wuermerzoonosen

Zoonosen bedingt durch Würmer (Helminthen)

Zwei parasitäre durch Würmer verursachte Zoonosen sind von Bedeutung, weil sie von Heimtieren auf Menschen übertragbar sind: die Echinokokkose durch Bandwürmer (Cestoden) und die Toxocariasis durch Spulwürmer (Nematoden).

In Europa spielen zwei Echinoccus-Arten eine Rolle – der Fuchsbandwurm (E. multilocularis) als Erreger der alveolären Echinokokkose und der Hundebandwurm (E. granulosus) als Erreger der zystischen Echinokokkose.

Alveoläre Echinokokkose (durch Fuchsbandwurm)

Dies ist eine Krankheit, die sich beim Menschen sehr langsam entwickelt. Fünf bis 15 Jahre können vergehen, bis die ersten Symptome in Form von Beschwerden im rechten Oberbauch auftreten. In mehr als 95 % der Erkrankungsfälle kommt es zu einer starken Lebervergrößerung.

In Deutschland gelten vorwiegend der süddeutsche Raum sowie neuerdings auchd ie neuen Länder als Endemiegebiete für den Fuchsbandwurm. Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) stellt mit Befallsquoten, z. T. bis zu 70 % das wichtigste Erregerreservoir dar.

Sowohl Hunde als auch Katzen können sich zufällig durch das Fressen von Nagetieren infizieren, da diese Zwischenwirte im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes sind.

Ein neues Problemfeld entsteht gegenwärtig dadurch, dass Füchse auch Städte besiedeln und es auf diese Weise zur Etablierung des Übertragungszyklus von E. multilocularis mitten im menschlichen Siedlungsgebiet kommt. Das Infektionsrisiko besteht daher für Hunde und Katzen nicht mehr ausschließlich im ländlichen Raum, sondern zunehmend auch bei freiem Laufen lassen in Stadtparks oder stadtnahen Grünflächen.

Als mögliche Ansteckungsquellen kommen mit Fuchslosung, Hunde- oder Katzenkot verschmutze Waldbeeren, Pilze, Fallobst und Gemüse in Betracht, ebenso ist eine orale Schmutz- und Schmierinfektion über mit Fuchsbandwurmeiern kontaminierte Hände möglich.

Zystische Echinokokkose (durch Hundebandwurm)

Die Ansteckung des Menschen erfolgt über den Verdauungstrakt durch die Aufnahme von Bandwurmeiern, die durch infizierte Endwirte wie Hund oder Katze ausgeschieden werden. Die Eier können im Fell infizierter Tiere haften, sodass es bei intensivem Umgang (z. B. Streicheln) zur Kontamination der Hände kommen kann. Dies ist auch nach Kontakt der Hände mit eihaltiger Erde oder eihaltigem Sand (auf Spielplätzen) möglich.

Nach Aufnahme von Hundebandwurmeiern kommt es zur langsamen Bildung von Zysten in Leber, Lunge, Milz und Bauchfell. Die klinischen Erscheinungen zeigen sich erst dann, wenn die wachsenden Zysten die Gallengänge und Blutgefäße einengen. Beim Platzen von Echinokokken-Zysten sind akute allergische Reaktionen möglich, die lebensbedrohlich sein können.

Toxocariasis (Larva migrans visceralis)

Die Erkrankung des Menschen kann nach oraler Aufnahme von Eiern des Hundespulwurmes Toxocara canis, gelegentlich auch des Katzenspulwurmes T. mystax auftreten. In vielen Fällen verläuft die Toxocariasis symptomlos oder wird nicht erkannt. Klinische Fälle können sich vor allem bei Kindern in Form von Fieber, Leibschmerzen, schlechter Körpergewichtsentwicklung, Husten und asthmatischen Beschwerden manifestieren (Larva migrans visceralis). Auch ein Befall der Augen ist möglich, was mit Schielen oder Netzhautveränderungen, verbunden mit Sehstörungen oder Erblindung, einhergehen kann (Larva migrans ocularis).

Die Ausscheidung von Spulwurmeiern erfolgt in erster Linie durch junge Hunde und Katzen. Die Befallsintensität der Hundepopulationen mit T. canis wird als ein Gefahr für den Menschen angesehen. Die Umweltkontamination von öffentlichen Parks und Kinderspielplätzen durch Hundekot ist weit verbreitet.

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