Hier kannst die Spielberichte von den Spielen der Jugend bei der Deutschen Meisterschaft nachlesen
Düsseldorfer EG - TSV Erding 3:2 (2:0, 1:1, 0:1)
Das TSV-Team spielte so, wie von Trainer Markus Knallinger nach der katastrophalen Trainingswoche prophezeit: lustlos, unkonzentriert und ohne Biss.
Dazu kam noch, dass die Partie nicht in der Halle ausgetragen wurde, in der die Metro Stars ihre DEL-Spiel absolvieren - dort war Publikumslauf - sondern in der nahen Trainingshalle. Und wie in einem Trainingsspiel gingen die Erdinger die Partie auch an, prompt lagen sie nach neun Minuten bereits mit 0:2 hinten.
Knallinger hatte die Abwehr umgestellt, nachdem mit Alex Rauscher und Xaver Mayr gleich zwei Verteidiger die Reise in den Norden nicht angetreten hatten. So wurde Matthias Maier zur Defensivkraft umfunktioniert und machte seine Sache sehr gut.
Düsseldorf baute die Führung in der 35. Minute auf 3:0 aus, doch im Gegenzug verkürzte Timo Borrmann auf 1:3. Jetzt wurden die Erdinger zwar etwas aktiver, allerdings hatte die DEG durchaus Konterchancen, doch Torwart Matias Wunderer zeigte eine starke Leistung und avancierte zum besten TSV-Spieler. Alle anderen blieben weit unter ihren Möglichkeiten. Erst als Georg Huber auf 2:4 verkürzte (54.), wurde das Team munterer, aber da war es zu spät, und damit war auch der zweite Platz endgültig weg. Statistik
Tore: 1:0 (4.) Haiduk (Wintgen/4-5), 2:0 (9.) Brings (Wunsch), 3:0 (35.) Wintgen (Sackey), 3:1 (35.) Borrmann, 3:2 (54.) Huber (Geisberger)
Zuschauer: 40
Strafminuten: Düsseldorf 12, Erding 14
Kassel Huskies - TSV Erding 3:4 (2:1, 0:0, 1:3)
Vor dieser Partie war nun sogar noch Rang drei in Gefahr. Der neue Meister Bietigheim, der seine stärksten Spieler für die Junioren abgestellt hatte, verlor entsprechend ersatzgeschwächt zunächst in Kassel 4:5 nach Penaltyschießen und dann auch noch in Düsseldorf mit 1:6.
Die Knallinger-Truppe fand wieder nicht zu ihrem Spiel und lag diesmal bereits nach sieben Minuten 0:2 hinten. Zunächst patzte Stefan Weberstetter, dann ging die offensive Bully-Aufstellung in die Hose und Kassel kam im Break zum Erfolg. In der Folge hatten die Erdinger trotz der mäßigen Leistung reichlich Chancen, um die Partie zu drehen. Vor allem Top-Scorer Daniel Krzizok vergab rund ein halbes Dutzend Möglichkeiten, die er normalerweise mit geschlossenen Augen verwertet. In der 11. Minute traf er wenigstens zum 1:2.
Im Mittelabschnitt scheiterten die Erdinger immer wieder an Torwart Julian Meyer, aber auch Erdings Torfrau Susanne Seeßle konnte sich mehrfach auszeichnen, unter anderem entschärfte sie drei Alleingänge.
In der 43. Minute war sie bei einem Brinkmann-Schuss machtlos, und nun stand Kassel auf Platz drei. Allerdings baute das vom Ex-Erdinger Falk Ozellis gecoachte Team zusehend kräftemäßig ab. Plötzlich schien es, als ob die Knallinger-Truppe einen Schalter umgelegt hätte, und in den letzten neun Minuten kippte die Partie. Jetzt wirbelten die Erdinger und glichen durch Krzizok und Borrmann aus. Und als dem guten Kasseler Torwart der einzige Fehler unterlief, gelang Michael Geisberger sogar noch der Siegtreffer. Jetzt kannte der Jubel der Knallinger-Schützlinge keine Grenzen mehr, die sich letztlich doch sehr über die Bronzemedaille gefreut haben, die sie eigentlich schon verpasst hatten.
Statistik
Tore: 1:0 (6.) Zappi (Ghanavati, Leutner), 2:0 (7.) Zappi (Feuerfeil, Leutner), 2:1 (11.) Krzizok (Borrmann), 3:1 (43.) Brinkmann, 3:2 (51.) Krzizok (Bellstedt, Borrmann), 3:3 (56.) Borrmann (Krzizok), 3:4 (57.) Geisberger (Borrmann, Krzizok/5-4)
Zuschauer: 200
Strafminuten: Kassel 12, Erding 8
SC Bietigheim - TSV Erding 5:4 (2:2, 2:1, 1:1)
Dabei waren die äußeren Umstände eine Katastrophe. Der Mannschaftsbus stand auf der Autobahn volle drei Stunden im Stau, das Team kam zum angesetzten Spielbeginn erst an und musste sofort aufs Eis. Dennoch schlug sich das Knallinger-Team, das ohne den erkrankten Michael Geisberger spielen musste, beachtlich. Daniel Krzizok brachte den TSV früh in Front (4.). In Überzahl glichen die "Steelers" durch Marcel Neumann aus (8.), doch ebenfalls in Überzahl traf Timo Borrmann zum 2:1 (12.). Mittleweile war auch eine Gruppe des Erdinger Fanclubs eingetroffen und feuerte die Erdinger stürmisch an, zusammen mit der Landshuter Schülermannschaft, die in Bietigheim am Wochenende einen Doppelspieltag absolviert hat. Sie sahen zunächst Geschenk Nummer eins, als die Erdinger trotz mehrerer Möglichkeiten den Puck nicht aus der Gefahrenzone brachten und Stefan Schrimpf 36 Sekunden vor Drittelschluss das 2:2 gelang.
Abschnitt zwei hatte kaum begonnen, da jagte Krzizok den Puck zum 3:2 in den Winkel, doch in der 30. Minute folgte Geschenk Nummer zwei: Dennis Fischbuch stand sträflich frei, TSV-Torwart Matias Wunderer kam bei seinem Rettungsversuch einen Tick zu spät und es stand 3:3. Komplett sauer war Coach Knallinger fünf Minuten später, als Alexander Rauscher vor dem eigenen Tor als letzter Mann Steffen Fink locker ausspielen wollte, jedoch die Scheibe verlor und Fink mühlelos das 4:3 besorgte. Die Partie blieb spannend und ausgeglichen. Krzizok verlängerte einen Mayr-Schuss aus der Luft zum 4:4 (46.), und als alle mit einem Penaltyschießen rechneten, traf Artur Tegkajev freistehend zum 5:4.
Statistik
Tore: 0:1 (4.) Krzizok (Borrmann, Lachner), 1:1 (8.) Neumann (Velker, Kreps/5-4), 1:2 (12.) Borrmann (Maier, Krzizok/5-4), 2:2 (20.) Schrimpf (Fink), 2:3 (21.) Krzizok (Huber), 3:3 (30.) Fischbuch (Neumann, Velker), 4:3 (35.) Fink, 4:4 (46.) Krzizok (Borrmann, Mayr/5-4), 5:4 (58.) Tegkajev (Kreps, Neumann) Zuschauer: 250
Strafminuten: Bietigheim 14 + 10 (Weisler), Erding 14
TSV Erding - SC Bietigheim 3:4 (0:0, 2:3, 1:1)
Das Rückspiel 24 Stunden später erreichte nicht das Nivaeu der Partie vom Vortag, und auch die Schiedsrichterleistung fiel deutlich ab. Bietigheim spielte clever defensiv, den ersten Erdinger Torschuss gab der unermüdlich rackernde Borrmann bei 19:59 ab. Das zweite Drittel hatte kaum begonnen, da legten die Gäste zwei schnelle Treffer durch die Deutsche-Russen Fischbuch und Kreps vor. Torwart Wunderer verhinderte in der Folge mit unglaublichen Paraden Schlimmeres, doch plötzlich schien die Partie zu kippen. Verteidiger Patrick Holler (30.) und Borrmann (34.) glichen nämlich aus.
Den Unterschied machte aber letztlich der überragende SCBB-Verteidiger Marcel Neumann aus, der stärkste Abwehrspieler der Liga. Zunächst holte er ungestraft Krzizok spektakulär von den Beinen, provozierte dann auf der Gegenseite eine Strafe gegen den TSV, und jagte in der anschließenden Überzahl den Puck, der noch abgefälscht war, unhaltbar zum 3:2 ins Netz.
Als Velker im Schlussdrittel das 4:2 gelang, war die Partie gelaufen. Krzizok verkürzte zwar in Überzahl noch auf 3:4 (54.), doch mit merkwürdigen Entscheidungen unterbanden die Schiris die TSV-Schlussoffensive, so dass die "Steelers" einen knappen aber nicht unverdienten Sieg einfuhren.
Statistik
Tore: 0:1 (21.) Fischbuch (Velker), 0:2 (26.) Kreps (Velker, Neumann/5-4), 1:2 (30.) Holler (Maier), 2:2 (34.) Borrmann (Krzizok/5-4), 2:3 (36.) Neumann (Velker, Fischbuch/5-4), 2:4 (50.) Velker (Fischbuch, Kreps), 3:4 (54.) Krzizok (Maier, Mayr/5-3) Zuschauer: 350 Strafminuten: Erding 12, Bietigheim 12
TSV Erding - Düsseldorfer EG 7:5 (1:1, 4:2, 2:2)
Da hatte die Knallinger-Truppe den Gegner schon im Sack, vergaß jedoch zunächst zuzubinden. Sie konnte am Ende von Glück reden, doch noch die Schlinge zugezogen zu haben. Die DEG präsentierte sich wie erwartet: Eine kompakte Truppe mit drei ausgeglichenen Blöcken ohne herausragenden Akteur. Dazu hatte der NRW-Meister mit Björn Linda einen starken Torhüter zwischen den Pfosten. Torszenen blieben zunächst Mangelware. Gleich die erste echte Chance nutzte Düsseldorfs Timothy Tanke zur Führung (11.). In Überzahl beorgte jedoch Daniel Krzizok kurz vor Drittelschluss den Ausgleich.
Der zweite Abschnitt verlief turbulent und torreich. Zunächst schlug die DEG eine härtere Gangart an, die vom Schiedsrichtergespann Sprenger/Walter rigoros unterbunden wurde. So kam Erding in zweifacher Überzahl zum 2:1 durch Krzizok (31.), Timo Borrmann schloss ein Break zum 3:1 ab (34.), Michael Geisberger traf in Überzahl zum 4:1 (36.), und Matthias Maier setzte das 5:1 drauf (37.).
Dann jedoch machten die Erdinger den Fehler, sich auf die Provokationen einzulassen. Nach einem Torwartfoul und anschließendem Reklamieren musste Timo Borrmann für 2 + 10 Minuten auf die Strafbank. Und der TSV-Kapitän fehlte an allen Ecken und Enden, denn als er wieder mitspielen durfte, stand es 5:5. Dazwischen lagen aber einige merkwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen, so dass die Erdinger ständig in Unterzahl waren. Robin Arnold, Patrik Gogulla, Marvin Wintgen und Dominik Scharfenort brachten die DEG mit ihren Treffern wieder ins Spiel zurück.
Jetzt stand die Partie vor rund 300 Zuschauern auf des Messers Schneide. Düsseldorf hatte zwar Oberwasser, doch nutzte Georg Huber in der 53. Minute einen Torwartfehler zum 6:5 für Erding. In der Schlussminute nahm die DEG den Torwart vom Eis, und mit einem "empty net goal" machte Krzizok alles klar.
Statistik
Tore: 0:1 (11.) Tanke (Gogulla), 1:1 (18.) Krzizok (Borrmann, Geisberger/5-4), 2:1 (31.) Krzizok (Holler/5-3), 3:1 (34.) Borrmann (Krzizok), 4:1 (36.) Geisberger (Maier, Krzizok/5-4), 5:1 (37.) Maier (Huber, Weberstetter), 5:2 (39.) Arnold (Joecks, Tanke/5-4), 5:3 (40.) Gogulla (Maiellaro), 5:4 (44.) Wintgen (5-4), 5:5 (47.) Scharfenort (4-5), 6:5 (53.) Huber, 7:5 (60.) Krzizok (Geisberger/5-6)
Zuschauer: 300
Strafminuten: Erding 16 + 10 (Borrmann) + 10 (Holler), Düsseldorf 28
TSV Erding - Kassel Huskies 4:3 (1:0, 0:1, 3:2)
Auch im zweiten Spiel spannten die Erdinger ihren Anhang auf die Folter. Erst 87 Sekunden vor Schluss gelang Borrmann der Siegtreffer, doch wieder hätte der TSV schon lange vorher alles klar machen müssen. Vor allem im ersten Abschnitt, als die Knallinger-Truppe viermal Überzahl hatte, ergaben sich genügend Chancen, doch Huskies-Torwart Julian Meyer hielt hervorragend. Nur in der 19. Minute war er machtlos bei einem Krzizok-Schuss.
Im zweiten Abschnitt glich Kassel überraschend durch Alexander Brinkmann aus (24.). Ab diesem Zeitpunkt war der Faden bei der Knallinger-Truppe gerissen, die nun übernervös agierte und keinen vernünftigen Aufbau mehr zustande brachte.
Erst im Schlussdrittel schien sich aus Erdinger Sicht alles zum Guten zu wenden. Per Bauerntrick brachte Krzizok den TSV mit 2:1 in Führung (43.), und drei Minuten später traf Michael Geisberger, dem bis dahin wenig gelungen war, zum 3:1. Doch anstatt nun konzentriert weiterzuspielen und für die endgültige Entscheidung zu sorgen, baute der TSV den Gegner mit lässiger Spielweise wieder auf. Vor allem die Defensivarbeit wurde praktisch eingestellt. Prompt musste der gute TSV-Torwart Matias Wunderer in der 54. Minute innerhalb von nur 42 Sekunden nach Schüssen von Christian Roth und Ernst Reshetnikow zweimal hinter sich greifen.
Die Schlussphase war an Spannung und Drmatik nicht mehr zu überbieten. 87 Sekunden vor Schluss die Entscheidung: Nach einer Traumkombination über Geisberger und Krzizok jagte Borrmann den Puck zum 4:3-Siegtreffer ins Tor.
TSV-Trainer Markus Knallinger war trotz der Siege ziemlich angefressen. Nach der Schlusssirne schimpfte er: "Wenn wir so gegen Bietigheim spielen, dann schießen die uns ab." Die "Steelers" haben nämlich zum Auftakt gegen Kassel (6:2) und Düsseldorf (8:1) recht deutlich gewonnen.
Statistik
Tore: 1:0 (19.) Krzizok (Geisberger, Borrmann), 1:1 (24.) Brinkmann (Reschetnikow), 2:1 (43.) Krzizok (Geisberger), 3:1 (46.) Geisberger (Krzizok, Borrmann), 3:2 (54.) Roth (Reschetnikow, Brinkmann), 3:3 (55.) Reschetnikow, 4:3 (59.) Borrmann (Krzizok, Geisberger)
Zuschauer: 450
Strafminuten: Erding 12, Kassel 18