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...... es kam dann doch etwas anders, als wir uns vorgestellt haben:
An und für sich hatten wir vor, nach langer Zeit mal wieder einen Sommerurlaub in altbewährter Weise zu verbringen.
Das Ziel war zwar noch nicht bekannt, aber dafür die Zeit – die ersten drei Wochen der Sommerferien, da wir bereits wussten, dass unsere Jüngste, Jessica, einen Kuraufenthalt in der Kinderklinik der AOK Baden-Württemberg in Wyk auf der nordfriesischen Insel Föhr verbringen würde. Dieser begann bereits knapp eine Woche vor Ferienbeginn.
Unsere älteste Tochter Vanessa wollte mit ihrem Freund Markus einen Pauschal-Urlaub an der Sonnenküste in Bulgarien verbringen und die Mittlere, Patricia, hatte auch nicht vor, uns zu begleiten, da sie, auch mit Freund Biagio, einen Kurzurlaub am Bodensee in Betracht zog.
Also für uns das erste Mal ein Urlaub ohne Kinder, obwohl Uschi sich darauf gefreut und auch eingestellt hatte, mindestens eine unserer Töchter dabei zu haben.
Als Reiseziele waren vorgesehen entweder Spanien (die Gegend um Almeria herum), Italien (Stiefelspitze), Kroatien (Istrien) oder Deutschland (Schleswig-Holstein).
Dann kam persönliches Pech dazu: Kurz vor Urlaubsbeginn verspürte ich nicht unerhebliche Schmerzen im linken Kniebereich. Eingehende ärztliche Untersuchungen erbrachten die Diagnose: Meniskusschaden – sollte schnellstens gerichtet werden: Termin: mitten im Urlaub!!!
Was nun ? - Was tun ?
Nach dieser niederschmetternden Diagnose führte ich ein Gespräch mit dem Arzt, was schließlich dazu führte, dass die Urlaubsplanungen total über den Haufen geworfen werden mussten. Das einzige, das ich vom Ärztlichen her noch machen konnte, war Radfahren im Ebenen. Keine Hügel – keine Belastungen!
Durch den OP-Termin waren auch nicht einmal 14 Tage Urlaub möglich.
Nun wurde umdisponiert: Spanien/Italien/Kroatien fielen aus der Planung raus, übrig blieb: Schleswig-Holstein.
Da ich schon immer mal mit dem Fahrrad am Nord-Ostsee-Kanal entlang fahren wollte, von Brunsbüttel bis Kiel, wurde ein Kurzurlaub am NOK beschlossen. Allerdings musste das Radfahren doch ziemlich eingeschränkt werden.
Außerdem hatten wir dadurch noch die Möglichkeit, unsere Tochter Jessica auf der Insel Föhr (unserer Lieblingsinsel) zu besuchen.
Dann gings los:
Wohnmobil noch mal säubern, außen und innen, Vorräte an Bord (Blauer Zweigelt von unseren österreichischen Freunden Moni und Walter aus der Weststeiermark). Kühlschrank auffüllen, Wasservorrat erneuern und noch ein paar Klamotten – man weiß ja nie, wie´s Wetter wird – in die Schränke. Auch noch die Fahrräder hinten drauf und dann sind wir Dienstag, kurz nach der Mittagszeit auf die Autobahn Richtung Norden (....und dann immer geradeaus – „BOMMERLUNDER“).
Es war wunderbar zu fahren..........herrliches Wetter, kaum Schwerverkehr, keine Staus oder gar Unfälle. Auf der A 5 zwischen Darmstadt und Frankfurt Baustelle aber seltsamer Weise kein Stau, trotz Feierabendverkehr!
Wir kamen sehr gut voran, ganz entspannt über die Kasseler Berge. Ab und zu mal ein kleines Päuschen auf einem Parkplatz, Kleinigkeit zu essen und trinken, einfach bei der Fahrt schon Entspannung pur!
Komischerweise machte mein Knie auch keine Probleme, allerdings musste ich es auch nicht öfter bewegen, ich saß ja entspannt, konnte mein Bein neben dem Kupplungspedal ruhen lassen und cruiste im fünften Gang über die Autobahn.
Nachdem wir bei Hildesheim vollgetankt haben, überlegte ich mir, noch bis Hamburg zu fahren, um dort zu übernachten, weil in den Verkehrsnachrichten immer wieder davon gesprochen wurde, dass aufgrund einer Baustelle im Bereich Elbtunnel Störungen auf der A 7 wären.
Aber das war nur so eine Überlegung.........
Wir rollten weiter, es lief richtig gut, wir kamen sehr gut voran – seltsamerweise sehr wenig Verkehr.
Ich bin schon öfter die A 7 nach Hamburg gefahren, ob mit Pkw, Motorrad oder Wohnmobil, aber ich habe noch nie so wenig Verkehr auf der Strecke erlebt. Im Bereich Lüneburger Heide bis zum Elbtunnel stand ich schon öfter mal im Stau...heute überhaupt nichts!
Es ist für mich immer wieder faszinierend, bei Dunkelheit auf eine Stadt wie Hamburg zuzufahren, so auch heute wieder: die Beleuchtung am Containerhafen, die Scheinwerfer der Fahrzeuge auf der Köhlbrandbrücke hoch über den Häfen, die beleuchteten Schiffe und das ständige Arbeiten im Hafen (www.hafen-hamburg.de).
Ich wurde überhaupt nicht müde und auch Uschi war dafür, noch weiterzufahren in Richtung Rendsburg-NOK.
Im Internet haben wir einen Platz an der Schwebefähre in Rendsburg recherchiert, wo wir übernachten wollten. Auf den dort installierten Webcams kann man jeden Tag andere Wohnmobile „erspähen“ (www.canalcup-cam.de).
Ein paar Kilometer nach dem Elbtunnel standen wir mal kurz in einem Verkehrsstau, der sich wegen einer Baustelle und einem (oder mehreren) Unfall nach unserem Passieren auf einige Kilometer noch ausdehnte.
Schließlich kamen wir so gegen 23.30 Uhr in Rendsburg an. Da ich ja auf den vorhin erwähnten Platz bei der Schwebefähre stehen wollte, schaute ich auf eine am Ortseingang angebrachte Stadtkarte. Und richtig: dort war ein Parkplatz an der Schwebefähre angezeigt, allerdings mussten wir wieder zurückfahren nach Osterrönfeld, na ja, was soll´s. Als wir dann in Osterrönfeld auf dem Parkplatz an der Schwebefähre standen, merkten wir schnell, dass wir falsch lagen: Unser beabsichtigter Platz war doch tatsächlich drüben auf der anderen Seite. Außerdem: Schwebefähre wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb und Wohnmobile werden sowieso nicht befördert. Also Kommando: zurück und wieder auf die andere Seite des NOK.

Drüben wieder angekommen und erst einmal gemerkt: Da donnern ja Züge über die Brücke, und das nicht gerade wenig....können wir überhaupt schlafen?
Das Wohnmobil abgestellt und gesichert und noch ein kleiner Spaziergang über den Platz, auf dem außer unserem noch ca. 6 weitere Wohnmobile standen.
Plötzlich hören wir ein leises Brummen und ein dunkler, großer Schatten gleitet über das Wasser des Nord-Ostsee-Kanals. Es ist für uns Schwarzwälder einfach faszinierend, wie die großen Ozeanfrachter anscheinend spielerisch einfach durch den Kanal fahren. Das Teil war so groß, dass ich schon dachte, dass das Schiff mit den Aufbauten an der Schwebefährenbrücke hängen bliebe, aber es passte problemlos durch. Die Schiffsaufbauten waren hell erleuchtet, so dass ich von Oberkante des Decks bis zur Schiffsbrücke 7 Stockwerke zählen konnte.
Ich war baff, da ich so ein großes Schiff noch nie aus der Nähe betrachten konnte.

Nach einer wirklich ruhigen Nacht – die Schiffe hört man kaum und der Lärm der Züge fällt wirklich kaum auf – erlebten wir einen wunderschönen Morgen am NOK. Frischaufgebrühter Kaffee weckte die Lebensgeister.
Gegen Nachmittag nahmen wir unsere Räder und fuhren nach Rendsburg hinein. Wir trafen auf eine wunderschöne Altstadt und spazierten, die Fahrräder führend, durch die Fußgängerzone in Richtung Alte Eider (www.rendsburg.de).
Da wir durch das Internet die Annelie kennen lernten, habe ich morgens noch einen Treffpunkt im Schwimmbad in Alt Duvenstedt vereinbart. Das ist ca. 8 km von der Innenstadt Rendsburg entfernt.
Also fuhren wir mit den Rädern über schöne Radwege, auch an der Landstraße entlang nach Alt Duvenstedt und standen auch schließlich Annelie mal persönlich gegenüber. Nach einem unterhaltsamen Nachmittag mit Kaffee kehrten wir wieder nach Rendsburg zurück. Das Knie schmerzte nach dieser Fahrt wieder und musste erst mal wieder entspannt werden.
Es gibt in Rendsburg auch noch einen Wohnmobilstellplatz (www.wohnmobil-hafen.de), der von der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie geführt wird, aber uns war es lieber, am NOK den Schiffsverkehr zu beobachten. Der Stellplatz liegt idyllisch gelegen in Innenstadtnähe am alten Eiderhafen und wurde sogar schon als „Top-Platz“ ausgezeichnet.
Da wir außer unserem Frühstück und Kaffee bei Annelie noch nichts gegessen hatten, machte sich gegen Abend dann doch noch der Hunger quälend bemerkbar.
Unmittelbar neben der Schwebefähre liegt das Restaurant „Brückenterrassen“, wo wir auch am Vormittag eine Schiffsbegrüßungsanlage feststellten. Wir stellten uns also auf einen gemütlichen Abend bei Speis und Trank, direkt am NOK ein und wurden beileibe nicht enttäuscht ( www.brueckenterrassen.de ).
Beim Studium der Speisekarte fiel mir die preislich sehr günstige „Fischplatte Neptun“ für zwei Personen auf und diese wurde sogleich beim freundlichen Kellner geordert, zusammen mit einem nicht zu verachtenden Wein.
Wir fielen fast aus allen Wolken, als uns die Platte serviert wurde: Größe etwa 50 x 30 cm, gefüllt mit mehreren Fischfilets verschiedener Arten, Flusskrebsen, Calamares, Krabben und Gemüse, dazu noch eine Schüssel Kartoffeln und drei verschiedene Soßen. Beim vorherigen Betrachten dieses Arrangements hätte ich darauf gewettet, dass es sich um eine Platte für vier Personen handeln würde!
Zum Schluß kämpften wir zwar, aber wir schafften es trotzdem, die Platte leerzuputzen – GottseiDank hatten wir heute noch nichts gegessen. An dieser Stelle nochmals ein Lob
an die Küche – es schmeckte super!!
!
Der nächste Tag: die ausgiebige Schlemmerei am vergangenen Abend zeigte Wirkung; erst mal ausgeschlafen, dann gemütlich gefrühstückt und da das Wetter sich wieder von seiner besten Seite zeigte, die Campingstühle rausgestellt und bei strahlendem Sonnenschein relaxt. Es fuhren unheimlich viele Segelschiffe und auch große Pötte durch den NOK und man bekam doch manches mal Fernweh-Gefühle.
Da wir auch mal wieder weiterwollten, schaute ich in unseren Unterlagen mal nach anderen WoMo-Stellplätzen und fand einen Stellplatz an der Fähre in Sehestedt, ca. 25 km von Rendsburg entfernt in Richtung Kiel.
Also packten wir am späten Nachmittag unsere Sachen wieder ein und fuhren über die Landstraße nach Sehestedt an die Fähre. Dort fanden wir den Stellplatz gleich und hatten auch Platz. Allerdings habe ich etwas anderes erwartet. Ich musste mich zwischen zwei Mobile reinquetschen und hatte doch etwas mehr Platz erwartet. Andere Mobilisten, die früher da waren, belegten durch das Ausfahren der Markise quasi zwei Plätze, das fand ich auch nicht gerade die feine englische Art. Wir waren schon etwas enttäuscht. Außerdem hätten wir für das Stehen über Nacht auch noch mehrere €uro Parkgebühr zahlen sollen. Nee, mit uns nicht!!!
Hoch über der Fähranlegestelle gibt es einen Kiosk mit Terrasse, wo es sehr guten Kuchen und Kaffe gibt. Uschi dachte sich, dass es im Norden überall einen guten „Pharisäer“ gibt, also bestellte sie sich einen zum Trinken. Aber: das Rezept ist doch nicht überall bekannt: Kaffee, Rum und Sahne, mit Zucker gesüßt!
Wenn es also in Zukunft am Kiosk in Sehestedt einen „Pharisäer“ gibt, dann sind wir dran schuld!
Da es uns dort also nicht so sehr gefiel, fuhren wir auf gut Glück weiter nach Kiel, ohne zu Wissen, dass es seit einiger Zeit in Kiel auf der Nordmole, direkt an der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal einen Wohnmobilstellplatz gab (www.wohnmobilstellplatz-kiel.de) .
Also fuhren wir zunächst mal Richtung „Schwedenkai“, wo schon eine riesige Ostseefähre der „Stena-Line“ beladen wurde. Ich machte also erst mal Pause am Kai, durchsuchte die Landkarte nach Stellplatzmöglichkeiten und Uschi schnappte sich die Kamera und blieb erst mal für ´ne halbe Stunde zum Betrachten der Fähre weg.
Nachdem wir wieder losgefahren waren (Richtung Eckernförde-da gibt es zwei Stellplätze) sahen wir noch einen Hinweis auf eine Aussichtsstelle auf den NOK und wir bogen kurzfristig ab. Und schon nach kurzer Strecke erblickten wir einen selbst gebastelten Hinweis auf einen Wohnmobilstellplatz – der oben erwähnte!-.
Man darf sich nicht wundern, nachdem man zunächst durch ein Wohngebiet fuhr kommt man an den NOK, da geht’s noch durch ein kleines Industriegebiet durch (mit ehemaligen Bundesmarine-Kasernen) und dann ist man schon auf der Nordmole.
Die Bürozeiten waren schon vorbei, der Platz gut gefüllt, aber wir konnten noch einen Verantwortlichen ausfindig machen, der uns einen schönen Platz anwies. Somit hatten wir auch wieder Strom, um unseren Kühlschrank mal wieder am 220 V-Netz zu betreiben. Es wurde ein lauschiger schöner Abend mit Abendessen aus der Dose, gutem Rotwein und gemütlichem Würfelspiel. Ab und zu gingen wir mal die 10 m zum NOK und schauten, was so alles von der Kieler Förde auf den NOK zusteuert.
Durch Zufall hatten wir mitbekommen, dass am kommenden Tag die „Prinsendam“, ein unter niederländischer Flagge fahrendes Kreuzfahrtschiff gegen 17.00 Uhr durch den NOK fahren würde. Also beabsichtigten wir, den kommenden Tag noch auf dem Platz in Kiel zu verbringen und erst abends wieder in Richtung Nordseeküste wegzufahren. Leider hatten wir uns etwas vertan, aber dazu später mehr.
Wieder wunderbar geschlafen, aber vermutlich war daran auch der Rotwein nicht ganz unschuldig. Da wir bei der Anfahrt zum Stellplatz einen großen „famila“-Markt gesehen hatte, schwang ich mich aufs Rad und fuhr dorthin, um Frühstück einzukaufen und unseren Rotweinvorrat wieder zu erneuern.
Als wir dann nachmittags nochmals den Prospekt über die Traumschiffe auf dem NOK studierten, mussten wir feststellen, dass wir uns ganz schön verlesen hatten.
Erstens würde die „Prinsendam“ einen Tag später kommen, zweitens würde sie von der Elbe in den NOK fahren und drittens wäre es nicht am Abend, sondern bereits gegen Mittag. Also die Sachen gepackt und mit dem Wohnmobil von der Ostseeküste zur Nordseeküste.
In Brunsbüttel ist auch ein WoMo-Stellplatz vorhanden, allerdings ist bei der Anfahrt darauf zu achten, dass man nicht zum Freibad fährt, sondern zum Freizeitbad. Dort sind einige Stellplätze ausgeschildert.
Bei unserer Ankunft waren die Plätze belegt, und auf dem Platz daneben gastierte ein Zirkusunternehmen, so dass wir kurzerhand beschlossen, Brunsbüttel zu verlassen und am Nord-Ostsee-Kanal wieder in Richtung Rendsburg zu fahren. Wir wussten, dass an der Fähre in Hochdonn ein Parkplatz ist, der hauptsächlich von Reisemobilen frequentiert wird. Angekommen, stellten wir dann fest, dass nur noch ein kleines Plätzchen frei war, das wir sofort in Beschlag nahmen. Allerdings erschien es uns so, dass unser Nachbar nicht gerade erfreut war, dass wir ihm den Platz für seine Markise wegnahmen.
Dass wir am kommenden Tag, nachdem die „Prinsendam“ vorbei war, weiterfahren wollten, konnte er ja nicht wissen. Wieder folgte ein gemütlicher Abend mit Weinprobe. Am nächsten Morgen dann die Wartezeit auf das Traumschiff.
Wir konnten in Gesprächen mit anderen Mobilisten feststellen, dass wir beileibe nicht die Einzigen waren, die von der Durchfahrt des Schiffes wussten. Wir warteten auf das Schiff, das unserer Berechnung zufolge etwa gegen 11.30 Uhr Hochdonn passieren müsste. Trotzdem dauerte es noch fast bis 13.00 Uhr, als die „Prinsendam“ aus einer Kurve des NOK auftauchte und immer näher kam. Beim Unterfahren der Eisenbahnbrücke ertönte plötzlich das große Schiffshorn dieses Traumschiffes mit einer Intensität, dass es durch Mark und Bein ging. Der Magen vibrierte und von allen möglichen Stellen wurden Fotos vom Schiff gemacht. Es war schon ein besonderer Anblick, wie dieses Schiff majestätisch an uns vorbeiglitt. So etwas sehen Schwarzwälder wie wir nicht gerade oft.

Nachdem dieses einmalige Erlebnis vorbei war, starteten wir wieder, um anschließend nach Tönning zu fahren, wo wir einen Stellplatz, unmittelbar an der Eider gelegen aufzusuchen (www.reisemobil-toenning.de). Dort wollten wir noch einen Tag verbringen, bevor wir unser eigentliches Ziel, die Insel Föhr, ansteuern wollten.
Uschi wollte am kommenden Morgen an der Rezeption des Campingplatzes etwas im Internet surfen, während dessen ich mit dem Fahrrad zum Aldi-Markt fuhr, um unsere Wein- und anderen Vorräte wieder etwas aufzufüllen. Ich nahm den Radweg an der Eider entlang, durch den historischen Hafen von Tönning bis zum Wattforum ( www.multimar-wattforum.de ), wo dann der Weg zum Aldi nicht mehr weit war.
Bei der Rückfahrt auf dem gleichen Weg sah ich am Deich ein Tier (ob Schaf oder Ziege lass ich hier mal offen), das ich fotografieren musste: es hatte nämlich vier Hörner – zwei standen oben vom Schädel nach vorne und zwei bogen sich seitlich am Kopf nach unten. So etwas hatte ich noch nicht gesehen.
Im Laufe des Tages wurde das Wetter ein bisschen schlechter, abends begann es noch kurz zu nieseln, was uns aber nicht von einem kleinen Spaziergang abhielt. Leider verspürte ich auch schon wieder Schmerzen im Knie. Ich ging davon aus, dass die Radtour in die Stadt Schuld daran hatte. Daraufhin würfelten wir mal wieder bei einem oder zwei Fläschchen Rotwein. Wir saßen ja im Trockenen, da ich die Markise ausgefahren hatte und es herrschten angenehme Temperaturen.
Am kommenden Sonntagmorgen wurde das Wohnmobil nochmals ent- und versorgt. Nach dem Duschen und Richten fuhren wir dann nach Dagebüll, wo wir auf dem großen Inselparkplatz das Fahrzeug abstellten und mit den Rädern zur Fähre nach Wyk/Föhr fuhren. Unsere Tochter Jessica hatte uns schon angerufen und gefragt, wo wir denn bleiben, sie wartet schon. Naja, die Fähre braucht halt auch eine knappe dreiviertel Stunde zur Überfahrt.
Auf Föhr angekommen fühlten wir uns gleich wie zuhause. Es ist halt doch unsere Lieblingsinsel!
Mit den Rädern fuhren wir durch Wyk bis zur Kinderklinik, wo wir freudestrahlend unsere Tochter in die Arme nahmen. Zusammen verbrachten wir einen angenehmen Nachmittag in der Stadt und am Jachthafen, auch bei Tee/Kaffee und Kuchen ( www.freienstein-auf-foehr.de/helgoland.htm ).
Bei der Rückfahrt vom Hafen zur Kinderklinik, wo wir die Jessica wieder bei ihren Betreuerinnen zurückmelden mussten, passierte dann noch ein leider schmerzhaftes Missgeschick: Wir fuhren auf der Strandstraße in Reihe, als Uschi, abgelenkt durch einen Pkw, der rückwärts aus einer Hofeinfahrt fuhr, mit dem Fahrrad gegen einen Bordstein fuhr und auf den Rasen stürzte. Obwohl der Rasen den Sturz abmilderte, erlitt sie doch noch zwei blaue Flecken am Hinterteil und am Oberkörper, aber Gott sei Dank nichts Schlimmeres.
Wir fuhren dann später mit der letzten Fähre nach Dagebüll zurück zum Wohnmobil. Da ich am Dienstag morgen einen Arzttermin hatte, beschlossen wir, uns schon mal auf den Weg wieder in Richtung Heimat zurück zu machen. Allerdings wollten wir noch einen kurzen Abstecher nach Sprakebüll, einer kleinen Ortschaft nahe Leck, das wir im Internet kennenlernten, zu machen (www.sprakebuell.de ) . Da es sich wirklich um einen sehr kleine Ort handelt, haben wir uns, auch vielleicht, weil es schon dunkel wurde, noch verfahren. Ich hatte kein Navi-Gerät dabei und die Straßenkarte zu lesen, war schwierig geworden. So fuhren wir schließlich über kleine und kleinste Wege über Fresenhagen nach Sprakebüll. Unterwegs dachten wir schon: wenn uns jetzt was passieren würde, da fänden unsere Retter erst wohl nach ein paar Wochen, so abgelegen waren wir gefahren.
Da Montags wohl am Elbtunnel in Hamburg mit sehr viel Verkehr und dementsprechenden Behinderungen gerechnet werden musste, fuhr wir nachts noch bis nach Hamburg, wo wir dann auf einem Rastplatz eine Nachtruhe einlegten.
Die Rückreise am Montag verlief dann, trotz hohem Verkehrsaufkommen relativ ruhig und gediegen, so dass wir am frühen Abend zuhause ankamen. Das war´s dann mit unserem Sommerurlaub. Statt drei bis vier Wochen war alles auf lediglich eine Woche gekürzt worden. Allerdings werden wir in diesem Jahr noch einige Kurztrips unternehmen, je nachdem wie die Zeit und das Wetter mitspielt.
Hoffentlich wird es nächstes Jahr wieder besser!