfestival langsam Routine im Musikkorps Rendsburg einstellte, war man bereit ins kalte Wasser zu springen. Im Herbst startete man endgültig durch um die 1. int. offene norddeutsche Meisterschaft für Junioren- und Seniorenmusikverein in Marsch-, Konzert- und Showklassen ins Leben zu rufen. Man war zuversichtlich; denn auch die Klingende Herbstparade 2001 war mit Bravour gelungen. Es ergab sich durch allerlei Kontaktaufnahmen zu Landesverbänden im Bundesgebiet u. ä., dass ein erfahrenes Vorstandsehepaar vom Deutschen Bundesverband aus Braunschweig sich bereit erklärte dem Verein in Bezug auf Wertung und Organisation zur Seite zu stehen und im Vorweg ließ man dem Verein entsprechende Checklisten und Software für das Rechenzentrum zugehen. Es stand mehr Arbeit an als erwartet. Schnell merkte man im Musikkorps Rendsburg, dass das Personal bei weitem nicht reichen kann und so entschloss man sich dazu das Informations- und Verkaufszelt im Stadtseegelände auf ein Minimum zurückzufahren, indem man auf Brot-, Waffel-, Wurst- und Weinverkauf verzichtete. Darüber hinaus entschied man sich einen Tag früher mit den Aufbauarbeiten im Stadtseegelände zu beginnen, dass man also Personal von Mittwoch bis einschließlich Montag einteilte. Zur Verstärkung konnte das MKRD die niederländische und dänische Minderheit in Rendsburg, die Bundeswehr und die Jugendfeuerwehr Büdelsdorf gewinnen. Ganz besonders freute man sich darüber, dass die Ministerpräsidentin des Landes Schleswig Holstein die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernahm und in Vertretung den Innenminister Buß zum Rendsburger Herbst schickte, womit sich die RD-Herbst Organisatoren im Förderkreis Rendsburg endlich über einen prominenten Vertreter der Landesregierung freuen konnten, was sie auch taten. Vor der 3. Klingenden Herbstparade führte das Musikkorps Rendsburg natürlich auch den Schnupperabend nach Minutenprogramm mit ein paar Spielmannszügen aus der Nähe durch. Die Klingende Herbstparade und Meisterschaft 2002 war dann das absolute Highlight des Rendsburger Herbstes und ein voller Erfolg. Die Musikzüge aus Schweden, Dänemark und weiten Teilen des Bundesgebietes wetteiferten von morgens bis Mittags in der Aula und Sporthalle sowie auf dem Sportplatz der Herderschule im Zentrum. Zwischen den Wertungen und Nachmittags präsentierten sie sich wertungsfrei vor großem Publikum im gesamten Stadtfestgebiet und auf dem Schiffbrückenplatz. Einundzwanzig Musikvereine belebten zwei Tage lang die gesamte Innenstadt mit Musik und Show, und weit über 100 Helfer werkelten vor und hinter den Kulissen um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Die professionellen Juroren, welche auch bei den Deutschen Meisterschaften bewerten, kamen aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bayern. Und neben diesen Gästen reisten Landesverbandsvorstände, die LAG Jugendmusik und der DBV Präsident an. Die Nachlese im Arbeitskreis Rendsburger Herbst fiel dann auch entsprechend positiv aus. Und wie immer begann für das Musikkorps Rendsburg gleich nach der Veranstaltung die Organisation der nächsten. Schon zu dieser Zeit zogen sich düstere Wolken auf; denn die Verhandlungen zur Gründung des RD Marketing liefen bereits und im Arbeitskreis sah man der Zukunft kritisch entgegen. Man war etwas verunsichert, weil es den Förderkreis Rendsburg als solches beim nächsten Stadtfest nicht mehr geben würde. Auch wusste man nicht, wie sich alles entwickelt. Aber dann wurde im Arbeitskreis Rendsburger Herbst klipp und klar festgestellt, dass sich am Rendsburger Herbst 2003 überhaupt nichts ändern würde, da der Förderkreis Rendsburg sich nicht auflöst sondern mit dem RD Marketing verschmelzen würde, weil die Satzung im Grunde gleich wäre. Also legte der Arbeitskreis Rendsburger Herbst los und das Musikkorps Rendsburg auch, die Einladungen wurden verschickt und man war zuversichtlich. Doch im Jahr 2003 sollte man sich im Musikkorps Rendsburg noch umgucken. Bereits der erste Vorschuss ging nicht ein und nur ein Gespräch mit dem Vorsitzenden im Förderkreis Rendsburg Büro sorgte für die Überweisung. Im Frühjahr feierte das Musikkorps Rendsburg sein 15-jähriges Bestehen, so dass der Verein einige zusätzlich Ausgaben hatte und die Vereinskasse ziemlich strapaziert wurde. Als dann der zweite Vorschuss für die 4. Klingende Herbstparade auch nicht einging, stand der Verein vor argen Problemen; denn mittlerweile war der Förderkreis Rendsburg weg, das RD Marketing hatte sich nicht vorgestellt und reagierte überhaupt nicht auf die Sorgen, und somit war der Anfang vom Ende gekommen. Es prallte ein Problem nach dem anderen auf das Musikkorps Rendsburg ein. Sechzehn Musikzüge aus Schweden, Dänemark, Niedersachsen, Brandenburg und ganz Schleswig Holstein hatten sich schon angemeldet; aber das Geld für Werbung und Gastgeschenke etc. ging nicht ein. Man telefonierte und schrieb sich die Finger wund. NICHTS GESCHAH – MAN LIEß DEN VEREIN AUFLAUFEN! Die 4. Klingende Herbstparade wurde dann auf Pump durchgeführt.Aber trotz allem gelang auch diese Veranstaltung mit Bravour. Im Anschluss an die Veranstaltung ging es erst richtig los: Das Musikkorps Rendsburg konnte Rechnungen nicht bezahlen, weil weder Vorschuss noch Aufwandsentschädigungen eingingen. Das RD Marketing war nicht bereit wie üblich abzurechnen und man ließ den Verein eiskalt auflaufen. Das Musikkorps Rendsburg musste sich wehren um nicht unterzugehen: Was durch durch bzw. nach der Gründung des RD Marketings geschah, lesen Sie hier |
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