Virusbedingte Zoonosen
Tollwut
Für eine unmittelbare Tollwutgefährdung der Menschen kommt in Europa nach wie vor Katzen und Hunden die größte Bedeutung zu. In Deutschland ist die Zahl der registrierten Tollwutfälle bei Tieren rückläufig. Betrachtet man alle Tiere, ist nach wie vor der Fuchs am häufigsten von dieser Viruskrankheit betroffen. Die vorbeugende Tollwutimpfung von Hunden und Katzen schützt auch die Menschen vor dieser Zoonose.
Tollwut beim Menschen kann durchaus ein „Mitbringsel" aus dem Ausland sein, z. B. aus Sri Lanka, Indien, Pakistan, Algerien, Tunesien u. a. Die Infektion kann in diesen Ländern direkt durch den Biss streunender Hunde erfolgen. Die Tollwut kann aber auch durch die Einfuhr von Hunden (vorwiegend Welpen) eingeschleust werden, wie dies in letzter Zeit durch Tiere z. B. aus Marokko, Nepal oder Aserbaidschan geschah.
Leider gibt es für Deutschland – ebenso wie für andere europäische Länder – keine vollständigen Angaben, wie oft in den letzten Jahren Tollwutimpfungen bei Menschen nach Tierbiss oder Tierkontakt durchgeführt wurden.
Katzenpocken
In den letzten Jahren wurde wiederholt auch aus Deutschland über das Auftreten von Katzenpocken berichtet. Der Erreger ist weitgehend mit dem der Kuhpocken identisch. Sein Reservoir stellen mit großer Wahrscheinlichkeit kleine Nager, insbesondere Mäuse, dar. Katzen können sich bei diesen virustragenden Nagern infizieren. Die Infektion ist in der Regel lokal begrenzt, wird meist als schlecht heilende Wunde und Lymphknotenentzündung wahrgenommen, kann aber bei immungeschwächten Personen einen schweren Verlauf nehmen. In Deutschland wurde bislang in einem Einzelfall über einen tödlichen Krankheitsverlauf bei einem Ekzempatienten berichtet. Vorsicht ist beim Umgang mit Tieren (vor allem freilaufenden Hauskatzen) mit schlecht heilenden Effloreszenzen (Hautveränderungen) geboten.