Grosse Synagoge Katowice(Kattowitz) und alte Synagoge
Król.Huta(Königshütte)
Gottesdienstordnung, Freitag, den 30 März er.(Erew
Pessach): Morgengebet(Lehrvortrag für Erstgeborene) 6 Uhr 15
Min., Lichtzünden 17 Uhr 44 Min., Sabbat-Anfang 18 Uhr 24 Min.,
Samstag, den 31. März er.(I Festtag) Morgengottesdienst 8
Uhr 15 Min., Thora-Vorlesung 9 Uhr 15 Min., Predigt 10 Uhr, Mincha-
und Abendgottesdienst, 18 Uhr 30 Min. Sonntag, den 1. April
er.(II Festtag) Morgengottesdienst 8 Uhr 15 Min., Priestersegen
9 Uhr, Thora-Vorlesung 9 Uhr 15 Min., Mincha 18 Uhr 30 Min.,
Festtagausgang 18 Uhr 59 Min. An den Halbfeiertagen findet der
Morgengottesdienst um 6 Uhr 30, der Abendgottesdienst um 18 Uhr 30
statt.
Donnerstag, den 5. April: Abendgottesdienst 18 Uhr 33
Min.
Freitag, den 6 April(7 Festtag) Morgengottesdienst 8 Uhr
15 Min., Priestersegen 9 Uhr, Thora-Vorlesung 9 Uhr 15 Min,
Lichtzünden 17 Uhr 55 Min., Abendgottesdienst 18 Uhr 35 Min.
Samstag, den 7. April(8. Festtag) Morgengottesdienst 8
Uhr 15 Min., Thora-Vorlesung 9 Uhr 15 Min., Seelengedächtnisfeier
und Predigt 10 Uhr, Mincha 18 Uhr 40 Min., Festausgang 19 Uhr 10
Min.; An den darauffolgenden Wochentagen findet der
Morgengottesdienst um 6 Uhr 30, der Abendgottesdienst um 18 Uhr 40
statt.
Die Jüdische Wochenpost mit Wirtschaftsblatt die
diesmal als Pessach-Festnummer in verstärkem Umfange und bedeutend
vergrösserter Auflage erschienen ist, liegt mit Rücksicht auf die
achttäge Feiertagsserie volle vierzehn Tage auf.(Nr.7, Jg. I,
Freitag, den 30 März 1934)
Wo das jüdische Katowice betet. Ein Streifzug durch die
mannigfaltigen Gebetstätten
Wenn man sich vergegenwärtigt, dass die jüdische Gemeinde
Katowice in den letzten Jahren zahlenmässig einen gewaltigen
Aufschwung genommen hat, wird man über die Tatsache des regen
kulturellen und religiösen Lebens und dessen Auswirkung nicht
erstaunt sein. Es scheint aber doch wohl recht interessant, einmal
die religiösen Einrichtungen; insbesondere Gebets zu betrachten,
von denen wir heute vor allen Dingen die privaten und halbprivaten
Gebetsäle(sogennante "Stübl") beschrieben wollen.
In erster Reihe ist da der Beetsaal der Radomskier
Chassidim, das "Beth Chassidim Radomsko" in der
ulica[Str.] Tylna Marjacka 9 zu nennen, das zwei Säle in der Grösse
von etwa 9*13m und 5*9m umfasst. Da werden täglich Gottesdienste
abgehalten, die von etwa 100 bis 150 Personen besucht sind. Dies
ist derjenige Betsaal, in welchem man zu fast jeder Tageszeit ein
Minjan vorfindet. Beginnen doch schon die Morgengottesdienste um 6
Uhr früh und lösen einander bis etwa 11 Uhr vormittags ab. Am
Nachmittag findet der übliche Mincha- und Abendgottesdienst statt.
Die Gottesdienstbesucher setzen sich nicht nur aus Radomskier
Chassidim zusammen, die aber doch einen Prozentsatz von etwa 70 bis
80 % darstellen. Es braucht ja wohl nicht besonders hervorgehoben
zu werden dass die Radomskier Chassidim Anhänger des
"Radomskier Rebben"; nämlich des Rabbi Rabbinowicz, der
allerdings in Sosnowiec wohnt, sind. Der Unterhalt des Gebetsaales
wird aus Spenden und Beiträgen der Chassidim bestritten. Die
Verwaltung liegt in Händen von Herrn Naftali Besser der zugleich
1.Gabbe ist und bei Herrn Pinkus Pelman, der die Finanzen betreut.
Die Säle dienen aber nicht nur für Gebetzweke, sondern beherbergen
auch eine Jeschiwa, und zwar die "Jeschiwa Keser Thora".
Diese ist in zwei Gruppen eingeteilt, die den ganzen Tag Talmud
lernen. Der Unterricht ist unentgeltlich und für jedermann
zugänglich. Ausserdem findet jeder Abend ein
"Schiur"(Talmud-Stunde) für Baal-Habatim statt, der von
Herrn David Waller geleitet wird. Rühmenswert ist auch eine soziale
Einrichtung dieser Gemeinschaft, die Bedürftige, ganz gleich ob sie
ortsansässig oder Durchreisende sind, an jedem Schabbos mit Essen
versorgt.
In dem gleichen Grundstück wie "Beth Chassidim
Radomsko", befindet sich auch der Betraum der
"Misrachi", deren 1.Gabboim die Herren David Ehrlich und
Gross sind. Hier werden allerdings nur am Schabbos und Feiertagen
Gottesdienste abgehalten, die aber auch von etwa 50 bis 60 Personen
wahrgenommen werden. Auch dieses "Stübl" sorgt für
religiösen Unterrichtung für Fortbildung, aber in der Hauptsache
für junge Mädchen und Frauen, die die Möglichkeiten haben, an den
allabendlichen Religions-Kursen teilzunehmen.
Ein kleineres Minjan besitzt die "Agudas Israel", die
ihren Betraum Ring Nr.8 für Gottesdienste am Schabbos und
Feiertagen zur Verfügung stellt. Hier finden sich etwa 20 Betende
ein. Erster Gabbe ist Herr David Hammel.
Für Personen, die in der Richtung nach Bogucice zu wohnen und
mithin eine grössere Entfernung bis zur Synagoge oder zu anderen
Betstuben haben, wird ein Gottesdienst am Schabbos und Feiertagen
im "Beth Hamidrasch Silberstein" in der ul.Pilsudskiego
63 veranstaltet. Hier erscheinen etwa 30 bis 40 Personen zu
Beten.
Auch die "Krimalower Chassidim" haben ihr eigenes
"Stübl" in der ul.Mlynska 43. Es wird gleichfalls aus
Beiträgen und Spenden unterhalten. Die "Krimalower",
Anhänger des Krimalower Rabbi Rabinowicz, der derzeit seinem
Wohnsitz in Zawiercie inne hat, könnten ein Minjan aus eigenen
Reihen nicht immer stellen, da sie nur in einer Zahl von etwa 8 bis
10 Personen vertreten und mithin auf Aussenseiter stark angewiesen
sind. Grundsätzlich finden daher Gottesdienste am Schabbos und
Feiertagen statt und an Wochentagen nur dann, wenn ein Minjan
zusammenkommt.
Ein ganz privates Minjan unterhält Herr Josef Cohn, Plac
Wolnosci 7, der an Samstagen und Festtagen die Gottesdienstbesucher
dieses Stadtbezirks bei sich zusammenschaart. Hier kommen etwa 20
bis 30 Personen zusammen.
Zum Schluss ist noch der Bet-Saal der Gemeinde im
Gemeindehaus,ul.Mickiewicza 9 zu erwähnen, in welchem an
Sonnabenden und Feiertagen Gottesdienste abgehalten werden. Im
Gegensatz zu den vorgenannten Betstuben, die mehr oder minder
hauptsächlich für Anhänger einer orthodoxen, beziehungsweise
chassidischen Richtung bestimmt sind, werden die Andachten im
Gemeinde-Betsaal von Personen aller Richtungen und Gruppen besucht.
Die Besucherfrequenz beläuft sich hier auf etwa 150 bis 200
Personen.
Seit etwa 2 Jahren ist der Betsaal ohne rechtmässigen Gabbe.
Dessen Funktionen werden vom Schammes ausgeführt. Dies ist ein
Zustand, der nicht für die Dauer bleiben kann und so hatten dieser
Tage einige Delegierte aus dem Beterkreise eine Versammlung
einberufen, um einen Vorsteher zu wählen. Die Gemeinde hatte ihre
Vertreter in Person der Herren Rechtsanwalt Dr.Reichmann und
Neumann entsandt. Die Sitzung musste aber vertagt werden, da die
Wählerzahl zu gering war. Die nächste Sitzung ist für Sonntag, den
1.April geplant. Ueber das Ergebnis derselber werden wir noch
berichten.
Grosse Synagoge Katowice(Kattowitz)
Gottesdienstordnung: Freitag, den 7.September:
Lichtzünden 17.44 Uhr; Mincha 18 Uhr 24; Sonnabend, den
8.September: Morgengebet 8 Uhr 45; Thora-Vorlesung 9 Uhr 30;
Jugend-Gottesdienst 15.30 Uhr; Mincha 18 Uhr 29; Sabbat-Ausgang 18
Uhr 59; Sonntag, den 9.September, Erew Rausch haschanoh:
Morgengebet 5 Uhr 30; Mincha und Predigt 18 Uhr 20; Montag den
10.September. Erster Neujahrstag: Morgengebet 6 Uhr 30;
Priestersegen 8 Uhr 15; Thora-Vorlesung 8 Uhr 30; Predigt 9 Uhr;
Mincha 16 Uhr; Abendgebet 18 Uhr 30; Dienstag, den 11.September.
Zweiter Neujahrstag: Morgengebet 6.30 Uhr; Priestersegen 8 Uhr 15;
Thora-Vorlesung 8 Uhr 30; Mincha 16 Uhr; Abendgebet und
Festtagsende 18 Uhr 50.
Gottesdienstordnung: Freitag, den 14.Sept.: Lichtzünden
17.28 Uhr; Mincha 18 Uhr 08; Sonnabend, den 15.Sept.: Morgengebet 8
Uhr 45; Thora-Vorlesung 9 Uhr 30; Jugend-Gottesdienst 15 Uhr 30;
Mincha 18 Uhr 13; Sabbat-Ausgang 18.43 Uhr. An Wochentagen findet
der Morgengottesdienst um 6 Uhr, der Abendgottesdienst am 18 Uhr 13
statt.
Dienstag, den 18.Sept. Erew Jom Kippur: Morgengebet 6
Uhr; Mincha 15 Uhr; Lichtzünden 17 Uhr 21; Kol Nidre 17 Uhr 55
Mittwoch,den 19.Sept. Jom Kippur: Morgengebet 7 Uhr;
Thora-Vorlesung 10 Uhr 30, anschliessend Predigt und
Seelengedächtnisfeier. Festtagsende 18 Uhr 38
Gottesdienst im Gemeindesaal und im Kindergarten. Die
Aufsicht über die Ordnung imGemeindesaal und im Kindergarten
während der Gottesdienste an den hohen Feiertagen ist den Herren
Markus Gross, Abraham Hermele, und Heinrich Grzes übertragen
worden.
Monatsvorsteher der Chewra Kadischa im September. Frau
Berta Miedzwinska, ul.Stawowa 20, Telefon 336-87; Herr Karl
Ehrenhaus, ul.3-go Maja 6, Telefon 323-74.
Jüdische Wochenpost mit Wirtschaftsblatt(Nr.29/30, Jg.
I, Freitag, den 7.September1934). Hauptitel: Rausch haschanoh ! das
Fest der inneren Läuterung. Kehret zurück zur frommen Unschuld der
Kindkeit !
Die Frage des neuen Synagogenbaues. Kattowitz benötigt
dringend eine zweite Synagoge.
Lange schon verspürt die Kattowitzer Gemeinde den Mangel
einer zweiten Synagoge. Diese Frage wurde vor einigen Jahren schon
von verschiedenen Parteien und besonders vom Vorstand der Gemeinde
eingehend behandelt. Es wurde hierzu seinerzeit eine besondere
Kommission berufen, welche Baupläne für ein mittelgrosses Bethaus
ausfertigen liess, nach denen das Verwaltungsgebäude in der
ul.Mickiewicza zweckentsprechend umgebaut und selbstverständlich
vergrössert werden sollte. Eine Bauparzelle war ja vorhanden, denn
dem Verwaltungsgebäude schliesst ein riesengrosser Garten an. Nun
ist es aber leider bei den Plänen geblieben, denn die Finanzielle
Lage der Gemeinde erlaubte es nicht, den Bau aus eigenen Mitteln
auszuführen und eine Anleihe war nirgends zu erhalten. Die Pläne
sind ins Archiv gewandert und es blieb beim alten. Die bestehenden
Bethäuser, wie die grosse Synagoge(ca.1400 Plätze), der Sitzungsaal
der Gemeinde(ca.300 Plätze), das Radomsker-Stübel(ca.150 Plätze),
das Mizrachi-Stübel(ca.120 Plätze) und das private Bethaus bei
Herrn Josef Kohn(ca.80 Plätze) sind, abgesehen von der ungünstigen
Unterbringung, bei weitem nicht ausreichend. Für die hohen
Feiertage ist man gezwungen, noch einige provisorische Beträume
einzurichten und zwar in den Räumen der Kaufmännischen Loge, im
jüdischen Kindergarten und im Vereinslokal des
"Brith-Hachajal". Alle Bethäuser sind für die Feiertage
bis auf den letzten Platz ausverkauft. Mit Ausnahme der grossen
Synagoge, deren Einrichtung eine Erhaltung der Ordnung ermöglicht,
ist es in den übrigen Bethäusern während der Gottesdienste schwer
einen leeren Raum zu finden, der an irgend einen Durchgang oder
desgl. erinnern könnte. Ein solcher Zustand ist für die Dauer nicht
zu ertragen und es wäre schon höchste Zeit, hier Abhilfe zu
schaffen. Das Kattowitzer Judentum müsste ganz energisch an die
Realisierung der Pläne herantreten. Bei gutem Willen lässt sich
auch heute noch vieles machen.
Der Jugendverein. Sommerbilanz - Auftakt zum
Winterprogramm
Der jüdische Jugendverein veranstaltete Ende August einen
Ausflug nach Korbielów mit Besteigung des Pilsko[Beskiden]. Der
Ausflug an dem viele Mitglieder teilnahmen, stand unter Leitung des
Vorsitzenden des Wanderausschusses Horst Götz. Die effektvollsten
Momente wurden von Herrn Lothar Weiss verfilmt. Die gesamten
Filmaufnahmen der diesjährigen Ausflüge werden am Beginn der
Wintersaison im Jugendverein auf der Leinwand zu sehen sein. Zum
allgemeinen Bedauern der Mitglieder, war der Vorsitzende Ludwig
Schlesinger verhindert und konnte am Ausfluge nicht teilnehmen.
Die Wintertätigkeit des Jugendvereines beginnt Anfang
Oktober.