
( 2. Charta Familiae - Haus Magnus )
3. Die Straße des Teufels - Familienansichten
![]()
Excusez-moi! Kann ich Euch irgendwie behilflich sein? Ihr kommt mir so vollkommen deplaziert und orientierungslos vor. Lasst mich Euch durch dieses Anwesen geleiten!
Mein Name? Nennt mich Darleen Molloy! Hier entlang, tout droit, s´il vous plaît.
Lasst Euch nicht irritieren von dem einlullenden Summen der Geräte, es vermittelt ein inniges Sicherheitsgefühl, findet Ihr nicht? Nein, konzentriert Euch lieber auf die wundervolle, melancholische Musik, die umschmeichelnd aus den unsichtbaren Lautsprechern klingt - wisst Ihr, ein altes Haus ist niemals still
Diese Musik, sie erinnert mich ein wenig an alte, französische Lieder, erklungen in barocken Schlössern mit ihren prachtvollen Ballsälen.
Musik, die die Fähigkeit besitzt, Seelen zu betören und sie zu verbinden!
Allons, bon, ça suffit maintenant!
Wer versucht über Musik zu sprechen, versucht sicherlich auch, zu Architektur zu tanzen, welch ein Narr!
Französisch, ja, der hohe, schmale Durchgang - des Teufels Straße - der mit Spitzenbögen geschmückt ist und zu einer langgestreckten Empore führt, unter der die Festlichkeiten stattfinden.
Die Wandbemalung, die an Illustrationen aus frommen Büchern erinnert, in denen Dichter an Königshöfen ihre Balladen vortrugen.
Man kann den Geruch von Eitempra und Kerzen geradezu leibhaftig riechen, findet Ihr nicht?
Comment?
Ah, Euch ist mein Lächeln aufgefallen?
Nein, wir können unsere Fangzähne nicht einziehen. Weshalb auch?
Ist dieses Risiko, dass man UNS wohlmöglich entdeckt, so nicht noch viel aufregender?
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und WIR wagen viel, traue ich mich zu behaupten!
Man braucht Mut, Leidenschaft und neue Ziele, Ihr stimmt mit mir doch überein in diesen Punkten?
Ob wir alle so sind? Uns Gleichen? Aber nein, keineswegs. Wir mögen eine Familie sein, aber wir sind Individuen durchaus ausgeprägter Persönlichkeiten.
Aus nahezu jeder Epoche wählen wir was uns gefällt und nehmen es an uns.
Alors, lasst Euch hier auf diesem burgundenen, damastbezogenen Diwan nieder! Burgund - die Farbe des Blutes, nicht des Weines…
Oh - genießt doch bitte die Aussicht, die Euch die Stadt mit ihren sanften Lichtern zu Füßen legt, seht aus dem Fenster, welches die gesamte gläserne Wand vor Euch einnimmt.
Am Horizont verbluten noch die letzten Strahlen auf den Wolken deren Duft noch immer den Blüten im Garten anhaftet.
Keine Sonne mehr am zinnoberroten Himmel, allein der silberne Vollmond und eine Flut Myriaden kühler Sterne, deren Lichter wie Diamanten funkeln.
Meine Tränen - Diamanten für Euch! Wir schmücken uns mit unserem Schmerz und unsere Trauer tragen wir wie andere Samt.
Ach, wie unaufmerksam von mir! Habt vielen Dank für diese wundervolle weiße Rose - bringt man diese nicht meist zu Beerdigungen mit?
Aber nein, ich habe schon verstanden, es ist ...meinetwegen, nicht?
Lasst mich nur schnell nach einer passende Vase für sie finden, ich werde gleich wieder bei Euch sein...

( Darleen Molloy, Haus Magnus, TdV )
Sie sind anmutig, geschmeidig und makellos
intelligent und verführerisch...
zugleich leidenschaftlisch und gefährlich...
mysteriös und geheimnisvoll...
Vampire, in den Augen der Sterblichen
Sie haben bereits von den anderen Vampiren gehört die ihre eigenen Bücher oder Autobiographien geschrieben haben. Ob Sie ihnen ihre „Stell-Dich-Ein“s abgekauft haben oder nicht bleibt Ihnen überlassen.
Sie können ihnen glauben schenken und von dem romantischen, wunderschönen gefallenen Zeraphinen schwärmen deren einziges Objekt der Begierde das süße Blut – oder auch nicht.
Doch mir sollten sie lieber glauben!
Und wenn eines Nachts einer dieser lebendigen Legenden unter einem Laternenpfahl auf Sie wartet um Ihnen ihre Lebenslichter zu löschen…sagen Sie nicht, ich hätte sie nicht gewarnt!
Denn was ich Ihnen anbiete ist die Wahrheit.
Glauben Sie mir.
Vertrauen Sie mir.
Ich werde Sie nicht enttäuschen.
Man braucht nicht lange zu suchen und man ertrinkt in Informationen über Untote und Beweise oder Leugnungen für ihre Existenz. Vieles davon stellt den Vampir hoffnungslos romantisiert als dunklen Engel dar der zwischen den Fronten Gottes und des Teufels verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt während er von einem Fuß auf den anderen hüpft, oder als blutrünstiges, kaltes Monster dessen einzige Erfüllung der Geschmack des süßen, lebensspendenden Blutes ist.
Blut- das Elixier das gleichsam für das Leben und den Tod steht.
Wer jemals bewusst einen Säugling beim saugen an der Mutterbrust beobachtet hat, dem wird die Behauptung, dass das Säugetier Mensch ein Vampir ist, vielleicht garnicht so absurd erscheinen. Er tötet zwar sein Opfer, das heißt die Mutter, nicht und huldigt so einen "sanften Vampirismus", doch gleichwohl schwächt er sie, indem er ihr das Lebenselixier ( das "weiße Blut" ) entzieht, das er selbst für sein Überleben benötigt.
Weißes Blut und rote Milch,
zwischen beiden Stoffen gibt es innige Beziehungen:
Beides sind stark nährende Flüssigkeiten und Sinnbilder lebensspendender Kraft.
Ich muss immer lächeln wenn ich mal wieder etwas über diese glorifizierten, lichtdurchfluteten Monster lese. Denn auch wenn es meistens einfach nur Gedanken eines normalen Sterblichen sind, der in Wirklichkeit noch nie einem seiner Gentleman-Tode begegnet war, so war doch oft viel unausweichliche Wahrheit in dem was sie schrieben, sodass es meine Augen mit einem blutigen Schleier feuchter Tränen verhang. Diese Neigung im Düsterem und Verderbten noch immer diese melancholische Schönheit zu erkennen….das stimmt. Es gibt keine Zeit mehr und nichts ist hässlich. Es kann nichts hässlich sein, betrachtet man es richtig. Damit will ich jetzt nicht sagen das ein Vampir stets glücklich und zufrieden ist, oh nein, ich würde nicht zu Ihnen sprechen wenn ich Ihnen sagen wollen würde, dass ein Vampir glücklich und zufrieden ist.
Unauffälligkeit.
Genau das ist es, das uns, meiner Meinung nach, schützt und uns die Jahrhunderte überleben lässt.
Stellen Sie sich vor, sie seien ein wunderschöner Vogel dessen Spezies totgeglaubt oder in Vergessenheit geraten ist. Würden Sie sich einem Forscher offenbaren, damit er Sie einfängt und in einem goldenen Käfig steckt um Sie zu untersuchen um gierig immer mehr und immer mehr und immer mehr über Sie herauszufinden bis die herausgerupften, wunderschönen Federn in ihrer Farbenpracht verblassen? Oder was passiert wenn er sie gar für eine Bedrohung und für gefährlich hält? Was denken Sie, wie groß würden dann noch Ihre Chancen sein lebendig und an einem Stück das Laboratorium zu verlassen, wenn sie Sie nicht dort behalten würden bis zum Ende ihrer Tage….was bei einem Vampir bekanntlich so einiges dauern kann. Und wer garantiert dafür, dass dann nicht schon wieder so eine hysterische Hexenjagd entbrennt und die Menschen anfangen sich für Jonathan Harker oder Abraham Van Helsing zu halten?!! Zurück zur Frage an den schönen Vogel: Würden Sie es also tun? Sich ausliefern? – Nein. Natürlich nicht.
Daher ist eine der wichtigsten Regeln, unauffällig zu sein. Unauffällig sein heißt mit der Zeit gehen. Und bei Gott diese Vampire hier machten Zeit! Sie waren die Former von Morgen und bestimmten über die Zeit!
Dazu fallen mir gerade ein paar Hollywood-Vampirfilme ein, in denen die jungen und modernen Vampire immer als krank und verrückt dargestellt werden, denen ihr unsterbliches Blut zu Kopfe gestiegen ist. Sie werden immer als unvorsichtig und selbstmörderisch beschrieben, die unaufhörlich auf die eigens heraufbeschwörte und unabwendbare Katastrophe zusteuern und die den alten und weisen Vampire ein Dorn im Auge sind da sie diese Aufmerksamkeit die dadurch auf sie gezogen wird fürchten. Klingt einleuchtend und kommt einem auch irgendwie bekannt vor, nicht?
So ein Unsinn!
Soll ich Ihnen einmal sagen was wirklich auffällig und somit gefährlich und riskant wäre?! Eben diese alten Vampire, die in ihrer Zeit gefangen sind und heute noch so sehr an der Zeit in der sie starben hängen, dass sie sich noch immer so kleiden, sprechen und benehmen! Sie würden die eigentliche und wahrhaftige Gefahr für das Überleben unserer Art darstellen und nicht etwa die modernen Vampire! Diese nostalgischen Vampire sollten den Menschenkindern auf Knien dafür danken das die Sterblichen dazu neigen, uns zu vergessen und Begegnungen mit uns durch sichere und logische Erklärungen wegzurationalisieren und in das Reich von Mythen und Geschichten zu verbannen. Das sie für alles eine wunderbare und einleuchtende Erklärung finden.
Jene Vampire sollten dankbar dafür sein, das es unter den Menschen eine Art Gesellschaft gibt, vielleicht könnte man es schon fast als eine Kultur bezeichnen, die unter ihrem Interesse für das Düstere und melancholische auch die längst vergangenen Zeiten der Kelten, Ägypter und des Mittelalters frönen. Sie kleiden sich in barocker Mode und hören sich Stücke aus der Epoche der Romantik an während sie sich auf Möbel setzen die ganz dem Stil der Renaissance nachempfunden werden und zitieren Edgar Allan Poe.
Sie sehen also, diese Vampire würden uns unter Sterblichen die den Gothic-Kult ausleben nicht wirklich bedrohlich werden, selbst wenn der Schleier der Ewigkeit ihre Schritte nicht verbergen würde. Man würde sie nur dafür bewundern wie genau sie sich doch in dieser und jener Zeit auskennen, man könnte ja schier glauben sie seien aus eben dieser Zeit entsprungen und mit einer Zeitmaschine in die Zukunft. Wie schön und ungewöhnlich der Klang ihres Akzents doch ist, wir vornehm ihre Wortwahl. Wie prachtvoll ihre Kleidung, wie schön sie doch sind und wie anziehend sie auf ihr Gegenüber wirken.
Nicht aber das sie so etwas besonders oft machen würden… sich unter Sterbliche begeben, meine ich. Nein es ist noch viel eher so das manche von den besonders Alten tatsächlich so etwas wie…Angst vor der modernen, technisierten Gesellschaft entwickeln. Diese fremde Welt die sie nicht mehr verstehen können. Sie distanzieren sich dann immer mehr und ziehen sich in die Zufluchten unter ihresgleichen zurück – hoffnungslose Einsamkeit – stiller Zorn..
Ihre Hilflosigkeit obwohl sie so mächtig sind macht sie, zumindest für mich, unheimlich interessant und faszinierend! Es gibt so unendlich vieles von ihnen zu lernen und zu erfahren …unvorstellbar… man sollte ihnen wieder beibringen zu leben!
Aber ich schweife ab.
Das genügt, mögen Sie sagen.
Ich stimme Ihnen zu.
D. Molloy

" Ich bin der Vampir Darleen.“
Verzeiht aber ich konnte mir diesen berühmt-berüchtigten Satz einfach nicht verkneifen!
Vorallem nicht als Angehörige des Hauses Magnus…schier ein Ding der Unmöglichkeit dieser Versuchung dann noch zu widerstehen!
Naja….ganz so anziehend wie bei L., unserem „Fürst der Finsternis“, klingt das ja dann doch nicht.
Schade eigentlich.
Ob ich die Anderen kenne, wenn ich schon zu dieser Familie gehöre?
Nun, einige von ihnen habe ich nur sehr flüchtig kennen gelernt, wenn überhaupt, doch bei wenigen darf ich sogar behaupten sie recht gut zu kennen.
Wie beispielsweise den ´Günstling des Teufels´, meinen Schöpfer D. der mir die Gabe der Finsternis schenkte, der anonyme ´Knabe aus dem „Gespräch mit einem Vampir“ ´ und M. unser aller geliebter Mentor unter dessem Dach ich einige Weile verbringen durfte. Sicherlich habe ich der einfachen Gegebenheit, dass ich der Zögling einem ihres Bundes der `Redseligen´ bin, nicht gerade wenig zu verdanken.
Wie ich zu dem geworden bin was ich von nun an Nacht für Nacht bin?
Nundenn, physisch ist das ganz schnell abgehandelt…und psychisch?
Ich könnte versuchen es für Euch in Worte zu hüllen und mit Beschreibungen zu ummanteln um es Euch näher zu bringen, und dennoch würdet Ihr es niemals wirklich begreifen können.
Nicht wenn Ihr es nicht schon einmal selbst erlebt habt.
Mein sterbliches Leben habe ich mit vielen Reisen verbracht. Bis ich ungefähr neun war verbrachte ich meine Kindheit hinter den verschiedensten Bühnen der zahlreichsten Theater und verbrachte dort meine Zeit mit Tänzer, Schauspieler, Musiker und anderen Künstler.
Nach der Schule und einem abgebrochenem Studium wandte ich mich dem Radio und dem Schreiben zu.
Ja, ich denke das wäre so gut und kurz zusammengefasst…
Und mein unsterbliches Leben? Mein Leben als Kind der Nacht?
Oh jetzt bringt Ihr mich ein wenig in Verlegenheit….
Mir wäre es lieber Ihr würdet mich bei einem möglichen Treffen selbst danach fragen und ich werde bereit sein, Euch davon zu erzählen, wenn Ihr Euch dazu bereit erklärt auch ein wenig von eurem Geheimnis preiszugeben.
Begebt Euch mit mir auf die ´Straße des Teufels´ und beweint die Schönheit der Nacht.
Darleen Molloy

Wir sind Trugbilder der Sterblichkeit, †
† und die Bühne ist das Trugbild der Wirklichkeit †
Du bist fünfhundert Jahre alt
und kannst nicht mal ein Telefon benutzen?
Was bist du, ein unsterblicher Idiot? †
~
† Die Unsterblichkeit dafür, wieder menschlich sterblich zu sein? †
† Ich glaube dir nicht †
~
† Louis´ Testament: seht her, die Leere! †
† und Lestat´s Geschichte:
und das und das und das, und es bedeutet nichts! †
Shall we begin, then?
Nur der MI verlässt sich ausschließlich auf seine eigenen Geistesgaben.
Das wahre Genie hingegen klaut hemmungslos bei anderen.
Das ist eigentich die höchste Form der Anerkennung, die man einem Künstler zollen kann.
( The Crow - der Unsterbliche )
Darleen Molloy