
Mit dem Erwerb eines Meerschweinchens übernimmt man auch die Verantwortung für ein sehr geselliges Tier, welches ca. 5 bis 8 Jahre alt werden kann und nie allein gehalten werden sollte!
Auch die größte Zuwendung kann den Artgenossen nicht ersetzen, zwei Tiere werden genauso zahm wie eins und der Arbeitsaufwand ist auch nicht höher.
Ideal ist die Vergesellschaftung von zwei Böckchen. Sie vertragen sich auch als erwachsene Tiere viel besser als zwei Weibchen, bei denen es später oft böse Beißereien gibt, und Böcke riechen auch nicht strenger.
Zu einem bereits vorhandenem Tier kann man ein zweites vom gleichen Geschlecht dazu geben, nur muss „der Neue“ ein Jungtier ( ca. 4-12 Wochen alt ) sein.
Beim Kauf bitte darauf achten, dass die Tiere einen gesunden Eindruck machen, die Nase muss trocken, die Augen klar, das Fell glänzend und ohne Kahlstellen und die Afterregion sauber sein.
Wenn man einige Punkte beachtet, ist die Haltung und Pflege der Meerschweinchen recht unkompliziert.

Das Meerschweinchen wird ab und zu gebürstet ( besonders langhaarige Tiere ),bei Verschmutzung und Haarknoten schneidet man das Haar etwas kürzer.
Die Ohren werden regelmäßig kontrolliert und evtl. gereinigt, die Krallen müssen geschnitten werden. Beides lässt man sich vom Fachmann zeigen, um Verletzungen zu vermeiden.
Auch die Schneidezähne sollten kontrolliert werden, sie können abbrechen und so dem Tier das Fressen erschweren. In dem Fall gibt man ca. 10 Tage lang Obst und Gemüse kleingeraspelt, die Zähne wachsen schnell wieder nach. Bei allen Krankheitsanzeichen sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Ernstzunehmen sind vor allem: Durchfall, Futterverweigerung und das Sträuben des Fells. Gegen Haarlinge und andere Ektoparasiten gibt es hilfreiche Sprays und Puder, man kann die Tiere auch
vorbeugend mit Ivomec (Tierarzt) behandeln lassen.
Von Badebehandlungen sollte man, soweit es geht, Abstand nehmen, Meerschweinchen erkälten sich leicht und eine evtl. Lungenentzündung endet tödlich.
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Viele wichtige Tipps und Tricks konnten Sie auch im deutschen Fachblatt für Meerschweinchenhalter und –Züchter nachlesen,dem >>Meerschweinchen Journal<<.
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Die Haltung

Der Käfig sollte mind. ca. 50 x 120 cm groß und sicher vor anderen Haustieren,wie Hund und Katze, sein. Er muss an einem ruhigen, zugfreien Ort stehen und nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein, da die Meerschweinchen sehr
hitzeempfindlich sind und schnell einen Hitzschlag erleiden können. Darauf muss man auch achten, wenn die Tiere im Sommer draußen gehalten werden.
Meerschweinchen vertragen durchaus auch Minusgrade, vorausgesetzt der Stall ist trocken, zugfrei und bietet einen warmen Unterschlupf. Werden die Tiere im Kinderzimmer untergebracht, sollten die Eltern täglich auf Sauberkeit und Fütterung achten. Im Käfig sollte sich ein Häuschen (pro Tier), feststehende Futternäpfe, eine Wasserflasche und ein Mineralleckstein befinden.
Als Einstreu geeignet ist fein gehäckseltes Stroh und staubfreie Holzspäne. Als Untergrund kann man Katzenstreu oder Strohpellets nehmen, beides saugt sehr
gut und bindet den Geruch. (Die Strohpellets sind als alleinige Einstreu jedoch für die zarten, nackten Meerschweinchenfüße zu grob !)
Im Herbst kann man auch etwas Buchen- oder Eichenlaub über die Einstreu geben.Die Meerschweinchen lieben es darauf zu laufen und daran zu knabbern.
Käfig und Inventar sollten mind. einmal wöchentlich gereinigt werden. Dazu gehört auch eine gründliche Desinfektion (z.B. mit Sagrotan) um Krankheiten vorzubeugen.
Ganz besonders wichtig ist zu jeder Zeit –also auch im Sommer, wenn frisches Grün gereicht wird, ausreichend Heu. Gutes Heu ist staubfrei und riecht aromatisch, nie muffig !
Daneben gibt man Kraftfutter, pro Tag und Tier etwa einen Esslöffel voll. Hier muss man darauf achten, das dem Futter Vitamin C zugesetzt ist und der Anteil an Körnern (vor allem Weizen) so gering wie möglich ist, denn das sind die giftigen Dickmacher. Wir empfehlen Cavies Special / Cavies Tima - da ist alles drin, was das Meerschweinchen braucht und auch gern frisst!(Beugsquelle bitte anfragen!)
An Obst und Gemüse fressen die Meerschweinchen gern:
Paprika (egal ob rot, grün oder gelb, enthält viel Vitamin C), Möhren, Rote Beete, Graß + Löwenzahn (nicht an der Straße oder von Hundewiesen holen), Runkeln, Chicoree, Endiviensalat, Fenchel, Petersilie (viel Vit. C), Salatgurken (ohne Nährwert aber idealer Wasserspender bei Transporten), Äpfel (für Jungtiere wichtig), Wasser- + Honigmelone, Orangen, Kiwi, Weintrauben, Hagebutten und Kohlrabiblatt und –Knolle (wenig).
Nicht geeignet sind Kohl (bläht !) und grüner Salat (ohne Nährwert, mit zuviel Phosphat), beides verursacht Durchfall. Obst + Gemüse sollte vor der Gabe immer gewaschen werden und faule oder schimmelnde Stellen müssen weggeschnitten sein.
Ab und zu ein trockener Weiden- oder Obstbaumzweig und etwas trockenes Brot sorgen für Abwechselung und halten die Zähne in Form.
Trinkwasser sollte täglich erneuert werden, in der kalten Jahreszeit kann man alle 14 Tage ein Multivitaminpräparat zugeben und abwechselnd zum Wasser auch Tee ( z.B. Fenchel- , Spitzwegerich- oder Brennnesseltee ) anbieten.


Die abwechselungsreiche Fütterung der Meerschweinchen
So unterschiedlich wie die Jahreszeiten kann und sollte sich auch die Fütterung der Meerschweinchen gestalten – denn die Tiere lieben wie wir die Abwechselung.
Im Januar ist es meist sehr kalt und wenn das Trinkwasser gefriert kann man stattdessen ein Stück Runkelrübe ( Zuckerrüben sind nicht so geeignet und werden von den Tieren auch meist verschmäht ) geben, sie ist sehr wasserhaltig. Die Runkel (und auch Möhren) darf keinen Frostschaden haben, der Verzehr führt dann zu lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen und zum Verwerfen bei trächtigen Säuen. Anstatt frischer Runkelrüben kann man auch getrocknete Rübenschnitzel verwenden, die ca. 12 Stunden vor der Fütterung mit ausreichend Wasser aufgequollen werden müssen. Niemals die Rübenschnitzel ( gibt es lose oder als Pellets, wobei die Pellets eine etwa doppelt solange Einweichzeit haben ) trocken verfüttern ! Sie würden im Magen aufquellen, ihr Volumen verdoppeln und somit zum qualvollen Tod der Tiere führen!
Wenn nicht genügend Frischfutter geboten werden kann, oder nur wenig Treibhausware zur Verfügung steht, sind zusätzliche Vitamingaben, vor allem von Vitamin C, sehr wichtig. Sehr gehaltvoll sind hier Paprika, Petersilie, Rote Beete, Chicoree und Orangen. Vitamin C Pulver im Trinkwasser nutzt nicht viel, weil sich das Vitamin bei Lichteinfall binnen 2-3 Stunden abbaut und somit wertlos ist. Außerdem trinken die Tiere sehr unterschiedlich – manche viel, andere fast gar nichts. Die beste Absicherung bieten Kraftfutter Pellets mit einem Gehalt an Vitamin C von mind. 1200 mg ( besser 3000 mg ) pro Kilo Pelletfutter. ( Inhaltsangabe beachten ! Der Hinweis > mit Vitamin C < ist oftmals irreführend, da der Zusatz von nur 400 mg nicht ausreichend ist ! )
Als Faustregel gilt bei Kraftfutter: Je höher der Anteil an Getreide, vor allem Weizen, desto minderwertiger das Futter. Lediglich Haferkörner bekommen den Meerschweinchen, der eiweißhaltige Weizen oder gar Roggen kann bis hin zur Leberzerrose führen!
Das Trinkwasser sollte einmal wöchentlich durch z.B. Spitzwegerich oder Fenchel Tee ersetzt werden. Dieser Tee ist leicht zuzubereiten, schmeckt den Tieren sehr gut und schützt sehr wirksam vor Erkältungskrankheiten.
Beim Beschneiden der Obstbäume fallen jetzt junge Zweige zum Knabbern ab, die bei den Meerschweinchen sehr beliebt sind. Vorsicht ! Wirklich nur Obstbaumzweige geben, um giftige Hölzer ( z. B. Eibe, Goldregen ) auszuschließen.
Ende März kann mit der Einsaat von Petersilie und Möhren begonnen werden. Diese Samen sind frostbeständig und so kann man sie auch getrost auf den Schnee geben, mit der Schmelze sickern sie dann von allein in das Erdreich ein.
Die ersten Gräser und jungen Triebe der Brennnesseln können gepflückt werden. Das erste Grün ist besonders für trächtige und säugende Muttertiere sehr wichtig und sollte zudem mit der mäßigen, aber regelmäßigen Gabe von Endiviensalat ( fördert den Milchfluß ) ergänzt werden.
Zu Beginn des April gibt es noch einige Wintersalate, die gut für die Fütterung der Meerschweinchen geeignet sind:
- Feldsalat enthält viel Vitamin A und C, ist reich an Phosphor und Kalzium, kurz einer der vitaminreichsten Salate überhaupt.
- Chicoree ist sehr reich an Vitamin C, enthält Kalk und Phosphor, wirkt harntreibend und säurebindend.
- Radiccio ist auch sehr reich an Vitamin C, er wird im Winter aus Italien importiert.
Ab Anfang Mai gibt es dann wieder frisches Grün.
Vorsicht bei der Umstellung ! Zu Beginn des Wachstum ( also in den ersten vier bis sechs Wochen ) ist das Gras sehr eiweißhaltig und kann dann, ähnlich wie Weizen, zu den gefürchteten Toxikosen
( besonders bei trächtigen Säuen ) und zu lebensbedrohenden Durchfällen führen.
Die Meerschweinchen also mit geringen Mengen daran gewöhnen und langsam durch Gras das bisherige Frischfutter ersetzen.
Das frische Grün sollte man nicht von fremden Weiden oder Wiesen der Bauern ernten, dort wird jetzt frisch gedüngt und das kann man nicht immer feststellen. Auch an Wegrändern, am Waldrand oder von Hundeauslauf – Wiesen sollte kein Grün geholt werden, es könnte mit Bandwurmfinnen behaftet sein. An stark befahrenen Straßen ist das Grün zu verschmutzt. Das Grünfutter nie nass lagern, weil es schnell heiß werden kann und zu gären beginnt. Zur Lagerung muss das Gras immer gut aufgeschüttelt auf kühlem Boden ohne direkten Sonneneinfluss ausgebreitet werden. Immer nur soviel Gras mähen, wie an einem, höchstens zwei Tagen verfüttert werden kann. Auch ist darauf zu achten, nicht unter giftigen Büschen oder Bäumen zu mähen, da Samen und Zweige davon im Gras liegen und so mit aufgenommen werden!
Ende Mai ist es dann Zeit zum einsäen, bzw. zum pflanzen von Karotten, Mais, Topinambur, Fenchel, Paprika und Petersilie. Wenn möglich, immer ein sogen. Frühbeet oder ein Gewächshaus zur Anzucht nutzen und nachdem die Saat aufgegangen ist, das pikieren ( also ausdünnen der jungen Triebe ) nicht vergessen.
Mitte Juni beginnt die Heuernte.
Besonders das Brennnesselheu ist für die Meerschweinchen sehr gut, da es sehr gehaltvoll ist. Man erntet die Brennnesseln und hängt sie dann in kleinen Mengen zum trocknen an den Stengeln auf (immer ca. 10 – 15 Stengel bündeln). Nicht direkt der Sonneneinstrahlung aussetzen, sie entzieht wichtige Inhaltsstoffe und immer darauf achten, das die Brennnesseln genügend Luftzirkulation haben und nicht schimmeln können !
Wiesenheu kann man selbst machen oder beim Bauern direkt ab Feld kaufen. Gutes Heu riecht aromatisch und nie stockig oder muffig und hat eine schöne grüne Farbe.
Die Meerschweinchen mögen den 2. oder 3. Schnitt ( Krummet bzw. Omade ) oftmals lieber, darin sind auch mehr Kräuter (Untergras) enthalten als im ersten Schnitt ( Heu ).
Nach der Ernte muss das Heu erst einmal 4 – 6 Wochen lagern, bevor es gefüttert werden darf. Bei zu frischem Heu besteht die Gefahr der Gärung. Der Lagerplatz sollte trocken und luftig sein, ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Die Tiere trinken in den warmen Sommermonaten mehr als im Winter und so darf ausreichend Trinkwasser nicht fehlen. Das muss spätestens alle 2 Tage gewechselt werden und auch die Trinkflaschen sind regelmäßig zu reinigen, sie werden bei Lichteinfall schnell grün ( vermoosen ). Für Transporte kann man kleine Trinkflaschen ( der Handel bietet sie in 100ml Größe für Mäuse und Hamster an ) nutzen, oder den Tieren die sehr wasserhaltigen Salatgurken anbieten.
Die Stroherntebeginnt meist im Oktober und dann kann man von vielen Bauern frisches Stroh als Häcksel direkt vom Feld bekommen. Oftmals wird das Stroh nicht mehr benötigt und darum gar nicht erst in Ballen gepresst, sondern gleich auf das abgeerntete Feld gehäckselt.
Ungehäckseltes Stroh ist als Einstreu nicht geeignet, es saugt kaum Feuchtigkeit auf.
Im Herbst ist die Zeit, Obst und Gemüse für den Winter einzulagern.
Äpfel ( unbehandelt, damit sie mit Schale von den Meerschweinchen gefressen werden können, denn in, bzw. direkt unter der Schale stecken die wichtigen Inhaltsstoffe, wie Vitamine ! ) kann man im frostfreien, luftigen Keller in Obststiegen oder Holzregalen lagern.
Wichtig: Keine bereits angeschlagenen Äpfel ( Fallobst ) lagern, sie faulen sehr schnell und auch keinesfalls das Obst vor dem Einlagern waschen!
Während der Lagerung muss regelmäßig kontrolliert werden, verdorbenes Obst entfernen ( daran steckt sich gesundes sehr schnell an ! ), und vor den Angriffen durch Pilze, Bakterien und Schadinsekten muss ebenfalls entsprechend geschützt werden.
Kernobst, wie Pflaumen, sind kein geeignetes Futter für Meerschweinchen.
Wurzelgemüse, wie Karotten, Pastiniaken, Wurzelpetersilie und Rote Beete lagert man am günstigsten ( ebenfalls ungewaschen! ) in einem Sandbett mit möglichst wenig Lichteinfall, um ein erneutes Austreiben zu vermeiden.
Im trockenen Sand lassen sich diese Gemüsesorten sehr lang halten. Vor dem Verfüttern müssen die Wurzelgemüse sorgfältig abgebürstet / gewaschen werden, um den Sand restlos zu entfernen. Die Meerschweinchen würden ihn sonst mitfressen und er würde im Magen hängen bleiben!
Chicoree kann man übrigens in einem Wassergefäß sehr leicht und ergiebig selbst „nachzüchten“. Schneidet man immer nur die Spitze, sprießt diese mehrfach wieder nach !
Schimmelstellen an Obst und Gemüse immer sorgsam und großzügig entfernen, da sich die Meerschweinchen daran mit Hautpilzen infizieren können.
Getrocknetes Brot / Brötchen auch nur dann verfüttern, wenn es frei von Schimmel ist. Selbst die kleinste Schimmelstelle deutet immer darauf hin, das bereits das ganze Stück unsichtbar befallen ist.
Wenn das Laub gefallen ist, kann man es herrlich als Futter und Einstreu für die Meerschweinchen nutzen.
Die Tiere lieben es darauf herum zu laufen und fressen das Laub mit Begeisterung !
Bitte nur trockenes, schimmelfreies Laub von ungespritzten Obstbäumen oder auch von Buchen und besonders Eichen ( hoher Gehalt an wichtigen Gerbsäuren! ) sammeln.
Auch hier muss man besonders darauf achten, nicht in der Nachbarschaft von giftigen Sträuchern und Bäumen zu sammeln.

Wichtige Anmerkung:
Ich höre oft das Argument, "in der freien Natur" haben die MS auch nicht eine solche Vielfalt und Ausgewogenheit beim Futter.
Das stimmt schon - im Andenhochland gibt es oft nur karges Gras. Dafür ist aber auch die Lebenserwartung der MS sehr gering !
Und so gesehen waren auch wir Menschen mal Höhlenbwohner und lebten von Beeren und ab ud zu rohem Fleisch .. wer tut das heute noch ?
Warum also wird bei den Tieren immer dieser Vergleich gebracht ?
Ist es vielleicht nur eine Ausrede für sparsame Fütterung oder gar Geiz ? Ich habe schon oft gesehen das MS nur mit Abfällen gefüttert werden ( gegen Abschnitte beim Gemüse/ Obst putzen ist ja nichts einzuwenden ).
Billige Kraftfuttermischungen, haben fast immer einen hohen Getreideanteil ( = die billigste Komponente ), sind in der Verwendung die teuren, denn das meiste davon wird nicht gefressen und landet im Mist!

So sieht eine gute Futtermischung aus,mit allem was wichtig ist und auch gut schmeckt!
Warum kaufen sich solche "Züchter" teure RasseMS, bzw. überhaupt MS, um dann beim Futter zu sparen ? Haltet lieber weniger Tiere und füttert die gut - so, wie Ihr auch ernährt werden wollt !
Birgit Klee 