Der Untergang

 

Der letzte Tag der "Titanic" war der 14. April 1912. Bereits um 9.00 empfing die "Titanic" von der "Coronia" eine Warnung vor Treibeis und Eisbergen. Um 11.40 bekam sie von der "Norrdam" wieder eine. Um 13.42 war es bereits die nächste, diesmal von der"Baltic". Um 19.00 wieder drei Eisbergwarnungen. Um 21.20 zog sich der Kapitn zur Nacht zurück und gab den Befehl, ihn zu wecken, wenn etwas zweifelhaft werden sollte. 21.40, schon wieder eine Warnung!!! Die sechs Eisbergwarnungen dieses Tages deuteten auf ein riesiges Eisfeld rund 78 Meilen direkt voraus. Um 21.55 Uhr war ca. 10-19 Meilen nrdlich der Titanic die "Californian" von Treibeis aufgehalten worden. Doch die Titanic hielt die hohe Geschwindigkeit und nderte auch nicht den Kurs. Der einzige Funker der "Californian" schaltete dann um 22.30 ab und legte sich wie gewhnlich ins Bett. Zur gleichen Zeit sank die Meerestemperatur bei der "Titanic" unter 0C. Um 23.30 nahmen die Ausguckmnner "Fleet" und "Lee" im Krhenmast leichten Dunst unmittelbar vor dem Schiff wahr.

23.40 Uhr, die "Titanic" fuhr mit 21.5 Knoten. Pltzlich erkannten die Ausguckmnner einen Eisberg in etwa 500m Entfernung direkt voraus. Er ragte etwa 15-18 Meter ¸ber das Wasser. Sie bettigten sofort dreimal die Alarmglocke und riefen zur Br¸cke hinunter: "Eisberg direkt voraus!" Der sechste Offizier Moody, auf der Br¸cke, gab dies an den ersten Offizier Murdoch weiter. Der lief zum Telegraphen und gab an den Maschinenraum den Befehl: "Stopp! Volle Kraft zur¸ck!" Gleichzeitig rief er dem Steuermann zu: "Hart Steuerbord!" Dann dr¸ckte er noch den Knopf, der im Maschinenraum den Alarm auslste. Kurz darauf legte er noch den Hebel um, der die wasserdichten Schotten schloss. Der Steuermann drehte das Rad, so schnell es ging. Doch es war zu spt, die "Titanic" rammte den Eisberg steuerbords und schrammte das Schiff entlang.

Der Aufprall r¸ttelte zwar die Mannschaft im Vorderschiff durch, aber die meisten Passagiere bemerkten es nicht einmal. Von der Sichtung des Eisbergs bis zum Zusammenstoss waren 37 Sekunden vergangen. Die ersten 10 Minuten nach dem Zusammenstoss stieg das Wasser im Vorderschiff 4.20 Meter ¸ber Kiel. Die ersten F¸nf Abteilungen liefen voll. Der Kesselraum 6, der 1.50 ¸ber Kiel lag, lief bis 2.40 Meter voll. Der Kapitn bat Thomas Andrews um eine Lagebeurteilung. Nach Andrews Berechnungen konnte sich das Schiff nur noch 1 oder 11/2 Stunden ¸ber Wasser halten. Die Lage war ernst. "Innerhalb von einer Stunde, befindet sich all das hier auf dem Grund des Atlantiks!", sagte Andrews. Die Titanic sendete einen "C.Q.D.", das war der erste S.O.S.-Ruf von einem Schiff in Seenot. Diese beiden Abk¸rzungen haben eigentlich gar keine Abk¸rzungen, sie bedeuten nichts. Man hat einfach diese Buchstaben gewhlt weil sie einfach zu morsen waren und man sie schnell identifizieren konnte. Die Passagiere mussten mit ihren Rettungswesten an Deck kommen. Gegen 0.40 Uhr wurde das erste Rettungsboot abgefiert. Es htten 65 Personen Platz gehabt, an Bord waren aber nur 28. Um 2.05 Uhr hatte man alle Rettungsboote abgefiert, aber es waren immer noch 1500 Menschen auf der sinkenden Titanic. Das Heck der Titanic stieg in die Hhe, bis das Schiff in einer senkrechten Position war und dann schliesslich in der Mitte auseinander brach!

 

Der vordere Teil des Schiffes fing ganz langsam an zu sinken. Der Hintere Teil schwamm noch ein paar Minuten wie ein Korken im Wasser. Bis dann, ca. um 3.00 Uhr, das ganze Schiff untergegangen war. 1500 Menschen ertranken im eiskalten Wasser des Nordatlantiks. Die Menschen in den Rettungsbooten wurden von der "Carpathia", einem Schiff in der Nhe der "Titanic", gerettet.

 

Die vielen Vorwarnungen

Die Titanic hatte am Tag des Untergangs schon fast eine kleine Sammlung an Eisbergwarnungen, aber man wollte eben die Geschwindigkeiten der Olympic ¸bertreffen, und ignorierte diese Warnungen einfach. Der Kapitn glaubte, dass man alles, was gross genug war, die "Titanic" zu versenken fr¸h genug sehen knne. Doch leider hatte er sich da getuscht, da nur etwa 10% eines Eisberges ¸ber Wasser sind. Also hatte man 90% des Hindernisses gar nicht sehen knnen. Seine jahrelangen Erfahrungen waren alle um sonst.

Der Grund des Untergangs(woher kamen die Eisberge)

Man weiss heute, dass diese Eisberge damals von Grnland kamen. Ein grosser Eisberg von dort kann es bis zum quator hinunter schaffen. Aber auch der erste Offizier hat ganz falsch regiert, mit dem was er getan hat. Wenn bei einem Schiff, die Maschinen r¸ckwrts laufen, dann kann es praktisch nicht mehr steuern. Das heisst, er htte Hart Steuerbord legen sollen, aber die Maschinen trotzdem noch volle Kraft voraus laufen lassen. Er htte die Maschinen aber auch r¸ckwrts laufen lassen knnen, dann htte er aber nicht steuern d¸rfen, sondern frontal den Eisberg rammen. Man ist heute zu 99% sicher, dass in diesen beiden Fllen das Schiff nicht untergegangen wre. Aber diese Kombination, die man damals angewendet hat, war vllig falsch.

Das Schiff in nchster Nhe

Viele Passagiere und Crew-Mitglieder der "Titanic" wollen entfernt die Lichter eines Schiffes gesehen haben. Die Offiziere versuchten sogar, mit der Morselampe Kontakt aufzunehmen , aber vergeblich. Die Untersuchungsaussch¸sse kamen zu dem Schluss, dass dieses Schiff die "Californian" gewesen sein muss. Es gab allerdings auch die Meinung, dass der "Californian" und ihrem Kapitn mit dieser Einschtzung Unrecht getan wurde. Der Funker der "Californian" hat um 22.50 der Titanic mitgeteilt, dass sie von Treibeis eingeschlossen worden seien und gestoppt htten. Der Kapitn der "Californian" entdeckte selbst kurz vor 23 Uhr einen aus s¸dostlicher Richtung herannahenden Dampfer und erkundigte sich, welche Schiffe in der Nhe seien. Man nannte ihm die "Titanic", doch daf¸r hielt er sie zu klein. Als die Titanic sank und ihre Lichter ausgingen, glaubte man auf der "Californian", das unbekannte Schiff sei weggefahren. War da wirklich keine Rettung mehr mglich? Das wird man nie genau wissen.

Die Rettungsboote

Die Rettungsboote waren für 64 Personen gebaut gewesen. Doch zu dem Zeitpunkt, als die Crew die Passagiere in die Boote schaffen wollte, glaubte noch keiner, dass das Schiff untergehen w¸rde. Man f¸hlte sich auf dem komfortablen Schiff wohler als auf den unbequemen Rettungsbooten, die Leute wollten einfach nicht einsteigen. Einige Offiziere hatten auch noch Angst, die Seile knnten zerreissen. Deshalb liess die Crew zuerst einfach halb leere Boote zu Wasser. Auch wenn alle Rettungsboote voll gewesen wren, htte man nicht einmal die Hlfte aller Passagiere retten knnen. Doch so waren es nat¸rlich noch weniger. Dann gab es noch die Tradition, dass zuerst nur Frauen und Kinder einsteigen durften. Diese wurde allerdings nicht bei allen eingehalten. Manche Offiziere hielten sich daran, die anderen nicht.



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