Ich kann nicht glauben

Ich möchte glauben,
die Menschen seien es wert
dass sie sind
wie sie sind

Denn ich kann nicht glauben
dass sie besser sein könnten
wenn sie es könnten

Hans Jürgen Kugler

 

Tief wie das blaue Meer

Tief wie das blaue Meer

So tief sind meine Gefühle zu Dir

Wenn ich in deine Augen schaue

Dann fühle ich mich geborgen

Doch was bringt der nächste Morgen

Tränen, Schmerz

Ein tränendes Herz

Weit wie das Meer

Sind meine Gefühle zu Dir

Zart zerbrechlich und fein

Sollte das ein Geschenk an dich sein

Doch was brachte der nächste Morgen

Kummer und Schmerz

Ein blutendes Herz

Blau wie das Meer

War mein Glaube an Dir

Enttäuschungen und Tränen

Schmerzen im Herzen von Dir

Das brachte der nächste Morgen mir

Pein und Schmerz

Ein leeres Herz

Salzig wie das Meer

War die Erkenntnis zu Dir

Jegliche Hoffnung zerstört von Dir

Viele Lügen und Sorgen

Brachte mir der nächste Morgen

Großer Schmerz

Ein totes Herz

Gerda Horn

 

Dich soll der Lenz mir entgegentragen.

Die Tage sind schon hell geworden,
die Gänse fliegen längst nach Norden,
es scheint die Sonne nun sehr warm.
Die Herzen schlagen auch Alarm.

Die Krokusse auf allen Wiesen
blühn blau und gelb. Und neben diesen
siehst Du den ersten Löwenzahn.
Nun ist´s gewiss, der Lenz fängt an.

Die Büsche treiben helles Grün,
die Vögel in die Nester ziehn
und singen schon von früh bis spät
bis jeder Tag zur Ruhe geht.

Geliebte fühlst Du auch wie ich
den Frühling in den Adern? Dich,
so möchte ich Dir sagen,
soll mir der Lenz entgegen tragen.

Georg Bednarski von Liß

 

Sommers Neige

Wiesen atmen kalten Hauch,
Vögel planen ihre Reise.
Deine Hände frieren auch -
Sommer's Stimmen werden leise.

Der legt jetzt sein Schlafhemd an,
gibt den Blüten Abschiedsküsse.
Sie meint ernsthaft, dass ihr Mann
den Pullover anzieh'n müsse.

Dort im Strandbad zieht allein
noch ein Schwimmer seine Bahnen.
Wespen schlingen Obst hinein,
als ob sie ihr Ende ahnen.

Dämm'rung senkt sich abends schnell -
Doch der Wald, in gold'nen Farben,
malt das schönste Aquarell,
das auf dieser Welt wir haben.

Längst erloschen Glühwurms Tanz -
und statt Sommersterngewimmel
schmückt bald heller Perlen Glanz
blauen Samt am Winterhimmel.

Armin Zastrow

 

Der Alltag

Müde bin ich gar zu sehr,

Kann auch wirklich bald nicht mehr.

Immer tätig, doch nie satt,

Ständig schwankend, niemals glatt.

Fügt sich Zeit um Tag, zu Jahren,

Kann wohl niemals Ruh erfahren.

Und ich türme auf mein Werk,

Dass es mich als Mensch bestärk.

Doch das Werk, statt mich zu stützen,

Will mich selbst als Pfeiler nützen.

Schwer und schwerer wird es nun

Und ich stürz mit allem um....


Traumtaube

Da sitz ich nun am Fenster,

und vor mir steht der Horizont:

das ist, wo Raum und Zeit sich treffen,

dort, wo es nicht mehr weitergeht,

wo alles plötzlich stille steht.

Du bist wohl dort gelandet -

weil sich für mich

schon stundenlang

kein Zeiger dreht.

Ich wart auf dich,

und vor mir türmt sich Arbeit auf,

das ist, was Leistung qualvoll macht,

das, was die Lust mit Trotz vereint,

wo alles Mühen nutzlos scheint;

denn du bist ausgeflogen -

und deshalb wird mir

kurze Zeit

die Zeit zum Feind.

So träum ich also klare Bilder

und reih sie auf zu Streifen.

Das wird ein Film vom Wunderland,

dorthin, wo alle Tauben fliegen,

wo Leben, Lust und Liebe siegen.

Auch ich bin nun gelandet -

und kann mich nunmehr

stundenlang

auf deinen Schwingen wiegen.

 

Blatt im Wind

Ein Herbstblatt, satt von Ahornrot,

erfüllt von Sommers Wärme,

macht einen Ausflug vor dem Tod

und schaukelt in die Ferne.

Der Herbstwind weht es hoch hinauf,

die Leichtigkeit macht trunken.

Es denkt, die Wolken dort zuhauf

haben mir zugewunken.

Und höher steigt es. Welch ein Glück,

den Himmel zu genießen!

Es will nimmermehr zurück,

das Ende hier beschließen.

Doch die Natur hat ihr Gesetz,

sie lässt sich nicht betrügen.

Zur Erde muss das Blatt zuletzt -

nur Herzen können fliegen.

Christa Siegl

 

Fragmente einer Liebe

Strömend wie Wellen

windgekräuselter Bergseen

nach dem Orkantief

Hörbar wie Bienen

im Bienenstock

nach der Heimkehr

Spürbar wie Nadeln

des Heuhaufens

nach der Ernteeinfahrt

Jedoch - nichts wie

nächtliche Stille

Renate Maria Menges

 

Erdbeben

Den Fuß auf den Boden

Alle zusammen

Die Kraft geht nach oben

Und irgendwann dann

Erneut mit dem Fuß auf die Erde

Du spürst schon die Kraft

Und tritts fast ins Leere

Und dann der Moment

Kaum zu beschreiben

Der Fuß trifft den Boden

Und alle zusammen weinen

Heiner Hemken





Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!