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Mit Hütchen Die saarländische Kabarettistin Jutta Lindner begeisterte das Publikum mit ihrem ersten Solo-Stück "Blind Däit" in der Kulturkneipe Planxty. In dem temporeichen Ein-Frau-Theater nahm sie Risiken, Nebenwirkungen und Abgründe von zwischenmenschlichen Beziehungen und Life-Style aufs Korn. Dabei schreckte sie auch vor manchen Anzüglichkeiten nicht zurück. Aber das vorwiegend weibliche Publikum nahm's ziemlich gelassen. FOTO: REICHHART
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Homburg (re). Schräg, schräger, Lindner! Mit ihrem ersten Solo-Stück "Blind Däit" hat sich die Homburger Kabarettistin Jutta Lindner in der Kulturkneipe Planxty in die Herzen des überwiegend weiblichen Publikums gespielt.
Gleich in sieben Rollen präsentierte Lindner einen Abend in einem Szene-Bistro, an dem sich drei Frauen nacheinander zu einem Rendezvous per Zeitungsannonce mit demselben Herren verabredet haben. Der Titel beruht auf einer Abwandlung des englischen "Blind Date", einer Form der Verabredung, bei der sich die beiden Partner noch nie vorher gesehen haben. Drei Frauen, die erz-alternative Susanne, die flapsige Hanne sowie die Biederfrau Wiltrud, treffen sich in dem Bistro nacheinander mit dem Elvis-Verschnitt Marcus von Schmidt. Alle drei sind obendrein noch alte Freundinnen, kennen sich aus dem Selbstbefriedigungskurs mit dem Titel: "Deine Klitoris und Du - für Anfängerinnen". Alle drei kommen sich im Laufe dieses Abends nicht nur gegenseitig auf die Schliche, sondern auch dem umtriebigen Elvis-Imitator Marcus von Schmidt, der dafür ganz schön Prügel beziehen muss.
Ein altgescheites Töchterchen
Darüber hinaus treten noch weitere Personen auf: Wiltruds Biedermann Wolfi, Susannes ausgeschlafenes, altgescheites Töchterchen Lara Yvonne und nicht zuletzt die alles überschauende Kellnerin und Putzfrau Yasmin, die am Ende von dem ganzen Chaos profitiert. Jutta Lindner brillierte bei diesem schrägen Beziehungskram im Szene-Bistro in einer Mehrfachrolle. Die Kabarettistin durfte dabei alle Register ihres Könnens ziehen. Außergewöhnlich waren die schnellen Übergänge von Sprache und Outfit, mit denen Künstlerin Jutta Lindner in die jeweils andere Figur schlüpfte.
Wie sie die einzelnen Charaktere bewusst überzogen und überspitzt darstellt und herausarbeitet, beweist eine genaue Beobachtungsgabe, die sie sich vermutlich im täglichen Umgang mit Menschen jedweder Couleur abgeschaut hat.
Ihr Spektrum reicht dabei von der "verklemmten Waldorf-Schnepfe" Susanne, die während der Schwangerschaft ihrer künftigen Tochter Lara-Yvonne eine Spanisch-CD vorspielt, damit das Kind seine "Vatersprache" über die Plazenta aufnehmen kann.
Es geht weiter zur burschikosen Hanne, Typ "selbst ist die Frau", die gleichzeitig die Patentante von Lara-Yvonne ist. Das Kind ist zwar erst vier Jahre alt, wurde aber von den Frauen in seiner nächsten Umgebung geistig bereits auf achteinhalb Jahre getrimmt. Dann ist da die pfälzische Krankenschwester aus der Psychiatrie: Wiltrud "so spießig, so reaktionär, so verheiratet." Sie stammt aus Pirmasens und prägt dabei den Spruch: "Willst du eine Zeitreise in die fünfziger Jahre, dann fahr nach Pirmasens."
Erst mal die Hühner abchecken
Und zu guter Letzt kommt dann natürlich der Elvis-Imitator Marcus ins Spiel, der seine Weiber-Bekanntschaften bei seinen Dates nach dem Motto "Hühner abchecken, abzocken" gnadenlos ausnutzt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer kamen bei diesem temporeichen Ein-Frau-Theater voll auf ihre Kosten, das Risiken, Nebenwirkungen und Abgründe von zwischenmenschlichen Beziehungen und Life-Style an diesem Abend sehr gekonnt auf die Schippe nahm.
Zu "Nachtschwester Lackmeier" 
"Ein Garant, die Lachmuskeln bis zum Äußersten zu reizen, war Jutta Lindner. Derzeit laufen die Vorbereitungen für ihr Programm "Nachtschwester Lackmeier", das im August Premiere feiert. Wenn die Show hält, was sie verspricht, gibt es schon jetzt das Prädikat `uneingeschränkt sehenswert`. Denn Lindner lässt von der tyrannischen Oberschwester bis zum Lobpreis des digitalen Fieberthermometers kein Klischee des Krankenschwesternalltags ungeschoren davonkommen. " sad Saarbrücker Ztg. Kritik zum "Sommerkabarett - Festival" Mo. 25. 06. 07
Als Nachtschwester Eloise Lackmeier geht Jutta Lindner den Krankenschwester - Klischees auf den Grund, bringt aber auch sehr ernste, schwierige Themen wie Verwaltungsaufwand und Personaleinsparungen auf den Tisch. Hintergrundwissen ist bei Lindner garantiert: Sie arbeitet seit 20 Jahren als ausgebildete Krankenschwester und kann daher „aus dem Vollen schöpfen“. Heute ist sie in der Uni-Klinik Homburg beschäftigt.
Die 39-Jährige kann sich in ihrer Rolle voll entfalten, die verschiedensten Figuren darstellen und auch ihr sängerisches Talent darbieten. Sie betritt die Bühne, die im Stück eine Frühstückskneipe ist und das Publikum die übrigen Cafégäste: „Feierabend!“ Sie erzählt von den Problemen der Patienten und Mitarbeiter, wundert sich, dass sich erotische Fantasien fast nie auf Krankenpfleger beziehen, lamentiert über die aufwendige Pflege des Computers, und spielt eine holländische Verwaltungsangestellte (eine sprachliche Mammutleistung),… " es Heftche" Neunkirchen Sept. 07
„Krankenschwestern trinken ständig Kaffee, sind nur genervt und poppen, bis der Arzt kommt.“ Mit diesen Klischees räumte die Kabarettistin Jutta Lindner alias Eloise Lackmeier gründlich auf … Sie verheimlichte auch die schwarzen Schafe ihres Gewerbe nicht. Für die bitterböse Passage über den Handel mit abgelaufenen Herzklappen oder den sechsfachen Mord der „mitleidigen“ Melanie erntete sie Sonderapplaus“…spitzzüngiger Vortrag…Eva Tybil Schmitt Neunkircher Rundschau 12.09.07
…kritisch, bissig und humorvoll durchleuchtet Lindner alle Facetten… Auf recht unterhaltsame Art und Weise nahm sie die täglichen Arbeitsabläufe sowie die gesellschaftlichen Missstände gekonnt auf die Schippe… gelang ihr, das Publikum zu begeistern.
Bernhard Reichhart Homburger Nachrichten 12.10.07
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