Ein heißer Samstagnachmittag! Ich arbeite gerade im Haus und mein Mann und meine Kinder sind draußen im Garten . Die Jungs reparieren ihre Fahrräder und Franz arbeitet im Garten.Carolin ist bei einer Freundin. Es scheint ein Samstag wie viele andere zu sein. Das Telefon klingelt. Ich gehe ran und eine Mädchenstimme sagt : Hallo, hier ist Jennifer Noll.Kennen sie zufällig eine Susanne Henn ?
Der Name sagt mir eigentlich nur vom Nachnamen her etwas. Henn hieß mein erster Mann. Aber das ist schon lange Vergangenheit. Bianca sagt mir was , aber Susanne ?
Nein, antworte ich. Eine Susanne Henn kenne ich nicht .
Einige Sekunden ist es still. Dann kommt die Frage : Haben sie denn vor 19 Jahren ein Kind bekommen ?
Die Gedanken , die mir in diesem Moment durch den Kopf schoßen , kann ich gar nicht alle beschreiben. Das ist doch nicht wahr ! Sie hat mich gefunden ! Was jetzt?
Ich glaube,wenn mich da jemand mit dem Messer gestochen hätte , wäre kein Blut gekommen.
Ich muß mich erst mal setzen.
Und das bist du ? Wie hast du mich gefunden ?
Bis dahin weiß ich noch ziemlich den genauen Wortlaut. Und ich kann mich auch noch genau an das Gefühl erinnern , als mir klar wurde , daß diese Stimme zu meiner Tochter gehört,die ich vor 19 Jahren zur Adoption freigegeben habe.Ich hätte die ganze Welt umarmen können!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Sie hat mich wirklich gesucht und auch noch gefunden. Das konnte einfach nicht wahr sein !! Endlich geht mein Traum doch noch in Erfüllung . Ich höre etwas von meinem Kind ! Ist sie mir sehr böse, oder kann sie mir verzeihen, wenn sie die Gründe weiß, warum ich das gemacht habe ? Wird sie verstehen , das ich es nur aus Liebe zu ihr gemacht habe , oder hasst sie mich zu sehr ?
Egal, wie sie reagiert, ich muß ihr einfach sagen , wie schön es ist, daß sie mich gefunden hat. Ich könnte lachen und weinen in einem.
Schon bald merke ich, daß auch sie sich freut .Wir reden eine ganze Zeit lang darüber , wie sie es angestellt hat, meine jetztige Adresse raus zufinden . Sie sagt mir,daß sie sogar bei meinen Eltern angerufen hat und sich als eine frühere Klassenkameradin ausgegeben hat. Meine Mutter muß ihr dann meine Telefonnummer gegeben haben.
So genau bekomme ich unser erstes Gespräch nicht mehr auf die Reihe. Sie hat mich dann irgendwann gefragt, ob sie du zu mir sagen darf. Was für eine Frage ! Sie ist doch meine Tochter !!!!!!!!!!!!! Mein Gott , wie ich mich freue ! Meine Tochter ! Nicht zu fassen ! Ich muß es ihr immer wieder sagen . Ich freue mich so sehr !
Noch heute weiß ich wie ich da am Küchentisch saß, und mich mit ihr unterhilt. Wir haben über so viel geredet.Ich wollte viel von ihr wissen und sie wollte alles von mir wissen. Sie fragte ,ob ich noch mehr Kinder hätte und ich sagte ihr ,das sie noch 3 Geschwister hat.Im Verlauf unseres Telefonats merkte ich, das sie nicht wuste , wer ihr Vater ist. Anscheinend hilt sie meinen geschiedenen Mann dafür .Ich merkte , das ich ihr nicht gleich alles sagen konnte . Irgendwie dachte ich, das es zu viel auf einmal wäre, wenn ich ihr direkt sagte , das ich mit ihrem richtigen Vater verheiratet bin und sie noch 3 richtige und 2 Halbgeschwister hat ( Die beiden Kinder aus der ersten Ehe meines Mannes. ) Also ließ ich sie zuerst mal in dem Glauben, das ihr Vater mein geschiedener Mann ist. Ich hoffte sehr , das sie auch weiterhin mit mir Kontakt haben wollte. Dann wäre noch Zeit genug, sie mit ihrer ganzen Familie zu konfrontiern.
Irgendwann hat sie mich dann gefragt, ob ich denn weiter mit ihr in Kontakt bleiben will, oder ob mir das nicht Recht wäre. Meine von ganzen Herzen kommende Antwort war, das ich mich sehr darüber freuén würde, wenn sie mir einmal schreiben und mir ein Bild von sich schicken würde. Ich glabe , diese Antwort hat sie etwas überrascht. Vielleicht hat sie gedacht in meinem Leben wäre kein Platz für sie. Sie wußte ja nicht, das ich mir nichts sehnlicher gewünscht habe, als endlich zu wissen, wie es ihr geht und wo sie ist!
Wir haben dann unsere Telefonnummern und Adressen getauscht und uns versprochen , daß wir uns schreiben.Irgendwann haben wir uns dann verabschiedet.
Ich habe in meiner Küche gesessen, aus dem Fenster gestarrt und war einfach nur glücklich. Ich hätte nicht gedacht , daß mich irgend etwas glücklicher hätte machen können, als die Liebe zu meinem Mann und meinen Kindern. Jetzt wußte ich, das man noch viel glücklicher sein konnte.Ich hatte meine erstes Kind zurück !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!