The Jim Carroll- In den Straßen von New York

The Basketball Diaries" ist Leonardos intimster Film: In atemberaubender Direktheit spielt er den 13jährigen Jim Carroll, der wegen seines Basketball Talents in eine von pervertierten Lehrern geführte katholische Eliteschule aufgenommen wird, um in deren Schulmannschaft zu spielen. Zusammen mit seinen Kameraden stürzt er in die Hölle der Drogensucht, fällt abgrundtief, seine eigene Mutter verleugnet ihn aus blanker Angst und Verzweiflung. Mit der inneren Kraft seiner Kreativität als junger Dichter zieht sich Jim am Ende wieder aus dieser Scheiße heraus.
Die Geschichte ist wahr. Jim Carroll ist die amerikanische 60er-Jahre Variante von "Christiane F.", im Gegensatz zu ihr, die heute noch an der Nadel hängt, faßte Jim als Musiker mit seiner Punk Band und als erfolgreicher Schriftsteller Fuß und wirkte auch an der Verfilmung seiner autobiografischen Tagebücher mit. Leonardo ließ sich von ihm aus erster Hand die Ereignisse erzählen und Ratschläge geben, um die Rolle so realistisch wie möglich zu spielen. Wie schon bei "Gilbert Grape" informierte er sich bei Fachleuten ausführlich über die Wirkung von Drogen auf die körperlichen und psychischen Reaktionen. "The Basketball Diaries" ist ein Statement gegen den Drogenmißbrauch, aber es ist kein Film, der den moralischen Zeigefinger hebt. Vielmehr zeigt er das ganze Geschehen direkt und ungekünstelt aus der puren Gefühlswelt des verirrten und verzweifelten Jugendlichen. Zu dieser nackten Wahrheit bedarf es keiner belehrenden Worte mehr.
Aussichtsreichster Kandidat für die Rolle des Jim Carroll war zuvor Teen Star River Phoenix gewesen, der jedoch an den Folgen seines eigenen Drogenmißbrauchs starb, bevor er den Film machen konnte.

 



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