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Schwanengesang Notizen, Dies- und Jen-seitig-es Bei den alten Griechen galt der S. als der heilige
Vogel des Apollon, von dem er selbst die
Gabe der Weissagung empfangen haben sollte. Im mythischen Hesperien, am Eridanos und an der Küste des Ligyerlandes sollen die Schwäne ihren Tod durch schönen klagenden Gesang v.orausverkündigt haben; daher der Ausdruck Schwanengesang für das letzte Lied eines Dichters. - Meyers Konversationslexikon - Band 14 - Der Dramendichter Euripides (486-406 v. Chr.) kam
zwei Jahre vor seinem Tod auf Einladung des Königs Archelaos in das
halbbarbarische Makedonien, wo er den Dionysoskult in seiner ursprünglichen
grausamen und vielfach abstoßenden Form erlebte. Euripides, der als
Aufklärer wegen seiner Kritik an der traditionellen Religiosität
bereits von Aristophanes als Atheist bezeichnet wurde, versuchte nun in seinem
Schwanengesang der Tragödie "Die Bakchen" (auch "Bacchantinnen" genannt)
durch schonungsloseste Darstellung der verheerenden Wirkung des Massenwahns
den Dionysoskult in seiner ganzen Unmenschlichkeit und Vernunftswidrigkeit
bloßzustellen,
Quelle: Stefan Winkle
- Über das epidemieartige Auftreten von Nachahmungssyndromen
- "Hamburger Ärzteblatt" Hefte 6/ 00 -
Musik kommt von allen Künsten, die auf dem Boden einer bestimmten Kultur aufzuwachsen wissen, als die letzte aller Pflanzen zum Vorschein, vielleicht weil sie die innerlichste ist und folglich am spätesten anlangt, - im Herbst und im Abblühen der jedesmal zu ihr gehörenden Kultur. Erst in der Kunst der Niederländer Meister fand die Seele des christlichen Mittelalters ihren Ausklang, - ihre Ton-Baukunst ist die nachgeborene aber echt- und ebenbürtige Schwester der Gotik. Erst in Händels Musik erklang das Beste aus Luthers und seiner Verwandten Seele, der jüdisch-heroische Zug, welcher der Reformation einen Zug der Größe gab - das alte Testament Musik geworden, nicht das neue. Erst Mozart gab dem Zeitalter Ludwig des Vierzehnten und der Kunst Racines und Claude Lorrains in klingendem Golde heraus; erst in Beethovens und Rossinis Musik sang sich das achtzehnte Jahrhundert aus, das Jahrhundert der Schwärmerei, der zerbrochnen Ideale und des flüchtigen Glücks. Jede wahrhafte, jede originale Musik ist Schwanengesang. - Friedrich Nietzsche - Turin, Weihnachten 1888/ "Nietzsche kontra Wagner" - Prüfet alles, behaltet das Gute
, und
wenn etwas Besseres in euch selber gereift, so setzet es zu dem, was ich euch in diesen Bogen in Wahrheit und Liebe zu geben versuche, in Wahrheit und Liebe hinzu. - Pestalozzi - "Pestalozzi's Schwanengesang - 1826" - "Dem Anspruch, im für viele vielleicht ungewöhnlichen Aufbau der Edition eines ›Werks‹ in Heften die größtmögliche Adäquanz an die Makrostruktur des überlieferten Materials zu erreichen, tritt komplementär in der Darstellung der Mikrostruktur ein Insistieren auf der Handschriftlichkeit und, damit verbunden, der - wenn man so sagen kann - (Noch-)Nichttextförmigkeit des Manuskripts zur Seite." .....*gg* Norbert Bolz - Schwanengesang der Gutenberg Galaxis - Schwanengesang - 1848 - (-) Dort oben, dort oben Ist ein Dachkämmerlein, Darin sollst du studieren In Büchern groß und klein. (-) Die Mutter, sie weinte: "O Joseph, komm' nach Haus, Du bist schon ganz verwildert Bei den Studenten draus. Du trinkst viel, du rauchst viel, Du wirst ein Lump am End', Du sollst nicht länger bleiben In Heidelberg Student!"(-) *gg*dutzi* - Joseph Victor von Scheffel - Dort bricht Thalestris durch die Reih'n voll Mut Verderben strahlt aus ihrer Augen Glut. Am Boden liegen schon ein Beau und Wit. Der stirbt im Gleichnis, jener stirbt im Lied. Grausame Nymphe, du zerbricht mein Herz! Rief Dapperwit und sank in Liebesschmerz. Sir Fopling blickt noch einmal schmachtend hoch: Die Augen sind's, die töten, sang er noch. So liegt ein Schwan, wo sich Mäander schlingt, Auf Blumenaun, und stirbt, indem er singt. - The Rape of the Lock - fünfter Gesang - Begann unser Arm zu erlahmen? Verarmte seitdem unser Herz? Wie liegen im Ohr uns die Namen: Catull und Horaz und Properz, Ovid und Tibull, und im Kreise Der Dichter, und Licht um sie her Virgil, jener Zaubrer und Weise Ein gleicher und mehr. Das Wunder, dass Einer noch einmal Drum rang im verwehrenden Föhn Die Welt, die einst war, und das Steinmal, Das niederlag, neu zu erhöhn? Doch blieb nur der Schein einer Mythe Zurück um den singenden Schwan: Im Dunkel der Weltnacht versprühte Der Stern des Julian. - Gesang an den fürstlichen Stern - Alexander von Bernus - Liebe den wilden Schwan "Ich hasse meine Verse, jede Zeile, jedes Wort. O blasse und spröde Stifte immer, um den Schwung Eines Grashalms nachzuziehn oder eine Vogelkehle, Die am Zweig hängt, zum weißen Himmel geplustert. O zersprungene und trübe Spiegel immer, um eine Farbe Einzufangen, einen funkelnden Blitz, vom Glanz der Dinge. Glückloser Jäger, Oh Wachskugeln, der Löwenschönheit, Der Flügel des Wild-Schwans, des Flügel-Sturms!" - Dieser wilde Schwan von Welt ist die Partie keines Jägers. Bessere Kugeln als deine würden die weiße Brust verfehlen, Bessere Spiegel als deine würden in den Flammen zerspringen. Ist das der Grund, weshalb du dich... selbst haßt? Liebe Endlich deine Augen, sie können sehen, deinen Geist, er kann Musik hören, den Donner von Flügeln. Liebe den wilden Schwan. - Gedichtband "Liebe den wilden Schwan - Robinson Jeffers - Mein Geist und mein Gefühl sind die beflammte Ode, Die ausser mir sich schwingt, Von Freundschaft, Zärtlichkeit, von Krieg und Helden-Tode Und von dem Himmel singt. Wenn ich als Sängerin ein Monument mir stifte, So scheu ich nicht die letzte Bahn, Die Welt bleibt unter mir, ich flieg in hohe Lüfte, Und singe Thyrsis, dir, als Schwan. - Anna Louisa Karschin - |