Dieser Webauftritt ist in die Auswahl »Die besten deutschen Typografie-Webseiten«
aufgenommen worden (www.typografie.info vom 05. 06. 2011)




»Bernhard Schnelle gives a splendid historical view
of the European scripts, leading up to the scripts used in Germany.«

Luc Devroye, McGill University, Montreal, Canada

»Dies ist eine wunderbare, kompakte aber zugleich auch sehr informative Seite.
Ich finde es toll, dass Sie auch auf die Zusammenhänge zu anderen Kulturbereichen
aufmerksam machen - das ist gerade das, was mir als Sprachhistorikerin in vielen
Abhandlungen fehlt

Anna Filippova, Moskau

»Insgesamt gesehen eine sehr umfassende Arbeit, zu der man
nur gratulieren kann.«
 

Eckehart SchumacherGebler, München


Woher kommt eigentlich unsere Schrift?
Eine kleine Einführung in die Schriftgeschichte
von Bernhard Schnelle

Einleitung

Seit dem 1. August 1998 gibt es den über 500 Jahre alten Beruf des
Schriftsetzers offiziell nicht mehr. Angesichts der technologischen
Entwicklung erschien es dem Zentralen Fachausschuß, der
vom Bundesverband Druck und der Industrie-Gewerkschaft Medien
getragen wurde, sinnvoll, diesen Berufszweig in dem neuen Berufsbild
»Mediengestalter« aufgehen zu lassen. Verschiedene Unklarheiten
haften diesem bis heute an, so z.B. die Frage nach der Dauer der
Ausbildung oder die fehlende Klarheit der Lerninhalte; doch dies soll
nicht Thema dieser Einführung sein. Hier geht es vielmehr um den
Einsatz von Schrift. Tausende von Fonts sind heute auf eine einzige
CD-ROM gebrannt, von Unzialschriften, gotischen Schriften, Schreib-
schriften der Renaissance bis hin zu den Experimentalschriften der
Gegenwart ist so ziemlich alles vertreten, und was dem Gestalter
am Bildschirm zur Verfügung steht, wird dann auch hemmungslos
angewandt. Da werden häufig abenteuerliche Schriftmischungen vor-
genommen, Headlines aus der Fraktur im Versalsatz produziert
und die Frage, ob die ausgewählte Schrift eigentlich zum Inhalt
des Textes paßt, scheint ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein.



Steht nicht in Mainz, sondern in Boltenhagen (Ostsee)

Woraus resultiert diese offensichtliche Unkenntnis? Doch wohl auch
aus dem Nichtwissen um den Ursprung und die Herkunft jener Schrift,
die uns tagtäglich umgibt und mit der wir allzu häufig respektlos umgehen.



Das Satzregal: Arbeitsplatz des Schriftsetzers im Bleisatz

Haben unsere Professoren, Ausbilder und Berufsschullehrer in den
zurückliegenden Jahren zuviel Technik und zu wenig Theorie
vermittelt, oder sind die Defizite bereits den allgemeinbildenden Schulen
anzulasten? Wie auch immer: Schrift bleibt auch im Zeitalter des Internet
und des Database publishing unser wichtigster Informationsträger, sie bleibt,
wie Hildegard Korger sehr richtig bemerkt, eines der kostbarsten Kultur-
güter der Menschheit. Grund genug also, sich mit den Wurzeln unserer
Lateinischen Schrift zu befassen.

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten;
oder wie der Typograf Kurt Weidemann es ausgedrückt hat:
Wer das Woherkommen nicht ergründet, findet im Wohingehen
keinen Halt. Typographie sucht nicht nach allem, was noch möglich
ist, sondern fragt nach dem, was nötig ist.

Also, auf in die Vergangenheit, genauer gesagt, in das
6. Jahrtausend vor der Zeitwende.




„Der Schriftsetzer soll außer den technischen Kenntnissen, welche er während seiner
Lehrzeit sich aneignet, zuvörderst mit seiner Muttersprache vertraut sein, außerdem
die Umgangs- und alten Sprachen, wenigstens französisch, englisch, lateinisch,
griechisch und hebräisch, so weit pflegen, um die grammatikalischen Grundregeln
zu verstehen; ein hoher Grad von Vollkommenheit ist nicht erforderlich, und er kann
das Nöthige durch Selbstunterricht lernen.
Ebenso wird ihm eine lexikalische und tagesgeschichtliche Belesenheit stets ein
sicherer Führer sein bei der so großen Mannichfaltigkeit des literarischen Stoffes,
welcher ihm unter Hand und Auge kommt…“


Carl August Franke: Katechismus der Buchdruckerkunst. Leipzig, 1862



Inhaltsübersicht
Letzte Aktualisierung: 07. 02. 2012

Seite 1:
Lagen die Wurzeln in Alteuropa?
Kreta und Zypern

Seite 2:
Das phönikische Konsonantenalphabet.
Die griechische Schrift

Seite 3:
Die Schrift der Etrusker.
Alpine Schriften.
Die Runen.
Die Westgotische Schrift

Seite 4:
Capitalis monumentalis.
Die Römische Stempelschrift.
Römische Kursiv.
Die Buchschriften.
Römische Unziale und Halbunziale

Seite 5:
Die irreführende Bezeichnung »Nationalschriften«.
Die Karolingische Minuskel.
Die weitere Entwicklung bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts.
Kurrent und Sütterlin.
Leserbrief

Literatur:
Von A wie ATF bis Z wie Zapf

Ziffern:
Zur Geschichte der arabischen Ziffern.
Das griechische Alphabet.
Das bulgarische Alphabet

Bleisatz:
Souvenirs aus der Bleisatz-Zeit

Klassifikation:
Schriftklassifikation nach DIN 16 518
Gruppen I bis IX

Gebrochene:
Gruppen X bis XI
Eine neue DIN-Norm?
Das runde r in älteren gebrochenen Schriften.
Musterschüler oder: Über die Schwierigkeiten ...
»Als Ur-Opa nach Braunschweig zog«: Ein nicht
veröffentlichter Leserbrief an die Braunschweiger Zeitung.
Lesehilfe

Frakturverbot:
Schrift als Politikum

Schrift(liches):
Aus dem Kuriositätenkabinett:
Die Centralschrift von 1853.
Der Ursprung des Lang-s.
Die Ligatur ß.
Brauchen wir ein Versal-ß ?
Geheimnisvolle Zeichen.
Eine zeitlose Schrift: Cooper Black

Schriftgießer:
Verzeichnis bekannter Schriftgießereien.
Bezeichnungen der Schriftgrößen im Bleisatz
in Spanien und Deutschland.

Bezeichnungen der Schriftgrößen im Bleisatz
in England und USA

Galerie 1:
Gebrochene Schriften in Kirgisien.
Blackletter today: Beispiele
aus Berlin und Braunschweig


Typedesigner:
Kleine Auswahl internationaler Schriftkünstler und ihrer Schriften

Stammbaum:

Versuch, die Entwicklung der Lateinischen Schrift
in Form eines Stammbaumes darzustellen.
Die Ausbreitung der Schrift in Vorderasien, Nordafrika
und Europa bis zum Mittelalter (Karte).

Zeitleiste zur Schriftentwicklung.
Entwicklungsstadien der Lateinischen Schrift

Schriftliste1:
Verzeichnis von Bleisatzschriften der Gruppe X
nach DIN 16 518 (Gebrochene Schriften).
Über 500 Abbildungen historischer Schriften.

Schriftliste2:
Verzeichnis von Bleisatzschriften der Gruppe VIII
nach DIN 16 518 (Schreibschriften)

Druckgeschichte:
500 Jahre Braunschweiger Druckgeschichte.
Verbreitung der Buchdruckerkunst in Europa.
Zitate

Galerie 2:
Kleine Typogalerie

Verschiedenes
Korrekte An- und Abführungen in den
wichtigsten europäischen Sprachen.

Die Bleiletter.
Mehr oder wenige prominente Menschen,
die den Beruf des Schriftsetzers erlernt haben.

Einige Druckereien, die auch im Jahre 2011
noch Handsatz und Buchdruck anbieten.
Hochschulen, an denen noch Werkstätten
für Handsatz und Buchdruck bestehen.

Wichtige Sonderzeichen
auf der Mac-Tastatur.



IN  MEMORIAM
Prof. Klaus Grözinger

Geboren am 18. 02. 1923 in Friemersheim (Niederrhein)
Gestorben am 20. 07. 2011 in Braunschweig

Zitate
»Die mythische Bibliothek von Alexandria war das Symbol eines unerfüllten
Strebens nach Allwissenheit; die Bibliothek des Internets ist das Symbol eines
scheinbar erfüllten Traums von der Allgegenwart sämtlichen Wissens.
Die antike Bibliothek, die alles enthielt, was möglich war, ist zur Bibliothek
geworden, die alles Mögliche enthält.«
Hans-Dieter Schütt


»Der Neoliberalismus ist der größte Irrtum in der Geschichte
des ökonomischen Denkens.
«

Rudolf Hickel

»Die Gewerkschaften haben die Bedeutung der Meinungsmache und
die Dominanz ihrer Gegenseite nicht gesehen und haben es versäumt,
den Aufbau von Gegenöffentlichkeit zu organisieren oder wenigstens
dabei mitzuwirken. Nicht nur bei der Riester-Rente, auch beim Thema
Agenda 2010, bei der Konjunkturpolitik, bei der Kampagne zu den
Lohnnebenkosten, zu den Steuer-Abzügen und damit gegen öffentliche
Leistungen. Nicht einmal bei der Kampagne gegen den angeblichen
Gewerkschaftsstaat sind sie aufgewacht.«

Albrecht Müller

»Die seit zwei Jahren betriebene Politik hat nicht das Geringste
mit der Rettung des Landes und der Wirtschaft zu tun, sondern
stellt einen Plan zur Verarmung der Griechen dar.«
Alexis Tsipras

OXI ΣΤΙΣ ΑΠΟΛΥΣΕΙΣ
Nein zu Entlassungen
Solidarität mit dem griechischen Volk

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