Die Zukunft muss sozialistisch sein-
wir fordern unsere Rechte! 
Intro
Wir stehen am Anfang eines neuen Jahrtausends.Viele richten den Blick nach vorn,auf die Zukunft.Wie soll es weitergehen?Wie werden sich die Welt und unser Leben verändern?Uns wird gesagt:Dieser Kapitalismus sei die beste Gesellschaft, die es geben kann.Dieser Kapitalismus sei der Höhepunkt und das Ende der menschlichen Entwicklung.Wir meinen: so wie es ist, darf es nicht bleiben.Wir kämpfen für eine bessere,nach den Bedürfinnes aller Menschen gestalteten Gesellschaft.wer aber die bestehenden Verhältnisse verändern will,muss sie erkennen.Wer sie erkannt hat, braucht Perspektive und ein Ziel.Als SDAJ kämpfen wir für deine sozialistische Gesellschaft,weil nur sie in der Lage ist, die Bedürfnisse und Rechte der Menschen, insbesondere der Jugendlichen zu erfüllen und zu sichen.Mit diesem Papier stellen wir unsere Positionen und Forderungen zur Diskussion und auch unsere Ideen von einer Gesellschaft der Zukunft,einer sozialistischen Gesellschaft.Das Papier enthällt deshalb eine kurze charakterisierung der aktuellen politischen Situation und Sofortforderungen,um wichtige aktuelle Probleme anzugehen.Den hauptteil bilden Grundforderungen für die rechte Jugendlicher,die zum Ziel haben, allen Jugendlichen ein menschenwürdiges Leben und den gleichberechtigten Zugang zu Bildung,ausbildung und Arbeit zu sichern.Dauerhaft gesichert werden kann gesellschaftlicher Fortschritt aber nur,wenn es gelingt,den Herschenden,dem Kapital,die Macht über die Produktionsmittel zu entreißen.Den abschluss bilden deshalb unsere Vorstellungen vom Sozialismus als grundlegende gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus und einige Positionen,welche ersten Schritte notwendig sind,um diese heute noch weit entfernt scheinende Ziel zu erreichen.Es sind Vorstellungen von einer sozialistischen Gesellschaft,die aus einer gründlichen Erkenntnis über den Kapitalismus entstanden sind und seiner Unfähigkeit,die Probleme der Menschen zu lösen.Sie beziehen auch Ergebnisse von Diskussionen über fühere Fehler ein.Unsere Vorstellungen und Forderungen gehen daher von der Realität in diesem Land und der weltweiten Situation aus.Sie sind nicht im Philosophenturm ausgedacht und regnen jetzt als Weisheiten nieder.Es sind Forderungen, die in den Bewegungen und Kämpfen der letzten Jahre enstanden sind und von Jugendlichen selbst aufgestellt wurden,bei Aktionen und Demonstrationen-es sind Forderungen einer revolutionären Jugendorganisation.Wir werden Verbesserungen in diesem Land und der Verwirklichung der Grundrechte nur näher kommen,wenn wir die Kämpfe für unsere Forderungen verstärken.Das wird nur gemeinsam gehen, nur zusammen mit vielen können wir den Druck entwickeln, der nötig ist, um etwas zu verändern.Dazu gehört die Diskussion um Forderungen,Grundrechte und Zukunft, zu der wir als SDAJ mit diesem Papier einen Beitrag leisten wollen.Wir wollen dazu deine Meinung wissen,um auch unsere Postionen weiter zu entwickeln.Zur gemeinsamen Diskussion,mit den Mitgliedern der SDAJ,in den Gruppen,bei Aktionen und Demos,laden wir dich ein.MACH MIT!
Auf den folgenden Seiten findet ihr das Zukunftspapier der SDAJ. Es beinhaltet grundlegende Positionen unseres Jugendverbandes und dient als Diskussionsgrundlage zur Entwicklung eines neuen Programms. Zu dieser diskussion laden wir dich herzlich in das FutureTalkForum ein.
Viel Spass beim Lesen
Der Imperialismus - sein Wesen und seine Offensive
"Kohl muss weg!" - mit dieser Absage quittierte 1998 die Mehrheit der Bevölkerung der CDU/FDP-Regierungskoalition nach 16 Jahren ihren Abgang. Die Bevölkerung hatte allen Grund
dazu. Keinen Tag ließ die Regierung verstreichen, ohne die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben, den Abbau demokratischer Rechte und deutsche Kriegseinsätze voranzutreiben. Für keine Schweinerei waren sie sich zu Schade, um alle gesellschaftlichen Bereiche dem Diktat des "freien Marktes" unterzuordnen.
Nur wenige Monate nach der Bundestagswahl zertrümmerte auch die "neue Mitte" jede Hoffnung auf eine politische Kurskorrektur. Rot-Grün zeigten sich nicht nur unfähig, den Rechtsruck durch die Kohl-Ära zu stoppen, im Gegenteil: Beinahe nahtlos wurde die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben fortgesetzt, und ausgerechnet unter Rot-Grün geht nach einem halben Jahrhundert wieder Krieg von deutschem Boden aus. Diese andauernde und sich weiter verschärfende Rechtsentwicklung zu Beginn des neuen Jahrtausends ist es, die unsere Zukunftsperspektive bedroht.
| Der Rechtsruck trifft jeden! |
| Die Spaltung der Gesellschaft in eine Elite, die immer reicher wird, und eine Masse, die immer weiter verarmt, betrifft uns alle. Sie trifft uns in der Schule, wenn wir in die Mühlen des Leistungsdrucks geraten. Sie trifft uns, wenn wir nach der Schule in Sofortprogramme abgeschoben werden, die unser Dasein als Arbeitslose, 630-DM-Jobber oder allenfalls als Fachidioten lediglich aufschieben. Und sie trifft uns nicht zuletzt, wenn wir diesen asozialen Verhältnissen ein solidarisches Miteinander entgegensetzen, wenn wir uns gegen Rassismus und Diskriminierung wehren, wenn wir uns dem antifaschistischen Nachkriegskonsens verpflichtet fühlen: "Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!" Alle Manipulationen der Medien, alle Verschleierungen der Regierungen und alles Gejammer der Arbeitgeberverbände über zu hohe Löhne können nicht darüber hinweg täuschen: Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland haben die Unternehmen günstigere Bedingungen vorgefunden. Stetig wachsende Produktivkräfte, Außenhandelsrekorde, Steigerung der Unternehmergewinne um jährlich 8 Prozent und nicht zuletzt ein Deutscher Aktienindex, der die "magische 5000-Punkte-Marke" überschritten hat, sprechen eine überdeutliche Sprache. Überdeutlich sind auch die Folgen dieser Entwicklung für uns. Während der Bedarf an Arbeitskräften angesichts steigenden Wirtschaftswachstums zunehmen müsste, wird uns das Recht auf Arbeit verweigert. Ohne Hoffnung auf gesicherte Arbeitsverhältnisse sind wir gezwungen, jede Arbeit anzunehmen - mag sie auch noch so entwürdigend und gesundheitsschädlich sein. Schon lange sind es nicht mehr ausschließlich StudentInnen oder SchülerInnen, die bei McDonald's hinter der Theke stehen. Es sind Menschen (oft ohne deutschen Pass), die keine andere Wahl haben, als sich für 10,84 DM die Stunde kaputt zu schuften - immer in der Gewissheit, sie könnten schon Morgen auf der Straße stehen. Das ist keine Randerscheinung in Deutschland. In den 90er Jahren hat die Zahl von Zeitarbeitsverträgen, Kombilohnverhältnissen und anderen "Billig-Jobs" um 26,5 Prozent zugenommen. Mittlerweile ist jeder fünfte Arbeitsplatz ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. Diejenigen, die einen festen Arbeitsplatz haben, dürfen sich glücklich schätzen. Zur "Gewinnerseite" gehören sie deswegen noch lange nicht. Gerade Massenarbeitslosigkeit und "Billig-Jobs" sind es, die die Konzerne als Waffe gegen ihre Belegschaften schmieden. Von Unternehmerseite tönt der Schlachtruf "Wenn du nicht bereit bist, für immer weniger Geld und soziale Standards zu jeder Zeit deine Arbeitskraft zu verkaufen, dann steh' gefälligst den Arbeitslosen nicht im Weg, die deinen Platz gerne einnehmen." Seit Beginn der Industrialisierung wird die "industrielle Reservearmee" der Arbeitslosen als Druckmittel im Kampf um Löhne und soziale Bedingungen gegen ArbeiterInnen eingesetzt. Es sind immer die schlechtesten sozialen Bedingungen, die zum Ausgangspunkt von Tarifverhandlungen werden - eine Spirale der Verelendung, die so grenzenlos ist, wie das Profitstreben der Konzerne |
| Der Rechtsruck schafft LEERstellen statt Lehrstellen |
| Der massive Klassenkampf von oben macht vor der Lebenssituation Jugendlicher nicht halt. Aus einer Schule entlassen, die nicht unseren Bedürfnissen, sondern den Verwertungsinteressen der Wirtschaft verpflichtet ist, wird uns von Beginn an das Recht auf Ausbildung und freie Berufswahl verweigert. Die Kluft zwischen Ausbildungssuchenden und zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätzen wächst immer weiter. Über 150.000 jungen Menschen wird jährlich von vornherein jeglicher Einstieg in das Berufsleben versperrt. Statt dessen füllen sie die über 500.000 Menschen starke Abteilung junger Arbeitsloser oder fristen ihr Dasein in zahlreichen Warteschleifen. Wo das Kapitalinteresse über unsere Ausbildung entscheidet, ist ihm die Ausgrenzung dicht auf den Fersen: Als Frau wirst du immer noch in Ausbildungen gedrängt, die dem rückständigen Rollenverhalten in unserer Gesellschaft entsprechen. Hast du keinen deutschen Pass, kannst du dich freuen, wenn du überhaupt eine Arbeitserlaubnis erhältst. Und mit einem erhaschten Ausbildungsplatz bekommst du zu spüren, wie im real existierenden Kapitalismus mit "billigen Arbeitskräften" umgegangen wird. Durch den Druck, überhaupt bei irgendeinem Betrieb als Azubi unterzukommen, musst Du jeden Dreck schlucken: immer niedrigere Ausbildungsvergütungen, die ein eigenständiges Leben unmöglich machen, immer weniger Berufsschule, die uns allenfalls zu "Fachidioten" heranzieht, und ein Chef, der uns erzählt, Lehrjahre seien nun mal keine Herrenjahre. Das alles müssen wir über uns ergehen lassen, um am Ende unserer Ausbildung zu den 25% zu gehören, die nicht ihn ihrem Beruf übernommen werden. |
| Sachzwang "Globalisierung" im "Standort Deutschland" |
| Regierungen kommen und gehen, der soziale Kahlschlag hält an. Während sich die Steuerbelastungen für Unternehmen im letzten Jahrzehnt halbiert haben, muss die arbeitende Bevölkerung Kriege, Arbeitslosigkeit und ihre eigene Ausbildung bezahlen - also Misstände bezahlen, für die die Konzerne verantwortlich sind. Der soziale Abstieg großer Bevölkerungsteile wird dabei von staatlicher Seite nicht nur durch Steuergeschenke an Konzerne begleitet, sondern zusätzlich durch massiven Stellenabbau im Öffentlichen Dienst, Privatisierungen staatlicher Betriebe und den Ausbau des Niedriglohnsektors direkt vorangetrieben. "Es blieb uns nichts anderes übrig!", lautet die Rechtfertigung für jedes Sparpaket. Die um sich greifende "Globalisierung" sei es, die den "Sachzwang" schaffe, dass der Staat auf seine regulierende Funktion in einer "sozialen Markwirtschaft" verzichten müsse. Hinter jedem Sparpaket steht die Drohung: Der "Standort Deutschland" muss fit gemacht werden, um im "internationalen Wettbewerb" zu bestehen! Damit ist gemeint: Den Kapitalisten soll bis zum Anschlag in den Arsch gekrochen werden, damit sie nicht in eine andere Stadt, eine andere Region oder in ein anderes Land abwandern. Sind wir mit den sozialen Folgen nicht einverstanden, dann sind wir nicht "flexibel" genug oder einfach faul, auf jeden Fall aber selbst schuld. So erscheinen gesellschaftliche Mängel in der neoliberalen Ideologie der Herrschenden als Mängel jedes einzelnen. |
| Globalisierung heißt weltweite kapitalistische Konkurrenz |
| Das Zauberwort "Globalisierung" ist es also mit dem jeder Sozialkahlschlag in diesem Land seine Rechtfertigung findet. Doch was kennzeichnet diese Globalisierung, was sind ihre Triebkräfte? Und schließlich: Was ist neu an der Globalisierung? Sicherlich haben wir es durch die wissenschaftlich-technische Entwicklung mit Veränderungen zu tun, die eine Verflechtung der nationalen Volkswirtschaften beschleunigt. Aber: Die Ausweitung des nationalen Kapitals über seine Ländergrenzen hinaus - sprich Kapitalexport - ist eine Entwicklung, die schon zu Anfang des letzten Jahrhunderts in vollem Gang war. Auch die Namen der zwei- bis dreihundert Superkonzerne sind dieselben geblieben. Neu ist lediglich das Ausmaß: Durch das stetige Wachsen und durch internationale Zusammenschlüsse der großen Konzerne herrscht auf dem Weltmarkt mittlerweile eine den ganzen Globus umfassende kapitalistische Konkurrenz. Diese Konkurrenz ist die Triebkraft der weiteren Globalisierung. Die Konkurrenz der Superkonzerne untereinander und der Zwang nach Profitsteigerung sind es, die das internationale Kapital über den gesamten Globus jagen, immer auf der Suche nach den günstigsten Rohstoffen, Absatzmärkten und niedrigsten Löhnen. Was uns also als "Sachzwang Globalisierung" verkauft wird, ist nichts anderes als der "Sachzwang" der Aufsichtsräte, ihre Profite ständig zu steigern. Die wachsende Bedeutung des Kapitalexports wurde bereits Anfang des Jahrhunderts von Lenin als ein wesentliches Merkmal des Imperialismus im Gegensatz zum Kapitalismus der freien Konkurrenz bezeichnet. Unter Imperialismus verstehen wir das höchste und letzte, besondere Stadium des Kapitalismus, die Vorstufe zum Sozialismus. Imperialismus bedeutet eine Weiterentwicklung und Fortsetzung der Grundeigenschaften des Kapitalismus. Sein grundlegendes Merkmal ist die ökonomische und politische Herrschaft der Monopole - das heißt der größten Konzerne - von denen einige wenige ganze Industriezweige beherrschen. Politisch bedeutet Imperialismus Repression und den Abbau demokratischer Rechte und Freiheiten nach innen, sowie Aggressivität und Krieg nach außen. Die Monopole teilen die Welt in ihre Interessenbereiche auf. Durch die ungleiche Entwicklung in den imperialistischen Staaten kommt es unter ihnen immer wieder zum Kampf um eine Neuaufteilung der Welt. Das ist die objektive Ursache für die dauerhafte Kriegsgefahr durch den Imperialismus. Die ökonomische und politische Macht der Monopole ergibt sich aus der stetig wachsenden Konzentration von Produktion und Kapital. Die Produktion wird den Profit- und Machtinteressen einer immer kleineren Zahl von Monopolunternehmen unterworfen. |
| Globalisierung heißt weltweite Konzentration der Monopole |
| Die weltweite Konkurrenz zwingt die Unternehmen zu fusionieren. Jährlich fusionieren über 2.000 deutsche Konzerne und die Tendenz steigt. Im Rahmen dessen nahm im letzten Jahrzehnt beinahe proportional die Zahl länderübergreifender Firmenfusionen zu, die über die Hälfte aller Fusionen ausmachen. Fast jede Firmenhochzeit ist mit der Meldung verbunden, daß Kosten eingespart, also Arbeitsplätze abgebaut werden. Ein Beispiel ist Aventis (ehemals Hoechst / Rhone-Poulenc), wo bis zur Hälfte der bisherigen Arbeitsplätze wegfallen. So sind es mittlerweile transnationale Konzerne wie Daimler-Chrysler, die sich zu den Beherrschern des Weltmarktes aufgeschwungen haben und von denen eine wirtschaftliche Macht bisher unbekannten Ausmaßes ausgeht. Der Konzernumsatz von General Motors zum Beispiel übertrifft das Bruttoinlandprodukt eines Landes wie Dänemark. Aus dieser wirtschaftlichen Macht resultiert ein direkter Einfluss auf die Politik von Regierungen. Die transnationalen Konzerne bestimmen maßgeblich über unsere Zukunft, unterstehen aber keiner demokratischen Kontrolle. Diese internationale Konzentration ist ein Wesensmerkmal der gesellschaftlichen Entwicklung der Industrieländer seit über 100 Jahren |
| Globalisierung heißt Ausbeutung in weltweitem Maßstab |
| Die Welt wird aufgeteilt in Arme und Reiche. 360 Milliardäre sind gemeinsam so reich wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Durch den Imperialismus wird die Welt auch aufgeteilt in arme und reiche Länder. Das reichste Fünftel aller Staaten bestimmt heute 84,7% des Weltbruttosozialprodukts und 84,2% des Welthandels. Gleichzeitig hat die internationale Konzentration des Kapitals dazu geführt, dass heute Arbeitskräfte aus verschiedensten Ecken der Welt für ein und denselben Konzern arbeiten. Diese Tatsachen versuchen die Konzerne zu nutzen, um die arbeitenden Menschen aller Länder in Konkurrenz zueinander zu stellen. Auf der einen Seite üben sie Druck aus auf die besser bezahlten, geschützteren und organisierteren ArbeiterInnen in den Wirtschaftsmetropolen. Die schlechtesten sozialen Bedingungen sollen zum Maßstab werden, um ein weltweites Lohn- und Sozialdumping durchzusetzen. Auf der anderen Seite verschärft sich die rücksichtslose Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung in den wirtschaftlich unterentwickelten Ländern. Es wird in Kauf genommen, dass große Teile der Weltbevölkerung aus dem Arbeitsprozess ausgeschlossen werden. Das ist geradezu notwendiger Bestandteil internationaler Kapitalstrategien. |
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| Globalisierung heißt Repression nach innen |
| Während der Staat mit allen Mitteln versucht, die günstigsten Bedingungen für die transnationalen Konzerne zu schaffen, setzt er gegenüber der eigenen Bevölkerung einen "starken Staat" im Zeichen der "Inneren Sicherheit" durch. Mit Maßnahmen wie dem Großen Lauschangriff, der zunehmenden Videoüberwachung des öffentlichen Raums, dem Umbau des Bundesgrenzschutzes zur Bundespolizei, dem Aufbau einer Europolizei ohne jegliche demokratische Kontrolle und des bereits mehrfach geforderten Einsatzes der Bundeswehr im Inneren finden wir uns schließlich im Polizeistaat wieder. Jeder mögliche Widerstand soll schon im Keim erstickt werden. Damit verbunden ist eine Politik, die die Opfer der Standortpolitik aus der Gesellschaft drängt. Obdachlose und Junkies werden durch Platzverweise und sonstigen staatlich sanktionierten Polizeischikanen aus den Städten vertrieben. Eine bundes- und europaweite Asylpolitik ist einzig und allein dem Ziel verpflichtet, Menschen, die vor Armut und Krieg fliehen, das Leben hier so schwierig wie möglich zu machen - sie am besten gleich an den Grenzen der "Festung Europa" verbluten zu lassen. Um bei dieser menschenverachtenden Politik auf Zustimmung großer Bevölkerungsteile bauen zu können, präsentieren uns die herrschenden Medien von SAT1 bis Bildzeitung den "faulsten Arbeitslosen", den "schlimmsten Drogendealer" und den "kriminellsten Ausländer". Ist der Sicherheitswahn in den Köpfen erst verankert, tut die Einbindung der Bevölkerung in den Repressionsapparat der Herrschenden (zum Beispiel in Form von Bürgerwehren oder Fahndungssendungen im Fernsehen) sein Übriges, um in der Gesellschaft autoritäre und rassistische Strukturen zu verankern. Nicht zuletzt ist es diese autoritäre und rassistische Staatspolitik, die faschistischen Parteien einen politischen Nährboden verschafft, auf dem sie ihre menschenverachtende Politik entfalten können |
| Globalisierung heißt Aggression nach außen |
| Die Hauptaufgabe der Außenpolitik der Industrienationen besteht darin, die letzten Hindernisse für die totale Beherrschung des Weltmarktes durch die transnationalen Konzerne aus dem Weg zu räumen. Wo der wirtschaftliche Würgegriff durch Internationalen Währungsfond (IWF) und Weltbank nicht die gewünschte Wirkung bringt, tritt die "Politik mit anderen Mitteln" an: Krieg! So ist es nur konsequent, wenn der durch die USA dominierte NATO-Militärpakt sein Einsatzgebiet über die Grenzen seiner Mitgliedsländer hinaus neu definiert. Der Krieg gegen Jugoslawien hat gezeigt, dass die NATO bereit ist, sich über geltendes Völkerrecht hinwegzusetzen und souveräne Staaten, die sich nicht dem Diktat der NATO beugen, in Schutt und Asche zu bombardieren und schließlich zu besetzen. Mit dem Überfall auf Jugoslawien ist eine neue Qualität in der Barbarisierung internationaler Beziehungen erreicht worden. Die NATO hat gezeigt, dass das nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Völkerrecht für sie kein Hindernis mehr darstellt. Die Schwelle, Kriege zu führen, ist entscheidend gesunken, denn kein Land wird in Zukunft auf internationale Vereinbarungen Rücksicht nehmen müssen, um seine Nachbarn zu überfallen. An diesen Interessen lässt auch die neue Militärdoktrin der Bundeswehr keinen Zweifel: Mit schnellen Eingreiftruppen, Krisenreaktionskräften und der entsprechenden Umrüstung auf weltweite Einsätze soll der "freie Zugang zu den Märkten und Rohstoffquellen gesichert" werden. Während durch Einkasernierung und Einschwören der Soldaten auf eine Schicksalsgemeinschaft der Versuch unternommen wird, die Bundeswehrangehörigen von der Zivilbevölkerung zu trennen, treiben Militärs und Politiker die Militarisierung der Gesellschaft immer weiter voran. Mit Werbekampagnen der Bundeswehr in Fernsehen und Internet, Offiziersbesuchen an Schulen und Öffentlichen Gelöbnissen soll uns weiß gemacht werden, dass Kriegsdienst eigentlich eine hippe Sache sei. Die Kriegstreiber wollen sicherstellen, dass die Bevölkerung auch beim nächsten Kriegseinsatz mehrheitlich in den Chor der Kriegsbefürworter einfällt - eine Grundbedingung zur Durchführung eines jeden Krieges. Wo im Interesse von Konzernen Menschen getötet werden, stehen die Rüstungskonzerne zur Stelle, um auch noch daran zu verdienen. Milliarden Mark werden verschleudert, um deutsche Großmachtinteressen mit "Eurofighter", Fregatten und neuem G3-Gewehr durchzusetzen. Während beispielsweise immer mehr Schulunterricht aufgrund von Lehrermangel ausfällt, wurden 240 Harms-Raketen mit einem Stückpreis von 600.000 DM von deutschen Tornados im Krieg gegen Jugoslawien verschossen. Diese Geldsumme entspricht den Jahresgehältern von über 1.500 GymnasiallehrerInnen. Während den Rüstungskonzernen - den größten Arbeitsplatzvernichtern - enorme Geldsummen in den Rachen geschmissen werden, wird letztendlich auf Kosten unserer Bildung und Ausbildung mit deutschen Waffen und Soldaten wieder Krieg geführt. Die von der Regierung geschaffene Rüstungsnachfrage sorgt für eine immer weitere Verschmelzung von Rüstungskonzernen, Militär- und Regierungsapparat. Offen sprechen sich regierende Politiker für den Aufbau eines europäischen Rüstungskartells aus, um sich gegenüber US-amerikanischen Rüstungsriesen wie Boeing zu behaupten. Damit einher geht das Bedürfnis nach einer "europäischen Verteidigungspolitik", die sich beispielsweise in der Integration der WEU in die Europäische Union, im Aufbau einer europäischen Interventionstruppe und im Rüstungswettkampf mit den USA bemerkbar macht. Gerade Deutschland gehört hier zu den treibenden Kräften. Die Konkurrenz zwischen den NATO-Staaten steht heute noch hinter den gemeinsamen Interessen gegenüber Trikont-Staaten und Schwellenländern zurück. Aber auch die Phasen vor den beiden Weltkriegen waren gekennzeichnet durch vorübergehende Bündnisse der Weltmächte, durch kleinere kriegerische Auseinandersetzungen und Stellvertreterkriege überall in der Welt, die die Konkurrenz zwischen den Industriestaaten anfachten. So besteht auch in Zukunft die Gefahr, dass ein Konkurrenzkampf zwischen einer EU unter deutscher Vorherrschaft und den USA militärisch ausgetragen werden könnte. Zwar sind die USA zur Zeit die militärisch absolut überlegene Militärmacht, aber in ihrem Schatten wächst ein erstarkendes Deutschland heran, das sich im Namen der "Menschenrechte" jeglicher geschichtlicher Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg entledigt hat. Deutsche Politiker formulieren offen Weltmachtambitionen und stellen perspektivisch den Alleinvertretungsanspruch der USA in Frage. Die Gefahr wächst, dass in Zukunft Kriege drohen, die angesichts neuester Militärmaschinerie inklusive Atomwaffen alles zuvor Dagewesene in den Schatten stellen. |
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| Globalisierung heißt Imperialismus | |||||
| Ohne jeden Zweifel macht die Welt auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik, der Entwicklung der Produktivkräfte Veränderungen durch. Aber die Unterwerfung der Welt durch die transnationalen Konzerne ist nicht der Weg in die Zukunft, sondern eine Sackgasse ohne Ausweg für die ganze Menschheit. Diese Entwicklung ist - wie wir gesehen haben - in ihrem Wesen nicht neu. Wir können diese Entwicklung Standortpolitik, Neoliberalismus oder Globalisierung nennen, aber es ist und bleibt in seinem Wesen Imperialismus. Es ist und bleibt in seinem Wesen der Imperialismus, gegen den sich die sozialistische Revolution 1917 in Russland richtete und so die Imperialisten über siebzig Jahre in ihrem Handeln einschränken konnte. Und es ist und bleibt der gleiche Imperialismus, der uns heute hier vor Ort und in aller Welt ein Leben ohne Ausbeutung, Diskriminierung und Krieg verweigert. Denn der Imperialismus ist noch immer nur einem verpflichtet: dem Profit. Massenarbeitslosigkeit, Polizeibefugnisse ohne jegliche demokratische Kontrolle, um sich greifender Rassismus, der Einzug faschistischer Parteien in Landtage und der Überfall auf Jugoslawien sind Erscheinungen einer umfassenden Rechtsentwicklung. Der Widerstand gegen diesen Rechtsruck ist unsere erste Aufgabe. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen müssen erkämpfte demokratische und soziale Rechte verteidigt, muss der rechte Vormarsch gestoppt werden. Für eine Offensive emanzipatorischer Kräfte wird es dabei entscheidend sein, in wie weit es gelingt, die gemeinsame Ursache der allgemeinen Rechtsentwicklung in den einzelnen Kämpfen herauszustellen und den Widerstand zusammenzuführen. Es bedarf eines antiimperialistischen Kampfes, der seinerseits nur einem verpflichtet ist: der Internationalen Solidarität. |
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| Die Grundrechte der Jugend | |||||
| Um uns frei entwickeln zu können, brauchen wir bestimmte Voraussetzungen. Bestimmte Grundrechte müssen verwirklicht sein. Nur wenn diese gegeben sind, ist ein solidarisches Miteinander aller möglich. Die Grundrechte sichern allen Menschen die selben Chancen, unabhängig von Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht oder sozialem Hintergrund. Sie setzen der Ausgrenzung und Chancenlosigkeit, die viele schon als Kind erfahren, ein Ende. Grundrechte wie Frieden und Arbeit gehören zu den fundamentalen Menschenrechten, die den meisten Menschen noch immer verweigert werden. Sie dürfen nicht länger nur für eine kleine Gruppe Privilegierter da sein, sondern müssen für alle Menschen realisiert werden. Gegen die Verwirklichung der Grundrechte setzen die Herrschenden all ihre Macht ein, denn ihre Durchsetzung schmälert nicht nur ihre Gewinne, sondern stellt auch die Herrschafts- und Eigentumsverhältnisse insgesamt in Frage. Ungeachtet der Tatsache, dass wir uns zur Zeit in Abwehrkämpfen befinden, ist es zwingend notwendig, die Grundrechte als Forderungen zu erheben, denn sie bieten eine Perspektive, für die es sich zu kämpfen lohnt. |
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| Recht auf Leben in Frieden | |||||
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Das Recht auf Frieden bildet die Basis aller Menschenrechte und somit auch der Grundrechte Jugendlicher, denn im Krieg ist keines von ihnen verwirklichbar. Frieden definiert sich nicht nur über die momentane Abwesenheit kriegerischer Handlungen. Frieden herrscht nur dort, wo auch die Gefahr eines Krieges nicht mehr vorhanden ist. Im Frieden müssen Menschen die Möglichkeit haben, sich frei und ohne Gefahr von Repressionen oder Gewalt für ihre Rechte und Interessen einzusetzen. In einem Polizeistaat herrscht kein Friede.
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| Recht auf Arbeit | |||||
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Arbeit ist die Grundlage jeder Gesellschaft. Alle Werte, ob es sich um Konsumgüter, Dienstleistungen oder Kultur handelt, sind das Ergebnis gesellschaftlicher - dass heißt gemeinsamer - Arbeit von vielen Menschen. Im Arbeitsprozess sammelt der Mensch Wissen, Erfahrungen und kann seine Fähigkeiten entwickeln. Gemeinsames Arbeiten und Lernen sind die Grundlage für die Entwicklung sozialer Beziehungen. Arbeit als Lebensbedingung des Menschen gehört zu den elementaren Grundrechten, die in der jetzigen Gesellschaft mit Füßen getreten werden.
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| Recht auf Ausbildung | |||||
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Wir fordern das Recht auf einen qualifizierten Ausbildungsplatz in dem Beruf, der den Wünschen und Fähigkeiten des Jugendlichen entspricht. Nur so lässt sich auch das Recht auf Arbeit verwirklichen. Ausbildung bedeutet für uns mehr als die Herstellung von qualifizierter Arbeitskraft. In der Ausbildung können Jugendliche ihre Fähigkeiten entwickeln und werden in den gesellschaftlichen Produktionsprozess integriert. Sie erfahren die Gemeinsamkeit ihrer Interessen mit denen der älteren KollegInnen, die im Widerspruch zu denen der Unternehmer stehen. Sie machen erste Erfahrungen im Klassenkampf.
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| Recht auf Bildung | |||||
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Der Mensch hat als gesellschaftliches Wesen das Grundbedürfnis, die Zusammenhänge, in denen er lebt und arbeitet, zu verstehen und sich das Wissen, das die Gesellschaft erarbeitet hat, anzueignen. Das ist die Voraussetzung, um für den gesellschaftlichen Fortschritt eingreifen und die Welt verändern zu können. Bildung ist daher ein Grundrecht.
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Recht auf Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen |
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Trotz einer auf dem Papier bestehenden Gleichberechtigung, herrscht in unserer Gesellschaft Diskriminierung von Frauen und Mädchen. Wir meinen, Gleichberechtigung ist ein Grundrecht, allen Menschen müssen die gleichen Rechte zustehen. Die doppelte Diskriminierung von Frauen und Mädchen muss endlich beendet werden. Nicht nur der Zwang ihre Arbeitskraft zu verkaufen, sondern die zusätzliche Einengung in eine Geschlechterrolle - alleinige Verantwortung für Haushalt und Familie, Forcieren bestimmter Schönheitsideale bis hin zu Gewalt und sexueller Misshandlung und Ausbeutung - machen den Charakter der doppelten Diskriminierung aus.
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| Recht auf Leben ohne Faschismus und Rassismus | |||
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Rassismus und Faschismus sind ihrem Wesen nach menschenverachtend, da sie bestimmten Gruppen überhaupt ihre Menschlichkeit aberkennen. Sie sind immer Instrumente, die zur Durchsetzung kapitalistischer Interessen gebraucht werden. Wir wollen uns nicht gegen andere Menschen ausspielen lassen, die die gleichen Interessen wie wir besitzen, sondern gemeinsam für unsere Rechte kämpfen. Wir lassen uns nicht einreden, dass ausländische Mitbürger und andere Minderheiten in unserer Gesellschaft für die Probleme und Misstände verantwortlich sind. Wir treten denen entgegen, die durch diese Politik und diese Spaltung der arbeitenden Menschen ihre Profite weiter steigern.
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| Recht auf Mitbestimmung und Demokratie | |||
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Mitbestimmung und Demokratie bedeutet für uns, dass die Menschen ihre Arbeits- und Lebensbedingungen, sowie alle gesellschaftlichen Bereiche selber nach ihren Bedürfnissen aktiv gestalten können. Das setzt voraus, dass die Bevölkerung die ökonomische und politische Macht erringt. In der heutigen Gesellschaft stehen demokratische Rechte zumeist nur auf dem Papier. Dahinter verbergen sich die tatsächlichen Machtverhältnisse.
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| Recht auf intakte Natur und Umwelt | |||
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Die Erhaltung von Natur und Umwelt ist eine Grundbedingung für das Überleben der Menschheit. Mit der kapitalistischen Produktionsweise wurde die Industrie immer weiter intensiviert und global ausgedehnt. Das Ausmaß des Verbrauchs von Rohstoffressourcen, der Ausstoß von Schadstoffen und biologisch schwer abbaubarem Müll hat mittlerweile eine Größenordnung erreicht, die für die Menschheit lebensbedrohlich geworden ist. Daher erhält unser Recht auf Erhaltung von Natur und Umwelt eine immer dringlichere Bedeutung. Eine Wende zu umweltverträglicher Produktion kann nur stattfinden, wenn die Vernunft und das Überlebensinteresse der Menschheit anstelle des Profitinteresses der Kapitalisten den Produktionsprozess bestimmen.
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| Recht auf selbstbestimmtes Leben | |||
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Jeder Mensch hat das Grundbedürfnis, selbst über die Gestaltung seines Lebens und seiner sozialen Beziehungen zu bestimmen. Die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist eine materiell abgesicherte Existenz. Dazu gehören das Recht auf Arbeit, ausreichendes Einkommen, menschenwürdigen Wohnraum, Mobilität und kostenlose Gesundheitsversorgung. Für die Lebensqualität ist ebenso entscheidend, wie das soziale Leben gestaltet ist. Wir wollen in einer Gesellschaft leben, die nicht von Ellenbogenmentalität und Karrieristentum, sondern die von der Solidarität der Menschen untereinander geprägt ist.
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| Der Imperialismus muss überwunden werden | |||
| Wir wissen: Die Probleme und Widersprüche in unserem Land haben System - das kapitalistische System. In der Bundesrepublik herrscht das Großkapital. Produktions- und marktbeherrschende Konzerne - Monopole - bestimmen das Leben und üben entscheidenden Einfluss aus. Diese großen transnationalen Konzerne und ihr Staat sind verschmolzen zu einem einheitlichen, alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens umfassenden Herrschaftsmechanismus. In diesem staatsmonopolistischen Kapitalismus stehen die Profitinteressen weniger Großkapitalisten im Mittelpunkt - sie stehen unseren Interessen gegenüber. Im Kapitalismus können die grundlegenden Rechte der Jugendlichen nicht vollständig verwirklicht werden. Trotz möglicher Fortschritte sind sie andauernden Angriffen der Herrschenden ausgesetzt. Der Kapitalismus ist nicht in der Lage, die Bedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, das zeigt sich gerade in den letzten Jahren immer deutlicher. Die materiellen Voraussetzungen für die Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen sind bereits gegeben, die Ergebnisse der Produktion der Millionen Menschen könnten allen zu Gute kommen. Aber Kapitalismus bedeutet nicht Produktion, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, sondern Profitmacherei. Nicht die arbeitenden Menschen beherrschen die Produktion, sondern diese beherrscht die Menschen. Ihre Ergebnisse werden von einer kleinen Zahl Kapitalisten angeeignet - soziale Gerechtigkeit und die Befriedigung der sozialen Grundrechte für alle ist im Kapitalismus nicht möglich. Auch die Grundfrage von Krieg und Frieden kann im Kapitalismus nicht gelöst werden. Seit zehn Jahren herrscht der Kapitalismus fast uneingeschränkt auf der Erde, trotzdem bzw. gerade deswegen gibt es eine Ausweitung von Kriegen und Bürgerkriegen in der Welt. 1998 allein wurden 33 registriert - dabei hat die Jagd der imperialistischen Staaten um die Märkte und Rohstoffe erst wieder begonnen. Fortschritte in der Gesellschaft können nur erreicht werden, wenn die Macht der großen Konzerne zurückgedrängt wird. Sie sind verantwortlich für soziale Ungerechtigkeit, Hunger und Armut in der Welt. Sie sind verantwortlich für die wachsende Kriegsgefahr, für die größte Anzahl der Kriege, Bürgerkriege und die Millionen von Flüchtlingen, die in elenden Verhältnissen hausen oder in anderen Ländern Zuflucht suchen müssen. Sie sind verantwortlich für den undemokratischen Ausbau der EU zur Festung Europa und die Einschränkung demokratischer Rechte. Sie sind Verantwortlich für Unterentwicklung, Ausplünderung der Trikont-Länder und weltweite Umweltzerstörung. Alle Fortschritte in der Vergangenheit und auch in der Zukunft sind nur gegen den Widerstand der transnationalen Konzerne zu verwirklichen. Freiraum für fortschrittliche Veränderungen gibt es nur, wenn die Macht der Konzerne zurückgedrängt wird. In den über 70 Jahren von 1917 bis 1991 hat die Existenz der sozialistischen Staaten in der Welt der Herrschaft des Imperialismus eine Schranke gesetzt. Sie haben gezeigt, dass es möglich ist, eine alternative Gesellschaft zu entwickeln, jenseits von Profitlogik, Ausbeutung und Kriegstreiberei. Damit bestreiten wir nicht, dass es falsche Einschätzungen, Fehlentwicklungen, Deformationen des sozialistischen Systems und auch Verbrechen gegeben hat. Dennoch: Dieser Teil der Erde war der kapitalistischen Profitlogik entzogen und trug den größten Beitrag zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung bei. Die Sowjetunion hatte maßgeblichen Anteil an der Niederschlagung des Faschismus in Deutschland. Die sozialistischen Staaten unterstützten Befreiungsbewegungen, leisteten politische, wirtschaftliche und auch militärische Hilfe, ohne die die Unabhängigkeit vieler Staaten vom Kolonialismus nicht möglich gewesen wäre. Sie beeinflussten und unterstützten durch ihre Existenz die fortschrittlichen Kämpfe in den kapitalistischen Staaten, insbesondere auch in dem Staat, der an der Grenze beider Weltsysteme lag, der Bundesrepublik Deutschland. In der Frage von Krieg und Frieden zeigt sich die wichtige Rolle, die die sozialistischen Staaten bei der Eindämmung der aggressiven Möglichkeiten des Imperialismus gespielt haben. Gäbe es diese Staaten heute noch, so wäre im Jahr 1999, 50 Jahre nach der Niederlage des deutschen Faschismus, nicht wieder Krieg von deutschem Boden ausgegangen | |||
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| Sozialismus ist die gesellschaftliche Alternative | |||
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Lob des Kommunismus Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht. Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen. Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm. Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig. Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit. Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen Wir aber wissen: Er ist das Ende der Verbrechen. Er ist keine Tollheit, sondern das Ende der Tollheit. Er ist nicht das Rätsel Sondern die Lösung. Er ist das Einfache Das schwer zu machen ist. Bertolt Brecht | |||
| Was ist Sozialismus? | |||
| Der Sozialismus ist die gesellschaftliche Alternative zum kapitalistischen Ausbeutersystem. Er ist zugleich der erste Schritt auf dem Weg zum Kommunismus, der Gesellschaft, in der es keine Klassen mehr gibt, in der die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist und in der das Prinzip "Jeder nach seinen Fähigkeiten - jedem nach seinen Bedürfnissen" verwirklicht werden kann. Ein fertiges Rezept für eine sozialistische Gesellschaft gibt es nicht. Ihre konkrete Ausgestaltung hängt von dem Weg ab, auf dem sie erreicht wurde und von den Besonderheiten des Landes in dem sie aufgebaut wird. Trotzdem gibt es Grundbedingungen für eine sozialistische Gesellschaft: Die politische Macht muss in den Händen der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten liegen. Alle wesentlichen Produktionsmittel müssen gesellschaftliches Eigentum sein und die Produktion muss nach einem gesellschaftlichen Plan erfolgen. Die Vergesellschaftung der Produktionsmittel ist der erste Schritt zur Überwindung der jahrtausendealten Spaltung der menschlichen Gesellschaft in ausbeutende und ausgebeutete Klassen, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Damit wird der Sozialismus jedoch nicht automatisch zu einer problemfreien Gesellschaft. Auch im Sozialismus wird es zunächst noch verschiedene Klassen geben und der Klassenkampf wird sich fortsetzen. Die Überwindung der Herrschaft einer kleinen Minderheit von Ausbeutern bietet der großen Mehrheit der arbeitenden Menschen jedoch erstmals die Möglichkeit, Probleme im eigenen Interesse lösen zu können. Grundrechte Jugendlicher können nur im Sozialismus verwirklicht werden. Im Kapitalismus ist die herrschende Klasse ständig an die Profitlogik gebunden und daher bestrebt, die Rechte und den Lebensstandard der arbeitenden Menschen und damit auch der arbeitenden Jugend anzugreifen und abzubauen. In Zeiten günstiger Kräfteverhältnisse kann die Arbeiterklasse diese Angriffe abwehren und sich darüber hinaus weitere Rechte erkämpfen. Solange aber die Macht des Kapitals nicht gebrochen ist, werden diese Rechte von der herrschenden Klasse stets aufs neue in Frage gestellt und angegriffen. Erst im Sozialismus wird dem Kapital dazu die Möglichkeit genommen; auch wenn es seinen Widerstand im In- und Ausland fortsetzen wird. Die Rechte Jugendlicher müssen nicht mehr ständig gegen die Angriffe der herrschenden Klasse verteidigt, sondern können ausgebaut und erweitert werden. Das Recht auf Leben in Frieden wird durch die Überwindung der imperialistischen Außenpolitik, durch die Enteignung und Konvertierung der Rüstungsindustrie, sowie durch die Auflösung der imperialistischen Armee dauerhaft gesichert werden. Proletarischer Internationalismus und internationale Solidarität werden zum Grundsatz der sozialistischen Außenpolitik. Das Recht auf Arbeit, Bildung und Ausbildung wird garantiert. Bildung und Ausbildung werden nicht länger das Privileg einer kleinen Minderheit sondern das Grundrecht aller sein. Arbeitsplätze werden nicht länger durch das Profitstreben des Kapitals gefährdet. Das Recht auf Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen wird der jahrhundertealten Benachteiligung und mehrfachen Ausbeutung der Frau ein Ende bereiten. Alle politischen, rechtlichen und sozialen Benachteiligungen von Frauen und Mädchen werden beseitigt. Die Menschen entwickeln durch gegenseitige Achtung ein solidarisches Miteinander. Das Recht auf Leben ohne Rassismus und Faschismus wird durch das Verbot und die Zerschlagung aller rassistischen und faschistischen Parteien und Organisationen, die Beseitigung aller, bestimmte Menschen ausgrenzender oder benachteiligender Gesetze und Bestimmungen, sowie die Verwirklichung des solidarischen Miteinanders aller Menschen, durchgesetzt. Vor allem jedoch werden die Ursachen von Rassismus und Faschismus beseitigt: Das sind die Kapitalisten, die beides als Hilfsmittel zur Durchsetzung ihrer Interessen und zur Aufhetzung der ArbeiterInnenklasse untereinander benutzen, sowie die Probleme wie Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, die Teile der Bevölkerung in die Hände rassistischer Organisationen treiben. Das Recht auf Mitbestimmung und Demokratie wird allen Menschen die Möglichkeit geben, aktiv und direkt an der Planung und Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Nicht mehr eine Handvoll Banken und Großkonzerne wird mit Hilfe ihrer Handlanger die politische Entwicklung bestimmen, sondern die arbeitenden Menschen werden ihre Interessen ungehindert umsetzen können. Das Recht auf eine intakte Natur und Umwelt beendet die kapitalistische Ausplünderung der Natur und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Befreit vom Profitstreben des Kapitals, ermöglicht die Planung von Wirtschaft und Gesellschaft, die Umwelt zu schützen und zu gestalten. | |||
| Materlielle Voraussetzungen des Sozialismus | |||
| Die materiellen Voraussetzungen für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft sind in der BRD schon seit Jahrzehnten vorhanden, die ökonomischen Bedingungen verlangen objektiv einen Übergang zur sozialistischen Produktionsweise. Die Entwicklung des Kapitalismus hat zu einer weitgehenden Vergesellschaftung der Produktion geführt. Im Gegensatz zu dieser gemeinschaftlich ausgeführten Arbeit steht die private Aneignung ihrer Ergebnisse. Der Sozialismus stützt sich auf diese Vergesellschaftung der Produktion und vergesellschaftet auch ihre Ergebnisse. Der Stand der Entwicklung der Produktivkräfte ermöglicht, gesellschaftliches Eigentum der Produktionsmittel und Produktion nach gesellschaftlichen Plan vorausgesetzt, ein Leben in Wohlstand und sozialer Sicherheit für alle Menschen weltweit. Eine gesellschaftliche Planung der Wirtschaft wird durch die moderne Kommunikations- und Informationstechnologie erheblich erleichtert. Im Kapitalismus wird menschliche Arbeitskraft und Kreativität massenhaft in Bereichen vergeudet, die keinen gesellschaftlichen Nutzen erzeugen (Armee, Werbung, Produktion unnützer Erzeugnisse etc.). Der Sozialismus beendet die Verschwendung menschlicher Arbeitskraft. Eine gerechte Verteilung der gesellschaftlichen Arbeitszeit, verbunden mit der Streichung dieser unproduktiven Bereiche, ermöglicht bereits beim heutigen Stand der Produktivkräfte eine wesentliche Arbeitszeitverkürzung und eine wesentliche Veränderung der Qualität und der Formen der Arbeit. Die gewaltigen Profite und Geldreserven des Kapitals ermöglichen bei deren Abschöpfung bereits heute eine wesentliche Verbesserung der sozialen Leistungen. | |||
| Der Weg zum Sozialismus führt nur über den Klassenkampf! | |||
| Der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung kann nur gegen den erbitterten Widerstand des Kapitals durchgesetzt werden. Er kann weder das Ergebnis von Reformen innerhalb des kapitalistischen Systems sein, noch kann er durch einen Putsch oder eine Verschwörung herbeigeführt werden. Die Macht des Kapitals kann nur durch den bewussten Klassenkampf der Arbeiterklasse zurückgedrängt und überwunden werden. Ein revolutionärer Bruch mit den kapitalistischen Eigentums- und Machtverhältnissen kann nur erfolgreich erkämpft und verteidigt werden, wenn die Mehrheit der Bevölkerung von der Notwendigkeit einer solchen Revolution überzeugt und darüber hinaus auch zur aktiven Beteiligung bereit ist. Um die Mehrheit der Arbeiterklasse von der Notwendigkeit eines revolutionären Bruches überzeugen zu können, ist es notwendig, reaktionäre Anschauungen (Rassismus, Sexismus, Konkurrenzdenken etc.) und den ideologischen Einfluss des Kapitals zurückzudrängen und Klassenbewusstsein, sowie Erkenntnisse des wissenschaftlichen Sozialismus in der Arbeiterklasse zu verbreiten. Die Verbreitung von Klassenbewusstsein innerhalb der Arbeiterjugend betrachten wir als eine wesentliche Aufgabe der SDAJ. | |||
| Wenn wir Grundrechte für alle Jugendlichen durchsetzen und sichern wollen, darf das kapitalistische System nicht nur in einzelnen Punkten oder kleinen Bereichen verändert werden, sondern es muss überwunden werden. Es bedarf tiefgreifender Eingriffe und der Umgestaltung des Systems und einen revolutionären Bruch mit den kapitalistischen Eigentums- und Machtverhältnissen. Andererseits müssen wir um Reformen, um die Verbesserung der Situation heute kämpfen, um das Kräfteverhältnis zu unsren Gunsten zu verändern und die Kampfbedingungen für linke Kräfte zu verbessern. Wir haben dabei die Aufgabe, in diesen Reformkämpfen die sozialistische Alternative nicht aus dem Auge zu verlieren. Perspektivische Aufgabe ist es, eine Gesamtstrategie zu entwickeln, die die Tageskämpfe mit der Zukunft - einem neuen Ausbruch aus dem Kapitalismus - verbindet. Aufgrund unserer Einschätzungen der gesellschaftlichen Entwicklung gehen wir davon aus, dass wir uns in einer Zeit der anhaltenden Offensive des kapitalistischen Systems befinden. Die Herrschenden in diesem Land haben seit über zehn Jahren in allen Bereichen der Gesellschaft eine Rechtsentwicklung durchgesetzt, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Ein schnelles Anwachsen revolutionärer oder auch nur linker Kräfte ist momentan nicht in Sicht. Der Generalangriff der Herrschenden auf die sozialen Rechte führt allerdings zu wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die sich z.B. in der wachsenden Streikbereitschaft der letzten Jahre zeigt oder auch in den immer wieder entstehenden, aber meist nur kurzzeitigen Protestbewegungen an Schulen und Universitäten. Wir werden auf absehbare Zeit weiter Abwehrkämpfe führen müssen, um soziale und demokratische Rechte zu erhalten, um Druck zu machen gegen die am meisten reaktionären Pläne der Herrschenden. Über einen längeren Zeitraum ist es für alle linken Kräfte ein Problem, dass die Kluft zwischen den notwendigen Veränderungen im Vergleich zu den aktuellen Möglichkeiten nicht gering sein wird. Dieses zu verändern ist eine der Hauptaufgaben. Dabei müssen wir eine Verbindung zwischen den aktuellen Kämpfen und dem Ringen um eine Zukunftsperspektive sichtbar machen. Den sozialistischen Kräften unter Jugendlichen kommen in den Kämpfen verschiedene Aufgaben zu. Es ist zuerst nötig und auch möglich, in jedem Kampf um die Rechte Jugendlicher die Beschränktheit des kapitalistischen Systems und seine Menschenfeindlichkeit aufzuzeigen. In der Beteiligung an den Tagesauseinandersetzungen können und müssen wir Erfahrungen sammeln; können und müssen wir uns Wissen über Mittel und Wege des politischen Kampfes aneignen; können und müssen wir mehr Jugendliche ermuntern und auffordern sich zu wehren und sich zu organisieren. Dies wird nur langsam gehen, durch beharrliche Kämpfe vor Ort, in Kontakt und Gespräch mit anderen Jugendlichen und durch kontinuierliche, dauerhafte Arbeit. In diesen Kämpfen können wir Erfahrungen aus anderen Bereichen vermitteln und müssen wir alte, falsche Herangehensweisen ablegen. Diese Möglichkeit ist der Vorteil einer Organisation und der Nutzen auch für andere politisch aktive Jugendliche. In der jetzigen Defensivposition linker und marxistischer Kräfte sehen wir die Hauptaufgabe vor allem darin, solche Kämpfe zu initiieren und zu führen, existierende Bewegungen zu unterstützen und zu ihrer Stärkung beizutragen. Gleichzeitig ist es inzwischen möglich, im begrenzten Maße politische Erfolge zu erringen, wobei dies stark abhängig ist vom Kräfteverhältnis vor Ort. Ein Beispiel sind die Demonstrationen gegen das Auftreten von Neofaschisten gegen die "Wehrmachtsausstellung" in mehreren Städten. In einigen gelang es durch zahlreiche und vielfältige Aktivitäten, den Aufmarsch zu verhindern und/oder in der Stadt ein Bewusstsein über die Verbrechen der Deutschen Wehrmacht zu entwickeln. Wir müssen in den aktuellen Auseinandersetzungen eine Grundlage schaffen, um Gegenkräfte zusammenzuführen und zu entwickeln, die in der Lage sind, nachhaltiger in kommenden Auseinandersetzungen zu wirken, einzugreifen und reaktionäre Vorhaben zu verhindern. Wir sehen als ein wichtiges Etappenziel die Schaffung von Voraussetzungen, die es ermöglichen, auch in Deutschland zu Massenaktionen gegen den Rechtskurs der Regierung zu kommen, wie es in den letzten Jahren beispielsweise in Frankreich, Italien oder Griechenland gelungen ist. Eine strategische Aufgabe kommt dabei der Stärkung sozialistisch interessierter oder orientierter Kräfte unter Jugendlichen zu. Viele Jugendliche, die sich an Aktionen und Demonstrationen beteiligen, stellen sich die Frage, ob die Entwicklung so weiter gehen kann. Sie sehen, dass etwas grundlegend faul ist in diesem Land. Sie suchen nach einer Begründung für die heutige Entwicklung und nach Alternativen. In der Verbreitung von sozialistischem Klassenbewusstsein unter Jugendlichen sehen wir die erstrangige Aufgabe der SDAJ. Immer geht es dabei letztlich um die Eigentums- und Machtfrage in diesem Land. Die Stoßrichtung unserer Politik muss sich deshalb gegen den Hauptgegner richten, gegen die transnationalen Konzerne, die auch in diesem Land die Entwicklungsrichtung bestimmen. Dies muss zusammen mit dem konkreten Kampf für die Rechte der arbeitenden, lernenden und ausgegrenzten Teile der Jugend verbunden werden. Eine Stärkung dieser Kräfte beinhaltet auch eine Stärkung linker Bewegung in diesem Land insgesamt und kann nicht isoliert davon gesehen werden. Eine besondere Bedeutung kommt aufgrund ihrer objektiven Lage den Jugendlichen zu, die in Großbetrieben materieller Produktion arbeiten oder ausgebildet werden. Ebenso wichtig ist die Rolle der Jugendlichen, die noch in der Schule sind und später diesen beruflichen Weg einschlagen. Es ist nach wie vor eine strategische Frage, ob es gelingt, in einem Kern der arbeitenden und lernenden Jugend dieses Landes das Bewusstsein über ihre Rolle im kapitalistischen System zu verankern. Im Betrieb stehen sie den Kapitalisten direkt gegenüber, haben einen besonders hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad und sammeln Erfahrung in den betrieblichen Auseinandersetzungen. Diese Aufgabe bleibt bestehen, trotz aller Probleme, denen wir in der Praxis gegenüberstehen, trotz der objektiven Schwierigkeiten der Differenzierung innerhalb der Arbeiterjugend, trotz der von den Herrschenden geförderten Konkurrenz unter den Jugendlichen und den erschwerten Kampfbedingungen, z.B. durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die Aufspaltung von Produktion und Ausbildung. Es ist nötig, sich weiterhin für eine starke Arbeiter- und Arbeiterjugendbewegung in diesem Land einzusetzen. Dazu gehört auch die Stärkung der Gewerkschaften. Für uns ist es wichtig, innerhalb und mit den Gewerkschaften, insbesondere den Gewerkschaftsjugenden zu kämpfen. Es muss alles getan werden, um die Arbeit der Gewerkschaften aktiv zu unterstützen und sie gegen die Angriffe der Unternehmerverbände und reaktionärer Politiker zu schützen. Gleichzeitig gibt es in den Gewerkschaften die Entwicklung hin zur Aufgabe ihrer Rolle, gesellschaftliche Gegenmacht zu sein, sondern nur noch gestalterisch und sozial abfedernd die Rechtsentwicklung zu begleiten. Wie während des Jugoslawienkrieges - und auch am 1. Mai und im "Bündnis für Arbeit" zu sehen war und ist, wirkt vor allem der rechte Teil der Gewerkschaftsführung darauf hin, die Gewerkschaften als Ordnungsfaktor des Kapitalismus zu missbrauchen oder mit der Ideologie der Sozialpartnerschaft an das Kapital zu binden. Es ist eine der Hauptaufgaben heute, innerhalb der Gewerkschaften alle Kräfte zu stärken, die für eine konsequente, parteiliche Politik im Interesse der arbeitenden Menschen stehen, und sich mit der Gewerkschaft gegen den gesellschaftlichen Rechtskurs einsetzen. Die Gewerkschaften müssen sich vom neoliberalen Kurs der SPD abgrenzen und nicht gleichfalls die Reste sozialdemokratischer Grundlagen verlassen. Wir unterstützen alle Initiativen, die sich gegen die Rechtsentwicklung wenden und setzen uns ein für breite, aktionsorientierte Jugendbündnisse gegen die herrschende Politik. Im Interesse der Jugendlichen in diesem Land brauchen wir gemeinsames Handeln, ohne dabei die unterschiedlichen oder kontroversen Auffassungen unter den Teppich zu kehren. Wir sind für die vielfältige Zusammenarbeit von Jugendgruppen, -verbänden und -zusammenhängen, um an wichtigen Punkten der Auseinandersetzungen die Kräfte zu bündeln. Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, gegen alle bestehenden Spaltungstendenzen zu wirken. Wir wenden uns gegen das Ausspielen Jugendlicher in Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit. Wir wenden uns ebenfalls gegen Spaltungsversuche innerhalb von Bündnissen und Jugendbewegungen und setzen uns ein gegen Ausgrenzungsversuche linker Jugendlicher untereinander, sei es z.B. an der Frage der Aktionsformen oder der unterschiedlichen politischen Zugänge und Grundlagen der verschiedenen beteiligten Jugendlichen und Gruppen. Die wichtigsten Felder der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen sehen wir im Kampf um die sozialen und demokratischen Rechte Jugendlicher, sowie im Kampf um den Frieden. Viele errungene Freiheiten, soziale und demokratische Rechte sind Angriffen ausgesetzt. Das Grundgesetz ist gerade in den letzten Jahren massiv nach rechts verändert oder ausgelegt worden, insbesondere mit der faktischen Abschaffung des Rechts auf politisches Asyl und der Rechtfertigung von grundgesetzwidrigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Es ist in dieser Zeit eine wichtige Aufgabe marxistischer Kräfte, humanistische Werte, bürgerliche Freiheiten und soziale Rechte zu verteidigen. Für alle Menschen unmittelbar spürbar ist der rapide Abbruch der sozialen Rechte, wie er vor allem in den Jahren der Kohl-Regierung massiv betrieben wurde. Die Rot-Grüne Regierung hatte den Regierungswechsel vor allem mit dem Versprechen auf eine "andere Politik" und soziale Gerechtigkeit erreicht. Am sichtbarsten ist die Rechtsentwicklung der letzten Jahre in den Bestrebungen geworden, Deutschland wieder zur Weltmachtrolle, auch mit militärischen Mitteln zu verhelfen. In einzelnen Schritten wurde die Bereitschaft der Öffentlichkeit erzeugt, Auslandseinsätzen der Bundeswehr zuzustimmen. Unter Rot-Grün wurden die ersten offenen Kampfeinsätze deutscher Soldaten im Ausland befehligt. In der Zerstörung des internationalen Rechts und der Barbarisierung der Verhältnisse sehen wir eine der gefährlichsten Weichenstellungen für die Zukunft. Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um zu verhindern, dass die BRD und mit ihr NATO und WEU mittels des Faustrechts in Zukunft bestimmen, wer "im Namen der Menschenrechte" zusammengebombt wird. Der Kampf um eine menschenwürdige Perspektive, um eine sozialistische Gesellschaft, gegen die Herrschaft der Konzerne wird nicht nur in einem Land geführt. In allen Ländern gibt es Jugendliche, die auf marxistischer Grundlage die Verhältnisse analysieren, Wege zur Veränderung aufzeigen und sich dafür einsetzen. In der gegenseitigen Solidarität, der Zusammenarbeit, Diskussion und Hilfe sehen wir eine Grundvoraussetzung, um Schwächen der marxistischen Bewegung zu überwinden. Eine besondere Bedeutung hat für uns die Solidarität mit dem sozialistischen Cuba. Cuba kommt im internationalen Maßstab eine strategische Rolle zu. Die Tatsache, dass ein kleines Land der "3. Welt" seit 40 Jahren den Angriffen und der Blockade des mächtigsten imperialistischen Staates, den USA, trotzt und gleichzeitig ein kostenloses und hochqualifiziertes Gesundheits- und Bildungssystem aufrechterhält, zeigt die Möglichkeiten und Stärken, die der Sozialismus entfalten kann. Es ist eine entscheidende Frage, ob es gelingt, in der vom Kapitalismus beherrschten Welt, eine sozialistische Gesellschaft nicht nur zu behaupten, sondern auch unter schwierigsten Bedingungen und gegen massive Widerstände weiter zu entwickeln. Wir sehen in der Solidarität mit Cuba die Möglichkeit, Erfahrungen, Anregungen und Motivation für den Kampf hier vor Ort zu sammeln. Gleichzeitig ist die politische und materielle Solidarität für Menschen in anderen Ländern ein großer Ansporn, die eigenen Anstrengungen zu intensivieren. Internationale Solidarität, der proletarische Internationalismus, ist dabei eines der zentralen Elemente unserer Politik. Unser Verständnis von internationaler Solidarität beruht auf der Gleichheit der Interessen der Menschen in den verschiedenen Ländern, nicht ausgebeutet zu werden, ihrer objektiv gleichen Klassenlage und der Gegnerschaft zum Imperialismus. Eine Intensivierung und weitere Organisation dieser Zusammenarbeit ist dringend erforderlich. Angesichts der zunehmenden internationalen Zusammenarbeit des Kapitals und der weltweit organisierten Produktion ist die Entwicklung internationaler gewerkschaftlicher, antiimperialistischer und sozialistischer Politik und Gegenwehr von wachsender Bedeutung. Im Jugendbereich gibt es den Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ), den größten internationalen Zusammenschluss von kommunistischen, sozialistischen und antiimperialistischen Jugendorganisationen. Die Zusammenarbeit innerhalb des WBDJ, seine Handlungs- und Eingriffsmöglichkeiten müssen gestärkt werden unter der Beibehaltung seines antiimperialistischen Charakters. Intensiviert werden müssen die Kontakte der sozialistischen und kommunistischen Jugendorganisationen in Europa. Hier gibt es im Bereich der Koordination Westeuropa und Nordamerika des WBDJ, der Vorbereitung der 14. Weltfestspiele in Cuba 1997 und auch unserem gemeinsamen Solidaritätsprojekt mit drei anderen Organisationen erste Ansätze, um diese zu entwickeln und zu festigen. In der Zusammenarbeit dieser Jugendorganisationen in Europa sehen wir einen wichtigen Schritt zur Entwicklung von Gegenwehr gegen das reaktionäre Europa der Konzerne. Wir werden zusammen mit allen Jugendlichen, die dies wollen diskutieren, streiten und kämpfen. Für eine zeitgemäße, moderne, revolutionäre Strategie, damit wir einen Beitrag leisten können im Kampf für die Rechte Jugendlicher heute und im Kampf für einen erfolgreichen Weg zum Sozialismus morgen! | |||
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