Lustiges/ Nachdenkliches

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> Wie fotografiere ich mein Meerschweinchen <


1. Nehmen Sie einen neuen Film aus der Schachtel und laden Sie Ihre Kamera.

2. Nehmen Sie die Filmschachtel aus dem Maul Ihres Meerschweinchens und werfen Sie diese in den Abfalleimer.

3. Fangen Sie das zwischenzeitlich entlaufene Meerschweinchen wieder ein und bürsten Sie die Spinnweben aus seinem Fell.

4. Wählen Sie den passenden Hintergrund für Ihr Foto.

5. Montieren Sie die Kamera und machen Sie sie aufnahmebereit.

6. Plazieren Sie Ihr Meerscheinchen auf dem vorbereiteten Platz und gehen Sie zur Kamera.

7. Vergessen Sie den Platz und kriechen Sie dem Meerschweinchen auf allen vieren nach.

8. Stellen Sie die Kamera mit einer Hand wieder ein ud locken Sie Ihr Meerschweinchen mit einem Stück Gurke.

9. Holen Sie ein Taschentuch und reinigen Sie die Kameralinse von den Gurkenspritzern.

10. Behandeln Sie Ihre Schnittverletzung durch das Schneiden der Gurkenstücke mit einem Pflaster.

11. Versuchen Sie Ihrem Meerschweinchen einen interessanten Gesichtsausdruck zu entlocken, in dem Sie Geräusche machen.

12. Fangen Sie Ihr verschrecktes Meerschweinchen wieder ein.

13. Reingen Sie die nasse Stelle unter Ihrem Meerschweinchen.

14. Rufen Sie Ihren Ehepartner, um beim Aufräumen des Chaos zu helfen.

15. Setzen Sie Ihr Meerschweinchen zurück in den Kfig, mixen Sie sich einen doppelten Martini und nehmen Sie sich vor, gleich morgen tolle Fotos von Ihrem Meerschweinchen zu machen ...

       (c) B. Klee -Meerschweinchen Journal 1996            


 

Die Geschichte der Engel

Ein kleiner roter Kater blieb plötzlich stehen.

Hinter ihm spielten Kätzchen auf einer bunten Sommerwiese, jagten einander und rauften spielerisch. Es sah so fröhlich aus, aber vor ihm, im klaren ruhigen Wasser des Teiches, sah er seine Mammi.

Und sie weinte bitterlich. Er tapste ins Wasser und versuchte, sie zu
berühren,und als er das nicht konnte, hüpfte er hinein. Nun war er ganz nass und Mammis Bild tanzte auf den Wellen fort.
"Mammi!" rief er. "Ist etwas nicht in Ordnung?"

Der kleine rote Kater drehte sich um. Eine Dame stand am Ufer des
Teiches, mit traurigen, aber liebevollen Augen.
Der kleine rote Kater seufzte und kletterte aus dem Wasser.
"Das muß ein Fehler sein", sagte er. "Ich sollte nicht hier sein".
Er sah zurück ins Wasser und das Bild seiner Mammi spiegelte sich wieder darin.

"Ich bin doch noch ein Baby. Mammi sagt, das muß ein Irrtum sein. Sie
sagt, ich darf gar nicht hier sein".
Die freundliche Dame seufzte und setzte sich ins Gras. Der kleine rote
Kater kletterte in ihren Schoß. Es war nicht Mammis Schoß, aber es war
fast genauso gut. Als sie begann, ihn zu streicheln und genau dort unter
dem Kinn zu kraulen, wo er es am liebsten mochte, fing er fast gegen
seinen Willen zu schnurren an.

"Ich fürchte, es ist kein Fehler. Es ist Dir bestimmt, hier zu sein, und
Deine Mammi weiß es tief in ihrem Herzen", sagte die Dame. Der kleine rote Kater seufzte und lehnte seinen Kopf an den Fuß der Dame.

"Aber sie ist so traurig. Es tut mir so weh, sie so weinen zu hören. Und
auch Daddy ist traurig". "Aber sie wußten von Anfang an, daß dies
geschehen würde". "War ich denn krank?"

Das überraschte den kleinen roten Kater. Niemand hatte jemals etwas
darüber gesagt und er hatte oft zugehört wenn sie dachten, er schliefe. Sie sprachen stets nur darüber, wie süß er doch war und wie schnell er gewachsen war.
"Nein, sie wußten nicht, daß Du krank warst", sagte die freundliche
Dame. "Aber dennoch wußten sie, dass sie die Tränen gewählt hatten".
"Nein, das taten sie nicht", sagte der kleine rote Kater. "Wer würde
schon Tränen wählen?"

Sanft küßte die Dame sein Köpfchen. Er fühlte sich sicher und warm und
geliebt - aber er war noch immer voll Sorge um seine Mammi. "Ich will
Dir eine Geschichte erzählen", sagte die Dame.

Der kleine rote Kater sah auf und sah die anderen Tiere näher kommen.
Katzen - Big Boy und Snowball, Shamus und Abby und auch Little Cleo und Robin. Merlin, Toby und Iggy und Zachary , Sweetie, Kamatta und Obie. Hunde auch - Sally, Baby und Morgan, Rocky und Belle. Sogar eine Eidechse namens Clyde und einige Meerschweinchen und ein Hamster namens Odo. Alle legten sich erwartungsvoll ins Gras rund um die Dame und sahen wartend zu ihr auf. Sie lächelte und begann:

"Vor langer, langer Zeit gingen die kleinen Engel zum Oberengel und
baten ihn um Hilfe, weil sie so einsam waren. Der Oberengel brachte sie
zu einer großen Mauer mit vielen Fenstern und ließ sie aus dem ersten
Fenster auf alle möglichen Dinge schauen - Puppen und Stofftiere und
Spielzeugautos und vieles mehr. "Hier habt ihr etwas, das ihr lieben
könnt,", sagte der Engel. "Diese Dinge werden eure Einsamkeit
vertreiben". "Oh, vielen Dank", sagten die kleinen Engel. "Das ist
gerade, was wir brauchen".

"Ihr habt das Vergnügen gewählt", erklärte ihnen der Oberengel.
Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück.
"Dinge kann man schon lieben", meinten sie. "Aber sie kümmern sich nicht
darum, daß wir sie lieben". Der Oberengel führte sie zum zweiten
Fenster. Sie sahen hinaus und sahen alle möglich Arten wilder Tiere.
"Ihr könnt diese Tiere lieben", sagte er. "Sie werden wissen, daß ihr
sie liebt." Die kleinen Engel waren begeistert. Sie liefen hinaus zu den
Tieren. Einer gründete einen Zoo, ein anderer ein Naturschutzgebiet,
einige fütterten die Vögel.

"Ihr habt die Befriedigung gewählt", sagte der Oberengel.
Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück.
"Sie wissen, daß wir sie lieben", sagten sie. "Aber sie lieben uns nicht
wieder. Wir möchten auch geliebt werden."
So führte sie der Oberengel zum dritten Fenster und zeigte ihnen die
Menschen. "Hier sind Menschen zum Lieben", erklärte er ihnen.
Die kleinen Engel eilten hinaus zu den Menschen.
"Ihr habt die Verantwortung gewählt", sagte der Oberengel.
Aber bald waren sie wieder zurück.
"Menschen kann man schon lieben", klagten sie "aber oft hören sie auf,
uns zu lieben und verlassen uns. Sie brechen unsere Herzen."
Der große Engel schüttelte den Kopf.
"Ich kann euch nicht mehr helfen. Ihr müßt mit dem zufrieden sein, was
ich euch gegeben habe." Da entdeckte einer der kleinen Engel ein
weiteres Fenster und sah kleine und große Hunde und Katzen,
Eidechsen, Hamster und Frettchen. Die anderen liefen herbei und
bestaunten sie. "Was ist mit denen?" riefen sie.
Aber der Oberengel schob sie vom Fenster weg.
"Das sind Gefühlstrainer", sagte er. "Aber wir haben Probleme mit ihrem
Operating System." "Würden sie wissen, daß wir sie lieben?" fragte
einer. "Ja", erwiderte der Oberengel widerstrebend.
"Und würden sie uns wiederlieben?" fragte ein anderer.
"Ja", erwiderte der große Engel. "Werden sie je aufhören, uns zu
lieben?" riefen sie. "Nein", gestand der große Engel. "Sie werden euch
für immer lieben." "Dann sind sie genau das, was wir uns wünschen",
riefen die kleinen Engel. Aber der Oberengel war sehr aufgeregt.
"Ihr versteht nicht", erklärte er ihnen. "Ihr müßt sie füttern.
Und ihr müßt ihre Umgebung reinigen und immer für sie sorgen."
"Das tun wir gerne", riefen die kleinen Engel.
Und sie hörten nicht zu. Sie beugten sich nieder und nahmen die zahmen
Tiere in die Arme und die Liebe in ihrem Herzen spiegelte sich in den
Augen der Tiere. "Sie sind nicht gut programmiert" rief der Oberengel,
"es gibt keine Garantie für sie. Wir wissen nicht, wie lange sie halten. Manche hören sehr rasch auf zu funktionieren, und manche halten länger!"

Aber das kümmerte die kleinen Engel nicht. Sie drückten die warmen
weichen Körperchen an sich und ihre Herzen füllten sich mit Liebe, so
daß sie fast zersprangen. "Wir haben unsere Chance!" riefen sie.
"Ihr versteht nicht", versuchte es der Oberengel zum letzten Mal. "Sie
sind so gemacht, daß selbst der Haltbarste von ihnen euch nicht
überleben wird. Euer Schicksal wird sein, durch ihren Verlust zu
leiden!"

Die kleinen Engel betrachteten die Tiere in ihren Armen und schluckten.
Dann sagten sie tapfer: "Das macht nichts. Es ist ein fairer Tausch für
die Liebe, die sie uns geben." Der Oberengel sah ihnen nach und
schüttelte den Kopf. "Nun habt ihr die Tränen gewählt", flüsterte er.

"Und so ist es auch geblieben", meinte die freundliche Dame. "Und jede
Mammi und jeder Daddy weiß das. Wenn sie euch in ihr Herz schließen,
wissen sie, daß ihr sie eines Tages verlassen werdet und sie weinen
müssen." Der kleine rote Kater setzte sich auf.
"Warum nehmen sie uns dann zu sich?" fragte er erstaunt.
"Weil auch nur eine kurze Zeit eurer Liebe den Kummer wert ist."
"Oh", sagte der kleine Kater und starrte wieder in den Teich. Da war
noch immer das Bild seiner Mammi, weinend. "Wird sie jemals aufhören zu weinen?" Sie nickte.

"Sieh, der Oberengel bedauerte die kleinen Engel. Er konnte die Tränen
nicht wegzaubern, aber er mochte sie besonders."
Sie tauchte die Hand in den Teich und ließ das Wasser von ihren Fingern
tropfen. "Er machte heilende Tränen aus diesem Wasser. Jede Träne
enthält ein bißchen von der glücklichen Zeit und all dem Schnurren und
Streicheln und der Freude an Dir. Wenn Deine Mammi weint, heilt ihr
Herz. Es mag seine Zeit dauern, aber durch ihre Tränen fühlt sie sich
besser. Nach einiger Zeit wird sie nicht mehr so traurig sein, wenn sie an Dich denkt, und sich nur der schönen Zeit erinnern. Und sie wird ihr Herz wieder für einen neues Kätzchen öffnen."

"Aber dann wird sie eines Tages wieder weinen!"
Die Dame lächelte ihn an und stand auf. "Aber sie wird auch wieder
jemanden liebhaben. Daran wird sie denken".

Sie nahm Big Boy und Snowball in ihre Arme und kraulte Morgan genau dort am Ohr, wo sie es so mochte. "Sieh nur, die Schmetterlinge kommen.
Sollen wir nicht spielen gehen?"

Die anderen Tiere liefen voraus, aber der kleine rote Kater wollte seine
Mammi noch nicht verlassen. "Werden wir jemals wieder zusammen sein?"
Die freundliche Dame nickte.

"Du wirst in den Augen jeder Katze sein, die sie ansieht. Und sie wird
Dich im Schnurren jeder Katze hören, die sie streichelt. Und spät in der
Nacht, wenn sie einschläft, wirst Du ihr nahe sein und ihr werdet beide
Frieden haben. Und bald, eines Tages, wirst Du ihr einen Regenbogen
senden, damit sie weiß, daß Du in Sicherheit bist und hier auf sie
wartest."

"Das gefällt mir", sagte der kleine rote Kater und warf einen letzten
langen Blick auf seine Mammi. Er sah ihr Lächeln unter ihren Tränen und
wußte, daß ihr eingefallen war, wie er fast in die Badewanne gefallen
wäre. "Ich hab' dich lieb, Mammi", flüsterte er. "Es ist schon okay,
wenn Du weinst".

Er blickte zu den anderen, die spielten, und lachten mit den
Schmetterlingen. "Oh, Mammi! Ich gehe jetzt spielen, okay? Aber ich
werde immer bei Dir sein, das verspreche ich."
Dann wandte er sich um und lief den anderen...

 


 



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