Souvenirs aus der Bleisatz-Zeit



Helvetica-Buchstabenzähler der Gießerei D. Stempel AG, Frankfurt am Main




9 Cicero schmalfette König-Type. Gegossen bei
Emil Gursch, Berlin, im Jahre 1907.
Der Schriftkünstler war Heinz König




100 Jahre Gewerkschaftszeitung: Titelseite
der »druck und papier« vom Januar 1963




Schriftmusterbuch der Buchdruckerei Borek,
Braunschweig, Schützenstraße 37, aus dem Jahre 1952




Kleinkegel-Matrizen der Gill Sans
für den Schriftguß auf Monotype-Gießautomaten






Hatte jeder Metteur in seiner Kitteltasche: Einen Karton-Typometer.
Metteure waren jene Schriftsetzer, die den Umbruch der Zeitungsseiten besorgten




Wandkalender der Monotype Corporation
für das Jahr 1966




Doppelseite aus einem Mitgliedsbuch der Industriegewerkschaft
Druck und Papier. Die IG Druck und Papier war eine Gewerkschaft
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) mit Sitz in Stuttgart.
Sie wurde am 29. November 1948 in München gegründet. Die IG Druck
und Papier vertrat die Branchen Buchdruck, Schriftsatz,
Schriftgießerei, Flachdruck, Tiefdruck, Bildherstellung, Buchbinderei
und Papierverarbeitung sowie ab 1951 die Fachgruppe der Journalisten,
welche ab 1960 den Namen »Deutsche Journalisten-Union« trug.
1989 schloss sie sich mit der IG Kunst, Kultur und Medien zur
neuen IG Medien - Druck und Papier, Publizistik und Kunst zusammen.
Diese wiederum ging 2001 in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
(ver.di) auf. Im mit 13 Wochen dauernden längsten Arbeitskampf in der
Geschichte der Bundesrepublik erkämpfte die IG Druck und Papier 1984
die 38,5-Std.-Woche.




Haupttitel: »Satztechnisches Taschen-Lexikon«, Wien 1925.
Die »Bibel« der Schriftsetzer. Auf über 1000 Seiten ist das
Fachwissen der damaligen Zeit dokumentiert. Ein wunderbares Buch!




Kunststoff-Aschenbecher der Schriftgießerei Berthold
mit Mustern ihrer Schriften Akzidenz-Grotesk, Sorbonne,
Concorde, Walbaum, Normande, Augustea und City




Handsatz-Schriftmuster der Firma Ernst Fischer, Wolfenbüttel
(Bernhard-Antiqua von Lucian Bernhard)




Blauabzug der 48p halbfetten Helvetica vom 30. 10. 1964.
Erstellt in der Setzerei der SHfBK Braunschweig (heute HBK).
Blauabzüge wurden angeferigt, um bei neu angelieferten Schriften
die Vollständigkeit und das einwandfreie Schriftbild zu prüfen.
(Verkleinerte Darstellung)




Verkleinerte Abbildung der Titelseite der Festschrift
»450 Jahre Braunschweiger Druckgewerbe«
vom Februar 1958. Herstellung: Georg Westermann, Braunschweig




Unverzichtbar für jeden Setzer-Lehrling:
»Praktische Winke für den Umgang mit Satz und Schrift«
D. Stempel AG, Frankfurt am Main, 1962






Titel- u. Innenseite einer Werbebroschüre der Braunschweiger Zeitung,
herausgegeben vom Verlag Eckensberger GmbH & Co. KG,
mit Fotos von Helmuth Wesemann, ca. 1976




Korrekturzeichen-Karte der Gießerei D. Stempel AG, Frankfurt am Main.
Vorder- und Rückseite




Gefalzter Beipackzettel der Gießerei D. Stempel AG, Frankfurt am Main.
Gesetzt aus der Syntax-Antiqua (1968)




3. Auflage, Stuttgart 1965.
Wie haben wir das »Berichtsheft« als Lehrlinge gehaßt!

Auf den knapp 300 Seiten dieser Broschüre wollte
der Autor Walter Mehnert den »Stiften« verklickern, was in ein
ordentlich geführtes Berichtsheft hinein gehört: auf Seite 117
findet sich u. a. der überaus spannende Beitrag «Warum muß der
Schriftsetzerlehrling das Setzen glatten Satzes üben?«


Im Bleisatz erstellte Neujahrskarte des Kollegen
Georg Reitberger aus der Herold-Reklameschrift







Harry Rowohlt zur sogenannten Rechtschreibreform:
»Diese Reform ist doch subventionierte Legasthenie.«
Gelesen im Hamburger Abendblatt vom 31. Juli 1997

»Die Reform der Rechtschreibreform endet als Reformtorso.«
Hubert Spiegel in der FAZ vom 4. März 2006

»Schrift und Sprache verändern sich behutsam, gleichsam evolutionär.
Auch vor der Rechtschreibreform hat beispielsweise die Duden-Redaktion
hieraus ihre Schlüsse gezogen und regelmäßig neue Schreibweisen in die
jeweils aktuelle Ausgabe übernommen. Diese Regelung hat sich jahr-
zehntelang gut bewährt – bis zu dem Tage, als Bürokraten uns eine neue
Schriftsprache verordnet haben. Das konnte ja nur in die Hose gehen!«

Der Autor dieser Internet-Seiten in einem Leserbrief an den
Rheinischen Merkur, 2004

»Die Rechtschreibreform ist endgültig gescheitert.«
Welt Online, 30. 08. 2009

»Die Rechtschreibreform ist doch ganz in Ordnung,
wenn man weder lesen noch schreiben kann.
«

Vicco von Bülow alias Loriot


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