Großer Garten

 

Der Große Garten, ein Barockgarten, einer der schönsten und größten in Deutschland, verdankt seine Gründung im Jahre 1666 dem Calenberger Herzog Johann Friedrich, sein weiterer Ausbau und die Pflege gehen jedoch auf eine bemerkenswerte Frau zurück: Sophie, Kurfürstin von Hannover und Mutter des ersten Hannoveraners auf dem englischen Thron, hatte englische Wurzeln und brauchte einen Garten. So entstand dieser Barockgarten mit Blumen, Hecken, vielen Sonder- und Mustergärten, großer Fontäne, umschließender Graft und Wasserspielen, Irrgarten, Freilufttheater, vielen Figurengruppen, Kaskade, Grotte und Schloß (1943 zerstört), Galeriegebäude und Orangerie. 1936 wurde der Garten von der Stadt Hannover übernommen und restauriert. Heute ist er, auch ohne Schloß, eine beliebte Attraktion der Stadt mit Gartenfesten, Barockfeuerwerk und Theateraufführungen in den Sommermonaten.

Im Nordwesten des Großen Gartens befindet sich die Grotte, die 1676 erbaut wurde. Ihre drei ursprünglich mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückten Räume dienten als Ort der Verzauberung und als kühle Rückzugsmöglichkeit bei Hitze. Allerdings wurden die Ausschmückungen schon im 18. Jahrhundert entfernt und das Gebäude diente anschließend lange Zeit als Lagerraum. Nach ihrer Restaurierung zur Weltausstellung EXPO 2000 erlebte die Grotte eine zweite Geburt. Von 2001 bis 2003 ist sie nach den Plänen der Künstlerin Niki de Saint Phalle neu ausgestaltet worden.

Niki de Saint Phalle, Hannovers einzige Ehrenbürgerin, hat die alte Grotte im Großen Garten der Königlichen Gärten Herrenhausen in ein einmaliges Kunstwerk verwandelt. Drei aufwändig gestaltete Räume nehmen die BesucherInnen mit auf eine phantasievolle Reise in eine Welt voller Licht und Farben und sorgen für ein ganz besonderes Erlebnis.

Tanzende Frauen, bunte Springbrunnen und ein Meer an Spiegeln, Fliesen, Steinen und phantasievollen Figuren, so zeigt sich die von Niki de St.-Phalle geschaffene Grotte fortan. Damit die Wirkung des phantasievollen Innenlebens der Grotte seine Wirkung nicht verfehlt, werden nur ca. 50 Personen zeitgleich in die Räume gelassen.


Seit 1999 arbeitete Niki de Saint Phalle für Hannover an der Neugestaltung der Grotte. Die Ehrenbürgerin der Stadt Hannover verstarb ein Jahr vor der Fertigstellung der beeindruckenden Grotte im Großen Garten. Die von ihr gefertigten detaillierten Pläne und zahlreiche Informationen ihrer Mitarbeiter ermöglichten die Fertigstellung (in) der (neu gestalteten) Grotte. Die Grotte in Herrenhausen ist somit das letzte große Kunstprojekt, das Niki de Saint Phalle vor ihrem Tod abschloss.

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