Die Selbstbestimmung ist zu respektieren!
Der paedagogische Ansatz - kann aus meiner Sicht - nur sein, bei der Bubenarbeit anzusetzen, um diesen zu vermitteln, dass Maedchen und Frauen nicht Freiwild und Beute sind, sondern dass die Persoenlichkeit und Selbstbestimmheit von Frauen und Maedchen zu respektieren ist, unabhaengig von Aussehen und Kleidung. Maedchen in ihrer Freiheit und Selbstbestimmtheit einzuschraenken, ist der falsche Weg. Dies entspricht der klassischen Opfer - Taeter - Umkehr. Mag. Walter Schuster
Maenner veranstalten Missenwahlen und Modellschauen. Solange Maedchen hingehen und ihren Koerper freien Willens gegen Geld zu Schau stellen - wird sich in der breiten Oeffentlichkeit nichts am Bild veraendern, das Frauen sich freiwillig zu Schau stellen und somit sicherlich einem Geschlechtsverkehr auch nicht abgeneigt sind.
Vor Missbrauch schuetzen - ja geht denn das?
Ja!
Kinder sollten noch vor dem Kindergartenalter wissen, dass ihr wichtigster Verbuendeter ihr Gefuehl, ihre Selbstwahrnehmung ist, auf das Sie hoeren duerfen und zu dem sie stehen duerfen. Sie muessen sagen duerfen - ohne ausgelacht, gedemuetigt, erniedrigt und ohne zur Verdraengung angehalten zu werden, dass ihnen etwas komisch vorkommt.
Dazu ist es notwendig, dass die Eltern und das Umfeld Sensibilisierung zulaesst. Herkoemmlicherweise ist in allen Gesellschaftsschichten die Erziehung der Kinder sehr oft darauf abgestellt, Gefuehle und Selbstwahrnehmung zu Gunsten schaedlicher Regeln zu verdraengen.
Die Tochter eines Professors darf nicht sagen, was sie fuehlt und denkt - das schickt sich nicht in unseren Kreisen.
Der Sohn eines Handwerkers hat kein Recht darauf, eine Tochter aus besserem Hause anzusprechen, sie auszufuehren und sich auch noch eheliche Hoffnungen zu machen.
Teenagereltern aus besserem Hause wird seltener erlaubt, zu ihrem ungeborenen Kinde zu stehen.
Es mag sein, das es eine schwere Aufgabe fuer die jungen Eltern darstellt, den Kehrumprozess in Gang zu setzen und durchzuhalten (auch gegenueber den eigenen Eltern und Schwiegereltern und der sonstigen Verwandtschaft) und dem Zulassen und benennen von Gefuehlen und Wahrnehmungen sowie von persoenlichen Vorlieben wieder den hohen Stellenwert zuzugestehen, welcher ihnen Gebuehrt.
Mag sein, das dabei so mancher Ehebruch zu Tage tritt oder manch anderes bislang muehsam verborgen gehaltenes, - aber die seelische und koerperliche Gesundheit sollte jedem einzelnen von uns wichtiger sein denn das aufrechterhalten von gesellschaftlichen, krankmachenden Scheinwelten und Scheinregeln.
Kinder haben - genauso wie Erwachsene - das uneingeschraenkte Recht auf ihren Koerper, ihr Tagebuch, ihr Briefgeheimnis, ec.
Niemand darf diese Unantastbarkeiten verletzten, auch die Eltern, Geschwister und andere Menschen nicht.
Bei einem Arztbesuch gibt der Betreffende von sich aus sich und seinen Koerper frei, unter der Voraussetzung, dass der Betreffende zu einem Arzt seiner Wahl gehen kann oder ein Arzt seiner Wahl geholt wird. Auch Kindern steht dieses Wahlrecht zu!
Es gibt wenige Ausnahmen, welche diese Regel ausser Kraft setzen, z.B. wenn Lebensgefahr droht.
Nicht jedem Erwachsenen - und erst recht nicht jedem Kind - gelingt es zu begruenden, warum man dieses oder jenes nicht haben moechte, nicht an sich heranlassen moechte oder jetzt gehen moechte.
Es darf z.B. der Begruessungskuss, das Begruessungsritual der Tante oder dem Onkel, dem Stief- und Pflegevater verweigert werden, ohne begruenden muessen, warum.
Hellhoerige Eltern (Erwachsene, etwa die Kindergartentante) trainieren das einem Kind z.B. bei einem Rollenspiel ein und zeigen Wege auf, wie ein Kind nein sagen kann bei der betreffenden Person, ohne die betreffende Person zu sehr vor den Kopf zu stossen bzw so, das der andere es annehmen kann. Kinder wollen ganz gerne allerdings bewusst jemanden vor den Kopf stossen.
Kinder sind sensibler als Erwachsene und haben einen anderen
Zugang zum Alltag, zu Wahrnehmungen und Geschehnissen innerhalb und ausserhalb der Familie, der Schule ec.
Fuer Erwachsene gehoert eine Portion Respekt dazu, um das alles zuzulassen. Doch ein respektvoller Umgang mit Kindern vermittelt den Kindern, das auch das Kind nicht in die persoenlichen Rechte eines anderen - etwa eines Erwachsenen, der in Ordnung ist - eingreifen darf.
Wichtig ist auch, den Kindern schon vor oder spaetestens im Kindergarten beizubringen, was gute und was schlechte Geheimnisse sind.
Der Mutti nicht zu verraten, was Sie zum Geburtstag erhaelt, ist ein gutes Geheimnis. Das ist mit guten Gefuehlen verbunden.
Der Opa streichelt mich immer so seltsam, ist ein schlechtes Geheimnis, denn es ist mit Angst, bzw. Traurig machenden Gefuehlen verbunden. Bei dieser Art von Geheimnissen wird den Betroffenen gerne auch alles innerlich kalt und starr.
Zum Abschluss noch 7 Fragen, welche Eltern offen mit ja beantworten koennen sollten - gelingt es nicht einwandfrei, so bitte holen Sie sich Hilfe!
1. Spricht mein Kind mit jemandem ueber seine Probleme?
2. Kenne ich die taeglichen Sorgen meines Kindes?
3. Gebe ich vor meinem Kind meine Fehler zu?
4. Darf mein Kind ungewollte Zaertlichkeiten ablehnen?
5. Kenne ich die Freunde meines Kindes?
6. Kommt mein Kind zuverlaessig zur abgemachten Zeit nach Hause?
7. Ist mein Kind viel in einer Gruppe unterwegs, in welcher mein Kind sich wohlfuehlt?
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