Neuzeitvampir
Es gab sie schon immer,
die Gestalten der Nacht,
heute Neuzeitvampire genannt.
Sie trinken kein Blut mehr,
doch töten auch sie,
wie uns allen sehr wohl bekannt.
Sie handeln mit Drogen,
auch mit Sex und mit Macht.
Ihre Welt ist glitzernd und schrill.
Und ein solcher Vampir
zieht manch Mädchen an,
das mit ihm dann gern leben will.
So geschah es auch einst
mit der süßen Bijou.
Einen Neuzeitvampir liebte sie.
Verkaufte ihm Körper
und Seele sogleich.
Doch glücklich mit ihm wurd sie nie.
Denn als sie sein Wesen
endlich erkannte,
war sie down, voller Hass, Wut und Schmerz.
Und er ließ sie fallen
als sei sie nur Dreck,
zertrat restlos ihr einst liebendes Herz.
© I. Köhler-Terz 01.11.09
Willkommen 2010
Das alte Jahr, es muss nun scheiden.
Es brachte Frohsinn, doch auch Leiden.
Es brachte Leben, brachte Tod,
es brachte Arbeit, Liebe, Not.
Es brachte Elend und auch Glück.
Doch sieh nach vorn nun, nicht zurück.
Das neue Jahr, was mag es bringen?
Es soll dir alles wohl gelingen!
Wenn du es willst, dann wird es geh`n.
Willkommen sei 2010!
©I. Köhler-Terz 31.12.09
Baum im Lauf der Zeit
Erst gestern war es, du recktest grün
deine Äste der Sonne entgegen,
damit sie ihren warmen Duft
auf jedes Blatt sollte legen.
Heute schon trägst du ein buntes Kleid,
tanzt im Wind, wie der Herbst dir gebot.
Zeigst der Sonne sein Farbenspiel.
Es gleicht ihrem, golden und rot.
Doch nicht lange währe’t die Freud.
Nordwind kommt, nimmt dir frech Blatt um Blatt.
Lässt tanzen ein jedes noch kurz,
bis er alle gestohlen hat.
Stehst dann da, nackt und einsam im Wind.
Auf den Ästen der Schnee wiegt so schwer.
Träumst von Sonne, Wärme und Licht.
Wünschst den Frühling dir gar so sehr.
So viele Jahre stehst du nun schon,
streckst die Äste so lang und weit,
bist grün und rotgolden und kahl.
Das ist nun mal der Lauf der Zeit.
©I. Köhler-Terz 02.11.09
Der Despot
Wer bist du, dass dein Wille nur zählt?
Wer bist du, dass jeder sich für dich quält?
Jonglierst mit Menschen, wobei du noch lachst,
und einige zu deinen Günstlingen machst.
Kritiker schickst du gleich aufs Schafott.
Dein Wille geschieht, du hältst dich für Gott!
Lachend jedoch tanzen die Marionetten,
die von deinem Kuchen gern etwas hätten.
Lohn und Brot aber ganz schnell verlieren,
die, die nicht wie gewünscht funktionieren.
Darum sitzt Angst schon in allen Ecken,
ein jeder will sich vor dir verstecken.
Doch sag, wie kommst du auf diesen Thron?
Oder warst du da oben immer schon?
Tief fallen kann, wer zu hoch gestiegen
und auch Despoten sind zu besiegen.
Bei deinem Hunger nach noch mehr Macht
hast eines du anscheinend nicht mit bedacht:
Wo keiner sich mehr unterdrücken lässt
feiert Machthungrigkeit ihr Abschiedsfest.
Wenn alle Andren sich einig sind
geht es abwärts für Despoten geschwind.
Und irgendwann kommt sie, die Einigkeit.
Dann ist vorbei deine mächtige Zeit.
(© IKT 20.Juli 08)
Ciao Berlin
Ja liebe Leut` es ist soweit
heut heißts „Auf Wiedersehn“.
Man lernt sich grad erst kennen,
da muss man auch schon gehn.
Die Zeit, die misst man anders hier.
Anett hat`s vorgemacht
und in nur „twenty minutes“ stets
uns an das Ziel gebracht.
Am Tag war Michael der Chef,
ließ unsre Köpfe schmoren.
Am Abend wär`n, ohne Anett,
wir in Berlin verloren.
Für eure Arbeit sagen wir
nun nochmal „Danke schön“.
Vielleicht gibt`s irgendwann einmal
ja doch ein Wiedersehn.
Uns beiden Frauen bleibt zum Schluss
ein allerletzter Part:
Euch Jungs zu sagen, dass ihr doch
ne tolle Truppe wart.
(©IKT 16.10.08)
Albtraum
Dunkelheit schleicht sich heran,
Angst fährt in die Glieder.
Jede Nacht derselbe Traum.
Durchlebst es immer wieder.
Hände gierig, voller Kraft,
halten dich gefangen.
Dunkle Augen flackern bös’,
sind so voll Verlangen.
Fühlst den Schmerz und möchtest schrei'n.
Er hindert dich daran.
Weinend unterliegst du ihm,
kämpfst nicht mehr – irgendwann.
Jede Nacht derselbe Traum.
Wann endlich ist’s vorbei,
dass du aus dem Dunkel tauchst
mit einem lauten Schrei?
Geh hinaus, stell dich der Angst.
Nicht alle sind wie er!
Jeden Tag ein kleiner Schritt,
fällt es auch noch so schwer.
Und irgendwann begegnest du
dem, der dich glücklich macht.
Der dich beschützt und der dich hält
in jeder dunklen Nacht.
(©IKT 23.06.07)
Weihnachtsnacht
Einsam ein Baum auf weitem Feld
sich in den Boden krallt.
Der Winterwind bringt Eis und Schnee
und er umtost ihn kalt.
Genauso einsam steht sie da,
sieht in die Nacht hinaus.
Auch hier tanzt Wind mit Schnee gar wild.
Für sie sieht’s fröhlich aus.
Denn in der Flocken hellem Glanz
da kann sie alle sehen,
die Freunde, die so lang schon fort.
Zu ihnen will sie gehen.
Dort winkt die Marthe ihr schon zu,
ihr Kleid so leuchtend rot.
Und Emma stopft, wie damals schon,
den Mund sich voller Brot.
Dann geht ihr Atem plötzlich schnell.
Karl schaut sie an und lacht.
Einst tanzten sie im Mondenschein.
Er küsst’ sie in der Nacht.
Und dort ganz still, er sieht zu ihr,
der Franz, ihr einz’ger Sohn.
In Russland wars als er verscholl.
S’ war 44 schon.
Die alte Frau den Raum verlässt.
Sie lacht und tanzt und winkt.
Und niemand sieht wie sie ganz still
dann in die Kniee sinkt.
Am nächsten Morgen, auf dem Feld,
der Baum - er ist geknickt.
Die alte Frau davor im Schnee
ist allem Leid entrückt.
Sie ist bei ihren Liebsten nun,
ist niemals mehr allein.
Wie viele sterben so wie sie,
im Weihnachtssternenschein?
(IKT 28.12.05)
Rente mit 67
Ein Krankenpfleger, welcher war
von Haus aus Optimist, na klar,
wollt’ immer seine Pflicht erfüllen
mit frischem Mut und frohem Willen.
Mit 60 saß im Rollstuhl er,
das ist jetzt sieben Jahre her.
Er spürt, wie seine Glieder beben,
freut sich auf langes Rentnerleben.
Doch ach, als er in Rente ging,
das Herz versagt, das kranke Ding.
Er braucht nicht Pflege, nicht die "Ente",
spart (pflichterfüllt?) dem Staat die Rente.
(© IKT 26.04.07)
Spätsommer
letztes warmes
gold
im Gesicht
spinnwebfäden
schweben
im wind
erste kühle
spätsommer
(IKT 20.09.06)
Des Nachts....
Weit öffnet die Nacht ihre Schwingen,
bedeckt alles mit Dunkelheit.
Wenn Wölfe gar schaurig dann singen,
hat begonnen des Vampir’s Zeit.
Wie leis’ sich bewegen die Flügel.
Er reitet ganz still auf dem Wind.
Erspäht nicht nur Baum, Haus und Hügel,
auch dich findet er – schönes Kind!
Sein Durst quält ihn. Er muß jetzt trinken.
Der Duft deines Blut’s ihn betört.
Schon läßt er zur Erde sich sinken
und du hast ihn nicht mal gehört.
Ein Arm legt sich um deine Hüfte.
Du siehst fragend den Fremden an.
Ihn umschweben faulige Düfte
und doch fasziniert dich der Mann.
Seine eiskalten Hände berühren
den Hals, wo die Schlagader pocht.
Seine Lippen woll’n dich verführen.
So hast du’s schon immer gemocht.
Dann der Biss! Ein Lecken und Saugen!
Du spürst wie dein Leben verrinnt.
Erbleichend siehst du seine Augen,
die so schön und doch grausam sind.
Bist du ausgesaugt dann, völlig leer,
zieht er weiter und läßt dich allein.
Es gibt Mädchen wie Sand am Meer,
voller Blut, so rosig und fein.
Paß gut auf in der Nacht holde Maid,
mit Vampiren laß dich nicht ein.
Dir geschähe nur schreckliches Leid!
Würdest nie mehr - du selber sein.
(ÓIKT 18.04.06)
Vernarbt
In mich selbst
Zurückgezogen
Von der Welt
Unbeachtet
Drohe ich
Zu ersticken an
Erniedrigung und Angst.
Erinnerung
Unvergessen
Eingebrannt
In mein Innerstes.
Wunden
Vernarben
Von der Welt
Unbeachtet
Werden sie blasser
Wie das Erinnern an
Erniedrigung und Angst
Unvergessen
Und doch
Mit jedem Tag
Weniger schmerzhaft.
(©IKT 31.01.05)
Sommerabend
Still schauen wir auf den See
dessen silberne Wellen
unsere Füße küssen.
Grillen zirpen rings umher
und machen uns so
die Ruhe hörbar.
Wir genießen den Abend,
die rote Sonne
und den funkelnden Wein.
Brauchen wir mehr
um zu fühlen:
Wir leben!
Dämonen der Vergangenheit
Als er plötzlich
vor mir stand,
mich abschätzend musternd
aus Augen kalt wie Stahl,
da erstanden sie auf -
Dämonen der Vergangenheit.
Mit spitzen Finger
aus glitzerndem Eis
griffen sie nach meinem Herzen,
das flatterte wie ein Vogel,
gefangen im eisernen Käfig.
Dämonen der Angst.
Doch der Schild
meines Herzens,
aus deiner Liebe gegeschmiedet,
ließ das Eis schmelzen
bevor es mich erstickte.
Dämonen verblassten.
Still ging ich an ihm vorbei.
Vorbei an
sterbenden Dämonen.
(15. 02. 2004)
Spiegelbild
Einem Spiegel gleich
zeigte mir
das stille Wasser
des Brunnens mein Gesicht.
Ein kleiner Stein,
hineingeworfen
von meiner Hand,
zerstörte das Bild.
Und
im dunklen Wasser
des Brunnens erschien
das Spiegelbild meiner
zerissenen Seele.
(19. 01. 2004)
Das Mädchen und der Tod
Das Mädchen ruft:
Mein dunkler Freund
komm, hole mich zu dir.
Nur deine Liebe will ich noch,
ich öffne dir die Tür.
Und leicht
wie Spinnenweb im Wind
schließt sie die müden Lider.
Sie hat gekämpft und doch verlor'n
solange, immer wieder.
Schneewittchen gleich
liegt sie nun da,
so fahl und doch so schön.
Der Tod an ihrem Bette spricht:
Du wirst nicht mit mir gehn.
Die Knochenhand,
so seltsam zart,
streicht sacht die bleiche Wange.
Oh nein mein Lieb, du stirbst heut nicht,
hast Erdenzeit noch lange.
Er geht,
die Morgenröte naht,
das Mädchen ist erwacht.
Sie fühlt gesund sich und erfrischt
nach traumdurchwirkter Nacht.
Doch war es
wirklich nur ein Traum?
Sie meint es noch zu fühlen,
wie seine Hand sie streichelt sanft,
das Fieber abzukühlen.
Die schwarze Rose
zart und schön
sieht sie dann auf den Kissen.
Die grüßt ein letztesmal von ihm
und sagt ihr: Du sollst wissen -
noch lange
wirst du Sonne trinken,
es lieben, wenn der Himmel weint.
Erst wenn du alt und grau geworden,
dann werden wir vereint.
(11. 02. 2004)
Schneeflocke
Im Winter schenktest du mir
eine Schneeflocke -
als Zeichen deiner Liebe.
Im folgenden Frühling
war beides dahin geschmolzen.
|
Abschied nehmen
Ihr Gesicht -
grau,
wie ein wolkenverhangener Tag
im Herbst.
Ihre Augen -
gefüllt
mit Tränen die gleich Regentropfen,
leise fallen.
Ihre Lippen -
bebend
wie ein Blatt, mit dem der Herbstwind
launisch spielt.
Ihre Finger -
ineinander
verflochten, wie vor Tagen noch in
seinem Haar.
Drei Zimmer -
riesig
ohne ihn, wie ein Palast aus
kaltem Marmor.
Abschied für immer -
ein Wandern
durch die Nacht, um irgendwann die Morgenröte
wieder zu finden.
|
Kommunikation...
Als unsere Augen, Hände, Lippen
all unsere Gefühle füreinander
erklärten,
hatten wir sie für uns entdeckt -
die Kommunikation der Körper!
Eine Rose
Eine Rose aus deiner Hand -
soviel teurer mir als Diamanten.
Ein liebes Wort aus deinem Mund,
soviel wärmender als jeder Ofen.
Ein Abschiedsbrief von dir -
soviel schlimmer als der Tod.
Vierzig
Zur Disco!
Tanzen nach heißer Musik,
mit vierzig?
Klamotten körperbetont,
Haare glutrot.
Mit vierzig?
"Onkelz" hören
statt Volksmusik,
mit vierzig?
Warum denn nicht?
Oder ist man schon tot,
mit vierzig?
Düsseldorf - nach dem Seminartag
Man schuftet tags im Seminar,
muß aufmerksam stets sein.
Des Abends kann man bummeln gehen
im Sternenhimmelschein.
Ein Stadtrundgang in Düsseldorf
endet im "Uerig" - fein!
Danach noch einen "Killepitsch",
dass muss ganz einfach sein.
Man hört von Harry Heine viel,
besucht auch Vater Rhein
und trinkt den Kultdrink - Altbier pur.
Das muß ganz einfach sein.
Und schneller als man es gedacht
ist alles dann vorbei.
Man hofft, dass es beim nächsten Mal
so schön doch wieder sei.
(IKT Ó Mai 2005)
Erneuerung
Regenbogenbunte Träume
begraben
auf dem Feld der Erinnerung
keimt daraus
neue Hoffnung.
(ÓIKT 20.06.04)
Warum
Warum liegt sie,
noch im Kleid der letzten Nacht,
vor dir am Boden?
Sie kam von ihm.
Noch liebestrunken
packte sie den Koffer.
Warum sehe ich dich,
das Gewehr in der Hand,
neben ihr knien?
Warum die Tränen,
woher das Blut?
Was hast du getan?
Und ich verstehe.
Sie wollte nicht dir,
und sollte nicht ihm - gehören.
(ãIKT14.12.03)
Getötete Freundschaft
Mit Freunden feiern,
Alkohol, Spaß.
Schnell war es damit aus.
Du schienst so betrunken,
und als eine Freundin
brachte sie dich nach Haus.
Dort wolltest du mehr,
Freundschaft war nicht genug.
Ein "NEIN" half ihr nicht
aus der Not.
Dann war es vorbei
und als sie ging,
war diese Freundschaft
tot...
(IKT 30.08.03)
Kleiner Engel 
Ein Engel, traurig und so klein
sieht auf die Erde nieder.
Er schaut und weint so manchen Tag
in Ewigkeiten wieder.
Er sieht das Gras, so weich, so grün,
lernt’s niemals selber kennen,
wird nie, wie’s andre Kinder tun,
voll Spaß darüber rennen.
Der Wind, der in den Bäumen tanzt
wird ihn nun niemals kühlen.
Und auch der Sonne warmen Duft
wird seine Haut nie fühlen.
Er sieht auf dieser weiten Welt
wie Mütter zärtlich küssen
ihr Baby, das so klein wie er.
Möchte eines jetzt nur wissen:
Was hab ich dir nur angetan,
dass du mich hast getötet,
dass mein so unschuldiges Blut
die Hand dir hat gerötet?
Kaum einen Atemzug tat ich,
schon litt ich tausend Qualen.
Wofür, ach Mutter, sag mir doch,
muss ich so hart bezahlen?
Von Anfang an war ich dir Last.
Wollt doch geliebt nur werden.
Das war zuviel von dir verlangt,
drum musste ich gleich sterben.
Die Engelstränen fließen leis,
fall’n auf die Erde nieder.
Sieh Mutter, dieses sei mein Gruß,
in Ewigkeiten wieder.
(©IKT 27.03.07)