Berichte

 
 

03.03.2004 

Mh, viel neues gibt es nicht zu berichten, mir geht es weiterhin SEHR gut in meiner Familie, vielleicht krieg ich meinen Betreuer dazu rum, dass ich in meinem Jahr hier nicht noch einmal wechseln muss, weil ich mit der ersten Familie nicht so viel Glueck hatte und jetzt meine restliche Familie um sehr geniessen soll. Mal gucken…

Ich werde ich den Osterferien, die erste Woche mit einer Gruppe aus der Schule zu “Missiones” fahren, das heisst, wir fahren fuer eine Woche in die Wueste, wo es wirklich gar nichts gibst (selbst die Kakteen koennen da nicht ueberleben) um in einem kleinen Dorf den Leuten zu helfen und ihnen was ueber Gott beizubringen. Ich habs mit meiner Gruppe echt gut getroffen, wir sind eine relativ kleine Gruppe, mehr Jungs als Maedchen und alle sehr nett, wir haben jede Woche mehrere Treffen, am Wochenende gehen wir zusammen auch manchmal weg. Um Geld einzunehmen, verkaufen wir Kuchen, gehen auf der Strasse Geld sammeln usw, am Sonntag wreden wir beim Rodeo hier in Chihuahua Getraenke verkaufen. Letzten Sonntag sind einige schon mal in das Dorf gefahren, wohin wir in vier Wochen fahren werden, ich war auch dabei, morgens um sechs Uhr gings los (ich hatte Samstag Abend in Essen mit den Rotariern, war um zwei wieder zu Hause und demensprechend muede), gut fuenf Stunden im Pick-Up bis zu einem Dorf, was in Deutschland noch nicht mal als Dorf durchgehen wuerde. Nach dem letzteren groesseren Dorf mit nen bisschen mehr als 200 Einwohnern gab es keine Strasse mehr und im Pick-Up ist das sehr unangenehm, mein Ruecken tut immer noch weh… das Dorf besteht aus vielleicht zehn Hauesern die sehr weit voneinander entfernt wohnen, ein Haus ist fuer die Schule und ein Haus ist die Kirche. Weil das Dorf sehr hoch liegt, gibt es weder Wasser noch Strom….            Badezimmer gibts nicht, fuer jeweils drei Haueser ein Plumsklo, eine Frau hat erzaehlt, dass sie noch nicht einmal einen Spiegel besitzt und gar nicht mehr weiss wie sie aussieht. Die Schule betseht aus einer Klasse, wo alle Schuler des Dorfes (sind nicht besonders viele, acht oder so) hingehen, aber nie mehr als vier Jahre (normal hier in Mexico sind zehn Jahre), weil sie frueh arbeiten gehen. Die Kirche ist ein Haus mit nichts…es gibt keine Baenke, nicht einmal ein Kreuz, Taufbecken oder so was, Glas in den Fenster gibts auch nicht…wir werden in der Schule schlafen, eine Woche uns im total verdreckten Bach waschen usw….mal gucken wie das wird, eine ganz neue Erfahrung, denke ich. Mir wurde vorher gesagt, dass das Dorf arm ist, so arm hab ich es mir aber nicht vorgestellt…es gibt wirklich gar nichts…wir werden jetzt gucken, wie wir dort helfen koennen, werden die Kirche gestalten (sie ist wirklich grausam), Sachen fuer die Schule, Kleidung, Essen und Stormleitungen mitbringen wenn wir das naechste mal (in den Osterferien) gehen….ich freu mich schon drauf (ehrlich!)

Heute Abend geh ich mit meiner Familie ins Theater, morgen ins Kino…mh, also viel gibts eigentlich nicht mehr zu sagen, mir geht es wirklich sehr gut, ich hab mich gut in der neuen Familie eingelebt, hab aufgehoert jeden Tag nen bisschen Spanisch zu lernen (hab einfach keine Zeit mehr) und werd mich gleich mal in den Sportclub begeben um nicht noch mehr zu zu nehmen J


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