Sucht
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Sucht heißt bei mir Alkohol!

 

Er hatte mich viele Jahre gefangen, dabei fing alles ganz harmlos an.

Als 14-jähriger begann ich eine Lehre „auf dem Bau“

Natürlich spielte der Alkohol eine Rolle. Wir „Stifte“ mussten doch zeigen, dass wir „Manns“ genug sind, um einen Schluck zu vertragen. Das damalige Lehrlingsgeld reichte nicht für ständiges trinken. Es war auch bei mir noch nicht erforderlich.

Ich hatte eine Lehre weit weg von zu Hause angenommen, es ergab sich so.

Nach der Lehre wurde das Saufen schon heftiger, es steigerte sich während des Studiums. Ich habe damals viel Zeit in Kneipen verbracht, möglicher Weise mehr als im Studierzimmer. Es kam, wie es kommen musste. Zu meinem Glück erst kurz nach dem erfolgreichen Abschluß des Studiums.

           

 

Der Zusammenbruch erfolgte 1961!

 

Ich war als junger Bursche von 22 Jahren gesundheitlich so fertig, dass ich es beinahe nicht überlebt hätte. Die Ärzte schrieben mein Überleben nur meiner Jugend zu. Beim EKG waren sie verblüfft und meinten, so etwas hätten sie noch nie gesehen.

Ich bekam es mit der Angst, so jung wollte ich noch nicht von dieser Welt abtreten.

Es dauerte ganze 3 Jahre, die ich aushielt ohne einen Schluck Alkohol, nicht einmal einen Kaffee oder eine Zigarette genehmigte ich mir.

Das erste Jahr war reiner Krampf und ständige Angst zu sterben, das zweite Jahr war schon besser. Es ging langsam mit der Gesundheit bergauf. Und im dritten Jahr begann der Rückfall. Heute noch wundere ich mich, was mein Körper ausgehalten hat. Es folgten Jahre des Saufens, viele Schulden, Geld verspielt und versoffen. Noch heute habe ich schwer zu knabbern um die Schulden loszuwerden.

 

     Es dauerte bis weit in die 90'er Jahre

 

Zu Beginn des Rückfalls hatte das Trinken noch "Spaß" gemacht, zumal ich sehr viel vertragen habe. Im Laufe der Jahre ging meine erste Ehe kaputt und ich heiratete später noch einmal. Diese Ehe hält bis heute an, wir sind über 30 Jahre verheiratet.

Meine Familie musste sehr unter meiner Sauferei leiden.

Trotzdem hat meine Frau  mir immer zur Seite gestanden, gemeinsam überlegten wir, was wir machen können damit ich vom Alkohol wegkomme.

Ich versuchte alles Mögliche wie z.b.: habe ich mir Trinkmuster erarbeitet, spät am Abend beginnen, oder kein Bier mehr zum Schnaps trinken(denn: "es machte mich besoffen" . Ein Auto kaufen, denn Autofahrer „dürfen doch nicht trinken“.

Ja sogar eine Tochter haben wir uns noch angeschafft, denn: "werdende Vatis trinken doch nicht".

Hat alles nicht geholfen, ich musste immer weiter trinken(besser noch saufen, denn trinken war’s schon lange nicht mehr).

Einige Möbel gingen kaputt, die Familie litt sehr, meine Frau wusste auch nicht mehr weiter und wollte sich von mir trennen.

 

Doch dann kam die Wende in meinem Leben, ich habe zu den Anonymen Alkoholikern gefunden.

Vom ersten Tag an dem ich dort war, war’s vorbei, ich brauchte nicht mehr zu trinken, konnte das Glas stehen lassen. Mit mir ging es wieder bergauf, gesundheitlich, familiär, beruflich. Es begann eine schöne Zeit für uns.

Und so ist es bis heute, vielmehr, es könnte weiter so gehen.

Aber, da war der Reinfall mit der Immobilie. Nun stehe ich da, es geht mir gesundheitlich sehr gut, das ist auch sehr wichtig. Die Zukunft? Was wird sie bringen?

Der finanzielle Ruin? Wir werden sehen, zum trinken wird es mich nicht mehr bringen.

Damit das so bleibt, tue ich viel: Ich gehe in unsere UNI-Klinik, um mit Patienten zu sprechen, dreimal in der Woche gehe ich in ein Meeting der Anonymen Alkoholiker(AA). Das hält mich trocken und fit für den „Ernstfall“.

Ich möchte nicht wieder anfangen.

Es gibt eine ganz einfache Lösung:

-         laß das erste Glas stehen, dann brauchst du die anderen nicht zu trinken

-         das Wichtigste zuerst, nicht alles auf einmal lösen wollen

-         ein Schritt nach dem anderen

-         mach mal ne Pause

-         ich bin verantwortlich, dass ich nicht wieder anfange

 

 

 

 

 

 

                                  

 

 

 

 

Sucht

 

http://www.anonyme-alkoholiker.de

Alkoholiker

http://www.aa-online.de

Alkoholiker

http://www.aa-intergroup.org

Alkoholiker

http://www.al-anon.de

Angehörige von Alkoholikern

 

 

http://www.ni-d.de

Nichtraucher

 

 

 


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