Misiones 2004 - Las Huertas Also, die Woche in der Wueste war wirklich GEIL, kann man nicht anders beschreiben, ich weiss gar nicht wo ich zu erst anfangen soll zu erzaehlen…mh, also die letzten Tage vorher gabs nur Caos, als dann noch der “Tio” der uns begleiten sollte, einen Tag vorher einen Herzinfarkt hatte, waren die Direktoren von La Salle schon dabei alles abzublasen, am Samstag sind wir dann aber alle, nach einem Gottesdienst mit allen Gruppen zusammen (48 Gruppen= 48 Doerfer) mit nem Bus in das naechstgroessere Dorf (Cocomorachi) gefahren, zwei Lastwagen mit den ganzen Sachen, die wir vorher in zwei Monaten gesammelt und gekauft haben, gabs auch noch. Von Cocomorachi gings dann in Pick-Ups (Familien aus unserem Dorf – Las Huertas – haben uns angeholt) bis ins Dorf, ungefaher zwei Stunden, sehr kalt und unangenehm. Wir sind dann Samstag um fuenf oder so im Dorf angekommen, wir wurden auch schon von vielen erwartet, von den Kinder wurde uns dann gleich ein “Bienvenidos, Misioneros” gesungen J Nachdem wir beschlossen haben, in der Schule zu schlafen und nicht in dem Haus von einer Seńora, haben wir alles eingerichtet, die Jungen mit einem Begleiter in einem kleinen Haeuschen, was der Klassenraum von den ersten drei Jahrgaengen ist, und wir Maedchen mit einer Begleiterin die neu zu uns gekommen ist, in einem anderen Klassenraum. Danach gings daran, das Dorf zu besichtigen und die ersten Haeuser zu besuchen um allen mitzuteilen was wir so vorhaben. Danach wars dann schon dunkel, wir haben dann die Kueche eingerichtet, ein kleinen Haeuschen auf einem Berg, nahe von der Schule, wir hatten Massen von Essen, das ganze Wasser usw mussten wir ja auch mitbringen…nach dem Essen gabs dann noch ein paar Spiele, Abendgebet und dann gings schlafen, naja, mehr oder weniger, jede halbe Stunde haben wir uns gegenseitig mit Geblabber, Geschnarche oder so aufgeweckt, ausserdem war es verdammt kalt, wir hatten Schlafsaecke und eine Decke drunter (keine Matrazen), ohne Heizung, mit kaputten Fenster usw war es wirklich kalt. Am naechsten Tag wurden dann erst mal die Fenster mit Decken abgedichtet, ein Ofen eingerichtet und Matratzen mit Decken, die wir eigentlich an die Leute verschenken wollten, gebaut. Wir hatten fuer die ganze Woche Listen, wer wann kochen, puzten usw muss, mich hats gleich beim ersten Freuhstuek erwischt, mit nen Ofen (mit Holz, nix Gas oder Strom) und nem Gasbrenner draussen wurden dann Frijoles, Huevos y Tortillas gemacht, etwas schweirig, weil das Feuer immer wieder ausging usw…den Tag ueber haben wir dann Haeuser besucht um uns vorzustellen, der Schulhof wurde gestrichen, Klassen von Katechismus haben wir auch gegeben, ich an die kleinsten Kinder weil man da fast nur spielen und kaum reden muss. Um sechs gabs Gottesdienst fuer alle und wirklich das ganze Dorf ist auch gekommen. Achso, gab auch noch nen Umzug, weil Sonntag von Ramos war, das war echt lustig, Jesús (Francisco) auf nem Esel von der Schule bis zur Kapelle J Fuer mich war es der einzige Gottesdienst, danach haben wir Begleiter mit mir gesprochen, weil ich nicht kahtolisch bin, kann ich nicht weiter in den Gottesdienst gehen, die Frater (die Gruppe) versteht zwar, warum ich nicht wie die kahtolischen den Gottesdienst feier, aber die Leute nicht, deswegen gabs nur zwei Moeglichkeiten, ich mach den Gottesdienst wie die Kahtolischen mit, bekreuzige mich, sage dass ich katholisch bin usw, oder ich warte draussen oder in der Schule…da ich nicht luegen wollte, habe ich dann die anderen Tage in der Schule gewartet…danach haben wir noch ein bisschen mit den Kinder Basketball usw gespielt, danach gabs Essen, Abendgebet, Lagerfeuer und ab ins Bett, diesmal mit Heizung (niz Gas, nix Strom, wieder Feuer), deswegen nicht so kalt…achso, am Morgen und vor jeder Mahlzeit gabs uebrigens auch immer Gebete…ich hab vorher gedacht, dass es vielleicht ein bisschen zu viel des Guten und ein wenig uebertrieben ist, aber mir hats wirklich super gut gefallen, den ganzen Tag unterwegs, immer am Reden, nie hat man seine Ruhe und selbst nachts mit 10 Maedels in einem Raum gabs kaum Ruhe, so konnte man die Zeit der Gebete richtig gut gebrauchen um einfach mal nachdenken zu koennen und Ruhe zu haben. So…was noch? Achso, die naechsten Tage sind eigentlich fast immer gleich aber doch verschieden, morgen immer auf Besuche, danach Aktivitaeten in der Schule, Unterricht, Spielen mit den Kindern, Reden mit den Frauen, Manualidades (keine Ahnung was das in deutsch ist), Gottesdienst, in der Zeit habe ich dann immer draussen gewartet, die Kueche gepuzt oder so was), wir haben Baenke fuer die Kapelle gemacht, die Schule gestrichen, Wasserleitungen verlegt usw, abends fast immer Lagerfeuer aber immer totmuede. Das Drof ist wirkich nicht gross (20 Haeuser), jedes Haus ist aber vom anderen sehr weit enfernt, von der Schule bis zum letzten Haus wars immer mehr als eine Stunde zum Laufen, zur Kapelle auch gut 20 Minuten, nie hat man seine Ruhe, immer gabs irgendwas zu tun, deswegen waren immer alle froh wenn wir frueh schlafen konnten. Mittwoch hatten wir dann einen Tag fuer uns, wir sind nen bisschen aus dem Dorf rausgegangen, hatten da dann Dinamicas fuer uns und haben uns auf die wichtigen Tag Kafreitag usw vorbereitet. Mittwoch in der Nacht wurden uns dann am Lagerfeuer Karten von unseren Eltern und Freunden gegeben, que emociones J Nee, ich hab mich wirklich gefreut, meine Eltern hier haben mir geschrieben, dass sie froh sind, dass ich in der Familie bin, dass es sicher immer wieder Probleme gibt, aber wir uns alle gegenseitig helfen usw, hab mich wirklich gefreut :-) Nachts haben uns dann die Jungen erschreckt, aber wirklich heftig und den Tag darauf mussten die Jungen dann alles puzten und uns das Essen kochen, danach die Teller spuelen usw. Achso, die ersten zwei Tage hatten wir Wasser, Licht und auch Klos, danach gabs weder Wasser noch Strom, also immer mit Feuer und Plumsklo, das Plumsklo war ausserhalb der Schule, abends und nachts mussten wir dann erst immer einen Jungen aufwecken dass er mit uns geht, weil es nachts wirklich gefaherlich in dem Dorf ist. Viele Alokoholiker und weil keiner wusste wie die Leute in dem Dorf sind (ist ein neues Dorf, in die ganzen anderen Doerfer sind schon vorher irgendwelche Gruppe auf Misiones gegangen), hatte alle vorher ein bisschen Angst, nachts wurden die Tueren gut abgeschlossen usw. Ah, Donnerstag…der Tag wie die anderen auch, am Montag haben alle gesagt,dass wir nicht genuegend Essen eingekauft haben, deswegen wurden dann nur noch Cerealien usw gegessen, die Leute im Dorf haben uns mittags immer zum Essen eingeladen und uns Tortillas und Panecitos geschenkt, deswegen wurde nicht mehr gekocht…Donnerstag in der Nacht gabs dann sechs Stunden schweigen in der Kapelle, keine Ahnung wie das in Deutsch heisst, weils halt die Nacht vor Jesus Tod ist, gabs dann fuer alle sechs Stunden schweigen, viele Leute aus dem Dorf sind auch gekommen und haben mit uns bis um zwoelf Uhr nachts gewartet. Ich hab vorher gedacht, dass es sicher super langeweilig wird, sechs Stunden nichts zu machen, ich hab aber um zwoelf Uhr erlich gedacht, warum nicht zwei Stunden mehr. Endlich mal Zeit zum Nachdenken, erinnern usw, mir hats wirklich gefallen. Freitag gabs dann die Pasion, wir haben den Weg von Jesus nachgespielt, Fransisco (der Jesus gespielt hat, wie schon vorher) mit Kreuz, Pilatus usw, die ganzen Leute hinterher…es war zum Teil wirklich heftig, manchmal zu gut gespielt…Francisco wurde dann hinterher auch am Kreuz festgebunden usw, danach Gottesdienst, ich mal wieder draussen :-/ Am Samstag haben wir dann keine Haeuser mehr besucht, weil wir alles puzten mussten, unsere Klamotten zusammen suchen mussten und die Vorbereitungen fuer die Feier machten mussten, wir haben fuer das ganze Dorf gekocht, die Sachen rausgesucht, die wir um verschenken hatten usw. Dabei ist uns dann aufgefallen wie viel Essen wir noch hatten, mehr als 300 Eier, Massen von Dosen, Saeften, Milch ,wirklich alles und super viel, das haben wir dann auch alles an die Leute verschenkt….um drei kamen dann alle, wir hatten Salate gemacht, Frijoles, Burritos, Guacalamole, viele Familien haben dann noch Essen mitgebracht, es gab also wirklich reichlich fuer das ganze Dorf, wir haben dann zusammen auf dem Schulhof gegessen, die Leuten haben wirklich gefressen, aber verstaendlich, in vielen Familien gibts einmal im Monat Fleisch, in manchen noch weniger, vorher haben wir ja die Haeuser besucht und die Leute haben wirklich gar nichts, noch weniger als ich vorher gedacht habe. Grosse Familien (jede Frau hat mindestens sieben Kinder) in einem kleinen Haeuschen, in zwei Betten, mit nem kleinen Oefchen, einem Eimer voll Wasser und das wars. Jedes Haus hat dann nen kleinen Garten mit Huehner usw. Manche haben draussen ne Wasserleitung…zum Fruehstueck gibts Frijoles, zum Mittagessen gibts Frijoles und zum Abendessen gibts Frijoles, manchmal Eier, aber auch nicht mehr…wir haben dann gegessen, danach haben wir die ganzen Sachen verteilt…ah, que emocion J Wir haben wirklich alles verschenkt, das ganze Essen was wir noch uebrig hatten, die ganzen Sachen die wir vorher gekauft und gesammelt haben, Spielzeug fuer die Kinder, Decken, Stuehle, Papier, Bloecke, Stifte, Buecher, Kreide…alles moegliche halt, wir wussten vorher in Chihuahua nicht, was wir kaufen koennen, weil es wirklich in todos lados fehlt. Als dann alle ihre Sachen hatten, viele haben noch mehr gegessen, standen dann die Misioneros in bisschen an der Seite, und wirklich ALLE haben geweint, es war wirklich beeindruckend, die ganzen Sachen fuer die wir zwei Monate gearbeitet haben und dann die Leute alle lachend und froehlich, die Kinder mit ihren Spielzeugen, wir haben auch Pińatas fuer sie mitgebracht…..fuer mich und die anderen wirklich beeindrucken, die zwei Monate mit den ganzen Treffen, Kuchenverkaufen usw hat sich also wirklich gelohnt J Danach gabs dann Gottesdienst, ich bin hingegangen weil es der letzte war…ach so, uns haben fast jeden Tag die Direktoren von La Salle besucht, weil wir halt ohne Erwachsene unterwegs waren, der letzte Tag war der Direktor von der ganzen Schule, also der wichtigste da, die Kapelle wurde mit nem Bild von La Salle (der heilige von der Schule) versehen usw. Nachts hats dann zum ersten mal in Stuermen geregnet, deswegen kein Lagerfeuer und frueh ins Bett, am Morgen gings um sechs Uhr raus, alle Sachen gepackt, wir wurden dann wir mit Pick-Ups im Regen nach Cocomorachi gebracht, das ganze Dorf hat sich von uns verabschieded und alle haben sich schon darauf gefreut, dass die Misioneros im naechstes Jahr wiederkommen, viele werden wiederkommen, ich nicht L Im Bus gings dann bis nach Cuathemoc, ein Staedtchen cerca von hier, da haben sich dann alle Gruppen wiedergetroffen, wir kamen etwas zu soaet an, weil unser Dorf so weit weg ist…fuer alle gabs dann Gottesdienst…dieser Gottesdienst hat mir wirklich super gut gefallen, alle in ihren Gruppen, alle dreckig bis zum geht nicht mehr, fast kein Dorf hat Wasser um sich zu duschen, alle in einer Kirche zusammen, und fast alle haben die gleichen Erfahrungen gemacht. Danach gings dann nach Chihuahua, die Familie von Davíd hat mich dann nach Hause gemacht, ich wurde hier schon erwartet, eine Stunde wurde erzaehlt, danach habe ich eine Stunde mein Badezimmer genossen und danach gabs ineinem Restaurant Abendessen mit der ganzen Gruppe J Alle geduscht, mit sauberer Kleidung usw, wirklich sehr veraendert J Wir haben uns in der ganzen Woche nicht einmal geduscht, viele haben noch nicht mal ihre Kleidung gewechselt, weils wirklich so kalt war, dass keiner seine Klamotten ausziehen wollte um sie zu wechseln, ich habe nachts mit dicken Strumpfhosen, Sporthose, Jeans, zwei paar Socken, t Shirt, Tshirt mit langen aemrlen und zwei Pullovern geschlafen und ich habe trotzdem gefroren ...ja, und jetzt bin ich wieder hier J Heile, gluecklich und morgen gehts schon wieder weiter…mh, die Zeit in dem Dorf werde ich wirklich nicht vergessen, alles wirklich sehr beeindruckend….irgendwie wird mir jetzt erst klar, wie viel wir hier doch haben…wir haben wirklich alles was wir brauchen (und noch viel mehr) und wollen doch noch immer mehr, die Leute da haben wirklich gar nichts, sind froh wenn sie iregndwas zu essen kriegen aber sie sind gluecklich. Viele koennen nicht lesen, weder schreiben, die Kinder gehen sechs Jahre zur Schule und das wars dann….aber alle sind gluecklich, so wie es ist, sie haben alles was sie brauchen, die haben ihre Familien…ich habe vorher gedacht “wie langweilig das Leben hier, hier gibts ja wirklich gar nichts zu tun”, aber die Leute sind wirklich beschaeftig, die Frauen mit ihren Huehner, die Maenner sind dabei Zaeune zu bauen, jeder hat seine Arbeit und sind damit zufrieden. Was mich auch sehr stark beeindruckt hat, ist, wie stark die Leute glauben und wie sehr ihnen das hilft…alle gehen wirklich jeden Tag in die Kirche, beten staendig usw, es ist halt das einzige was sie haben. Und sie sind alle fest davon ueberzeug, dass die Dinge fuer irendwas geschehehen, dass irgendwer moechte dass sie so leben und dass ihr Leben deswegen einen Sinn hat. Wenn ich gesagt habe, dass ich aus Deutschland bin, wussten viele gar nicht, dass es andere Laender als Mexico gibt, einige wussten wohl, dass es America, den Kontinent gibt, aber auch nicht mehr. Wir wollen immer moeglichst viel von der Welt sehen, Geld haben usw, die brauchen dass alles nicht, weil sie gar nicht wissen, was es ist. Sie werden in ihrem Dorf geboren, wachsen da auf, leben da und sterben auch da, manche kommen vielleicht ein mal im Jahr ins naechstgroessere Dorf, das wars dann aber schon, aber alle sind vollkommen gluecklich damit und wollen gar nicht mehr…hat mich sehr beeindruckt. Heute gehts dann weiter auf die Distriktkonferenz, muss noch meine Sachen packen, also bis spaeter und liebe Gruesse, morgen in drei Monaten bin ich wieder in Deutschland :-)
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