Gesundheitsfördernde Einflüsse
Für Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit sind u. a. eine sinnvolle Aufgabe, ein günstiges soziales Umfeld sowie die Bewältigung von beruflichem und privatem Stress wesentlich. Das Versorgen von Tieren und der Umgang mit ihnen wird oft als sinnvolle Beschäftigung betrachtet und gibt das Gefühl, gebraucht zu werden. Pflegerische Fähigkeiten können im Umgang mit dem Tier entwickelt und geübt werden; dies stärkt Selbstvertrauen und Selbstachtung. Zudem wird dabei auch den eigenen Lebensumständen und Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit geschenkt und es wird auch für sich selbst besser gesorgt.
Das Tier wird oft zum Kommunikationspartner: Viele Menschen sprechen ihre Tiere laut an und beobachten sie, um ihr aktuelles Befinden zu erfahren und interpretieren aus den Reaktionen und der Mimik des Tieres eine Antwort. Dabei werden z. B. Handlungsabläufe kommentiert, aber auch dem Tier die eigenen Sorgen erzählt. Diese Form der Kommunikation stellt eine Alternative zu Selbstgesprächen dar und unterstützt das Ausbilden bzw. Ändern der eigenen Meinung und das Lösen von z. B. zwischenmenschlichen Problemen. In einer amerikanischen Studie gaben 99 % von 1500 TierhalterInnen an, ihre Tiere quasi als Familienmitglieder zu betrachten; über 90 % glaubten, dass die Tiere auf Stimmungen ihrer Halterinnen und Halter reagierten. Von 120 über 60-jährigen Befragten mit Hund gaben 25 % an, dass sie dem Tier ihre Sorgen und Probleme mitteilen, mehr als die Hälfte sprach regelmäßig mit ihren Hunden.
Das Beobachten von Tieren, Streicheln und Körperkontakt unterstützen den Abbau von Aggressionen und helfen bei der Stressbewältigung. Die Stressverminderung ist messbar in Form eines niedrigeren mittleren Blutdrucks im Vergleich zu Menschen unter ähnlichen Lebensumständen ohne Tierkontakt. Tierkontakt wirkt auch angstmindernd, vor allem Hunde fungieren als Beschützer.
Immer mehr, insbesondere auch ältere Menschen, leben allein, haben oftmals den Verlust von Angehörigen, Freundinnen und Freunden erlebt und nicht selten fehlen ihnen Aufgaben und das Gefühl, gebraucht zu werden. Dies kann den Gesundheitszustand sehr ungünstig beeinflussen. Viele wissen deshalb die Aufmerksamkeit und Zuwendung von Tieren zu schätzen, die diese einem Menschen gewähren und die unabhängig vom Sozialstatus ist. Die meisten Tierhalter geben eine deutliche Steigerung der Lebensqualität durch ihr Tier an. Dies schlägt sich in der Beurteilung der eigenen Gesundheit nieder. Ein Drittel aller älteren Tierhalter schätzt die Gesundheit als sehr gut ein, der Rest als gut. Menschen ohne Tiere der gleichen Altersgruppe schätzen dagegen ihre Gesundheit nur zu 10 % als sehr gut und 30 % als gut ein. Rein medizinisch gesehen unterscheiden sie sich jedoch in Anzahl und Art der chronischen Erkrankungen nicht signifikant. Auch der Verlust geliebter Menschen wird von Menschen, die Tiere halten, etwas leichter verwunden als von Menschen ohne Tierkontakt. Die Notwendigkeit z. B. einen Hund ausführen zu müssen, führt im Allgemeinen zu vermehrter körperlicher Bewegung, gibt dabei ein Sicherheitsgefühl und fördert häufig auch Sozialkontakte. Hat eine Familie ein Tier aus echtem Wunsch der meisten Familienmitglieder heraus angeschafft, wird eine deutliche Zunahme von gemeinsamer Freude und Spaß beschrieben. Heimtiere sind daher eine wichtige Ergänzung zu den übrigen Kontaktfeldern eines Kindes und beeinflussen das soziale Wohlbefinden häufig positiv.