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Die gläserne Kugel
Indem ich meine Seele vor Euch ausbreite, werde ich zu einer gläsernen Kugel.
Ein falscher Schritt, und die Kugel wird zertreten.
Zuviel Frost, und die Kugel zerspringt.
Achtung: Verletzungsgefahr
Was bleibt sind tiefe Narben, von einer dicken Schicht Make Up geschickt verdeckt.
Was bleibt ist die Angst. Seelenwunden heilen.
Abgeschminkt sehn mich nur wenige.
Leere
Manchmal ist in mir nur Leere, ein Baum, der keine Früchte trägt.
Ich möchte Tränen trocknen, trösten, basteln, Lieder singen...
Dann füll` ich meine Tage mit Beschäftigung.
Mutter
Liebevoll. Kein lautes Wort.
Sie hat gesungen, mich beschützt.
Nicht vieles, dessen ich mich erinner`.
Der Marienaltar im Mai. Montags roch es nach großer Wäsche.
Als sie starb da war ich gerade 10.
Vater
Jahrgang 1924. Blutjung in den Krieg. Nicht nur Narben auf der Seele weggetragen.
Introvertiert. In sich gekehrt. Sehr intelligent.
Fand seine große Liebe. Sie hat ihm sein Lachen zurückgebracht.
Sie starb nach nur 11 Ehejahren. Sein Lachen nahm sie mit.
Er hat sich so nach ihr gesehnt. Vier Jahre später ist er ihrem Ruf gefolgt.
Da war ich 14.
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