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Frankreich – Spanien - Portugal 2006
oder: tausend tote Ameisen
Nachdem wir in den letzten Jahren nur kleinere Urlaube verbringen konnten, sollte es diesmal über ganze vier Wochen aus Deutschland hinausgehen. Da man sich über ein bestimmtes Urlaubsziel nicht einig werden konnte ( Patricia wollte nach Italien, Vanessa nach Kroatien, Jessica war alles egal und Uschi: Wir fahren nach Spanien, basta! ) hat schließlich Papa entschieden: Ich war seit 20 Jahren nicht mehr in Portugal- wir fahren an die "Silberküste" – Costa Prata.
Da wir bereits am Jahresanfang bei unseren Arbeitsstellen den Urlaub eintragen mussten, entschieden wir uns für die letzten vier Ferienwochen. Außerdem war Vanessa zuvor mit der Turnerjugend des Badischen Turnerbundes für 10 Tage im Ferienlager in Breisach /Nähe Freiburg. http://www.breisachlager.de
Unsere Urlaubszeit war also vorgesehen ab dem 21.August bis zum 17. September, da ja die Kinder am Montag, den 18. September wieder zur Schule mussten.
Für die Abfahrt hatten wir keinen genauen Zeitpunkt festgelegt; es lief alles so nach dem Motto: wenn das WoMo gepackt ist und das Haus in einem sauberen Zustand ist, dann können wir losfahren. Und das war dann am Sonntagabend, dem 20.08.2006, gegen 21.30 Uhr.
Da ich mir sagte, wenn du schon mal in Urlaub fährst, dann bitte auf dem schnellsten Weg aus Deutschland heraus und das hieß für mich, bei der Staustufe Iffezheim bei Baden-Baden nach Frankreich ins Elsaß zu wechseln.
Wir fuhren auf der französischen Autobahn parallel zur deutschen A 5 über Strasbourg und Colmar nach Mulhouse, um dort in Richtung Belfort und Besancon ab zu biegen. Die Autobahn auf französischer Rheinseite ist nicht so stark befahren wie die deutsche A 5. Außerdem ist die Strecke zwischen Karlsruhe und Basel doch sehr staugefährdet im Gegensatz zur linksrheinischen Autobahn. Gebühren sind in Frankreich erst zwischen Belfort und Besançon zu entrichten.
Da unser Reiseziel Portugal hieß und wir möglichst auf gebührenpflichtige Autobahnen verzichten wollten, fuhr ich in Besançon-Nord von der Autobahn runter auf die Nationalstraße nach Dôle. Über Chalon sur Saone und Montçeau les Mines ging's über die bekannterweise sehr gut ausgebaute Nationalstraße (Abkürzung. RN – Beschilderung: grün) bis nach Moulins, wo ich in den frühen Morgenstunden eine längere Pause einlegte. Außer einem zeitlich bedingten Tankstop auf der Autobahn (Diesel: 1,20 €), versuchte ich in Frankreich immer bei Einkaufszentren wesentlich günstiger zu tanken 1,04 – 1,07 €) . Allerdings muß man bei diesen Tankstellen auf die Durchfahrtshöhe achten. Ich habe mit Dachkoffer 3,35 m Höhe und konnte daher nicht überall tanken.
Nach der Ruhe- und Frühstückspause bei Moulins ging's dann weiter auf der N-145 über Montluçon nach Guéret, wo wir über eine "D"-Straße auf die N-141 wechselten und bei Angouleme auf die N-10 nach Bordeaux fuhren. Zwischenzeitlich ergab sich für mich ein "Handicap", mit dem ich den gesamten Urlaub zu kämpfen hatte: Meine fernsehverrückten weiblichen Mitfahrer, also Ehefrau und Kinder, bevorzugen zur Zeit die Telenovela "Sturm der Liebe", 15.10 Uhr in der ARD. In dieser Zeit war immer Pause und/oder Mittagessen bis 16.00 Uhr angesagt. Papa kochte und der Rest sah fern.
Ich wurde immer rechtzeitig darauf hingewiesen, doch mal einen Parkplatz anzufahren: "Du weißt ja, wie spät es jetzt ist!!!"
Da die Fahrt durch die Pinienwälder zwischen Bordeaux und Bayonne sehr eintönig war, entschieden wir uns, bevor wir vor Bayonne wieder auf eine gebührenpflichtige Autobahn wechseln sollten, von der N-10 in Richtung Atlantik abzubiegen, zumal es noch früh am Nachmittag war. Wir fuhren durch kleine Orte wie Léon nach Moliet-et-Maa, wo wir in Moliet-Plage einen Stellplatz unter hohen Pinien fanden. http://www.moliets.com

Der Platz ist teilweise gut befestigt, auch mit Gras, und stellenweise auch sandig. Ver- oder Entsorgung gibt es dort nicht, außer man fährt auf einen gegenüberliegenden Campingplatz. Zur Not kann man die Thedford-Cassette in einer selbstreinigenden öffentlichen Toilette, ca. 300 m vom Stellplatz Richtung Meer, entleeren. Da wir zu fünft auf Tour waren, ist die Thedford relativ schnell gefüllt, so dass ich spätestens am zweiten Tag eine Entsorgungsstation/Campingplatz aufsuchen musste.
Auf dem Stellplatz darf man laut Aushang maximal 48 Stunden stehen. An der Einfahrt befindet sich ein Parkautomat, an dem man 24-Stunden-Tickets für 4 € lösen kann. Beobachtet wurde, dass der Stellplatz sowohl von der örtlichen Gendamerie als auch von Gemeindebediensteten unregelmäßig überwacht und kontrolliert wird.
Nachdem wir zwei Tage auf dem Stellplatz Moliet-Plage verbrachten, auch mit Besuch des breiten Sandstrands und diverser Einkaufsläden ("...das brauche ich auch noch...") setzten wir unsere Reise fort. Über kleine "D"-Straßen fuhren wir bis Bayonne, wo ich dann aus Zeitgründen auf die –leider- gebührenpflichtige Autobahn nach Spanien auffuhr. Zwischen Bayonne und der spanischen Grenze befindet sich noch eine Raststätte, an der man lt. Beschilderung ver- bzw. entsorgen kann (ich empfehle aus hygienischen Gründen hier lediglich die Entsorgung).
Dann endlich: wir sind in Spanien und was kommt als erstes? Logisch: Autobahngebühren, die sich aber in Grenzen halten. Die Autobahn ab der Grenzstation ist in einem nicht gerade erfreulichen Zustand, außerdem muss man schon die Beschilderung im Auge behalten, sonst ist man gleich falsch abgebogen. Wir wechseln in Höhe von San Sebastian auf die Nationalstraße N-I mit Fahrtrichtung Vitoria-Gasteiz. Hier gilt es aufzupassen, da die N-I zunächst nur als A-15 Richtung "Pamplona" beschildert ist.
Auf der N-I geht es ziemlich kurvig zu, so dass die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten und die empfohlenen Richtgeschwindigkeiten durchaus langsamer angegangen werden können. Schließlich windet sich die Nationalstraße auch mal so hoch in die Berge, dass maximal der zweite Gang nutzbar ist. Hier muss man auch auf die Last- und Sattel-Lkw aufpassen, die je nach Beladungszustand entweder sehr flott den Berg hochdonnern oder langsamer als eine Schnecke kriechen.
Dafür ist die Abfahrt sehr langgestreckt, so dass man bald im Flachland um Vitoria-Gasteiz herumfährt. Die Weiterfahrt erfolgte über die langen, aber autobahnähnlich ausgebauten Strecken über Burgos und Valladolid. Gegen Abend haben wir aus dem ADAC-Campingführer (anno 2001) ein Campingplatz bei Salamanca herausgesucht, der allerdings erst gegen 22.00 Uhr erreicht wird. Die Rezeption ist aber noch besetzt und wir können uns auf dem lediglich zu einem Drittel belegten Platz eine schöne Parzelle (mit Satellitenblick) aussuchen. Es handelt sich um den Platz namens "Regio" in Sta. Marta de Tormes, ca. 5 km vom Stadtzentrum von Salamanca entfernt. Vor dem Campingplatz befindet sich noch das Hotel "Regio", das eventuellen Straßenlärm effektiv fernhält. Die sanitären Anlagen sind in einem sehr sauberen Zustand, am oberen Ende des Campings kann man ent- und versorgen. Hinnehmen muss man allerdings die Tatsache, daß für die Nutzung des Pools ein geringer Betrag bezahlt werden muss, weil auch von außerhalb des Campingplatzes Gäste zur Poolbenutzung kommen. http://www.guiacampingfecc.com/camping.asp?clave=SA-03&Camping=REGIO - 30k
Am nächsten Tag werden die Fahrräder vom Wohnmobil genommen und wir fahren die Hauptstraße entlang in das von Kirchtürmen übersäte Salamanca.

Dass Salamanca eine Universitätsstadt ist, merkt man erst, wenn man in der Innenstadt an vielen Verkaufsständen die entsprechenden käuflichen T-Shirts sieht. Ansonsten sind im Bereich der Kirchen sowie der Kathedrale so viele Touristen unterwegs, daß Studenten hier überhaupt nicht auffallen. Gerne hätten wir noch die Kathedrale und ein / zwei Kirchen von innen betrachtet, aber leider kann ich nicht einsehen, zwischen 2 € und 3,50 €/Person zu entrichten, um ein Gotteshaus von innen zu betrachten. Tut mir leid, das ist es mir nicht wert.
http://www.salamanca.com/ - 2 k


Nach drei sehr erholsamen Tagen auf dem Campingplatz wird erneut das Bündel geschnürt und die Fahrt geht entgültig weiter nach Portugal. In Spanien haben wir bisher sehr günstig getankt bei den Großtankstellen mit Preisen von 0,955 € bis 0,999 € für den Liter Diesel. Als wir uns der Grenze nähern, sehe ich schon lange Schlangen vor den Zapfsäulen. Auf den Dieselpreis in Portugal bin ich sehr gespannt. Da ich noch bei Ciudad Rodrigo vollgetankt hatte, konnte ich unbeschwert weiterfahren. Nach Ciudad Rodrigo wandelt sich die zweispurige A-62 in die einspurige N-620. Wie man allerdings unschwer an den Bauarbeiten erkennen kann, soll hier bald zweispurig bis zur Grenze weitergefahren werden. Grenzkontrollhäuschen sind zwar noch vorhanden, die Glasscheiben sind so verstaubt, daß kein Mensch hindurchschauen kann.
Uschi plagte sich bisher immer mit dem Gedanken, daß wir an der Grenze zurückgewiesen werden könnten, weil unser tierischer Mitfahrer, Pudeldame "Sina", keinen internationalen Tierpass besitzt, sondern lediglich einen französischen Tierimpfausweis. Nachdem wir die Grenze passiert hatten, öffnete sich uns eine andere Welt. Nagelneue Autobahnen, die kaum befahren sind. Eine Sprache, die wir nicht gewohnt sind (Uschi ist spanisch bewandert, ich ein bisschen französisch). Eine Landschaft, die wir so noch nicht gesehen hatten. Alles sehr interessant und ungewohnt.
Meine Absicht war, auf der portugiesischem Autobahn IP-5 zu fahren und bei Celorico da Beira auf die Nationalstraße N -17 in Richtung Coimbra abzubiegen. Allerdings endet seit kurzer Zeit die Autobahn eben nicht dort, wo ich gedacht habe, sondern führt weiter nach Aveiro.
So habe ich dann die Ausfahrt verpasst oder übersehen, jedenfalls haben wir die Autobahn schließlich bei Mangualde verlassen und sind auf der wunderschönen IP-3 an Coimbra vorbei nach Figueira da Foz gelangt. Ich hatte dort in der Nähe einen Campingplatz ausgesucht, der nicht allzuweit von der Küste entfernt schien.
Als wir am späten Nachmittag in Figueira da Foz ankamen, wurde scheinbar das Wetter schlechter: Es zogen Wolken auf, die sehr dicht über dem Meer hingen und alles sehr trüb erscheinen ließen.
Bei der Ankunft am Campingplatz, nachdem wir uns trotz ADAC-Führer 2001 zweimal verfahren hatten, erfolgte einstimmig der Tenor: hier bleiben wir nicht, das ist es uns außenrum zu dreckig. Leider hatten die Campinggäste es es anscheinend nicht für nötig befunden, den anfallenden Abfall in Mülleimern zu entsorgen, sondern über den Zaun, so daß es außerhalb des Campingplatzes wie auf einer Müllhalde aussah.
Wieder mußte der Campingführer herhalten. Da wir sowieso vorhatten, an der Küste südwärts zu fahren, entschieden wir uns für einen Platz in Sao Pedro de Muel, einem Ortsteil von Marinha Grande, in der Nähe von Leira gelegen. Auf dem Weg nach S. Pedro de Muel (manchmal auch "Moel" geschrieben –da sind sich die Portugiesen wohl selbst nicht einig-), haben wir in einem "Lidl"-Markt in Leira unsere Vorräte aufgefüllt. Die Anfahrt nach S. Pedro erfolgt auf einer kurvigen Dünenstraße durch Pinienwald. Ganz unvermittelt fährt man auf Kopfsteinpflaster und ist somit auch in Sao Pedro.
Sao Pedro de Muel ist ein kleines, ehemaliges Fischerdorf an der Küste, mit einem Hotel, zwei Campingplätzen und einem unübersehbaren Leuchtturm. Die Straßen sind schön gepflastert und in die engen Gässchen kann man sich verlieben. Das Fischrestaurant an der Steilküste direkt oberhalb der Brandung scheint sehr gut zu sein, außerdem gibt´s dort auch eine Speisekarte in deutscher Sprache. http://www.marinha-grande.com/mg/rt/spmoel.html
Nachdem wir dann auf dem Campingplatz ( Pool mit Rutsche! ) eine schöne Parzelle ausgesucht hatten, mußte ich zu Bedauern meiner Frauen feststellen, dass wir dort keinen Sat-Empfang hatten. Die hohen Pinien liessen keinen Empfang zu. http://www.roteiro-campista.pt/reservas/orbitur/s.pedro-moel-moldura.htm
Am späten Nachmittag tauchte noch ein anderes Phänomen auf: Die Wolken, die uns schon bei Figueira da Foz aufgefallen waren, zogen vom Meer durch die Pinien zum Landesinnere. Leider so extrem tief, daß sie in den Pinienbäumen abregneten. Da, wo Bäume standen, regnete es, wo alles frei war, wie z.B. die Liegewiese beim Pool, blieb alles trocken. Abends kühlte es außerdem noch dermaßen ab, daß die Strickweste zum Einsatz kommen musste.
Am zweiten Tag hieß es daher einstimmig: "hier möchten wir nicht bleiben, wir fahren weiter...", zumal ein neues Problem auftauchte: Im Wohnmobil hatten sich einige hundert Ameisen häuslich niedergelassen. Es handelte sich dabei nicht um eine aggressive Art, sondern um ganz kleine braune Gesellen, die sich vermutlich vor der Feuchtigkeit schützen wollten. Auch habe ich den Verdacht, dass die Ameisen mit dem Hund ins WoMo gekommen sind. Trotz viel Zerdrücken und Ausfegen waren sie nicht in Griff zu bekommen.
Ich dachte dann, wenn wir wieder aus der Feuchtigkeit herauskommen, werden die Viecher schon verschwinden. Wie ich mich bloß so täuschen konnte....., aber dazu später mehr.
