Mit dem Bike unterwegs

    

   

 

    Vorschläge für den Besucher des Nord-Schwarzwaldes
   

 

Die  Anreise  erfolgt jeweils über die  Autobahn  A 5, Frankfurt- Karlsruhe – Basel, Ausfahrt Rastatt – Freudenstadt – B 462. Die Ausgangspunkte  sind alle im Bereich des Murgtals, das sich von Rastatt bis Baiersbronn zieht und  etwa 60 km lang ist. Kartenausschnitte kann man sich übers Internet besorgen bzw. den „MOTORRAD-Tourenplaner“ in Anspruch nehmen. Ich möchte hier keine touristischen Ratschläge geben, sondern lediglich einige schöne Strecken für den Tourenfahrer, sei`s gemütlich oder auch sportlich, anführen.

 

Sogenannte „Heizer“ sollten von meinen Vorschlägen Abstand nehmen, da sonst die Unfallzahlen im Nordschwarzwald rapide in die Höhe schnellen werden. Ein Großteil der Touren findet auf kleinen, nicht gerade  gut ausgebauten Nebenstrecken statt. Außerdem führt die Polizei gezielt Motorrad-Kontrollen durch, auch oder insbesondere an Wochenenden, um die Unfallzahlen zu senken.

 

Und noch ein kleiner Hinweis: Bei den  meisten Unfällen mit Motorradfahrern, die schwer verletzt oder gar getötet wurden, sind Biker beteiligt, die von Auswärts kamen und die Gegebenheiten des Nordschwarzwalds nicht kannten.   Also lieber etwas langsamer, dafür gibt´s keinen Stress!

                                                                                                                           

Meine Lieblingstouren

                                                                                                                          

  1. Tour (zum lockeren Einfahren)

    Startpunkt ist die Bundesstraße  462, Ausfahrt „Gaggenau-Mitte“, Richtung Michelbach, von dort auf die Höhe  nach Gaggenau-Moosbronn. Sonntagmorgens sollte man dort aufpassen, da die Wallfahrtskirche direkt an der Straße  ist und die Kirchgänger oftmals unvermittelt über die Straße zur Gaststätte „Hirsch“ marschieren. Weiter über Althof, Bernbach nach Bad Herrenalb. Bad Herrenalb ist ein Kurort und hat daher eine Beschränkung für Motorradfahrer. Eine Durchfahrt durch den Ort sollte langsam und ruhig und in der Zeit zwischen 06.00 Uhr und 22.00 Uhr erfolgen.  Außerdem muß man immer wieder mit unachtsamen "Kurgästen" rechnen, die unvermittelt die Fahrbahn betreten. Von Bad Herrenalb führt die Strecke auf der Landstraße mit teilweise lang gezogenen Kurven in Richtung Gernsbach. Auf der Höhe des Bergrückens ist ein Motorradfahrer-Treffpunkt namens „Käppele“. Dort kann man am Kiosk mal eine Pause einlegen und bei schönem Wetter einen Blick auf das Murgtal werfen.
    Gleich anschließend  sollte man bei der Weiterfahrt vorsichtig sein, denn nach einer „langen Geraden“ folgen vor dem Ort Loffenau einige hundsgemeine Kurven, die sich teilweise zuziehen und bei denen der Kurvenbelag durch Ausbesserungen und Bodenwellen sehr schlecht geworden ist. Nach Loffenau geht es hinunter ins Murgtal nach Gernsbach. In Gernsbach sollte man noch die Zeit nutzen, in der Altstadt einen Bummel zu machen und gemütlich einen Kaffee oder ein Eis zu genießen.
     
  2. Tour  (schon etwas anspruchsvoller)

    Als Startpunkt nehmen wir den Zielpunkt der 1. Tour, Gernsbach. Von Gernsbach aus geht es auf einer ehemaligen Bergrennstrecke in Richtung Schloss Eberstein. Die Strecke hat einige nicht ungefährliche Abschnitte, so z.B. auch die Spitzkehre unmittelbar beim Schloss, die normalerweise nur im ersten Gang „gepackt“ wird. Wer hier schon  eine kleine Rast einlegen möchte, kann einen schönen Blick  ins Tal der Murg mit Obertsrot und Hilpersau werfen. Im Schloß Eberstein ist ein Hotel  sowie ein Restaurant mit Biergarten. Hier am Schloss kann man öfter auch Biker aus der näheren Umgebung treffen. Vom Schloss Eberstein geht`s dann weiter auf der Bergrennstrecke über die „Nachtigall“ nach Baden-Baden auf die B 500.  Wenn man nun auf die Beschilderung Richtung Gaggenau achtet, fährt man ohne den Tunnel zu benutzen durch einen Teil „Alt-Baden-Baden“ und kommt an den Thermen vorbei. Wenn es dann schon wieder aus Baden-Baden rausgeht, geht´s links ab in Richtung Autobahn. Rechts geht’s nach Gaggenau. Gleich nach einer kurzen Bergauffahrt kommt der kurze Schlossbergtunnel und unmittelbar darauf biegt man rechts ab Richtung „Altes Schloss“ / Pädagogium. Die Strecke hier ist nicht gerade in bestem Zustand, es ist aber herrlich, an einem warmen Sommertag durch den Wald zum Alten Schloss Baden-Baden zu fahren. Dort kann man eine Pause machen und einen schönen Blick auf Baden-Baden werfen. Die Strecke führt weiter nach Ebersteinburg. An der „Wolfsschlucht“  biegt man links Richtung Gaggenau und ca. 150 m weiter wieder rechts nach Gernsbach ab, so dass man über Staufenberg wieder zum Startpunkt zurückkehrt.
      
  3. Tour (alles dabei)

    Als Startpunkt können ist hier die Gemeinde Forbach ausgesucht. Durch die Anfahrt nach Forbach, egal ob aus Richtung Autobahn oder aus Richtung Freudenstadt, ist man schon mal „warmgefahren“.
    In Forbach führt die Strecke bergauf auf einer schmalen, größtenteils mit Split geteerten Fahrbahn  nach Bermersbach. Von dort geht die Straße sehr kurvenreich und schmal weiter in Richtung Baden-Baden. Kurz vor Erreichen des Bergrückens bei der „Roten Lache“ ist links ein  langer Parkstreifen, an dem sich bei schönem Wetter ganze Gruppen von Motorradfahrern treffen, um bei einer Rast einen Blick in das tief unten gelegene Murgtal zu werfen. Nach der Pause führt der Weg weiter Richtung Baden-Baden. Dort kommt man auf die B 500, die  „Schwarzwaldhochstraße“ in Richtung Freudenstadt. Die B 500 ist außerorts wegen einigen schweren Motorradunfällen auf 70 km/h beschränkt. Man sollte sich zumindest ungefähr daran  halten, es gibt schon ein paar gefährliche Kurven, die nicht danach aussehen. Nach dem Ortsteil „Plättig“ (bekannt durch das Luxushotel "Bühlerhöhe") führt die Strecke an der folgenden Ampel links nach Herrenwies. Zunächst verführt die  (gut ausgebaute) Straße mit einigen geraden  Stücken zu flotter Fahrweise, die aber nach  Herrenwies, wenn wir uns der Schwarzenbachtalsperre nähern, immer kurviger und schlechter wird und erst bei Erreichen  der Staumauer wieder besser wird. Die Staumauer und der Kiosk dort sind ebenfalls beliebte Biker-Treffpunkte. Die Weiterfahrt geht dann weiter nach Raumünzach, wo es wieder über die  B 462, hier auch als „Schwarzwaldtälerstraße“ bezeichnet,  zum Startpunkt Forbach zurückgeht.
     
  4. Tour (einige Kilometer mehr)

    Start der vierten Tour ist im Murgtal  die B 462, Obertsrot-Hilpertsau, Abzweig nach Reichental. Über Reichental gewinnt man schnell Höhenmeter auf einer kleinen, teilweise engen, aber feinen Strecke ins Schwäbische. Nachdem die Höhe erreicht wurde, führt die Strecke über Kaltenbronn und Sprollenhaus weiter ins Enztal, wo man dann nach rechts nach Enzklösterle abbiegt. Im weiteren Verlauf der Strecke kommt man ins Poppeltal, wo die Übermütigen auf einer Sommerrodelbahn den Hang hinuntersausen können, während die gemütlichen Fahrer lediglich eine Zigarettenpause machen. Anschließend führt die B 294 durch Besenfeld . Einige Kilometer vor Freudenstadt biegt man rechts nach Klosterreichenbach  ins Murgtal. Dort folgt man der B 462 nach Baiersbronn, wo man dann in Richtung B 500 / Ruhestein weiterfährt. Über eine gut ausgebaute, zwischendurch mit einigen scharfen Kurven versehene Straße erreicht man schließlich den Ruhestein, auf dessen riesigen Parkplatz sich einige Biker treffen. Ab Ruhestein befährt man die B 500 Richtung Alexanderschanze, biegt aber gleich wieder nach rechts bergab nach Allerheiligen. Die Klosterruine ist immer eine Besichtigung wert. Wenn man gut zu Fuß ist und  einige Zeit mitgebracht hat, lohnt es sich sicherlich, auf einem der Waldparkplätze seinen Untersatz abzustellen und den Wanderweg entlang der Wasserfälle zu nutzen. Anschließend führt die Strecke weiter talwärts. Kurz vor Oppenau geht´s links ab  wieder auf die Höhe nach Zuflucht, von wo es dann zur Alexanderschanze geht. Von dort führen Serpentinen ins Tal  nach Bad Peterstal-Griesbach. Vom Ortsteil Löcherberg kommt man auf einer kleinen Straße  über den Berg in Richtung Zell am Harmersbach. In Oberharmersbach besteht die Möglichkeit, im Harkhof ein deftiges Schwarzwälder Vesper mit Speck und Most zu genießen. Falls man dabei dem Alkohol  zugesprochen  hat, kann man dort auch gepflegt übernachten. Die Zufahrt zum Harkhof ist nicht leicht zu finden: kurz nach der Ortseinfahrt geht’s links über eine kleine Brücke auf die Straße „Auf der Hark“. Am Abzweig stehen einige alte „Willy´s Jeeps“. Vom Abzweig aus sind es dann noch ca. 5 km bergan, bis plötzlich der Harkhof auftaucht.
    Die Fahrt führt weiter über Zell nach Biberach im Kinzigtal, wo manauf die B 33 nach Haslach abbiegt. Über Hausach führt die Strecke nach Wolfach, von da aus  nach Schapach und Klösterle. Dann geht’s über eine kurvenreiche Strecke nach Zwieselberg und Freudenstadt, wo man wieder auf die B 462 trifft  und das Murgtal talwärts Richtung Startpunkt fährt.


Wie bereits oben vermerkt, sind dies nur Vorschläge . Allerdings bin ich der Ansicht, dass ich hier einige der schönsten Strecken des Nordschwarzwalds aufgeführt habe. Ich bin mit Absicht nicht näher auf touristische , kulturelle oder andere Besonderheiten eingegangen, da dies mit Sicherheit ein Fremdenverkehrsverband  oder andere Institutionen besser können. Motorradtreffpunkte sind weit verbreitet, ich habe nur die markantesten, an der Route liegenden, erwähnt.

Auch auf Fahrtzeiten oder Entfernungen bin ich absichtlich nicht eingegangen, da diese Aspekte variabel gesehen werden müssen. Trotzdem bin ich nicht abgeneigt, bei Interesse mögliche Ausflugsbesonderheiten oder Übernachtungsmöglichkeiten  zu vermitteln .

 

Seit 27 Jahren bin ich sowohl privat als auch geschäftlich auf Motorrädern unterwegs. Privat fing ich mit einer Zündapp C50 an. Als ich dann endlich mit 18 meinen „Einser“ hatte, legte ich mir eine BMW R 26 zu, bei der ich heute bedaure, sie nach zwei Jahren wieder verkauft zu haben, um mir eine R 45 zuzulegen. Da die (in Berlin hergestellte!!!) R 45 nach 40.000 km einen  kapitalen Motorschaden (in Bayern!!!) erlitt, ließ ich einen 50 PS R 65-Motor einbauen, wobei allerdings die Hinterachsübersetzung noch original blieb und ich daher auf der Autobahn geschwindigkeitsmässig mit einer Honda CB 750 K4 ohne Probleme mithalten konnte. Durch einen Zufall gelangte ich an eine Suzuki GS 1000 E, die ich gleich umbaute: Termignoni 4-1-Anlage, zurückverlegte Fußrastenanlage von Hänsle, Giuliari-Höckerbank und kurze Lenkerstummel. Nach einigen –zigtausend Kilometern auf der Suzi habe ich dann die Erkenntnis gewonnen, dass ich wieder eine BMW wollte. Die K 100 RS war gerade einmal ein Jahr auf dem Markt, als ich  alles Geld zusammenkratzte und mir die Maschine zulegte.

Sie diente mir zuverlässig über einige Jahre und zig-tausend Kilometer in ganz Europa von Nord bis Süd und West bis Ost.

Als ich dann Uschi heiratete, kam das Unvermeidliche: es stellte sich drei mal Nachwuchs ein und plötzlich fehlte die Zeit und das Geld, um weiterhin große Touren machen zu können. Glücklicherweise konnte ich in meinem Beruf weiterhin Motorrad fahren.

Hier konnte ich erst ab 1980 Motorradfahren. Zunächst auf einer BMW R 50/6, dann eine 60/6, später auf einer R 100 RT, R 80 RT, K 75 RT und schließlich zur Zeit eine R 1150 RT.

Als ich privat meine K 100 RS verkaufte, blutete mir das Herz, aber es musste sein. Nachdem das Gröbste vorbei war, sah ich bei meinem früheren BMW-Händler, Fa. Stricker in Karlsruhe,  eine gebrauchte K 100 RT. Da mir für eine neue Maschine das nötige Kleingeld fehlte und ich von der K 100-Reihe immer noch überzeugt war, kaufte ich die RT und bin heute noch glücklich damit. Inzwischen stehen schon wieder über 120.000 km auf der Uhr und sie passt mir immer noch. Sie zieht im 5. Gang ohne Leistungsloch hoch  bis zum roten Bereich. OK, die Sitzbank ist gegenüber der neuen R-Reihe sehr hart, aber das Hinterteil fängt erst nach ca. 1000 km am Stück an zu schmerzen. Als Tourenmaschine kann sie mit den neuen Modellen immer noch mithalten. Das technische SchnickSchnack wie ABS, Breitreifen, Motorelektronic etc. ist zwar nicht vorhanden, aber das stört mich nicht groß. Im Gegenteil, als ich die R 1150 RT gefahren habe, war ich zwar zunächst begeistert, aber ich musste mich mit dem Integral-ABS ganz schön umstellen, um nicht erst mal den Boden zu küssen.

Mein Motorrad ist das ganze Jahr über angemeldet und wenn ich die Zeit und Möglichkeit habe, setze ich mich drauf und drehe eine Runde.

Es kommt zwar nicht mehr vor, dass ich wie früher an den Lago Maggiore fahre, wenn ich eine Tasse Cappucino trinken will oder zum Biertrinken nach München oder zum Eisessen an den Bodensee oder zum Baden kurz ans Mittelmeer oder ....., aber ´ne Runde heißt bei mir immer noch  mindestens eine Tagestour in den Südschwarzwald oder Vogesen.

 

Ich möchte mich nicht als motorradverückt bezeichnen, höchstens motorradbegeistert, aber ohne Familie würde ich sicherlich noch mehr fahren. Ich habe beim Motorradfahren Schönes als auch Schlimmes erlebt, aber es hält mich nicht davon ab, weiterzumachen und den Horizont zu suchen. 



                                                             

 


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