dasgestaendnis
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Da saß ich nun und überlegte.Es war wunderbar, endlich von meiner Tochter zu hören und zu wissen , wo sie ist.Gleichzeitig stellte dieser Anruf mich aber vor ein Problem.Niemand wußte ja, das ich ein Kind bekommen hatte und ich hatte auch in der ganzen Zeit mit niemandem darüber gesprochen.Wenn ich also jetzt Kontakt mit ihr halten wollte, mußte ich zumindest meinem Mann und meinen Kindern sagen, daß es da noch jemanden gibt, der auch zu uns gehört.

Zunächst hatte ich natürlich etwas Panik vor diesem Gespräch. Ich wußte ja nicht, wie mein Mann reagieren würde. Schließlich hatte ich ihm ja eine Tochter verschwiegen. Aber dann dachte ich, daß er unsere damalige Situation noch genauso vor Augen hatte wie ich. Und da ich ihn schon etwas länger kenne,  kam ich allmählich zu der Überzeugung, daß er meine Entscheidung von damals verstehen könnte.

Den ganzen Sonntag dachte ich darüber nach, wie ich es meinem Mann am besten beibringen sollte, das er noch eine Tochter hat und diese uns jetzt gefunden hat. Der Montag war mit Arbeit ausgefüllt und Abends ließen meine Kinder mir keineGelegenheit , mit meinem Mann alleine zu reden. Dienstags war ich dann soweit, das ich mein lange gehütetes Geheimnis nicht länger allein mit mir rumtragen konnte.

Mein Mann hat um 4 uhr Feierabend und normalerweise gehe ich um 5 dann zu meiner Arbeit. Ich hatte mir an diesem Tag vorgenommen, ihm endlich alles zu sagen. Eigentlich hatte ich gehofft, daß ich bis dahin schon einen Brief von meiner Tochter hätte und sie mir schon einige Bilder von sich geschickt hätte. Leider war dem nicht so.

Mein Mann kam also nach Hause und ich sagte ihm, das ich etwas wichtiges mit ihm zu besprechen hätte.

"Weißt du noch,als du mich vor 19 Jahren ins Krankenhaus gebracht hast und du dachtest, ich hätte eine Entzündung?" fing ich das Gespräch an.Schon bei diesem ersten Satz fing ich an zu weinen und konnte während meinem ganzen folgenden Geständnis einfach nicht mehr aufhören. Es war , als hätten sich all die ungeweinten Tränen endlich Bann gebrochen.Aber ich hatte einmal angefangen und wollte das jetzt los werden. Ich hoffte natürlich, daß mein Mann mir verzeihen kann.

Als ich zuende gesprochen hatte, saß mein Mann erst einmal ruhig da und überlegte. " Also doch," sagte er dann ."Irgendwie habe ich das schon immer gewußt und es nur verdrängt. Und wie soll es jetzt weitergehen?" Ich erzählte ihm,das meine Tochter gerne weiterhin Kontakt mit mir haben würde und es mir auch so gehe. Auch das sie nicht wüßte, wer ihr Vater ist und ich es ihr noch nicht gesagt hätte, daß sie noch 3 leibliche und 2  Halbgeschwister hat.

Ich hatte meinem Mann gerade alles gestanden, da kamen meine beiden Söhne ins Haus.Die fragten natürlich sofort, was los sei. Mein Mann sagte ihnen,daß sie außer ihrer kleinen Schwester auch noch eine  große Schwester haben. Na,die haben dumm geschaut. Erst wollten sie es garnicht glauben! Aber nachdem wir ihnen dann unsere damalige Situation erklärt hatten, bombadierten sie uns mit Fragen.Wie sieht sie aus? Wo ist sie jetzt? Kommt sie mal her?

Ich erzählte ihnen soviel ich wußte und sagte ihnen, daß auf einen Brief von ihr warte. Wir beschlossen, meiner kleinen Tochter noch nichts zu sagen. Sie hatte sich immer noch eine Schwester gewünscht. Ich wußte ja nicht, ob Jenny sich wirklich  wieder meldet, oder ob sie es sich doch anders überlegt.  

 

 

 

 

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