Auf Grund der hohen Ladezeiten mußte eine Zweite Seite erstellt werden, ich hoffe es gefällt euch trotzdem

 

 

    

 

    

 
 
   
 
 
    
 
    
 
 
 
    
 

 

 

 

Logbucheintrag vom 26.06.2004

Wetter: 23 Grad, heiter bis wolkig
Selten ist es Anlass freudiger Erwartung, dass eine wichtige Autobahn gesperrt wird. Doch an diesem Samstag soll der Großgerätetransport seinen Höhepunkt erreichen: die Überquerung der A 61 auf der Höhe von Elsdorf-Desdorf.
Den ganzen Tag über pilgern Besucher durch die Felder an der Ostseite der Autobahn - um Bagger 260 und seine beiden Reisebegleiter zu sehen und dabei eine gute Zeit zu haben: Manche legen sich auf einem vorzeitig abgeernteten Acker ins Stroh, andere machen Picknick am Elsdorfer Fließ. Unter den schätzungsweise 5.000 Besuchern dieses Tages ist auch Siegfried Plachy, zurzeit noch Belader am Bagger 291 in Hambach, demnächst auf Bagger 260 im Einsatz, wie er berichtet. Den Bagger kennt er schon aus der Zeit vor 1999, als er im Tagebau Bergheim arbeitete. Rentner Hans Merx aus Sindorf gehörte zur ersten Besatzung des Baggers, als der Ende 1962 in Betrieb ging: auf der so genannten 60-Meter-Sohle im Tagebau Fortuna-Garsdorf.
 
 Auch zahlreiche Bürger aus dem Nachbarort Elsdorf schauen vorbei. Oft nutzen ganze Familien und Freundeskreise die Chance: Wann sonst kann man so einen Bagger mal aus nächster Nähe den Verwandten aus dem Sauerland zeigen?
Silvia und Karl Schneider aus Gundremmingen und Helga und Heinrich Oldenkotte aus Dülmen haben in einem Preisausschreiben von RWE Power ein Bagger-Wochenende gewonnen und sind vor Ort ebenso wie eine Reihe weiterer VIPs: unter ihnen der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Werner Stump, und Spitzenvertreter des Unternehmens um den Vorstandsvorsitzenden Dr. Gert Maichel. Mit dabei auch Markus Poths, der seinen Absetzer 755 sicher und planmäßig ins Ziel Tagebau Garzweiler gebracht hat: „Über Wochen drehte sich alles um den Großgerätetransport. Es ist schon ein komisches Gefühl, wieder an den Schreibtisch zum Alltagsgeschäft zurückzukehren.“
Dagegen ist sein Kollege Dr. Harald Marx als Regisseur der Autobahnüberquerung noch mitten drin im Transportgeschehen: Um 19 Uhr wird die Autobahn gesperrt, wenig später beginnen Franz-Willi Jansen und seine Leute mit dem Zuschieben der Fahrbahnen. Die Pendelbusse bringen die Besucher jetzt direkt auf die leere Autobahn; wer schon vor Ort ist, steigt über den Dienstweg oder eine speziell angeschüttete Kiesrampe auf die Böschung. Der Durchstich des Elsdorfer Fließes ist neonbeleuchtet und mit Bohlen ausgelegt und erinnert an eine städtische Fußgängerunterführung.
So sind die Besucher auf jeden Fall dicht dran am Geschehen: Um 21.07 Uhr schickt Marx den Bandschleifenwagen die Rampe zur Autobahn hoch. Wenig später folgen der Schaufelradbagger und der Absetzer.
„Es ist toll, die Autobahn auf so einem Gerät zu überqueren, das macht man nicht alle Tage“, meint Rätsel-Gewinner Heinrich Oldenkotte ganz vorn auf dem Abwurfausleger des Absetzers. Absetzerführer Siegmund Ast steuert den Stahlriesen nach den Anweisungen seines Gruppenleiters Markus Jaschinsky so behutsam wie sonst auch die Rampe hoch; doch die Bewegung des Gerätes überträgt sich in Form von Wellen an die Spitze des 100 Meter langen Rüssels: Er schaukelt wie ein Schiff auf hoher See. „Keine Sorge, wenn der Ausleger nicht so flexibel mitgehen würde, wäre das Gerät nicht stabil“, erklärt Hartmut Nippert vom Transportteam den Besuchern.

Mittlerweile ist es Nacht geworden. Die weiße und gelbe Eigenbeleuchtung der Großgeräte ist eingeschaltet. Die Power-Moons des Technischen Hilfswerks (THW) leuchten den Kreuzungsbereich fast taghell aus. „Im Gegensatz zu Halogenstrahlern erzeugen die Quecksilberdampflampen ein schatten- und blendfreies Licht“, berichtet Dirk Gottschalk, stellvertretender Ortsbeauftragter der Katastrophenschützer. Mit 25 Kameraden aus Bergheim und Bonn ist er im Einsatz, um Bagger- und Besucherwege auszuleuchten – auch zum Nutzen der zahllosen Fotografen.

Gegen 23 Uhr ist der Konvoi durch; der Bandschleifenwagen hat das Tagesziel, die Desdorfer Straße (K 43) schon fast erreicht. Das Publikum zieht mit auf die Elsdorfer Seite der Autobahn, die Bergheimer Seite ist verwaist. Noch tief in der Nacht zieht es die Besucher zum Baggertransport: Partygäste und Diskobesucher nehmen das Event auf dem Heimweg mit.
Um 3 Uhr haben Hilfsgeräte-Chef Jansen und seine Mannen die Autobahn 61 bereits wieder freigeräumt, die Kehrmaschine kann kommen.
Die Elektriker Stefan Gerten, Frank Roel, Stefan Gerten, Jürgen Stupp, Manfred Kröner und Stefan Wittkowski haben die Stromversorgung abgeklemmt. Nacheinander wickeln sie die Stromversorgungsleitungen von Bagger und Absetzer von der Trasse auf die Spule ihres Kabelspulwagens und transportieren sie an die Geräte. Anschließend wird die armdicke Leitung umgetrommelt, wie es in der Fachsprache heißt: Das Kabel wird auf die Trommeln der Großgeräte gewickelt, das Ende an die nächste Steckdose am Rand der Trasse angeschlossen. Erst als Bagger und Absetzer wieder am Netz sind, haben auch Gerten und seine Kollegen Feierabend und ziehen mit den allerletzten Baggerenthusiasten ab.

 

 

Logbucheintrag vom 27.06.2004

Wetter: 27 Grad, schwül, heiter bis wolkig
 
Die Szenerie hat was von einem Motodrom: Die Menschen säumen die Bahn.
„Sollen wir wieder umfahren?“ fragt Baggerführer Thomas Müller lachend in die Runde. So mancher der Kollegen hätte nichts dagegen: Der Großgerätetransport hat dem Team Spaß gemacht. „Alles hat harmoniert“, fasst es Betriebsschlosser Harald Küppers in drei Worten zusammen. Die Harmonie schließt den Transportleiter Dr. Harald Marx mit ein, „er war wie einer von uns“, sagen welche aus der Absetzermannschaft über den Bergbauingenieur. Ihm zu Ehren haben sie gesammelt: 230 Euro, die allerdings nicht für Marx bestimmt sind, sondern für die Tagebau-Hambach-Mitarbeiterstiftung. Sie unterstützt Not leidende Menschen aus dem Umfeld des Tagebaus.
Am Morgen hat der Konvoi die allerletzte Hürde genommen: die Landstraße zwischen Elsdorf und der A 4, mittlerweile nur noch etwa einen Kilometer vom Tagebau entfernt. Danach sind Bandschleifenwagen 931, Schaufelradbagger 260 und Absetzer 744 in dieser Reihenfolge bis zum Tagebaurand vorgestoßen; am oberen Ende der langen Rampe, die auf die 1. Sohle des Tagebaus führt, bleiben sie stehen: Jetzt sind sie auf Betriebsgelände, und damit ist der öffentliche Teil des Großgerätetransports abgeschlossen. Was in den nächsten Tagen folgt, ist Business as usual für die Bergleute. Über lange Rampen werden sie von Sohle zu Sohle zu ihren Arbeitsplätzen fahren. Stellenweise müssen Bandstraßen geöffnet werden, damit die Geräte durchkommen.
Die Hambacher Betriebsfeuerwehrleute Franz-Willi Weber, Jörg Trenk und Markus Butzen ziehen bereits Ausrüstung vom Bagger ab und verstauen sie in ihren Spezialfahrzeugen. „Atemschutz und die Rettungsliege zum Abseilen von Schwerverletzten waren während des Transports an Bord der Großgeräte, damit sie für die Erste Hilfe schnell zur Hand waren. Hier im Tagebau sind wir schneller vor Ort, da reicht es, wenn wir die Sachen auf dem Wagen haben“, sagt Weber. Baggerführer Michael Hohn hilft beim Aufräumen, dann macht er sich auf den Weg ins nahe Alt-Etzweiler. Dort gibt Transportleiter Marx der Mannschaft zum fröhlichen, feierlichen Abschluss Bier und Gulaschsuppe aus. Dankt ihr für den Einsatz und den Erfolg des ganzen Projekts. Es hat keinerlei Zwischenfälle gegeben. Nicht nur die Geräte, sondern auch ihre Begleiter sind wohlbehalten am Tagebau Hambach angekommen. Das Zusammenspiel im Team, mit den Sicherheitsleuten von WIS, mit den Partnern im RWE-Konzern und den vielen externen Beteiligten in der Region hat tadellos geklappt.
 
 Am Morgen hat der Konvoi die allerletzte Hürde genommen: die Landstraße zwischen Elsdorf und der A 4, mittlerweile nur noch etwa einen Kilometer vom Tagebau entfernt. Danach sind Bandschleifenwagen 931, Schaufelradbagger 260 und Absetzer 744 in dieser Reihenfolge bis zum Tagebaurand vorgestoßen; am oberen Ende der langen Rampe, die auf die 1. Sohle des Tagebaus führt, bleiben sie stehen: Jetzt sind sie auf Betriebsgelände, und damit ist der öffentliche Teil des Großgerätetransports abgeschlossen. Was in den nächsten Tagen folgt, ist Business as usual für die Bergleute. Über lange Rampen werden sie von Sohle zu Sohle zu ihren Arbeitsplätzen fahren. Stellenweise müssen Bandstraßen geöffnet werden, damit die Geräte durchkommen.
 
Die Hambacher Betriebsfeuerwehrleute Franz-Willi Weber, Jörg Trenk und Markus Butzen ziehen bereits Ausrüstung vom Bagger ab und verstauen sie in ihren Spezialfahrzeugen. „Atemschutz und die Rettungsliege zum Abseilen von Schwerverletzten waren während des Transports an Bord der Großgeräte, damit sie für die Erste Hilfe schnell zur Hand waren. Hier im Tagebau sind wir schneller vor Ort, da reicht es, wenn wir die Sachen auf dem Wagen haben“, sagt Weber. Baggerführer Michael Hohn hilft beim Aufräumen, dann macht er sich auf den Weg ins nahe Alt-Etzweiler. Dort gibt Transportleiter Marx der Mannschaft zum fröhlichen, feierlichen Abschluss Bier und Gulaschsuppe aus. Dankt ihr für den Einsatz und den Erfolg des ganzen Projekts. Es hat keinerlei Zwischenfälle gegeben. Nicht nur die Geräte, sondern auch ihre Begleiter sind wohlbehalten am Tagebau Hambach angekommen. Das Zusammenspiel im Team, mit den Sicherheitsleuten von WIS, mit den Partnern im RWE-Konzern und den vielen externen Beteiligten in der Region hat tadellos geklappt.
Ich erinnere mich an das Gefühl von Sicherheit, das ich hatte, als ich mir in der Nacht lange nach der Autobahnüberquerung ein Bild von den Nacharbeiten verschaffte und einen Polizeistreifenwagen einsam an der Autobahnauffahrt warten sah: Bei diesem Baggertransport haben Hunderte von Leuten mit ganz unterschiedlichen Aufgaben und ganz unterschiedlicher Spezialisierung an ihrem jeweiligen Posten einen guten Job gemacht. Da haben Pläne gestimmt, da wurden Absprachen verlässlich eingehalten, da haben Leute mehr als nur ihre Pflicht für Geld getan. In einem hoch entwickelten und gut organisierten Industrieland wie Deutschland ist Effizienz nichts Ungewöhnliches. Selten aber sieht man, dass diese Effizienz immer noch vor allem von engagierten Menschen getragen wird - und nicht vom bloßen Ausführen irgendwo programmierter Abläufe und dem Ausführen maschineller Vorgänge per Knopfdruck.

Logbucheintrag vom 29.06.2004

Wetter: 21 Grad, heiter bis wolkig
Ein Pfund Baggerkruste kostet 1,65 Euro – ein Souvenir aus der Hand des Transportleiters, der festgebackene Ackerkrume von der Raupenkette schält? Keineswegs. Bäcker Immerath im Elsdorfer Café Dampflok baggert seine Kunden mit Spezialitäten zum Großgerätetransport an: mit dem Kastenbrot „Karl Klütte“ und der süßen Kreation „Findlinge“. Geschäftstüchtig auch die Politesse der Gemeinde Elsdorf: Sie verteilt den Falschparkern im Umfeld der Baggertrasse 15-Euro-Knöllchen.

„Absetzer 744 gehört noch lange nicht zum alten Eisen“, steht auf einer gelblackierten Fahrwerksplatte, die am Rumpf des Großgerätes hängt. „ALLEN helfen Händen sei DANK. Tschüß Tagebau Garzweiler – Hallo Tagebau Hambach“ heißt es weiter, darüber die Unterschriften von Transportleiter Dr. Harald Marx und des ganzen Transportteams – ein ziemlich schweres Souvenir, kaum geeignet für Wohnzimmerschrank oder Fotoalbum.
Die handlichsten Erinnerungsstücke sind digital: Baggerführer Thomas Müller hat unterwegs mehr als 200 Fotos geschossen. „Die brenne ich auf CDs und schenke sie meinen Kollegen.“ Bald kann er sich an die Heimarbeit machen, denn das Ziel ist fast erreicht: Der 37-jährige Baggerführer hat von seinem Führerstand aus den freien Blick auf den Tagebau.

Er parkt sein Gefährt gegen 10.45 Uhr vor dem Immissionsschutzwall, der die Abbaugrenze des Tagebaus Hambach markiert. Zuvor hat er mit seinem 7,5-Tausendtonner die Jackerather Straße (L 277) und die Nußbaumallee, eine innerörtliche Verbindung überquert. 
Ganz beendet ist die Reise natürlich nicht, schon gar nicht für den Absetzer. Er muss vom Tagebaurand bis auf die oberste Sohle der Innenkippe noch 29 Kilometer fahren – genauso viel,wie Absetzerführer Siegmund Ast während der vergangenen Wochen auf öffentlich zugänglichem Gelände hinter sich gebracht hat.
Logbucheintrag vom 30.06.2004 Mit Genehmigung der Öffentlichkeitsarbeit 
Wetter: 26 Grad, überwiegend sonnig
 
 
 
RWE Schloß Paffendorf

 

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