Mein Tagebuch

Diese Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten aus meinem Hundeleben:

   Was nicht passt wird passend gemacht

 

Ich war gerade 8 Wochen alt, als mich Frauchen und Herrchen bei meiner Züchterin abholten und sich mit mir auf den Weg ins Emsland machten. Unterwegs hielten wir irgendwo an einer Autobahnraststätte. Hier sollte ich mein Geschäft erledigen, was ich damals aber natürlich noch nicht verstand. Weil ich trotz meiner kurzen Beine schon sehr schnell unterwegs war und es um uns herum von Autos wimmelte kam jetzt der Moment, in dem ich zum ersten Mal im Leben angeleint werden sollte. Gesagt getan – das kleine Lederhalsband war mir natürlich viel zu groß. Ich war ja damals nicht viel größer als ein Meerschweinchen. Jetzt war guter Rat teuer. In das Halsband musste ein zusätzliches Loch. Dann kam meinen Menschen die rettende Idee: Der Tankwart konnte uns sicher helfen. Der schaute mich zuerst sehr verwundert an, zog dann schmunzelnd einen kleinen Schraubenzieher aus der Tasche und machte damit mein Halsband passend. Sicher angeleint wurde ich nun auf eine Wiese gesetzt und alle schauten mich erwartungsvoll an. Aber was sollte ich eigentlich hier? Aus dem Geschäft wurde jedenfalls nichts und wir fuhren unverrichteter Dinge weiter.

 

 

   Der Kuss des Pizzabäckers

 

Ich war mit meinen Menschen auf Kurzurlaub in Bayern. Abends war Gassi gehen angesagt. Als wir so unterwegs waren verzückte plötzlich ein unwiderstehlicher Duft meine Hundenase. Ich nahm natürlich sofort die Witterung auf – die Herkunft des Wohlgeruchs musste schließlich geklärt werden. Kaum waren wir um die nächste Straßenecke gebogen  roch es noch köstlicher nach Salami, Käse, Thunfisch und anderen Leckereien. Mir lief das Wasser im Maul zusammen. Wir standen vor einer Pizzeria. Bevor ich die Lage genauer erkunden konnte stürmte der Pizzabäcker aus der Tür, packte mich mit seinen großen teigverschmierten Händen und gab mir ungefragt einen Kuss mitten auf meine kalte Hundeschnauze. Dabei rief er voll Verzückung in gebrochenem Deutsch „ Isch libbe gleine Hünde“.  Pfui war das scheußlich. Wir ergriffen so schnell wie möglich die Flucht und mein Hunger hatte sich für`s Erste erledigt.

 

   Bienenstich und Cola

 

Es war ein wunderschöner Sommertag. Frauchen war bei der Gartenarbeit und ich tobte auf dem Rasen herum und freute mich meines Lebens. Es gab hier viel neues zu entdecken: Vögel, Schmetterlinge aber besonders interessierten mich die Bienen. Vorsichtig versuchte ich zu einer Kontakt aufzunehmen. Die wollte aber nichts von mir wissen und flog einfach eine Blüte weiter. So schnell ließ ich mich nicht abschütteln! Ich folgte diesem seltsamen Tier und beschnupperte es vorsichtig. Die Biene schien mich irgendwie missverstanden zu haben. Plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz in der Unterlippe und rannte so schnell ich konnte zu Frauchen. Erst war mir ganz schwindelig, dann wurde ich ohnmächtig. Als ich wieder zu mir kam, zitterte ich am ganzen Körper und mir war hundeelend. Frauchen hatte ich einen großen Schreck eingejagt. Sie ließ alles stehen und liegen und brachte mich zum Tierarzt. Nach 2 Spritzen war ich wieder halbwegs auf den Beinen aber mein Blutdruck war noch sehr niedrig. Zufällig hatte die Tierärztin noch Cola. Die wurde so lange geschüttelt, bis keine Kohlensäure mehr darin war und ich durfte dann ein wenig davon trinken – Lecker!

Diese Medizin wirkte Wunder und der Tag nahm doch noch ein gutes Ende.      

 

   Holt mich hier raus!

 

Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört es mit Frauchen und Herrchen zu toben. Dabei verstecke ich mich manchmal und meine Menschen müssen mich suchen. Wo gab es nur ein passendes Versteck? Unter der Bettdecke würden die mich bestimmt nie finden. Ich sprang also in einem unbeobachteten Moment ins Bett und begann mich nach Leibeskräften einzubuddeln bis ich garantiert nicht mehr zu sehen war. Als ich ein paar Minuten ganz still gelegen hatte und nichts tat sich wollte ich doch mal nach dem Rechten schauen. Warum suchte mich denn keiner? Vergeblich versuchte ich wieder unter der Bettdecke hervorzukriechen. Um mich herum war alles dunkel – ich saß in der Falle! Durch einen offenen Knopf war ich wohl in den Bettbezug geraten und kam jetzt nicht wieder hinaus. So sehr ich auch strampelte und herzzerreißend jammerte, keiner schien mich zu vermissen. Nach scheinbar endlosen Minuten der Gefangenschaft hörte ich, dass jemand nach mir rief und begann noch lauter um Hilfe zu bellen:  Holt mich hier raus! Noch einmal vergingen bange Momente bis Herrchen mich endlich aus meiner misslichen Lage befreite. Beim nächsten Mal darf Herrchen sich verstecken.

 

     

   Der bunte Hund

 

Letzte Woche hatten wir einen Maler im Haus. Die Wände sollten farbig gestrichen werden.

Ich musste zwischenzeitlich in der Küche bleiben. Das war vielleicht langweilig! Es roch nach frischer Farbe, aus dem Treppenhaus hörte ich seltsame Geräusche und ich sollte den ganzen Tag tatenlos rumliegen!? Es musste doch eine Möglichkeit geben, mich nützlich zu machen. Als die Küchentür einmal  kurz geöffnet wurde, nutzte ich diese Gelegenheit zur Flucht. Schnell die Treppe hoch und schon war ich im Mittelpunkt des Geschehens: Um mich herum Farbeimer, Pinsel, Leiter und allerlei Werkzeug. Zuerst sah ich mir die gelbe Wandfarbe genauer an. Dabei bin ich dem Farbeimer wohl zu nahe gekommen. Plötzlich schmückte mich eine gelbe Haarsträne direkt über dem Auge. Vor Schreck machte ich einige Schritte rückwärts und schon stand ich mit einem Hinterbein in einem dicken orangen Farbklecks. Als ich voller Farbe den Rückzug antrat machten sich meine Menschen auch noch über mich lustig. Herrchen sagte, so hätte er sich immer einen  „bunten Hund“ vorgestellt und Frauchen meinte ich sähe aus wie ein Punker. Ha-ha sehr witzig! So konnte ich mich doch unmöglich  auf der Straße sehen lassen. Dann hörte ich noch etwas von „Schere“ und bekam es mit der Angst zu tun. Nur mit lautem Protest konnte ich das Schlimmste verhindern. Mit Wasser, Kamm  und viel Geduld wurden schließlich die Folgen meines kleinen Unfalls beseitigt. Nach diesen unangenehmen Erfahrungen heißt mein Vorsatz für die Zukunft: „Sauber bleiben... !“

 

 

   

  



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