Das Murgtal

           

 

 

                                          

 

Das Murgtal

Die Murg ist ein rechter Nebenfluss des Rheins in Baden-Württemberg. Sie durchfließt vier landschaftlich deutlich unterschiedliche
Talräume.

Das obere Tal im Bereich der Gemeinde Baiersbronn ist ein typisches Schwarzwaldtal mit breiten Wiesengründen und einst vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Dörfern. Es gehört zu Württemberg und hat überwiegend evangelische Bevölkerung. Im badischen Teil des Murgtals ist die Bevölkerung hauptsachlich katholisch.

Die Murg entsteht durch die Vereinigung der Flüsse Rechtmurg und Rotmurg im Baiersbronner Teilort Obertal. Beide Flüsse entspringen beim Schliffkopf in Baiersbronn in 875 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Ihr Einzugsgebiet umfasst 637 km². Sie mündet nach 96 Kilometern bei Rastatt/Steinmauern in den Rhein. Die heutige Flußmündung liegt nach der Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla ca. 1,5 Kilometer weiter westlich.
Bei Rastatt ist der Fluss bereits in die Rheinebene herausgetreten und verläuft nun kanalisiert.
Das untere Murgtal ist neben dem Wiesental eine wichtige "Industriegasse" im Schwarzwald. Das Tal ist hier über 700 Meter tief, anfangs mit unwegsamer Schluchtsohle und zahlreichen, großen Dörfern und Städten. Historisches Zentrum ist Gernsbach unter anderem mit seiner Papier- und Pappe-Industrie, größte Stadt ist Gaggenau mit traditionsreichem Kraftfahrzeugbau. Dieser Talabschnitt ist badisch und hat überwiegend katholische Bevölkerung.

Dem Tal folgt die Murgtalbahn und die Schwarzwald-Täler-Straße; beide zählen bautechnisch und landschaftlich zu den bemerkenswertesten Verkehrswegen in Deutschland. Früher war die Murg eine wichtige Handelsstraße für die Holz-Flößerei des Tals. Dieses im gesamten Murgtal geschlagene Holz, wurde über die Murg bis Steinmauern geflößt, wo es getrocknet und zu größeren Flößen montiert wurde. Im Anschluss wurde ein größeres Floß von den Steinmauerer Rhein-Flößern, welche auf diesem Abschnitt das Monopol hatten, auf dem Rhein bis Mannheim verbracht. In Mannheim wurden dann noch größere schwimmende Holzverbünde erstellt und dann bis in die Niederlande geflößt.

Die Murg im Nordschwarzwald ist nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Flüssen Murg im Südschwarzwald und Murg in der Schweiz.

Die Murg berührt auf dem Weg von ihrer Quelle bis zur Einmündung in den Rhein die folgenden Städte und Gemeinden im Murgtal: Baiersbronn, Forbach, Weisenbach, Gernsbach, Gaggenau, Bischweier, Kuppenheim, Rastatt und Steinmauern.

Das mittlere Murgtal ist eine einsame, von Granitklippen durchsetzte Waldschlucht und weist mit bis zu 3,3% ein hochgebirgshaftes Gefälle auf. Die Murg war bis 1918 wegen ihrer Wasserwucht zusammen mit dem Nebenfluss Raumünzach ein berühmtes, wuchtiges Wildwasser. Seitdem wird das hydroelektrische Potenzial des Flusses im Murgkraftwerk genutzt. (Murgtalsperre).

 

                          

Das Tal der Murg

 

                                                                              

                                                                                   "Giersteine" bei Bermersbach

 

 

 Mehr nützliche Informationen unter :  

http://www.weisenbach.de/wiki/  
www.murgtal.de

www.schwarzwald.com/landschaft/murgtal.html

 

 

Die Murgtalbahn

Kursbuchstrecke

710.41

Länge:

58 Kilometer

Region:

Baden-Württemberg

Ausbau:

Nebenbahn, überwiegend eingleisig, elektrifiziert

Betreiber:

AVG

Eröffnung:

1869-1928

Zugangebot:

Stadtbahn, Eilzüge, regionaler Güterverkehr

                                                                                                                                          

 

 

 

 

                                     

 

Die Murgtalbahn verbindet die Städte Rastatt und Freudenstadt. Die 58 km lange Eisenbahnstrecke wurde im Zeitraum von 1868 bis 1928 erbaut. Die lange Bauzeit lag in erster Linie an den zähen Verhandlungen zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg über den genauen Verlauf der Bahn. Am 1. Juni 1868 wurde die Bahnstrecke Rastatt – Gernsbach eröffnet, am 1. Mai 1894 wurde die Verlängerung nach Weisenbach in Betrieb genommen. Eigentümerin war zunächst die Murgtal-Eisenbahn-Gesellschaft, die vor allem auf Betreiben der Stadt Gernsbach zustande gekommen war; den Betrieb führte die Badische Staatsbahn, die ab 1. Juli 1904 auch Eigentümerin geworden ist. Auf württembergischer Seite wurde von der dortigen Staatsbahn die Strecke Freudenstadt – Klosterreichenbach am 20. November 1901 eröffnet. Auf badischer Seite ging es mit dem Bau der Strecke 1910 weiter, als der Streckenabschnitt Weisenbach – Forbach eröffnet wurde und am 4. Mai 1915 der Abschnitt Forbach – Raumünzach. Am 13. Juli 1928 wurde schließlich die Lücke zwischen Raumünzach und Klosterreichenbach geschlossen, so dass die Murgtalbahn - jetzt schon ein Teil der Deutschen Reichsbahn - von Rastatt nach Freudenstadt durchgängig befahrbar war.

 

Hinzu kamen Steigungen von bis zu 5% auf einigen Streckenabschnitten, die sich in den ersten Betriebsjahren, ähnlich wie bei der Höllentalbahn, nur als Zahnradbahn betreiben ließen. Ein echter Durchgangsverkehr auf der Murgtalbahn entwickelte sich wegen dieser Steilabschnitte nie. Trotzdem verkehrte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts einmal am Tag auf der Murgtalbahn ein Fernverkehrszugpaar bis ins Ruhrgebiet, was natürlich von den erholungssuchenden Bergleuten aus dem "Pott" rege genutzt wurde. Mitte der achtziger Jahre kamen allerdings Stilllegungsgerüchte auf.

Schließlich einigten sich die beteiligten Landkreise und Kommunen auf eine Sanierung der Strecke zur Steigerung der Attraktivität für die Fahrgäste. Das Konzept sah eine Umstellung auf den Betrieb mit Elektrolokomotiven und Stadtbahnen der AVG vor, die als Zweisystemfahrzeuge sowohl als Eisenbahn als auch als Straßenbahn verkehren können. Die Elektrifizierung der Strecke wurde in mehreren Teilabschnitten durchgeführt: 2002 wurde der Stadtbahnbetrieb von Rastatt bis Raumünzach aufgenommen, Ende 2003 von Raumünzach bis Freudenstadt Stadt und erreichte im Juni 2004 ihren vorläufigen Abschluss, als die erste Stadtbahn Freudenstadt Hauptbahnhof erreichte und auch entgegen der Steigung aus eigener Kraft wieder Richtung Karlsruhe verlassen konnte.

 

mehr Info: 

http://www.murgtalbahn.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Murgtalbahn


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