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Urlaub 2006 - Teil 4
Bisher waren wir so ziemlich genau 3100 km unterwegs gewesen und es war bereits Dienstag, der 12. September. Die Kinder mußten am 18.September wieder in die Schule und vor uns lagen noch über 2500 km Rückreise. Also schweren Herzens alles wieder eingepackt, noch ein paar hundert Ameisen mittels eines Melonenviertels, auf dem sie eine Versammlung abhielten, aus dem WoMo befördert. Auch schien es, als wollte das Wetter unsere Abreise beschleunigen, da das erste Mal seit Sao Pedro de Muel in Portugal wieder Wolkenbänke auftauchten.
Auf der Nationalstraße N-340 fuhren wir wieder zurück nach Jerez de la Frontera, wo von weitem schon die großen Weingüter bzw. Sherry-Destillerien zu sehen waren. Auch fällt hier gleich vor den Stadttoren ein riesiger Golfplatz auf, der anscheinend sehr gut mit Wasser getränkt wird. So ein saftiges grünes Gras hatten wir schon lange nicht mehr gesehen.
Weiter ging´s über die N-IV und A-394 über eine Hügellandschaft, an Utrera nach Arahal, wo an einer Tankstelle die schon erwähnte "S.d.L."-Fernsehpause eingelegt wurde. Schon kurz nach der Weiterfahrt fallen uns im Osten sehr dunkle Wolken auf. Bei näherer Betrachtung sehen wir auch gelegentliche Blitze in den Wolken. Anscheinend dürfen sich da wieder die Bauern über frisches Wasser vom Himmel freuen. Nur, mittendrin im Gewitter wollte ich dann doch nicht sein. Aber unsere Tour führt uns an den dunklen Wolken mit den Blitzen vorbei.
Von Osuna, wo wir von der A-92 abfuhren, führt die kleine A-351 nahezu kerzengerade über 35 km durch eine menschenleere Gegend bis Ëcija, wo wir dann wieder auf die sehr gut ausgebaute Nationalstraße A-4 Richtung Cordoba-Madrid kamen.
Ab Cordoba kann man wieder für eine lange Strecke nur Olivenhaine bewundern, manchmal liegen die Olivenölfirmen direkt neben der Straße, so daß ein intensiver Duft von den Pressen in der Luft liegt. Ansonsten erscheint die Strecke recht langweilig, bis die ersten Rinderweiden auftauchen, es gebirgiger wird und größere Wälder sichtbar werden. Zwischen den Anschlußstellen Sta. Elena und Almuradiel teilt sich die Autobahn sogar einmal auf einer Länge von ca. 10 km, da es ziemlich steil bergab geht und die Kurven sehr eng werden. Die dortigen Geschwindigkeitsvorgaben sollte man unbedingt einhalten, selbst wenn es lockt, einige voll beladene Lkws zu überholen. Die Fahrbahn ist in diesem Bereich nicht gerade in bestem Zustand und man muß ständig auf tiefe Spurrillen und Fahrbahnschäden vorbereitet sein. Aber die Landschaft ist grandios: dunkle Wälder und tiefe Schluchten begeistern die Mitfahrer.
Die weitere Fahrt von Valdepeñas über Manzanares bis Puerto Lãpice ist geprägt von Olivenhainen und Weinstöcken. An jedem Rastplatz und öfter auch auf freier Strecke werden von nordafrikanischen Einwanderern Melonen und andere Feldfrüchte angeboten.
Da die Fahrerei in diesem Abschnitt recht eintönig erscheint, kommt man leicht ins Sinnieren, wenn man einerseits die herrlichen gelegenen und mit Palmen und Zypressen eingefaßten und mit kilometerlangen Zufahrten ausgestatteten Anwesen von begüterten Landbesitzern sieht. Andererseits stehen irgendwo in den Olivenhainen uralte, zerfallene Ruinen, in denen zu früheren Zeiten auch Menschen wohnten. Waren es die früheren Besitzer dieser Olivenwälder, die ihre Anwesen verkaufen mußten, weil sie vielleicht keine Nachkommen hatten? Oder gingen sie in den Ruin, weil schlechte Ernten ihre wirtschaftlichen Reserven auffraßen. Lebten in diesen Häusern gar Landarbeiter mit ihren Familien, als es noch keine Maschinen gab, um die Früchte zu ernten und zu verarbeiten? Wie ging es diesen Leuten, waren sie arm und mußten sie mit harter Feldarbeit ihren Lohn verdienen? Was könnten diese Ruinen alles erzählen. Ich glaube, man könnte viele Bücher mit Erzählungen und Chroniken füllen.
Am späten Abend befanden wir uns dann in Höhe Puerto Lãpice und es war mal wieder an der Zeit zu tanken. An einer schönen Raststätte entschlossen wir uns nach dem Abendessen auf dem Lkw-Parkplatz zu übernachten, da ich keine Lust hatte, noch die ca. 150 km bis Madrid weiter zu fahren.
Der folgende Vormittag brachte dann keine größeren Überraschungen mehr, bis auf die Tatsache, daß der Lkw-Verkehr immer stärker wurde, je mehr wir uns Madrid näherten. Auch mußte ich aufpassen, daß ich mich nicht dazu verleiten ließ, an den nun oft vorkommenden Lkw-Rennen teilzunehmen.
Da ging´s schon gut zur Sache. Kurze Zeit bin ich mal hinter so einem Lkw hergefahren, der laut Tacho immer zwischen 110 und 115 km/h fuhr und mal links oder auch mal rechts andere Trucks überholte.
Da ich früher schon ein paar Mal durch die Innenstadt von Madrid fuhr, habe ich mich entschieden, Madrid auf der äußersten Ringautobahn zu umfahren, um auf die A-2 nach Saragossa (span.: Zaragoza) zu kommen. Diese Ringautobahn ist ziemlich neu und gut ausgebaut, jedoch läßt an einigen Wechselstellen zu anderen Autobahnen die Beschilderung noch zu wünschen übrig. Ein- oder zweimal habe ich den Hinweis zur A-2 so spät gesehen, daß ich erst im letzten Moment wechseln konnte. Gott sei Dank ist auf diesem Ring relativ wenig Verkehr gewesen, so dass alles problemlos vonstatten ging.
www.red2000.com/spain/madrid/2madrid.html
Auf der A-2 ist bis Guadalajara ziemlich was los gewesen, außerdem ist die Fahrbahn in einem sehr schlechten Zustand, so daß ich zweimal über Gegenstände drübergefahren bin, weil ich sie im sehr dichten Verkehr zu spät gesehen habe. Einmal war´s eine Aluminiumlatte, wie sie bei Ladebordwänden von Lkws vorkommt, das andere Teil kann ein Stück Kunststoffkotflügel oder was ähnliches gewesen sein. Glücklicherweise ist aber nichts passiert.
Von Guadalajara nach Zaragoza führt die Straße über eine ziemlich gebirgige Landschaft. Auffallend ist hier die rote Erde bzw. die roten Felsen. Durch das ständige Auf und Ab in den Bergen und vor allen Dingen die nahezu menschenleere Gegend zieht sich die Strecke unheimlich. Man meint man ist ewig unterwegs. Erst wenn man ca. 50 km vor Zaragoza aus den Bergen in die Ebene herausfährt, wird die Fahrt kurzweiliger. Dort kam es auch wieder zu der Mittags-Fernseh-Pause. Da ich mich an die dunklen Wolken von Osuna erinnerte, kaufte ich an der Tankstelle noch ein Scheibenwischerblatt für die Fahrerseite, da bei Säuberungsversuchen die Gummilippe eingerissen war. Später sollte ich noch froh über diese Entscheidung sein.
Bei Zaragoza müssen wir aufpassen, daß wir nicht die Autobahn in Richtung Barcelona erwischen. Wir wollen erst nach Huesca, um von dort aus über die Pyrenäen nach Frankreich zu kommen.
Erste Abfahrt: logisch, schon verfahren. An der nächsten Möglichkeit wird gewendet und in die Gegenrichtung gefahren. Aha, erster Hinweis: Huesca. Jetzt haben wir die richtige Strecke. So wie es aussieht, wird in Zaragoza ganz kräftig gebaut. Wenn wir die Schilder richtig interpretiert haben, macht sich die Stadt schön für die EXPO 2008.
Als wir von Zaragoza in Richtung Huesca fahren, sehen wir schon die ersten Regenwolken. Unmittelbar vor Huesca fängt´s dann wirklich an zu regnen. Das neue Wischerblatt funktioniert bestens.
Da ich hier nochmals tanken möchte, fahre ich zu einem Supermarkt, wo ich tanken und Uschi noch spanische Verpflegung einkaufen kann. Außerdem wollen die Kinder bereits Sachen für die Schule einkaufen, die sie auf jeden Fall brauchen können. Leider ist es in Spanien so, daß in vielen Supermärkten eine Zoohandlung ist. Und in diesen Zoohandlungen werden auch junge Hunde angeboten und solche Kinder wie meine fahren unheimlich auf junge Hunde ab. Wir mußten all unsere Überredungskünste anwenden, daß die Kinder verstanden, daß wir keinen Hund mehr haben möchten. Zwischenzeitlich hat es so stark abgeregnet, daß das Wohnmobil halb im Wasser stand. In weiser Voraussicht habe ich so geparkt, daß das WoMo leicht abschüssig stand, so daß ich nach Durchquerung eines 20 cm tiefen Wasserlaufs mitten auf dem Parkplatz am Wohnmobil hinten einsteigen konnte. Der Guß hatte zwischenzeitlich aufgehört.
Da ich mir vorstellte, noch auf spanischer Seite am Fuß der Pyrenäen zu übernachten, habe ich noch einen Campingplatz ausgesucht, der laut Beschreibung gut zu uns passen würde. Es wäre ein Platz in Biescas, etwa 75 km nach Huesca Richtung Frankreich gewesen. Bloß, als ich kurz vor dem Platz war, wurde ich mit dem Wort: "weiterfahren" überstimmt. Meine Einwände, daß wir in der nun einbrechenden Dunkelheit über die Pyrenäen fahren würden, hätte ich mir sparen können. Allerdings war es sehr reizvoll, da sich die hellerleuchteten Dörfer in den Stauseen zwischen den schwarzen Felsen und Wäldern spiegelten und so Orte der Geborgenheit darstellten.
Nahezu auf Passhöhe, ca. 5 km vor der französischen Grenze, wurde an einer Tankstelle, die gerade schließen wollte, nochmals der Tank bis an den Rand gefüllt.
Kurz vor Erreichen der Grenze tauchte dann der Nebel auf. Die Straße war wegen Bauarbeiten kaum gekennzeichnet, so daß ich gezwungen war, im ersten Gang zu fahren, wenn ich etwas erkennen wollte. Urplötzlich tauchten im Nebel und der Dunkelheit in paar Häuser auf. Nirgends brannte ein Licht. Wie ein Geisterdorf sah es aus, als ich einen Schriftzug: Supermarché erkannte. Wir waren wieder in Frankreich. Irgendwo auf der Strecke hatten wir die Grenze überquert , aber vor lauter Nebel nichts bemerkt.
Auf der französischen Seite ging´s nun flott bergab, und den Nebel hatten wir auch gleich hinter uns gelassen. Hier tauchten nun wieder andere Begebenheiten auf. Unmittelbar nach einer Kurve sah ich am Hang neben der Straße eine Kuh stehen und schon fuhr ich erheblich aufmerksamer, denn gleich darauf lag ein anderes Rindvieh mitten auf der Straße und glotzte in meine Scheinwerfer. Freundlicherweise hat sie mir noch Platz zum Vorbeifahren gelassen. Die Rindviecher sind anscheinend die ganze Nacht unterwegs. Unterwegs sieht man ab und zu mal ein Gehöft, aber um 22.00 Uhr abends ist schon alles dunkel.
Dann plötzlich ein Lieferwagen mit gelber Blitzleuchte auf dem Dach. Langsam rollt das Fahrzeug auf der schmalen Straße bergab, als der Fahrer uns zuwinkt. Zwischenzeitlich haben wir auch im Scheinwerferlicht gesehen, daß er nicht alleine ist: vor ihm auf der Straße wimmelt es von Schafen mit gebogenen Hörnern. Der Treck ist langsam talwärts unterwegs. Die Herde wird von zwei Autos mit gelben Blitzlichtern abgesichert und von 4-5 Helfern mit Hunden geführt.
Man deutet mir an, ich solle ruhig vorbeifahren. Die Helfer geben den Leithammeln mit langen Stöcken auf die Hörner, wenn sie sich mir in den Weg stellen. Während ich langsam an der Herde vorbeifahre, bedanke ich mich bei jedem Helfer, den ich sehe. Nach dem Motto: immer freundlich sein, dann wird dir auch geholfen. Außerdem kann ich mir vorstellen, daß es nicht unbedingt den größten Spaß macht, nachts ein paar Kilometer mit einer Tierherde talwärts zu ziehen.
Ich fuhr noch bis Laruns-Bielles, wo ich einen Campingplatz fand, dessen Tor offenstand. Im Aushang der Rezeption waren die Öffnungszeiten mit 8 -10 H sowie 15 -18 H angegeben. Da ich nicht vorhatte, mich morgens sang- und klanglos zu verdrücken, parkte ich das WoMo in der Nähe der Rezeption. Leute waren auf dem Platz keine mehr unterwegs, auch unsere Ameisen hatten das Weite gesucht. Das Wohnmobil war absolut krabbelfreie Zone. Ich habe keine Ahnung, wann und auf welchem Weg die Krabbler das WoMo verlassen haben. Und vor allen Dingen, warum?
Das Sanitärgebäude wurde von mir auch noch inspiziert und ich stellte fest, daß es in den Duschen Warmwasser gab. Da es inzwischen wieder kräftig regnete, habe ich noch eine warme Dusche vorm Insbettgehen genossen. Als am nächsten Morgen jemand die Rezeption besetzte, kamen auch plötzlich die Leute aus ihren Wohnwagen und Mobilheimen, um ein Schwätzchen zu halten und sich zu verabreden. Ich mußte für die Übernachtung 13 € bezahlen und hatte dafür einen ruhigen Platz und warme Duschen. So wie es aussieht, wird dieser Campingplatz hauptsächlich von Wanderern und Anglern in Anspruch genommen. Aus den Werbeaushängen an der Rezeption kann man sehen, wie vielfältig das Freizeitangebot in den Pyrenäen sein kann. Wir wohnen zwar im Schwarzwald und da haben wir schon ein reichhaltiges Angebot, aber das Freizeitangebot dort hat mich dann doch überrascht.
Da Uschi noch nach Lourdes wollte, zudem auch ein bißchen von den Pyrenäen sehen wollte, habe ich die Strecke über den "Col d´ Aubisque" gewählt. Wie aus den Straßenmalereien zu deuten war, ist ein gewisser Jan Ullrich anscheinend auch schon mit dem Fahrrad dort gewesen.
http://www.alpenrennradtouren.de/pyrenae/aubis.html
Schon mit dem Fahrrad ist es mit Sicherheit eine Quälerei, aber mit einem 7,5 m-WoMo ist es auch nicht ohne, die Strecke über zwei Pässe nach Argelès Gazost zu fahren, zumal man sehr vorausschauend fahren muß. Insbesondere die Strecke zwischen den Pässen "Col d´ Aubisque" und "Col du Solour" ist teilweise so eng und mit Felsüberhängen versehen, daß man gleich an der nächsten breiteren Stelle stehenbleibt, wenn man ein Fahrzeug entgegenkommen sieht. Wir hatten wirklich schlechtes Wetter, als wir über die Pässe fuhren, aber Rennradfahrer und WoMofahrer sind trotzdem unterwegs. Dazu kommen noch Zulieferfahrzeuge für die verschiedenen Hütten und Gasthäuser/Restaurants im Höhengebiet.
Es war trotz schlechtem Wetter eine tolle Fahrt mit einem tollen Schnitt: 20 km / 1½ Stunden. Wenn jetzt noch das Wetter gut gewesen wäre, hätten wir vielleicht drei Stunden für die 20 km gebraucht.
Schon an der Ortseinfahrt von Lourdes wird man auf "La Grotte" hingewiesen, auch gleich der Hinweis auf den Parkplatz. Schade lediglich, daß der Parkplatz 9 € kosten sollte. Nach einem kurzen Gespräch mit meiner Frau: "umdrehen und raus aus Lourdes, das ist ja die reinste Abzockerei".
www.lourdes-france.com/index.php?texte=1&langage=de
Die kurze Weiterfahrt nach Tarbes erfolgte über die N-21, gleich nach Tarbes in Fahrtrichtung Auch war dann schon wieder "S.d.L."-Fernsehzeit, dazu reichte eine Parkbucht an der N-21 aus, zumal es nicht zu regnen aufhörte. Langsam fing es schon an zu deprimieren, wenn man die Palmen im Regen stehen sah, ein für Südfrankreich ungewohntes Bild. Das kannte ich so noch nicht.
Aber da die Fahrt weiter auf der N-21 über Auch nach Agen an dem Fluß Garonne führte und langsam das Wetter besser wurde, hob sich auch wieder die Stimmung. Es ist ein schönes Erlebnis, wenn man locker und leicht durch die langen Alleen fährt. Von Agen aus fuhren wir nur noch bis nach Cancon, einem kleinen südfranzösischen Städtchen zwischen Villeneuve-s-Lot und Bergerac, noch unterhalb Bordeaux. In Cancon ist in der Ortsmitte, gleich bei der Boule-Halle, ein Stellplatz für Wohnmobile ausgewiesen. Als wir ankamen, standen bereits 9 Mobile auf dem Platz. Wir waren die einzigen Deutschen, der Rest war bunt gemischt: Franzosen, Briten und Belgier.
Gleich anschließend an den Platz befindet sich eine einfache, aber gut besuchte Ent- und Versorgungsstation. An der Wand hängt ein kleines Metallkästchen, wo um eine kleine Spende für das entnommene Wasser gebeten wird. Der Einwurfschlitz ist so klein, daß nur Münzen reinpassen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück geht die Weiterfahrt über Bergerac, Perigueux und Limoges in Richtung Guéret.
Vor Guéret ist bereits Montluçon angeschrieben. Folgt man dieser Wegweisung, sollte man über kleine Departementstraßen nach Montluçon kommen, falls nicht so wie bei uns, mitten im Wald die Straße gesperrt ist und wir über noch kleinere Regionalstraßen, die kaum breiter als unser Wohnmobil sind, umgeleitet werden. Wenn dann auch noch zwei Langholztransporter entgegenkommen, ist es ratsam, sich an die letzte Ausweichstelle zu erinnern und das Rückwärtsfahren vorher geübt zu haben.
Nichts desto trotz haben wir Montluçon erreicht und auch die Kinder haben aufmerksam die Fahrt verfolgt. Somit haben sie auch bemerkt, dass es auch in Frankreich einen McDonald´s gibt. Die Weiterfahrt nach Moulins wurde von den Kids so stressig gestaltet, daß entschieden wurde, da bei Moulins sowieso ein Tankstop vorgesehen war, dort einen McDonald´s aufzusuchen, um das Hungergefühl der Kinder zu beruhigen.
Und tatsächlich, am Ortseingang beim Carrefour-Supermarkt sind eine günstige Tankstelle und dazu nebenan noch ein McDonald´s.
Da es inzwischen auch schon spät geworden war, wurde angedacht, in / oder bei Moulins einen Übernachtungsplatz zu suchen.
Ich erinnerte mich, daß ich in einer "ProMobil-Zeitschrift" schon vor geraumer Zeit etwas gesehen/gelesen hatte über einen Wohnmobil-Stellplatz unweit von Moulins. Da ich diese Ausschnitte in einem kleinen Hefter gesammelt hatte, schaute ich gleich mal nach und entdeckte die Beschreibung des Stellplatzes in Digoin, ca. 55 km nach Moulins in Fahrtrichtung Montçeau-les-Mines, genau die Richtung, die wir sowieso fahren wollten bzw. mußten, um nach Hause zu kommen.
Es war das erste Mal in diesen vier Wochen, die wir unterwegs waren, daß ich den Hefter in die Hand nahm. Also fuhren wir noch bis Digoin, wo ich beim Überqueren der Loire schon den Stellplatz sah. In der Beschreibung stand, daß es sich um einen Platz für ca. 8-10 Wohnmobile handeln würde. Bei unserem Eintreffen standen auf dem großen Platz schon ca. 25 WoMo´s und es hätten durchaus noch die gleiche Anzahl noch einen Platz gefunden.
www.ville-digoin.fr/ - 3k - 24. Sept. 2006
Optimal ist auch, daß direkt gegenüber des Parkplatzes eine Boulangerie ist, die täglich frische Baguettes verkauft und ich Idiot hatte am Vorabend unterwegs schon drei Stück dieser typischen französischen Spezialität eingekauft. Dafür hätte ich mich selbst verprügeln können.
Der nächste Morgen: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, 25 Wohnmobile auf einem Parkplatz zwischen Kastanienbäumen am Ufer der Loire. Und um das Idyll noch zu vervollständigen, taucht auch noch ein älterer Mann mit der Angel auf und beginnt in der Loire zu angeln. Postkartenidylle pur.

Es tut uns schon fast leid, hier wieder wegfahren zu müssen, aber es ist Samstag vormittag und am Montag müssen die Kinder zur Schule und ich zur Arbeit. Uschi hat sich sicherheitshalber noch den Montag freigehalten. Nun geht die Fahrt flott über Chalon-sur-Saone, und Dôle nach Besançon, wo wir am Fluss "Doubs" entlang fahren. Der/Die Doubs entspringt im Jura, dem französisch-schweizer Grenzgebiet und fließt in Schleifen zwischen Frankreich und der Schweiz hin und her bis er sich zwischen Montbéliard langsam streckt und gemütlich vor sich hin fließend als Angel- und Bootsrevier genutzt wird.
http://www.de.wikipedia.org/wiki/Doubs_(Fluss ) - 17k
Unsere Fahrt führt uns immer näher nach Hause, allerdings versuchen wir das Heimkommen immer weiter hinauszuzögern, indem wir weiterhin auf den Nationalstraßen von Belfort nach Colmar und Strassbourg zuckeln, bevor wir dann über die Staustufe Iffezheim auf die deutsche Rheinseite wechseln und über Baden-Baden fast bis nach Hause fuhren.
Ich schreibe hier "fast", weil wir 2 km von unserem Zuhause entfernt noch die Sportgaststätte in Gaggenau-Ottenau aufsuchten, um schon traditionell ein letztes Abendessen im Urlaub zu genießen.
Mein Fazit: Es war ein sehr schöner Urlaub, trotz mancher Schwierigkeiten, wie tausend tote Ameisen, Zickenterror unter den Kindern, der zeitweise auf uns als Eltern ausgestrahlt hatte, Sonnenbrand, Halsschmerzen, Kopfweh, Muskelkater; kleinere Defekte am Fahrzeug, Sachen die zuviel an Bord waren, Dinge die fehlten. Fehlentscheidungen bei der Streckenwahl, Falsch abgebogen usw.
Hier noch ein paar Daten:
27 Tage außerhalb Deutschland
5648 gefahrene Kilometer
784 € für Treibstoff bezahlt
13,3 l/100 km Durchschnittsverbrauch.
Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die der Ansicht sind, ich hätte zuviel geschrieben.
Dies ist mein allererster Versuch, einen Reisebericht zu verfassen. Und es war ein langer Urlaub, eine weite Reise. Anmerken möchte ich noch, daß ich diesen Bericht aus dem Gedächtnis, lediglich mit den Straßenkarten zur Hand, geschrieben habe.
Auf der Reise wurden weder Notebook, noch andere technische Aufzeichnungsgeräte mitgeführt.
Hätte ich mir jeden Abend Notizen über die Reise gemacht, wäre es vermutlich ein 270-seitiges Buch geworden.
Ich wünsche mir nur, daß mein Bericht dem eventuellen Leser gefällt und trotz seiner Länge kurzweilig zu lesen ist. Wenn ich mit Informationen dienen kann, würde es mich freuen.
Und über Einträge in unserem Gästebuch ganz besonders.
