geschichtenseite2


 

Kein Geschenk für Mirjam

von Petra Hoffmann

Mirjam saß am "Heiligen Abend" gemütlich mit Jens auf der Couch.
Sie mußte die Tränen jäh unterdrücken, denn Jens hatte ihr "Nichts " geschenkt. Er durfte nicht sehen wie enttäuscht sie war.

Na ja, eigentlich hatten sie auch ausgemacht, sich dieses Jahr "Nichts" zu
schenken. Jens hatte sich anscheinend an diese Abmachung gehalten. Das hatte Miri
nicht gedacht. Die letzten Kröten hatte sie sich schließlich vom Munde abgespart
um Jens wieder seine Jahreskarte für´s Fitness- Studio zu kaufen. Außerdem gab
es noch ein kleines "Eau de Toilette" für den "Liebsten" dazu.

Es war "Heilig Abend". seit einer Stunde schneite es unentwegt. Toll, doch noch
weiße Weihnachten. Sollte das ein Trost sein ?

Es war ein sehr hartes Jahr. Dieses Jahr im Sommer ging die Firma, in der Beide
arbeiteten, in Konkurs. Seit einem halben Jahr waren sie nun auf Arbeitssuche. Eine Absage folgte der anderen.

Trotz großer Bemühungen war wirklich kein Job zu haben.
Gelegentlich verdiente Mirjam sich ein paar Pfennige dazu, indem sie selbstgebastelte
Sachen an Freunde und Bekannte verkaufte, und Jens half seinem Freund schon mal
bei seinem Umzugunternehmen.

Es reichte gerade mal für die Miete und zum Leben. Urlaub konnten die Beiden keinen
machen, all Ihre Spar- Reserven gingen Anfang des Jahres für die Wohnungseinrichtung
drauf.

Am Nachmittag war Jens in der Stadt.
Heimlich hatte er eine Perlenkette für Mirjam gekauft. Eine Perlenkette hatte sich
Mirjam schon so lange gewünscht. Gegen sechs Uhr beim Abendessen wollte Jens, Mirjam die Kette um den Hals legen.
Als es soweit war stand Jens auf, ging in den Flur und wollte das kleine nettverpackte
Geschenk aus seiner Jackentasche holen.
Außer einem riesigen Loch, war jeoch nichts in der Jackentasche zu finden.

So saß er nun neben Mirjam auf der Couch und grübelte unentwegt darüber nach,
wo er denn die Kette verloren haben konnte. Nein, zu Mirjam bloß kein Wort, das
war sicher.
In den nächsten Tagen wurde "heimlich" fieberhaft gesucht. Jens ging alle Wege
nochmal ab, aber das Päckchen war nicht mehr zu finden.

Heute am Silvester Abend begann es wieder zu regnen.
Über Weihnachten lag ca. einen halben Meter Schnee.
Jetzt schmolz alles dahin, auch die Schneeparade von Mann, Frau, Katze und Hund
auf der Wiese, welche die Nachbarskinder voller Eifer über die Weihnachtstage
bauten.

Am Neujahrsmorgen strahlte die Sonne. Die Wege waren trocken. Jens schlug vor,
an diesem Tag eine Wanderung zu machen.

Gegen zwei Uhr verließen Beide das Haus. Plötzlich verharrte Jens.
Da, neben der Treppe lag ein kleines zerknicktes Päckchen, welches der Schnee jetzt
freigegeben hatte. Jens erkannte es wieder und hob es auf und gab es Mirjam.

Mirjam öffnete es und strahlte. Zu Weihnachten für meine süße Miri stand auf einem Kärtchen.

Der Inhalt hatte keinen Schaden bekommen.
Jetzt kann das neue Jahr nur gut werden. 

****************************************************************************************

 

Der gute Vorsatz für´s neue Jahr

von Petra Hoffmann

Heute ist Silvester. Schon lange vorher hatte ich den Gedanken dieses Mal mit einem ganz besonders guten Vorsatz in das neue Jahr zu gehen.

Ich wollte mit dem Rauchen aufhören.
Würde ich es schaffen ?
Ich war jetzt 26 Jahre alt.
Seit meinem 16. ten Lebensjahr "rauchte" ich schon.

Aber, ein unterstützendes Mittel würde ich brauchen, dachte ich.
"Nikotin-Pflaster, z.B."?

Ich machte mich also auf den Weg in eine Apotheke um das besagte Mittel zu besorgen,
damit ich griffbereit über alles am Neujahrstag verfügen konnte.

Als ich die Apotheke betrat wurde ich von einem sehr netten jungen Mann bedient.
Ich erzählte stolz, dass ich am Neujahrstag das "Rauchen" einstellen wollte, aber ein Mittel zur Unterstützung brauche.

Der junge Mann klärte mich umfangreich auf, teilte mir aber mit, dass das Pflaster erst am Nachmittag im Hause sei. Ich bestellte es daraufhin und wollte es später abholen.
Gegen 15.00 Uhr betrat ich die Apotheke wieder. Obwohl sich noch andere Kunden darin befanden kam sofort der nette junge Mann mit "meiner Packung" zur Raucherentwöhnung auf mich zu.

Ich bedankte mich, zahlte und wollte gehen. Natürlich wunderte ich mich, daß der Mann
mir nicht einmal Glück dabei wünschte.
Plötzlich fragte er: " Entschuldigen Sie, darf ich Ihnen einmal etwas sagen ?"
"Natürlich", erwiderte ich.

"Sie sehen auch aus wie eine Raucherin", meinte der Mann.

Darauf reagierte ich wutentbrannt und meinte ironisch: " Ja das sieht man an der Haut,
danke für dieses unglaubliche Kompliment."

Er wollte noch etwas sagen, aber ich verließ sofort den Laden.

Das Nikotinpflaster legte ich in die Schublade und feierte mit Freunden ins nächste Jahr.
Mein Motto in den nächsten Tagen hieß wieder "Mit Rauch geht´s auch".

Irgendwann, es muss so ungefähr um den 10 ten Januar gewesen sein musste ich wieder
in diese Apotheke.

Der Zufall wollte es, dass gerade ich wieder von diesem netten Mann bedient wurde.
Bevor ich etwas sagen konnte hörte ich aus seinem Mund die Worte: " Junge Frau,
ich muss wohl erst einmal etwas richtig stellen. Sie haben da etwas furchtbar
missverstanden. Ich meinte nämlich, dass sie aussehen wie eine Genießerin. Ich finde Sie
sehr nett.
Ich bin selbst Raucher und wenn man in Maßen raucht ist das doch eigentlich ok oder ?"

Mir fehlten die Wort, aber ich fühlte mich versöhnt.
Darauf folgte eine Einladung zum Essen.
Ich sagte nicht nein, denn es reizte mich diesen Menschen kennen zulernen
und nahm seine Einladung an.

Das ist jetzt vier Jahre her. Seid 2 1/2 Jahren sind Tobias und ich glücklich miteinander
verheiratet.
Unsere kleine Tochter Simona ist gerade ein Jahr alt und das Schönste ist, das wir "Silvester" vor drei Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben und das ohne "Nikotinpflaster
            

 

******************************************************************************************************************************

 

Eine Herbstgeschichte

Stress mit Mutter     

von Petra Hoffmann           

 

Vor einigen Jahren als die Grenze noch den Osten und Westen Deutschlands voneinander trennte, besuchte ich mit meinem Sohn Markus und meiner Mutter Annette den Osten.

Für 5 Tage machten wir uns auf den Weg nach Rostock, der Geburtsstadt meines Vaters. Ich besuchte dort meine Brieffreundin, welche ich seit  nunmehr 13 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Meine Mutter  Annette hingegen verbrachte die Zeit bei der Verwandtschaft von Vater. Die schönen Tage vergingen im Flug,  und schon bald mussten wir uns wieder auf den Heimweg machen. An der Grenze prüfte man meinen kleinen Wagen bis auf "Kleinste". Die Spiegelwagen wurde unter den Wagen geschoben. Der Kofferraum musste geöffnet werden, "vielleicht hatte sich doch noch jemand darin versteckt und würde mit uns fliehen".                                                                                             

Der Tankdeckel musste abgeschraubt werden und ein langer Stab wurde hineingeführt. Selbst "DA" hätte man ja etwas verbergen können. Ich ging noch schnell zur Toilette, dann ging die Fahrt weiter, Richtung Heimat. Derweil quiekte Markus auf dem Rücksitz und fragte bestimmt zum 30zigsten Mal: "  Mama wann sind wir endlich zu Hause?"  Auch meine Mutter war sehr "rede- freudig" . Im Auto brauchte ich meine Ruhe, denn es war an diesem Tag sehr viel Verkehr und somit musste ich mich doppelt konzentrieren. Irgendwie ging mir Mutter heute "tierisch auf den Sender". Als der Tank fast leer war, fuhren wir drei eine Tankstelle an. Der Wagen wurde vollgetankt, ich holte noch Getränke, zahlte den Sprit und wieder ging es weiter. Nachdem wir bei Hamburg noch in einen Stau kamen wurde die Stimmung immer gedrückter.  Vier Stunden im Stau, zwei km gefahren. Auf dem Hinweg hatte doch alles so wunderbar geklappt. Markus stellte eine Frage nach der anderen. Meine Stimmung,  war jetzt total im Keller. Mutter Annette redete derweil ununterbrochen weiter. Plötzlich platzte mir der Kragen.                                        

Fast an Selbstbeherrschung verloren, brüllte ich meine Mutter an, sie solle nun endlich ruhig sein. Daraufhin verstummte Mutter Annette. Markus trällerte derweil leise auf der Rückbank. Als es wieder zügiger weiterging und ich endlich einmal überholen konnte, fuhr auf der rechten Spur ein Auto vorbei, in welchem der Fahrer arg mit seinen Zeigefinger gestikulierte und dabei immer wieder auf mein Auto zeigte. Etwas am Auto musste wohl nicht in Ordnung sein. Bei der nächsten Gelegenheit fuhr ich in eine Parkbucht. Gut, das inzwischen wieder die Sonne schien. Ich stieg aus dem Wagen und erschrak. Der Tankdeckel war verschwunden. "NATÜRLICH"  war das die Schuld von Mutter Annette, denn  "DIE" hatte schließlich die Aufgabe den Tank zu verschließen, während ich die Rechnung bezahlte und Getränke einkaufte. Was half es schon, es musste weitergehen. Schnell wurde die Öffnung mit einer Plastiktüte verschlossen. Nun war die Stimmung endlich dahin. 200 km wurde kein Wort mehr miteinander gesprochen. Sogar mein kleiner Markus auf der Rückbank verhielt sich nun still. Dann ergriff meine Mutter Annette wieder das Wort. "Meinst Du nicht,  ich sollte  mal nachschauen, ob die Plastiktüte noch am Tank hängt"?"Gut", murrte ich knapp  "Schau doch". Meine Mutter drehte die Scheibe hinunter lehnte Ihren Kopf hinaus und schwupp, hatte der Fahrwind Ihr die Brille von der Nase gerissen. Die gute Brille ließen wir weit auf der Fahrbahn hinter uns. Das sah so lustig aus, dass ich mich nun nicht mehr halten konnte ich lachte so sehr, dass mir die Tränen die Wange herunterliefen. Auch mein Sohn Markus konnte sich vor lachen kaum noch halten. Die Brille war weg, aber Mutter Annette lachte herzhaft mit, jetzt waren wir alle wieder versöhnt ...............

......und der Streit vom Tag  war vergessen.

Ende

© Copyright: Geschichten (Petra Hoffmann)        

******************************************************************************************************************

Wenn Dir meine Homepage gefallen hat, würde ich mich sehr über einen Eintrag in meinem Gästebuch freuen.

 

 

 

 

       *****************************************************************************************************************

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!