borderline

Zurück

 

 Krankheitsbild

Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der Symptome einer Neurose und einer Psychose wechselnd auftreten.
Dieses Krankeitsbild zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Erscheinungen aus. Meist findet sich ein buntes Sammelsurium vieler Diagnosen in der Krankheitsgeschichte. Es kommen vor: Phobien (Angstreaktionen), die meist den eigenen Körper betreffen; Zwangssymptome (überwertige Ideen); Konversionssymptome (Halluzinationen oder Gefühlsstörungen), die ebenfalls den eigenen Körper betreffen; Dissoziative Reaktionen (Hysterien,Bewußtseinsstörungen), mit der multiplen Persönlichkeit als Extremform (Spaltung der Persönlichkeit in mehrere); Depressionen (meist mit Selbstvorwürfen); Psychosomatische Beschwerden (körperliche Symptome, Eßstörungen, autoaggressives Verhalten); Polymorphe Sexualität (stark schwankend in der Ausprägung); sog Mini-Psychose (struktureller Wandel des Erlebens); Impulskontrollverlust (Spielsucht, Drogen); delinquentes Sozialverhalten (auto- und fremdaggressiv), Suizidalität (von Selbstverletzungen bis zum Freitod).

 

Diagnose

Die Patienten haben oft soziale Anpassungsschwierigkeiten und weisen ein impulsives Handlungsmuster auf ("von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt", von unermeßlicher Liebe bis zu abgrundtiefem Hass). Die Stimmung kann depressiv geprägt von einer inneren Leere bestimmt, ärgerlich oder gar panisch sein. Die Wahrnehmung kann verändert sein, so daß die Patienten beispielweise alles mögliche auf sich beziehen, sich selbst verändert wahrnehmen oder Ahnliches.
Oft bestehen oder bestanden eine Vielzahl von Beziehungen, die in ihrer Bewertung von extremer Hingabe bis zu totaler Ablehnung reichen können.

 

Krankheitsverlauf

15% aller psychiatrisch stationär behandelten Patienten leiden am Borderline-Syndrom. Der überwiegende Teil sind Frauen. Das liegt vermutlich daran, daß sexueller Mißbrauch und körperliche Mißhandlung häufig bei Borderline-Patienten mit eine Rolle spielt.
Die Selbstmordrate liegt bei 8-9%. Häufig auftretende Probleme im Leben einer Borderline-Persönlichkeit sind: stürmische Partnerschaften, Alkohol- und Drogenmißbrauch, sexuelle Probleme, Probleme am Arbeitsplatz
.

 Gemeinsame Merkmale der Borderline-Partner

1.   Der Wunsch andere sogar auf unsere eigenen Kosten glücklich zu machen (Co-Abhängigkeit)
2.   Die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen
3.   Übertriebene Nachgiebigkeit.
4.   Das Gefühl, dass wir alles besser machen müssen, und unser Bestes ist nie genug.
     (Perfektionismus).
5.   Die Unfähigkeit, den Blick auf sich selbst zu richten, und die Tendenz, sich zu schnell verleiten zu            lassen, sich nur noch mit dem Borderliner zu befassen. (Es ist leichter, über Probleme des Anderen           nachzudenken, als über die eigenen.
6.   Das Fehlen von klaren Grenzen (andere Menschen würden Wutausbrüche nicht tolerieren.)
7.   Das Gefühl wir wissen alles besser (was selbst den vernünftigsten Menschen zu einem Borderline-          Wutausbruch verleitet).
8.   Die Intensität und Hingabe an Verpflichtung und Treue. Eine unerschütterliche Hoffnung
     gepaart mit der Erwartung, dass wir es schaffen müssen, etwas positives zu bewirken, die Umstände       zu verbessern.
10.  Die Bereitschaft, die geringste "Verbesserung" als unbestreitbaren Fortschritt zu interpretieren
11.  Die Bereitschaft, uns selbst aufzugeben, dabei den Anderen aus voller Überzeugung nicht                      aufzugeben und  die Unfähigkeit zu erkennen, dass sich dadurch nichts verändert außer dass die            Selbstabwertung vom Anfang des Abwärtsstrudels fortgeführt wird - nur ist sie jetzt eingehüllt in            einer  Definition der Menschlichkeit.
12.  Ein schwaches verzerrtes Selbstbild oder einfach Selbsthass.
13.  Nichts, was ich tue, ist gut genug / das Bedürfnis, kritisiert zu werden.
14.  Ich rechtfertige meine Existenz dadurch, dass ich für Andere lebe.
     Das Bedürfnis kontrolliert zu werden / die Unfähigkeit, selbst zu bestimmen.
15. Irrationale Loyalität gegenüber anderen - die Bereitschaft, das eigene Ich aufzugeben, aber nicht den      Anderen.
16. Die Unfähigkeit, unsere eigenen verletzten Gefühle zu erkennen, trotz emotionaler Verletzung.
17. Die Fähigkeit, eine Situation zwar augenblicklich zu beurteilen, jedoch die Reaktion darauf zu                   aufzuschieben.
     (wie ein Reh vorm Scheinwerfer).
18. Die Fähigkeit, auf Genugtuung oder Wiedergutmachung wenn es sein muss für immer zu verzichten
19. Leid ertragendes Martyrium - niemand anderes könnte dies ertragen, aber ich kann es und ich tue es.
20. Die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, aber nicht zu delegieren.
21. Die Anfangsfähigkeit, den Wald trotz der Bäume zu sehen, aber schliesslich doch nicht in der Lage zu       sein, dem Dschungel zu entkommen.
22. Die Unfähigkeit, Menschen zu erlauben, zu versagen oder zu leiden
23. Die Tendenz, sich für andere verantwortlich zu fühlen, auf Kosten der Verantwortung für sich selbst.
24. Unsicherheit, was die eigenen Werte betrifft und die Abhängigkeit von der Meinung anderer.
25. Die Bereitschaft, rückwärts durch brennende Reifen zu springen, einfach alles zu tun, um die                   Bestätigung einens Menschen zurückzugewinnen, die vorher vorhanden gewesen zu sein schien. Die          Entschlossenheit sich weiter zu bemühen, koste es was es wolle.
26. Übermässige Gewissenhaftigkeit.
27. Bereit, "zu gut für diese Welt" zu scheinen, mit guten Absichten, Optimismus, eine versöhnliche Natur,       wir werben für bedingungslose Liebe, bieten einen Ort an,
     wo ein Borderliner sich warm und sicher fühlen kann - für eine gewisse Zeit.
28. Die Überzeugung, ich sei die einzige Rettung für den "armen" Borderliner in meinem Leben. Wenn er          oder sie mir vertrauen würde, würden wir beide wahres Glück finden.
29. Hingezogensein zu Drama, Leidenschaft und Märchen; Glaube an einen Seelenverwandten als Partner .... und wenn sie nicht gestorben sind...
30. Wenn ich diesen Menschen "rette", würden er/sie mir ewig verpflichtet und dankbar sein - d.h.: würde     mich nie verlassen; ( eigene Ängste verlassen zu werden)
31. Niedriges Selbstvertrauen, das bedeutet, dass ich denke, dass ich nichts besseres verdiene als das,        was ich im Augenblick bekomme.

 

Mehr informationen zu diesem thema bekommt ihr auf : www.borderline-angehoerige.de

 



Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!