Trauerbewaeltigung

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Trauer zu bewältigung ist ein höchst individuelle und intime Angelegenheit - zu keinem anderen Zeitpunkt des Lebens sind wir seelisch so verletzt wie in der Zeit nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Um vorzubeugen: der Verlust eines Arbeitsplatzes, der vielfältige Verlust durch und infolge einer Scheidung oder wenn Kinder ausziehen ist auch schmerzhaft und betrifft zumindest ebensoviele Menschen. Diesen Schmerz will ich nicht schmälern - aber das alles ist ein vollkommen anderer Verlust im Vergleich zu der Tatsache, ein lieben Menschen z.B. an den Tod "verloren" zu haben.

Die Trauerarbeit ist ein sehr intimer Prozeß, den viele Menschen mit sich selbst ausmachen möchten.

Am Anfang steht das Begreifen des unfassbaren. Den Tod eines nahen Angehörigen, etwa eines ungeborenen Kindes, fällt vielen Menschen schwer. Und wenn dieser Mensch dann noch freiwillig durch suizid aus dem Leben geschieden ist, ist der Tod doppelt schwer zu begreifen.

In der zweiten Phase folgt die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen, die Wut über seinen Tod und die Angst, ohne den geliebten Menschen nicht weiterleben zu können.

Die bisherige Lebensplanung ist vollkommen auseinander gebrochen. Nun fällt den Hinterbliebenen die Aufgabe zu, ihr eigenes Leben neu zu ordnen und neu zu gestalten.

Viele Hinterbliebene brauchen in der öffentlichkeit sichtbare Orte, an denen Sie ihr Andenken, ihr Gedenken, ihr Erinnern an vorangegangene Generationen ausleben können. Erkennbar wird dieses zutiefst menschliche Bedürfnis z.B. an Grabbesuchen. Viele Hinterbliebene haben zu Hause das Bedürfnis, ein Foto des Verstorbenen aufzustellen und eine Kerze zu entzünden - z.B. in Verbindung mit Familienfesten oder dem Geburts- und Todestag des Vorausgegangenen.

Langsam fangen Hinterbliebene - welche den Trauerprozeß bis dahin durchlebt und für sich selbst zugelassen haben - an, Sich an gemeinsame Zeiten zu erinnern, welche schön waren. Allmählich verdrängen die schönen Erinnerungen die schlimmen Erinnerungen an den Tod, an den schmerzhaft erlittenen Verlust. Doch bis zu diesem Zeitpunkt ist es ein langer, seelisch und körperlich spürbar sehr schmerzhafter Weg.

Schwierig wird dieser Trauerprozeß für jene Hinterbliebene, die ihr ungeborenes Kind noch nie mit eigenen Augen sahen, noch nie ihr Kind in ihren Händen halten und noch nie ihr Kind liebevoll versorgen durften. Darum haben diese Hinterbliebene besonders häufig das Bedürfnis, selbst als Ansprechpartner für andere aus gleichen Gründen Hinterbliebene da zu sein. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.sonnenstrahl.org

Eine weitere veränderbare gesellschaftliche Widerwärtigkeit ist die grausame Tatsache, das nicht allen verstorbenen Kindern ein Begräbnis und Grab zugestanden wird, etwa jenen verstorbenen Kindern, die als zu klein und leicht von Dritten befundet wurden, oder weil das verstorbene Kind im Zuge eines medizinischen Eingriffes (Schwangerschaftsabbruch - häufig unabhängig von der Indikation, Küretage)  den Mütterlichen Leib verließen.

Auch IFV gezeugte Kinder, wenn Sie denn nicht ausgetragen werden, ist es bis heute nicht selbstverständlich, diese auf einem Friedhof im Beisein der Angehörigen zu beerdigen. 

Darum wurde die Bitte, jedes verstorbene Kind beerdigen ins Leben gerufen.

Setzen Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bitte dafür ein, das dereinst allen Menschen menschenwürdig begegnet wird - im Leben wie nach dem irdischen Leben.



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