Achal Tekkiner
Geschichte und heutiger Stand:
Der Name dieser Pferderasse kommt von der Oase
„Achal“, die von dem Reiternomadenstamm
„Tekke“ bevölkert war in der Turkmenischen
Republik.
1929 wurden Gräber gefunden, denen Pferde beigegeben worden
waren, sie werden auf das 3. bis 4. Jh.v.Chr. datiert! Russische
Wissenschaftler konnten somit nachweisen, dass es sich beim AT (=
Achal Tekkiner) um das älteste Vollblut der Welt handelt.
Ebenso fanden die Wissenschaftler heraus, dass diese Pferde bis
nach China verbreitet und sehr begehrt – sie wurden dort
„Himmlische Pferde“ genannt – waren. Auch scheint
sicher, dass sich Vollblutaraber und AT`s im Laufe der Geschichte
immer wieder beeinflusst hatten (Geschenke und Raubzüge) und dass
beide and der Entstehung des Englischen Vollbluts beteiligt gewesen
sind.
Die AT wurden unter der Sammelbezeichnung Argamaken,
Turkmenisches- oder später vom 16. – 19. Jh. an als
Türkisches Pferd bekannt und war vom Zarenhof bis zu den Ställen
europäischer Adliger verbreitet. Viele AT wurden bis ins 19. Jh.
hinein als Araber wahrgenommen und als solche registriert. So wurde
zum Beispiel „Turkman Atti“ - ein wichtiger Hengst in
der Zucht von Trakehnern - als arabisches Pferd registriert. Ab
Mitte des 19. Jh. wurden sie von den Englischen Vollblütern
verdrängt und gerieten fast in Vergessenheit.
In den 20ern wurden Englische Vollblüter eingekreuzt um das
Exterieur und die Rennleistung zu verbessern, was aber den
Nachkommen Schwierigkeiten mit dem harten Klima bescherte. So
beschloss man 1932 wieder zur Reinzucht zurückzukehren. Die
Vollblut-Tekkiner-Mixe blieben in der Zucht, aber nach 1932 wurden
solche Mixe nicht mehr als reinrassig angesehen. Damals hatte man
17 Hengstlinien in den Stutbüchern verzeichnet, die heute noch
gelten. Einige davon sind Mele Kusch, El, Peren, Kaplan,
Gelishikli, Arab (Vater von Absent) ...
Hauptzuchtgebiete sind heute Turkmenistan (ca. 1400 registrierte
AT) und Russland. Sie werden aber auf der ganzen Welt gezüchtet
(insgesamt ca. nur! 4000 registrierte AT).
Die MAAK (gegründet 1995) – mit Sitz in Russland –
erlässt die Richtlinien und registriert alle AT und AT-Halbblüter
in ihrem Stutbuch. Sie verlangen einen immungenetischen Test, bevor
ein Pferd ins Stutbuch eingetragen werden kann und vergeben
Wertnoten (1-10 Punkte), damit die Tiere in Kategorien eingeteilt
werden können (Klasse II, Klasse II und Elite). Ein Zuchtpferd muss
mindestens die Note7 für Körperbau und Note 7 für Typ sowie Klasse
I für den Gesamteindruck erhalten
Der Achal Tekkiner ist für die Turkmenen ein Art Nationalgut. Ab
und zu schenken Russland und Turkmenistan einen besonderen Hengst
an Ausländische Regierungen/Präsidenten/Könige (Queen Elisabeth II,
John Major - als er noch Britischer Premier war).
Exterieur und Interieur:
„Das Exterieur einer Pferderasse bestimmt sich wesentlich
durch die ihr gestellten Aufgaben.“ Der AT ist ein leichtes,
trockenes, schnelles und vor allem ausdauerndes Pferd, dass mit dem
kargen Futterangebot in der unfruchtbaren Wüste gut zurecht kommt
und extremes Klima (Tageshitze und starkes Temperaturabsinken in
der Nacht) ertrug. Die AT machten eine Schlachtfeldselektion durch
(Englische Vollblüter eine Rennbahnselektion).
Kurzer Steckbrief:
Stockmass: ca. 154 – 163
Farben: alle ausser Schecken, ca. 7 Prozent sind Isabellen
Fell: seidenweich und kurz, schimmert oft silbrig oder golden in
der Sonne, dünnes Langhaar, Mähne fehlt manchmal sogar ganz
Körper: edler und kleiner Kopf, kleines Maul, feine und
bewegliche Ohren, grosse Augen die wie Feuer brennen, oft
Hirschhals, stark ausgeprägter Widerrist mit Axthieb, schräge
Schulter (Schnelligkeit), langer und häufig weicher Rücken, eher
steile Fesseln, trockene Beine, kleine und harte Hufe, steht hinten
oft kuhessig
Leistung: 1935, 4300 km von Aschchabad nach Moskau in 84 Tagen!,
¼ davon durch die Wüste!
Absent
gewann in Rom 1960 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille in
der Einzeldressur für die UdSSR.
Eignung: Rennpferd in Russland und Turkmenistan (nicht so
schnell wie Englische Vollblüter), Distanzpferd, Vielseitigkeit,
Trekkingreiten, Dressur
Sie brauchen viel Bewegung und Auslauf!
Charakter: Man sagt ihnen Eigenwilligkeit und Reserviertheit
gegenüber Fremden nach, „Ein-Mensch-Pferd“, sucht die
Nähe zum Menschen, vertragen keine Grobheiten, intelligent und
mutig
Wie der Metallglanz ins Fell kommt:
Pferdehaare reflektieren das Licht normalerweise nur an ihrer
Oberfläche, es bricht sich an der Haarrinde, weil das Haarinnere
fas völlig mit Haarmark ausgefüllt ist. Bei Achal Tekkinern ist das
Mark extrem dünn oder manchmal – wie beim Menschen –
gar nicht vorhanden. Zwischen der Haarrinde und dem dünnen Mark
entsteht eine durchsichtige Schicht, die das Licht wie ein Kristall
bricht und auch noch reflektiert. Wenn das Mark zusätzlich noch
zerbrochen ist, vergrössert sich die lichtbrechende Oberfläche, was
das Pferd noch mehr schimmern/gleissen lässt. Dieser Effekt ist
eine Genmutation, die vor allem bei AT, einigen Arabern,
Vollblütern und anderen russischen Rassen vorkommt.
Modelle:
Brigitte Eberl Resin „Achal Tekkiner“
Sara Rose Studios „Khan“
Ansonsten Vollblüter (besonders Breyer Trad. Lonesome Glory)
oder leichte Warmblüter (Breyer Trad. Bolya) umcusten!
Links:
www.akhalteke.org
(die Seite über die AT mit Züchtern, Links,
MAAK-Infos...)
Literatur:
Autor ? (1996): Divine Horses. Moskau:? (ist auf Russisch und
Turkmenisch mit einer englischen Zusammenfassung, hatte ich über
einen Schweizer Züchter bekommen.)
Karras, Sieg-Friede (2001): Achal-Tekkiner I. Geschichte und
Gegenwart. Burgdorf/Hannover: Obiwaan Design Print&Copy. (Buch
kann man nur bei Frau Karras beziehen, wenn es nicht schon wieder
ausverkauft ist, ist auf D und E).
Artikel in Pferdemagazinen:
Cheval Loisirs Avril
2001
Pferdebörse 6/7 2001
Pferde heute Nr. 12 2002
Araber Journal 5/2003
u.s.w.