laufstrecken


Laufstrecke -

Wo Läufer sogar den Central Park vergessen



Eine wie keine: die Strecke entlang der Bärenseen ist Stuttgarts beliebteste Joggingrunde. Doch die Läufer bleiben nur frühmorgens unter sich. Später werden die Wege auch von Anglern, Wanderern und Radfahrern benützt. Und wenn es eng wird, ist es schnell aus mit dem Idyll.



Der Start: Kilometer 0,0. Stuttgart läuft. Falsch, Stuttgart fährt: zum Laufen. Schon am Sonntagmorgen um halb zehn kämpfen Sportwagen, Familienkutschen und motorisierte Singlekonservenbüchsen entlang der Magstadter Straße hinter dem Schattenring um die letzten Parkplätze. Es soll ja Leute geben, die sonntags um diese Uhrzeit noch schlafen, für die empfinden echte Läufer nur Mitleid.

Willkommen an den Bärenseen, Stuttgarts großer Präsentiermeile für atmungsaktive Laufshirts, saugstarke Schweißbänder und topgedämpfte Schuhe. Willkommen zu 5,5 Kilometer Genuss oder Leiden durch den Wald, vorbei am Bärenschlössle, immer am Wasser entlang.

Die Joggerin: Kilometer 0,2. Stephanie Stetter kennt die Laufreviere dieser Welt. Selbst im New Yorker Central Park hat sich die 32-Jährige nicht verirrt. Aber eine Strecke schlägt sie alle: "Auf der ganzen Welt kann es keine andere Strecke mit den Bärenseen aufnehmen." Ihr nimmt man das ab. Schließlich fliegt die Flugbegleiterin der Lufthansa rund um den Globus, heute Hongkong, nächste Woche Singapur. "Dort ist es mir zu heiß zum Laufen", sagt sie und dehnt erst einmal die Beine.

An der schwäbischen Seenplatte bricht heute niemand mit einem Hitzschlag zusammen: 18 Grad. Stephanie Stetter steht an der kleinen Halbinsel am östlichen Ende der Seen, der Haltebucht fürs Aufwärmen, Abkühlen, Tratschen.

Heute ist Sonntag; Sonntag ist Rummel. Montag ist besser, Dienstag ist besser, Mittwoch auch. War eben diesmal keine Punktlandung. Sonst herrscht hier morgens, wenn die Nebelschwaden über die Seen gleiten, noch Stille. Dann ist Stephanie Stetter allein mit ihren Gedanken, dann ist alles Rhythmus, der stete Rhythmus des Ein- und Ausatmens. Und sie muss keinen fragen: "Darf es für Sie vielleicht noch ein Getränk sein?" Laufen kann eine Meditation sein, die denn Stress besiegt. Wenn Stephanie Stetter die Runde um die drei Seen hinter sich gebracht hat, "dann ist alles für mich erledigt." Der Jetlag, die Hotelzimmer, die Fragen der Passagiere.

Laufen? "Schlägt jeden Wellnesstempel."

Der Reiher, Kilometer 0,3. Einer ist immer da und behält den Überblick. Im toten Geäst eines umgestürzten Baumes am Uferrand residiert ein Graureiher. Eine Weile pickt er sich mit dem Schnabel im Gefieder, dann schwingt er sich zu einem Kontrollflug auf. Er sieht sie alle kommen und wieder gehen. Er bleibt. Wäre schön, wenn man seine Gedanken lesen könnte.

Laufen? Wer fliegt, gewinnt.

Der Angler, Kilometer 0,6. Wladimir Dzwonkiwskyi blickt hinaus auf den See ins Ungefähre. Hinter dem Rücken des Anglers keucht es, schnauft es, schnaubt es. Dabei braucht der gebürtige Ukrainer dringend Ruhe. Fische mögen keine Erdbeben, die von Joggern auf dem Waldboden ausgelöst werden. "Dann ziehen sich Karpfen, Brassen und Hechte in die Mitte des Sees zurück." Und Wladimir Dzwonkiwskyi kann schauen, wie er ihnen mit seiner Angel hinterherkommt.

Mit tannengrünem Parka, kreisrundem Sonnenhut und stoischem Blick ruht er in seinem fellbespannten Klappstuhl. Am nächsten Baum lehnt ein Kescher. Vielleicht bequemt sich ja doch mal ein Fisch, nach dem Köder zu schnappen. An Dzwonkiwskyi soll es nicht scheitern: Er lockt mit Regenwürmern, Mais, Teig und mit Frolic. Mit Hundefutter? "Die Karpfen stehen drauf" - aber leider nicht nur die. "Wenn ein Hund Witterung aufnimmt, ist die Tüte schnell leer." Dann wird aus dem stillen Jäger ein hektischer Gejagter, der bei großen Hunden aus dem Klappstuhl flüchtet. Da lässt er lieber den Specht ran, der fragt zwar auch nicht, wenn er morgens den Toast aus der Tüte pickt. Aber der darf das.

Laufen? "Nur bis zum Stuhl."

Die Radfahrer, Kilometer 1,8. Frisch Verliebte schwärmen davon, wie sich die Bäume in den Bärenseen spiegeln. Naturliebhaber begeistern sich für Eichhörnchen und Knäkenten. Und morgens um acht sollen die Jogger einander sogar noch grüßen. Heißt es zumindest. Gegen Mittag leiden oft die Umgangsformen - "dann herrscht Krieg", sagt ein altgedienter Jogger. Wenn auf zehn Quadratmeter Waldweg drei Jogger, zwei Radfahrer und eine Wandergruppe des Albvereins aufeinander treffen, beginnt der Kampf der Kulturen. "Gerade will ich mich in Ruhe mit meiner Frau unterhalten", sagt Wilhelm Galm aus Feuerbach, "da klingelt es plötzlich hinter mir und der Frieden ist vorbei."

Jürgen Hagenlocher und Mirjam Mönch sehen nicht so aus, als würden sie Jagd auf Spaziergänger machen. Die beiden Mountainbikefahrer versuchen ja, Rücksicht zu nehmen - dabei wird die Wandergruppe zum lebenden Slalomparcours. Wenn der Weg matschig und eng wird, kommen sich Sportler und Erholungssuchende verbal näher. Die Wanderer legen vor: "Ihr Jogger seid bescheuert" oder "Lauft doch, wo weniger los ist". Eine Läuferin wehrt sich: "Wenn Sie mich nochmal so blöd anmachen, schmeiße ich ihr Kind in den See." Nur in einem sind sich beide Lager einig: Radfahrer mögen sie noch weniger. "Bei den engen Wegen ist es eh verboten", poltert ein Bärenseeveteran.

Laufen? "Irre, sie sind alle irre!"

Die Müßiggänger, Kilometer 2,5. Auf der Höhe des zweiten Sees kommt es dicke. Nach einem knöchelbrecherischen Wurzelhighway müssen die Läufer eine gewaltige Steigung von rund fünf Höhenmetern überwinden. Nach rund 30 Metern trennt sich die Spreu vom Weizen. Zum Weizen geht"s schräg rechts, noch ein paar Japser bergauf: Nur die Verbissenen laufen am Bärenschlössle vorbei. Sie verpassen die Familienidylle eines Sonntagmittags unter blau-weißem Himmel. Oma entkernt die Apfelschnitze, ihre Enkel schielen auf die Würstchen am Nachbartisch und Opa schießt Erinnerungsfotos. Hier vertragen sie sich wieder: die Jogger, die Radfahrer und besonders die Spaziergänger, die hier bei Kaffee und Kuchen ihr Ziel erreicht haben.

Laufen? "Wir sind mit dem Daimler da."

Die Familie, Kilometer 3,6. Ein bisschen Tradition muss sein: "Als Alt-Stuttgarter kennt man seinen Bärensee", sagt Wolfgang Kapp. Und dieses Familienprogramm dürfen seine Enkeltöchter Claudia, 12, und Alexandra, 10, gleich mitmachen. Eis schlotzend schlendern sie durch den Wald, Opa schwärmt vom "Wald der Stuttgarter", der "nah ist und schön eben und viele Bänkchen hat, auf denen man sich ausruhen kann." Die Laudatio wird von quietschenden Fahrradbremsen beendet - beinahe hätte ein Mountainbiker einen unschuldigen Rauhaardackel plattgewalzt. "Sonntags gehen wir eigentlich nie freiwillig hierher", sagt Wolfgang Kapp.

Laufen? "Ich geh lieber Tennis spielen."

Die Baby-Jogger, Kilometer 4,7. Keine sitzt bequemer als Lea. Trotzdem quält sie sich ein bisschen. Den rechten Daumen im Mund, in der linken Faust das Kuschelschaf, brettert die Zweijährige über Wurzelknollen und Matschpfade. Mama Anja und Papa Uwe Schmid schieben sie im Baby-Jogger im Wettkampftempo am See entlang. "Dank der Rennmaschine können wir unsere Freizeit zusammen verbringen", sagt Uwe Schmid. Das macht zwar mehr den Eltern Spaß - "aber Lea kann sich immerhin die Leute anschauen und das Geschehen kommentieren".

Laufen? "In ein paar Jahren ist sie dabei."

Die Kapitäne, Kilometer 5,4. Am Mittag rückt die Feuerwehr an. Paul und Elias lassen das knallrote Löschboot "Kiel" mit seiner eindrucksvollen Kanone zu Wasser. "Enten!" ruft Paul, "Verfolgung aufnehmen!" Das ferngesteuerte Plastikboot - von dem der Vater hartnäckig behauptet, es selbst zusammengebaut zu haben - nimmt Kurs auf die Entenkolonie. "Jetzt kommt die große Seeschlacht", sagt Paul und feuert mit der Spritzkanone. Woraufhin die Tiere empört fliehen. Manchmal bleibt einer Ente an so einem Sonntag an den Bärenseen bei all den Kindern, Radfahrern und Joggern nur eine Wahl.

Laufen? Davonlaufen.

Quelle:
Stuttgarter Zeitung
Donnerstag, 13. Mai 2004

_____________________________

    

Rund um die Bärenseen

Im Naturschutzgebiet Rotwildpark, ganz im Westen von Stuttgart gelegen, befinden sich mitten im Wald drei wunderschöne kleine Seen. Auch wenn nur einer der Seen diesen Namen trägt, spricht der Stuttgarter gerne von den Bärenseen. Ursprünglich dienten diese Seen als Trinkwasser-Reservoir für die Stadt, heute sind sie ein absolutes Idyll für jeden Spaziergänger und Jogger. Die Laufstrecke (rot) verläuft direkt entlang des Ufers, es gibt aber zahlreiche Streckenalternativen und. Erweiterungsmöglichkeiten

 

 Runde um alle Seen: 5.600 Meter (am Ufer entlang)
Die Seen von Ost nach West:
- 1.See ("Pfaffensee"): 1,76 km
- 2.See ("Neuer See"): 2,2 km
- 3.See ("Bärensee"): 1,66 km

 

Möchten Sie am ersten See ("Pfaffensee") starten (siehe Pfeil), parken Sie am besten direkt nach dem Schattenring entlang der Strasse.
Oberhalb des dritten Sees, dem Bärensee, thront das Bärenschlössle. Ein mittlerweile renoviertes Kleinod aus der Zeit Herzog Carl Eugens (um 1790), heute eine beliebte Einkehrmöglichkeit für Wanderer und Sportler.

Erweiterungen der Laufstrecke in der Umgebung:

- Nach Norden ab dem Bärenschlössle bis hinauf zum Schloß Solitude.
- Richtung Osten auf den Birkenkopf oder zur Hasenbergsteige.
- Nach Süden hinauf zum Campus der Universität Stuttgart-Vaihingen

 

  Laufen im Rosensteinpark

                                                           

Streckenlänge
Löwentor- entlang der Wilhelma- bis Schloss Rosenstein- zurück:
3 200 m

                                                                

                                                                                                              

 

¥ Rosensteinpark:
Oberhalb der U-Haltestelle Mineralbäder geht der Schlossgarten in den Rosensteinpark über. Hier liegen neben der Wilhelma (Zoo), das Rosensteinmuseum und das Museum am Löwentor (beides sind Naturkundemueseen). Dieser Parkabschnitt ist wesentlich ruhiger als der Schlossgarten.

Verlauf der Strecke im Uhrzeigersinn:
Start am Löwentor ~ vorbei an der Wilhelma (und den Eisbären) ~ bis zum Schloss Rosenstein ~ und auf der anderen Parkseite wieder zurück ~ vorbei am großen Spielplatz und dem Museum am Löwentor
.

 

_____________________________

laufen im Schlossgarten
 
Neues Schloss bis Haltestelle Mineralbäder und zurück: 6.300 m
Hauptbahnhof bis Haltestelle Mineralbäder und zurück:
5.500 m

Oberer Schlossgarten: 0,9 km
Mittlerer Schlossgarten: 1,8 km
Unterer Schlossgarten: 3,4 km
 
 
 

Das "Grüne U" von Stuttgart, seit der Internationalen Gartenausstellung im Jahre 1993 ein durchgehender Park in U-Form, umfasst den Schlossgarten in der Innenstadt, den Rosensteinpark, den IGA-Park und verläuft weiter bis hinauf zum Killesberg.

¥Im Schlossgarten
Der Streckenverlauf gegen den Uhrzeigersinn:
Start beim neuen Schloss ~ vorbei am Eckensee und Opernhaus ~ über die Brücke in den Mittleren Schlossgarten ~ vorbei am Landespavilion ~ dem Planetarium ~ der Lusthaus Ruine ~ und dem See mit Café (zur Linken) ~ weiter über die "Grüne" Brücke in den Unteren Schlossgarten ~ vorbei am großen Spielplatz ~ weiter bis Haltestelle Mineralbäder ~ dort links halten ~ kleiner Anstieg Richtung Schloss Rosenstein ~ dann nach scharfer Linkskurve durch die lange und schnurgerade Mendelssohn-Bartholdy-Allee wieder zurück (wir laufen nun jeweils auf der anderen Parkseite).

___________________________

Auf der Waldau / beim Fernsehturm (S-Degerloch)

Eines der beliebtesten Stuttgarter Laufgebiete liegt in rund 500m Höhe, am Fuße des Fernsehturms. Stets im Blickfeld des 217m hohen Turmes können wir in den Wäldern rund um das Sportgebiet Waldau längere Trainingseinheiten auf flachem Untergrund absolvieren.

  Streckenlängen -
Runde rund um das Königssträssle: 5.100 Meter
Waldsportpfad Degerloch: 2.200 Meter

Wir starten direkt am zentralen Treffpunkt des Laufgebietes, beim Beginn des Waldsportpfades Degerloch, neben dem Clubzentrum der Stuttgarter Kickers. Die Runde rund um das Königssträssle (Sonn- und Feiertags kein Durchfahrtsverkehr!) laufen wir gegen den Uhrzeigersinn und halten uns stets oberhalb des Ramsbachtales im Wald.
Die angegebene Streckenführung orientiert sich an den breiten Hauptwegen, so dass wir nach einer Runde auch noch Alternativrouten auf den vielen kleineren Wegen dranhängen können.
Auf Höhe des Waldendes überqueren wir das Königsträssle und laufen nun im Gebiet zur rechten Seite der Strasse in Richtung Fernsehturm. Ziel der Runde sind wieder die Parkplätze beim sog. ADM-Park, dem Clubzentrum der Kickers.
Wenn nicht gerade die Regionalliga-Kicker hier ihre Runden drehen, können wir auf dem Gelände die Tartanbahn noch für ein Tempotraining nutzen.

Erweiterungen der Laufstrecke in der Umgebung:

- Beim großen Spielplatz im Wald können wir ins Ramsbachtal abbiegen und unsere Strecke in Richtung Hoffeld ausdehnen. Die Wege zwischen den Feldern im Ramsbachtal sind aber größtenteils geteert. Eine Runde auf dem Hauptweg im Ramsbachtal entspricht ca. 3800 Metern.

- Wir biegen beim Bebenhäuser Weg ab und gelangen über die Fußgängerbrücke über die Filderlinie und können im Wald in Richtung Sillenbuch (rechts halten) oder in Richtung Stelle/Frauenkopf (nach Überquerung der Kichheimer Strasse, links halten) weiterlaufen.

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!