| De Unsterblichkeit |
| Gedicht von: © Obermaier Brigitte, 80997 München, 23.10.1995 |
|
| Wos ko daMensch erreichn im Lebn ? |
| Dera Frog woillt I nachgeh‘. |
| Schee wars de Unsterblichkeit! |
| Doch wia soi des gscheh? |
|
| Is ma a unbschriebns Blattl. |
| So host koa Schance. |
| Do wea ois Kinstla gnießt des Lebn. |
| Steht oinas Togs im Lichtaglanze. |
|
| Da Tramm eines jeden Künstlers ist. |
| Das Leben so leben wie die großen Leute. |
| In einem Atemzuge mit ihnen genannt. |
| Erweckt ungeahnte Lebensfreude. |
|
| Doch eines weiß ich bestimmt. |
| Ich muß nicht auf einem Sockel stehen. |
| Es könnte zwar herrlich sein. |
| Mich als Bronzestatute verewigt zu sehen. |
|
| Im Park sieht man mit Schrecken, |
| Das wär für mich die größte Pein. |
| Goethe kann das jeden Tag erleben. |
| Wie ein Hund hebt hoch sein Bein. |
|
| Computer Kinder |
| © Brigitte Obermaier, Muenchen, 2004-07-24 |
|
| Papa, wie bin ich auf die Welt gekommen'? |
| Computersprache ist „IN“ und das buchstäblich nicht verschwommen. |
| Aufklärung heute ist anders, nicht so wie beim Hündchen. |
| Vergesst die alte Leier mit den Bienchen und Blümchen |
|
| Na gut mein Sohn, irgendwann kommt die Zeit. |
| Da sei auch du für die Aufklärung bereit: |
| Der Papa hat die Mama kennen gelernt. |
| In einem "Chatroom", nicht ganz privat virtuell nicht zu weit entfernt. |
|
| Wir schrieben uns unaufhörlich und waren niemals besoffen. |
| Wir haben uns regelmäßig in einem "Cyber-Café" getroffen |
| Auf dem WC hat die Mama ein paar "downloads" machen wollen. |
| Von Papas "Memory-Stick" hätte sie es tun sollen. |
|
| Doch als der Papa dann fertig für das "uploaden" war, |
| Wurde ihr der Beginn des Schrecklichen klar. |
| Den "Firewall" hatten beide ganz ungeniert |
| Tatsächlich keiner von beiden installiert. |
|
| Leider war es schon zu spät um "cancel" oder "escape" zu drücken |
| und die Meldung "Wollen Sie wirklich uploaden?" sollte missglücken. |
| Denn wir hatten die "Optionen" unter "Einstellungen" |
| schon am Anfang gelöscht und wir bekamen Prellungen. |
|
| "Upgedateted" war Mamas Virenscanner schon lange nicht mehr. |
| Papas "Blaster-Wurm" brachte auch nicht das Neueste her. |
| Wir drückten die "Enter-Taste" und waren so ziemlich marode. |
| Das wird in Zukunft immer so sein und bleibt somit in Mode. |
|
| Was soll ich sagen, du liebes Kind. |
| Die Zeit rennt wie der PC schneller und geschwind. |
| Denn die berühmten drei Worte klingen wie eine Sonate. |
| Mama bekam die Meldung "Geschätzte download-Zeit 9 Monate" |
|
|
| Wetterbericht |
| © Brigitte Obermaier, Muenchen, 1996-02-08 |
|
| Zwischen Hoch und Tief, ist alles drin |
| Kommt drauf an wo ich bin. |
| Mit Kälte werden wir zur Zeit verwöhnt. |
| Wehe wenn Donner und Hitze, dann jeder stöhnt. |
|
| Zwischen Morgen und Abend, heiter bis wolkig oder mal klar |
| Abwechslung beim Wetter wunderbar. |
| Tag und Nacht, von hell bis dunkel wechselnd. |
| Man möchte sich's am liebst selbst zusammen drechseln. |
|
| Die Sonne geht auf im Osten. |
| Wer ist zuständig für die Wetter-Hiobsposten? |
| Die Sonne geht unter im Westen. |
| Wollen wir morgen das Wetter neu testen? |
|
| Wer kennt das Wetter im Norden |
| Dort übertreiben sie 1996 mit Rekorden |
| Wer kennt den Süden |
| Mann kann sich mit Wärme bis Hitze vergnügen |
|
| Drum hören wir im Medienbereich. |
| Wie wird das Wetter später oder gleich. |
| Die Meldungen überschlagen sich gerne. |
| Jeder glaubt, es ist besser in der Ferne! |
|
| Mutter Leid |
| © Brigitte Obermaier, Muenchen, 2004-07-25 |
|
| Fritzchen sitzt am Brunnenrand |
| und greint, es wird auch heulen genannt. |
| Kommt ein Polizist dazu |
| und fragt, was sei los, hier im nu. |
|
| "Meine Mutter ist in den Brunnen gefallen", |
| schluchzt Fritzchen und lässt sich in des Polizisten Arme fallen. |
| Schnell zieht dieser aus - seine Uniformjacke. |
| Und stürzt tief hinein in den Brunnen-Schachte. |
|
| Als er kam heraus, seine Stimme hatte traurig geklungen. |
| „Ich habe leider deine Mutter nicht gefunden!“ |
| Drauf Fritzchen: "Nun, dann geb ich der Mutter meinen Segen. |
| Und kann den Rest der blöden Schraube auch hergeben!" |