Verschlungene Wege

Märchen werden in Abtänden ausgetauscht

1. verschlungene Wege
2. Das Schwanennest
3. Der Schwanenritter




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Verschlungene Wege


Es waren einmal eine Königin und ein König,die sich sehr liebten. Sie herrschten in einem armen Königreich. Die Königin wünschte sich von Herzen und voller Liebe ein Kind.
Dieser Wunsch wurde ihr jedoch lange Zeit nicht erfüllt. Da beschloß der König heimlich zu einer Zauberin in einen dunklen Wald zu gehen. Von ihm erbat er sich einen Sohn für seine Königin. Der Zauberer, ein listiger bösartiger Mann, versprach ihm die Erfüllung des Wunsches, verlangte jedoch die Zahlung eines Preises:Er erzählte ihm von einem mächtigen Zauberstein, der ganz in der Nähe von des Königs Schloß lag. Diesen solle er ihm bringen.
Hocherfreut ob der einfachen Aufgabe, willigte der König ein und eilte zurück zu seiner Gemahlin.
K urze Zeit später gebar diese einen wunderhübschenSohn. Der König wollte sein Versprechen einlösen, verabschiedete sich von Frau und Kind für diesen Tag.
 Da er wußte, wo der Stein sich unweit befand, meinte er, zum Abendmahl sei er wieder daheim.
Er wußte jedoch nicht, daß dieser Stein sich über siebenmal sieben Meere in einem fremden Land befandund der hinterlistige Zauberer lediglich des Steines Spiegelbild in die Nähedes Schlosses gesetzt hatte.
Der König lief und lief und entfernte sich weiter und weiter von Gemahlin,Sohn und Reich.
Zu Hause wartete die Königin einen Tag,zwei Tage, drei - Wochen,Monate. Sie begriff,daß ihr Gemahl nicht wiederkommen würde.
Nun, da sie allein mit ihrem Sohn war, mußte sie eine Entscheidung treffen. Das Land lag darnieder, es herrschte Hunger.Aus Treue zu ihrem Gemahl beschloß sie also, nicht wieder zu heiratenund selbst sowohl Königin als auch König zu sein.
Dies bedeutete ein gehöriges Maß an Arbeit und Zeitaufwand.
Für ihren Prinzen hatte sie deshalb keine Zeit. Dieser wuchs heran, trieb sich mehr und mehr im Dorf herum - lernte Freunde kennen. Sie beschlossen im nahen, grünen Wald auf einer Lichtung die Tafelrunde zu gründen und deren Ritter der Gerechtigkeit zu sein.
Der Zauberer beäugte das Treiben des Prinzen und seiner Freunde argwöhnisch. Er befürchtete, der Prinz würde hinter das Geheimnis des von ihm verlangten Königspreises kommen - damit wäre dieser Fluch wirkungslos.
Er verwandelte sich in eine Loreley und lockte so die Freunde des Prinzen - einen nach dem anderen - zu sich und gab ihnen süßen, vergifteten Wein. Einer nach dem anderen verschwand von der Tafelrunde. Der Prinz wurde immer trauriger und eines Tages, als niemand mehr dort war, weinte der Prinz bitterlichste Tränen ob seiner Einsamkeit,die ihn immer wieder einzuholen schien.
Er weinte so laut und herzzerreißend,daß ein Fuchs ihn hörte und langsam näher kam. Auch der Fuchs ist traurig, er ist verletzt, hat eine seltsame Wunde - und vergessen, wer er war und wohin er wollte.
Beide freundeten sich und trösteten sich gegenseitig. Er konnte seinen neuen Freund jedoch nicht mit ins Schloß nehmen, so blieb er im Wald,lebte dort mit dem Fuchs und ging nur zum Schloß,um seinen Verpflichtungen gegenüber seinem Land, seinem Volk und der Königin gerecht zu werden.
Der Zauberer, der gehofft hatte, daß der Prinz nach dem Verschwinden der Ritter der Tafelrunde vor Gram sterben würde,sah sich getäuscht. Er durfte nicht zulassen, daß der Prinz zum Manne in einem bestimmten Alter wurde, denn das würde seinen Zauber brechen.
Er wollte und brauchte das Herz des Königssohnes.Er verwandelte sich deshalb in eine wunderschöne Fee. Sie trat zu demPrinzen und gab ihm die wunderbarsten Speisen zu essen. Der Prinz sah ihre Schönheit und aß erstaunt von ihren Speisen.
Dazu muß man wissen, daß des Prinzen Land so arm war, daß keiner etwas zu essen hatte. Alle Menschen, die der Prinz kannte, tranken nur - ihr Leben lang. Um so erfreuter war er über die Speisen der Fee, die er genüßlich zu sich nahm. Nach dem Genuß dieser Speisen wurde er jedoch immer sehr verwirrt - kümmerte sich nicht mehr um die Menschen und sein Land. Die wenigen Wiesen und Felder verdorrten,im Land herrschte dann Chaos.
Die Fee verschwand jedoch immer wieder und immer länger. Der Prinz sehnte sich nach ihr und ihren Speisen. Kaum, daß sich die Fee wieder zeigte, verlangte er danach. Doch die Fee wollte nun immer ein Stück Macht oder Besitz des Prinzen dafür.
Da der Prinz jedoch so lange der Speisen entbehren mußte, gab er ihr bereitwillig davon ab - bis, ja bis eines Tages die Fee völlig verschwand. Darüber war er sehr traurig.
Sein alter Freund, der Fuchs, sah dies und schlug dem Prinzen vor, doch tief in den Wald hinein zu gehen und das Zauberwesenzu suchen. Der Fuchs wußte, daß dies auch ihm gut tun würde,da er dort - im tiefsten, dunklen Wald - sein eigenes Vergessen vielleichtfinden würde.
So gingen beide los - tiefer und tiefer in denWald - es wurd dunkler und dunkler. Seltsamerweise hörte der Prinz immer mal wieder ein höhnisches Kichern, er befragte den Fuchs, doch dieser schien nichts hören. Dem Prinzen wurde mit jedem Schritt in die Dunkelheit banger, er fühlte sich verloren - nur manchmal schien er einen hellen,leuchtenden Fleck wahrzunehmen, der durch die Wipfel der Bäume zu rauschen schien. Doch glaubte er an einen Irrtum - wo sollte hier in der Dunkelheit wohl ein Leuchten herkommen?  
Doch der Fuchs lief weiter und weiter mit ihm- bis sie eines Tages an einem Sumpf ankamen. Dieser Sumpf machte einen düsteren Eindruck. Um so verwunderter war der Prinz, als der Fuchs sich freudestrahlend umdrehte und zu ihm sagte : "Hier müssen wir hinein - hier werden wir finden, was wir beide suchen". Der Prinz wunderte sich, wußte er doch gar nichts von der Suche des Fuchses. Er beobachtete, wie der Fuchs kopfüber in den Sumpf sprang und Stück für Stück versank. Plötzlich sah er in der Mitte des Sumpfes, inmitten kleiner Lichter, die wunderschöne Fee. Langsam ging er auf sie zu, spürte den Sog - die Gewalt des Sumpfes - als hinter ihm eine liebevolle Stimme erklang. Als er sich umdrehte, sah er den hellen,leuchtenden Fleck, der näher und näher kam und zu einem bezaubernden Schwan wurde. Dieser streckte ihm die Flügel entgegenund rief: "Halt Dich fest - ich trage Dich weg von hier - zurück in das Leben, in ein gutes Leben".
Der Prinz zögerte, der Sog wurde stärker- ein Wind erhob sich, der zum Sturm wurde. Aus den Augenwinkeln heraus wurde ihm gewahr, wie die Kleider und Schleier der Fee durcheinanderwirbelten und unter der Maskerade der garstige Zauberer zum Vorschein kam. Fast war der Prinz schon versunken - traurig schaute der Schwan ihn an, da riss er in letzter Minute seine Arme nach oben und rief ihn. Der Schwan ergriff seine Hände, zog ihn aus dem Sumpf und flog mit ihm davon. Der Prinz fiel vor Schwäche in einen langen, traumlosen Schlaf.
Als er erwachte, lag er auf einem grünen Hügel in einem fremden Land. Jubelnde Menschen kamen auf ihn zu, tanzten,lachten - bekleideten ihn mit einem Königsumhang, einer Königskrone und einem Zepter. Er wollte abwehren, doch sie lachten und sagten, dies gehöre ihm. Sie fassten ihn bei den Händen, führten ihn durch das blühende Land, vorbei an murmelnden Bächen, glitzernden Seen, reichen Feldern und satten Weiden. Voller Staunen sah der Prinz diese Pracht. Sie zogen ihn,lachten, scherzten - bis sie vor einem Schloß standen, dessen große Flügeltüren sich weit öffneten und vor ihm die Schwanenkönigin stand.
Sie lächelte ihn auf eine Weise an, die ihm das Herz erwärmte und streckte ihm beide Arme entgegen. Sie lief auf ihn zu und als sie ganz nahe beieinander standen, umarmten sie sich und ließen einander nie mehr los.
Doch dem Prinzen war noch immer etwas von seinerTraurigkeit geblieben. Die Schwanenkönigin, die wohl wußte, wasihn bedrückte nahm ihn bei der Hand, ging mit ihm vor das Schloß und zeigte auf eine herrliche, weiter entfernte Talebene, die von einer dünnen Linie umgeben war.
"Schau" sagte sie "dies ist Dein Land und die Linie ist der Rest der hohen Mauer, von der es umgeben war. Mit dem Tod des Zauberers fielen die Mauern und aus unseren zwei Ländern wurde eines".Der Prinz sah, wie auch dort die Menschen jetzt glücklich waren, sangen und tanzten.
Und dort, wo der Sumpf lag, steht jetzt einTempel, der Ruhe und Frieden ausstrahlt. Gegenüber jedoch - in einer Mulde - steht der Zauberer als versteinerte Statue, umhüllt von den letzten Schleiern der Fee.
Der Prinz - jetzt König - wollte nicht,daß jemals jemand vergäße, wer diese Statue einstmals war und welche Macht sie hatte. Er schrieb die Geschichte auf und verteilte sie im ganzen Land, ja er ging zu den Menschen und erzählte davon, damit nie wieder der Zauberer zum Leben erweckt werden konnte.
Die Schwanenkönigin sah voller Stolz ihren König an, umarmte ihn - und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sie sich noch heute.  



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  Das Schwanennest

Zwischen der Ostsee und der Nordsee liegt ein altes Schwanennest, das wird Dänemark genannt. Darin sind und werden Schwäne geboren, deren Name niemals sterben wird.
In grauer Vorzeit flog eine Schar von Schwänen über die Alpen hinab zu Mailands grünen Ebenen, wo gut wohnen war. Diese Schar Schwäne wurden Langobarden geheißen.
Eine andere Schar, mit leuchtendem Gefieder und treuen Augen schwangen sich bis hinunter nach Byzanz. Dort ließen sie sich um den Thron des Kaisers nieder und breiteten ihre großen, weißen Schwingen wie Flügel aus, um ihn zu beschirmen. Sie erhielten den Namen Väringer.
Von Frankreichs Küsten erklang ein Angstschrei vor den blutigen Schwänen, die mit Feuer unter den Schwingen von Norden gezogen kamen, und das Volk betete: "Gott, befreie uns von den wilden Normannen!"

Auf Englands frischgrünen Wiesen am offenen Strande stand der dänische Schwan mit dreifacher Königskrone auf dem Haupte, und er streckte sein goldenes Zepter über das Land.
Die Knie beugten die Heiden an Pommerns Küste, als die dänischen Schwäne mit der Fahne des Kreuzes und gezogenem Schwerte kamen." Das war in lang vergangenen Tagen" sagst Du.

Auch näher unserer Zeit sah man mächtige Schwäne uns dem Neste fliegen. Es leuchtete durch die Luft, es leuchtete weit über die Länder der Welt; der Schwan teilte mit mächtigem Schwingenschlag die dämmernden Nebel und der Sternenhimmel wurde deutlicher sichtbar, es war als rücke er der Erde näher; das war der Schwan Tycho Brahe.

"Ja, damals!" sagst Du, "aber jetzt in unseren Tagen." Da sahen wir Schwan auf Schwan in herrlichem Fluge dahinfliegen. Einer ließ seine Flügel über die Goldharfe hingleiten, und es klang durch den Norden. Norwegens Felsen erhoben sich höher im Sonnenlichte der Vorzeit; es sauste in Birke und Tanne; die Götter des Nordens, Helden und edle Frauen zeigten sich im tiefen, dunklen Waldesgrunde.
Wir sahen einen Schwan mit den Schwingen gegen den Marmorfelsen schlagen, dass der Felsen barst, und die im Gestein gebundenen Gestalten der Schönheit schritten in den sonnenlichten Tag hervor und die Menschen ringsum in den Ländern erhoben ihr Haupt um diese mächtigen Gestalten zu sehen.

Einen dritten Schwan sahen wir einen Gedankenfaden spannen, der nun von Land zu Land rings um die Erde reicht, so dass das Wort mit des Blitzes Geschwindigkeit durch die Länder fliegt.

Unser Herrgott hat das alte Schwanennest zwischen Ostsee und Nordsee lieb. Lass die mächtigen Vögel nur durch die Lüfte kommen, um es niederzureißen: "Das soll nicht geschehen!" Selbst die federlosen Jungen stellen sich im Kreise um des Nestes Rand, das haben wir gesehen, sie lassen sich in die junge Brust hacken, dass ihr Blut fließt, sie schlagen mit Schnabel und Klauen.

Jahrhunderte werden noch vergehen, die Schwäne fliegen vom Neste, gesehen und gehört von aller Welt, bevor die Zeit kommen wird, dass in Geist und Wahrheit gesagt werden kann: "Das ist der letzte Schwan, der letzte Sang vom Schwanenneste."

- Christian Andersen -

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Der Schwanenritter


A1s Herzog Gottfried von Brabant, der keinen Sohn hatte, zum Sterben kam, wollte er sein Land und Erbe seiner Gemahlin und seiner Tochter überlassen. Aber Gottfrieds Bruder, der Sachsenherzog, wollte darein nicht willigen und sagte, das Land sei kein Weiberlehen und Erbe, und nahm Brabant für sich.
Da klagte die Herzogin bei Kaiser Karl, und der lud sie und ihren Schwager nach Neumagen (Nimwegen, Nijmegen) am linken Arm des Rheinstroms, und sie kam mit ihrer Tochter hin und auch ihr Gegner.
Da geschah es, dass Kaiser Karl durch ein Fenster hinausschaute hinab auf den Strom. Da sah er einen Schwan schwimmen, der hatte ein silbern Halsband um und zog an silberner Kette einen Nachen, und in dem Nachen lag ein Ritter im gleißenden Harnisch. Auf seinem Schilde ruhte sein Haupt, seinen Helm und Halsberge hatte er abgetan und neben sich gelegt, und der Schwan ruderte an das Ufer heran. Alle Hofleute, die mit dem Kaiser das sahen, verwunderten sich hoch, vergaßen den Rechtshandel und eilten zum Ufer hinunter. Der ritterliche Jüngling im Nachen erwachte, legte seine Waffen wieder an, erhob den Schild, auf dem acht Zepterlein um einen weißen Karfunkel gestellt waren, stieg aus der Barke und sprach zu dem Schwane: „Fliege deinen Weg wohl hin, lieber Schwan, wenn ich deiner bedarf, will ich dich rufen!"

Da wandte sich der Schwan und entschwand samt dem Nachen den Augen der ihm Nachblickenden. Alles blickte ganz verwundert nach dem Gast, dem Kaiser Karl selbst die Hand bot und nach der Burg geleitete. Dann setzte r sich auf den Richterstuhl und bat den Fremdling, bei den Fürsten und Herren Platz zu nehmen.
Nun erhob die Herzogin ihre Klage, und ihr Schwager brachte seine
Gegenrede vor und sprach, dass er bereit sei, für sein Recht zu kämpfen, sie
olle ihm nur einen Kämpen stellen, der mit ihm für ihr und ihrer Tochter
vermeintes Recht stritte. Der Sachsenherzog war ein gewaltiger Held und
dem Besten im Kampfe überlegen, darum erbebte die Herzogin, denn sie
wagte keinen Kämpen aufzufordern, dass er ihm gegenüberträte.
Da weinte sie in bitter'm Schmerz, und ihre Tochter weinte mit ihr.
Der junge Ritter, der mit dem Schwan gekommen war, erhob sich, neigte ich gegen den Kaiser und sprach:

„Wenn du es mir vergönnst, großer Kaiser, will ich wohl dieser Frauen Kämpe sein."
Das wurde ihm gewährt, und er stritt darauf einen schweren Streit mit dem Sachsenherzog, doch siegte er endlich und machte so der Herzogin und ihrer Tochter Erbe frei und ledig. Die dankten ihm in Züchten, und die Herzogin bot ihm jeden Kampfeslohn, den sie gewähren könne, und war' es selbst ihrer Tochter Hand und Erbe. Da sagte der Jüngling, Schöneres könne ihm nimmer geboten werden. Sein Name sei Helias, mehr könne er von sich nicht sagen, und er müsse unerlässlich bedingen, dass seine Braut und Vermählte nie und nimmermehr ihn frage, wo er hergekommen, welches sein Geschlecht sei, wer sein Vater und Mutter wären, und solcher Fragen mehr, denn sowie sie solche Frage, auch nur die leiseste und nur ein einziges Mal, an ihn richte, müsse sie ihn auf immer verlieren.
Diese Bedingung erschien der Prinzessin von Brabant leicht. Sie gelobte es ihm und vermählte sich dem Schwanenritter Helias. Sie zogen nach Cleve, der uralten Stadt, wo schon Julius Cäsar eine Burg erbaute, erneuerten das Schloss, nannten es die Schwanenburg und freuten sich des Lebens und der schönen Landschaft. Sie bekamen auch zwei blühende Kinder und waren sehr glücklich, — wären es auch geblieben, wenn nicht der Weiber Erbsünde, die schlimme Neugier, die junge Herzogin gequält und immer mehr gequält hätte. Sie mochte gar zu gerne wissen, wer denn eigentlich ihrer Kinder Vater sei, und so drückte es ihr fast das Herz ab, bis sie endlich die Frage tat, die ihr doch so ernst verboten war. Da sprach Helias:
„Nun hast du dein Glück und mein Glück zerbrochen und hast mich am längsten gesehen." Er waffnete sich und winkte zum Fenster hinaus — da kam schon der Schwan geschwommen mit seinem Schifflein. Der Herzog küsste seine Kinder und drückte seiner Gemahlin stumm und schmerzlich die Hand — die weinte überlaut, stürzte ihm voller Reue zu Füßen und wollte ihn zurückhalten, und auch alles Volk flehte ihn an, dass er bleiben sollte. Aber Helias konnte nicht bleiben — er segnete alle, bestieg seinen Kahn und fuhr von dannen.
Tief drang der Kummer ins Gemüt der Herzogin, doch erzog sie die Kinder zu tüchtigen Rittern, und ihnen entstammten alle späteren Grafen und Herzöge von Cleve und Geldern und Reineck, die führten meist den Schwan im Wappen.

- Ludwig Bechstein -


 

 



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