Selbsthilfe
Nun, ich kann keinem meiner Geschlechtsgenossen ein spezielles "Rezept" zur Selbsthilfe nahebringen, möchte lediglich meine persönlichen Erfahrungen schildern. Ich bin der Meinung man sollte sich nie auf eine feste Geschlechterrolle einlassen, das ist nicht typisch für uns und ich für meinen Teil käme damit nicht wirklich zurecht. Ich lebe mit meiner Androgynie und habe mittlerweile auch gelernt bewußt damit umzugehen, und somit mich selbst zu verwirklichen. Den "mittleren Weg" im Einklang mit meiner Seele habe ich gefunden.
Ich liebe es zu provozieren, empfinde Spaß dabei wenn mich Menschen ansehen und nicht genau wissen, was sie da eigentlich vor sich haben. Man weckt die Neugier und das ist ein schönes Gefühl. Ich bekenne mich durchaus auch im täglichen Leben dazu androgyn zu sein. Spreche offen über Intersexualität, sei es hier im www. oder vor laufenden TV Kameras. Man muß sich und seinen Körper lieben, nur so findet man einen Weg aus der scheinbaren Ausweglosigkeit, sich so nehmen wie man ist und das ausleben, worauf oder woran man Spaß hat. Auf Spiesser, verbohrte und intolerante "schwarz-weiß denkende" Menschen muß man eben pfeifen. Damit komme ich sehr gut zurecht.
Sicher wird es Leute geben die mich hierbei nicht verstehen, aber diese Menschen verstehen ganz sicher auch keine Homosexuellen-Ehe oder vergleichbares. Es könnte unserer Gesellschaft nicht schaden etwas mehr Toleranz, gegenüber den Menschen die eben "anders" sind, aufzubringen. Sich selbst am besten helfen kann man durch uneingeschränkte Akzeptanz seiner selbst. Ein wenig Narzissmus kann sicher nicht schaden, sondern ist durchaus sehr hilfreich bei der Bewältigung von Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln. Ok, in meinem Falle ist der Narzissmus hin und wieder etwas ausgeprägter. :) Siehe mein Fotoalbum. Doch wird dies oft auch falsch aufgefasst. Ich liebte es schon eh und jeh in Rollen zu schlüpfen. Ein wenig Maskarade ist für mich immer schon essentiell gewesen. Und jah, ich kann auch über mich selbst herzhaft lachen...
Ich habe gute Erfahrungen gemacht und mich so lieben gelernt wie ich bin. Nur das gibt mir den Mut und die Selbstsicherheit mit all dem Erlebten und eigentlich sehr privaten Geschehnissen an die Öffentlichkeit zu gehen, und somit ein kleines Stück zur Aufklärung über Hermaphroditen beizutragen. Ich bin gegen geschlechtliche Zwangszuweisung und genitale Verstümmelung. Was an uns Hermaphroditen praktiziert wird, und das Bestreiten unserer realen Existenz, ist menschenunwürdig und ein Verbrechen !!! Man kann es nicht oft genug sagen.
Ich fordere die behördliche Anerkennung des dritten Geschlechts ! Da es real existiert und nicht länger tabuisiert werden sollte ! Ich weigere mich entschieden dagegen, dass man uns als Patienten oder Kranke bezeichnet. Ist es denn krank ein Mann zu sein ? Oder eine Frau ? Wir haben ein Recht auf Selbstbestimmung und so zu leben wie Gott uns schuf. Kein "Rudel" von messerwetzenden Weißkitteln sollte befugt sein, sich an unseren Genitalien zu vergreifen und Gott zu spielen ! Wie viele von uns wissen, endet das meist in einer verhängnissvollen Sackgasse. Kein Hormonpräperat oder noch so gut gelungene Operation kann es uns aus der Seele reißen, eines werden wir immer bleiben, ob wir wollen oder nicht, denn Gott hat es so für uns vorgesehen ein
Hermaphrodit
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