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Lieder und Gedichte

Bilbos Lied

Die Straße gleitet fort und fort,
Weg von der Tür wo sie begann,
Weit überland, von Ort zu Ort,
Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Flusses nach
Bis sie sich groß und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.


Wanderung zu Dritt

Im Herd das Feuer leuchtet rot,
Im Hause warten Bett und Brot;
Die Füße sind noch nicht so wund,
Dass nicht ums Eck ein seltner Fund
Noch lockt, ein Baum, ein schroffer Stein,
Den niemand sah als wir allein.
Baum und Blüte, Laub und Gras,
War es das? War es das?
Unterm Himmel Berg und See,
Geh nur, geh! Geh nur, geh!

Hinter der nächsten Biegung gleich
Ein Tor führt ins geheime Reich,
Und gehn wir heute dran vorbei,
Steht morgen dieser Weg uns frei:
Der fremde, der verborgene Pfad,
Der bald der Sonn', dem Mond bald naht.
Apfel, Dorn und Nuss und Schlehn,
Wiedersehn! Wiedersehn!
Tal und Teich und Sumpf und Wüst',
Seid gegrüßt! Seid gegrüßt!

Die Heimat schrumpft, die Welt wird groß,
Mit tausend Pfaden schrankenlos,
Durch Dämmerung zum Rand der Nacht,
Bis alle Sterne sind entfacht.
Dann umgekehrt, und geradeaus
Geht's heim ins warme Bett und Haus.
Nebel, Schatten, Wolkenwand,
Seid verbannt! Seid verbannt!
Herd und Lampe, Brot und Fett,
Und dann zu Bett! Und dann zu Bett!


Pippins Wanderlied

He! He! He! An die Buddel geh,
Heil dein Herz, ertränk dein Weh!
Falle Regen oder Schnee,
Meilen, Meilen, Meilen geh!
Doch unterm Baume, da werd ich ruhn,
Wolken zählen und nichts mehr tun.

Pippins Badelied

Ein Lob dem Bade, dem warmen Guss,
Der abspült dem Staub und des Tages Verdruss!
Ein Lümmel ist er, der trielt und stinkt,
Wer heißes Wasser nicht laut besingt.

O zärtlich klingt des Regens laut
Und das Rieseln des Baches im Wiesenkraut,
Doch nimmer tut Regen und Bach so gut,
Wie heißes Wasser im Zuber tut.

Auch kaltes Wasser, allenfalls
Netzt, wenn man durstig ist, den Hals;
Doch geht's ans Trinken, raten wir:
Das bessre Kehlenbad ist Bier.

O Wasser, das dem Springquell gleich
Geh Himmel steigt, ist wonnenreich;
Doch niemals rauscht ein Quell so süß,
Wie heißes Wasser mir - platsch! - auf die Füß!


Merrys und Pippins Abschiedslied

Ach, Haus und Herd, auf Wiedersehn!
Ob's stürmt, ob's schneit, wir müssen gehn,
Vom Bett gejagt, bevor es tagt,
Zu Feld und Wald und Bergeshöhn.

Nach Bruchtal, wo man elbisch spricht,
Zum tiefen Tal im Nebellicht,
Dahin, dahin durch dick und dünn!
Doch wohin dann? Wir wissen's nicht.

Ringsum Gefahr, die uns beschleicht,
Das Bet im Freien kalt und feucht;
Doch geht's voran, ist irgendwann
Die Fahrt zu Ende, das Ziel erreicht.

Ob's stürmen oder schneien mag,
Wir müssen fort vor Tau und Tag!




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